Manacapuru

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Município de Manacapuru
Princesinha do Solimões
Manacapuru

Igreja Matriz de Nossa Senhora de Nazaré
Manacapuru (Brasilien)
Manacapuru (Brasilien)
Manacapuru
Koordinaten3° 18′ S,60° 37′ W-3.2923694444444-60.624888888889Koordinaten:3° 18′ S,60° 37′ W
Lage des Munizips im Bundesstaat Amazonas
Symbole
Wappen
Flagge
Gründung16. Juli 1932 (92 Jahre)Vorlage:Infobox Ort in Brasilien/Wartung
Basisdaten
StaatBrasilien
BundesstaatAmazonas (Brasilien)
ISO 3166-2BR-AM
MetropolregionMetropolregion Manaus
Höhe60 m
Klimaäquatorial, Am
Fläche7.336,6 km²
Einwohner85.141(2010[1])
Dichte11,6 Ew./km²
Schätzung99.613 (1. Juli 2021)[1]
GemeindecodeIBGE:1302504
ZeitzoneUTC−4
Websitemanacapuru.am(brasilianisches Portugiesisch)
Politik
StadtpräfektBetanael da Silva D’Angelo (Beto D’Angelo)(2021–2024)
ParteiRepublicanos
Wirtschaft
BIP1.428.130 Tsd.R$
14.840 R$ pro Kopf
(2018)
HDI0,614(2010)
Karte

Manacapuru, amtlichMunicípio de Manacapuru, war mit über 85.141 Einwohnern laut Volkszählung 2010[1] die viertgrößte Stadt im brasilianischen BundesstaatAmazonas. Die Bevölkerung wurde durch das brasilianische Statistikamt zum 1. Juli 2021 auf 99.613 Einwohner anwachsend geschätzt, die Fläche beträgt rund 7337 km² (2020) und die Bevölkerungsdichte liegt bei 11,6 Einwohnern pro km², die Manacapuruenser (manacapuruenses) genannt werden.[1] Sie nimmt die vierte Stelle der 62 Munizips von Amazonas nachItacoatiara ein. Die Gemeinde ist Teil derMetropolregion Manaus.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

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Lage

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Die Stadt liegt 84 Kilometer westlich der HauptstadtManaus,Amazonas-aufwärts – wobei der Amazonas oberhalb von Manaus und der Einmündung desRio Negro in BrasilienRio Solimões genannt wird.[2]Im Süden grenzt das Gebiet von Manacapuru anManaquiri, im Südwesten anBeruri, im Westen anAnamã undCaapiranga, im Norden anNovo Airão.

Klima

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Die Stadt hat tropisches Regenwaldklima,Af nach derKlimaklassifikation nach Köppen und Geiger. Die Durchschnittstemperatur ist 27,3 °C. Die Niederschlagsmenge liegt im Schnitt bei 2309 mm im Jahr.[3]

Ökologie

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In Manacapuru befindet sich die Fazenda Serengal, eine Auffangstation für Amazonas-Manatis. Ort werden die Süßwasser-Sehkühe im Lago do Balermino auf ein Leben in Freiheit vorbereitet. Bei den geretteten Tieren handelt es sich oft um Jungtiere.[4]

Verkehrsanbindung

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Eine Asphaltstraße durchIranduba, dieAM-070, verbindet die Stadt mit Manaus. Zuerst musste man aber bis 2011 die Autofähre São Raimundo benutzen, um von dort aus über den Rio Negro zu kommen, wohingegen man seit dem 24. Oktober 2011 über die StraßenbrückePonte Rio Negro fahren kann. Die StaatsstraßeAM-352 nach Novo Airão ist die einzige Landverbindung der Stadt am Rio Negro.

Der nächstgelegene FlughafenAeroporto Internacional Eduardo Gomes ist rund 70 km entfernt.

Geschichte

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Die Region um Manacapuru wird, wie Funde von Steinspittern im benachbartenIranduba zeigen, seit mindestens 8000 Jahren besiedelt. Vor 3000 Jahren entwickelte sich eine Kultur, die Keramik herstellte. Die Epoche der Keramiken von 200 v. Chr. bis 300 n. Chr. wird als Manacapuru-Kultur bezeichnet (Fase Manacapuru derTradição Borda Incisa).[5]

Spanische Epoche

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Gemäß demVertrag von Tordesillas fiel das komplette Amazonasbecken an Spanien. Im 16. und 17. Jahrhundert erkunden sie den Amazonas von Peru aus. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts migrierten auch dieMura aus der Region vonLoreto im heutigen Peru und siedelten u. a. in der Region am Rio Solimoes.[6]

Portugiesische Epoche

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1709 vertrieben die Portugiesen bei Tefé die Spanier vom Rio Solimoes. 1755 entstand dasKapitanat São José do Rio Negro, der heutigeBundesstaat Amazonas, mit Sitz in Mariuá, dem heutigenBarcelos. In der Zeit um 1785 gab es flussabwärts der Mündung des Rio Manacapuru eine Fischerei, die den Sitz des Kapitanats in Barcelos versorgte. Die Portugiesen „befriedeten“ die Mura und erreichten ihre Ansiedlung und die Gründung eines Dorfes an der Mündung des Flusses, von dem es den Namen Manacapuru erhielt.[7]

Neuere Geschichte

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1865 wurde dieFreguesia Manacapuru gegründet. 1894 wurde Manacapuru von Manaus ausgegliedert und zum Munizip erhoben. 1901 wurde Manacapuru, das zu dieser Zeit noch die Gemeinden Beruri und Caaparinga umfasste, der gleichnamige Gerichtsbezirk Manacapuru zugeordnet. 1939 wurden dann Beruri und Caapiranga zunächst zu Bezirken ohne Selbstverwaltungsrecht und 1981 endgültig von Manacapuru ausgegliedert und zu selbstständigen Municípios.[7]

Bevölkerung

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Laut der Zählung von 2010 lebten im Munizip 85.141 Einwohnern. Von diesen lebten 2010 59.866 Einwohner im städtischen Bereich und 25.275 im ländlichen Raum und Regenwaldgebiet.[8]

Demografie

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Die Bevölkerung von Manacapu ist jünger als der Bundesdurchschnitt. Während die Zahl der Menschen unter 14 auf oder über den bundesweiten Zahlen liegen, sind sie im zwischen 20 und 64 weit unter dem brasilianischen Durchschnitt.[1]

Religion

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Beim Zensus von 2010 bekannten sich knapp über 45.000 Menschen zum katholischen Glauben. Etwas über 32.000 werden als evangelisch aufgeführt, wobei die Statistik nicht zwischen evangelisch protestantischen und den schnell wachsenden neopentakostalen Glaubensrichtungen unterscheidet.[1]

Ethnische Zusammensetzung

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Ethnische Gruppen nach der statistischen Einteilung des IBGE (Stand 2000 mit 73.695 Einwohnern, Stand 2010 mit 85.141 Einwohnern):[9] Von diesen lebten 2010 59.866 Einwohner im städtischen Bereich und 25.275 im ländlichen Raum und Regenwaldgebiet.

GruppeAnteil
2000
Anteil
2010
Anmerkung
Brancos16.371  13.961Weiße, Nachfahren vonEuropäern
Pardos51.579  67.746Mischrassige,Mulatten,Mestizen
Pretos3.874  2.668Schwarze
Amarelos129  426Asiaten
Indígenas630  340indigene Bevölkerung
ohne Angabe1.113

Gesprochen wird ein Regionaldialekt, der alsNortista oderAmazofonia bezeichnet wird.

Wirtschaft

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Die Stadt lebt überwiegend von Landwirtschaft (Maniok,Maracuja, Bananen, Geflügel) und Fischfang (Tambaqui oderSchwarzer Pacu, Pirarucu oderArapaima, Matrinxã oderBrycon amazonicus genannt). Dabei setzen etwa zwei Drittel der landwirtschaftliche Betriebe weder Düngemittel noch Pestizide ein. Die Fischerei stellt zunehmend auf die Aufzucht um, da die Bestände der Speisefische bedroht sind. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Ziegeleien.

Durchschnittseinkommen und Lebensstandard

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Das monatliche Durchschnittseinkommen betrug 2019 den Faktor 1,8 des brasilianischenMindestlohns (Salário mínimo) vonR$ 990,00 (umgerechnet für 2019: rund 396 €). DerIndex der menschlichen Entwicklung (HDI) ist mit 0,614 für 2010 als niedrig eingestuft.[1]

Das Bruttosozialprodukt pro Kopf betrug 2016 rund 13.027 R$, das Bruttosozialprodukt der gesamten Gemeinde 1.241.891.888 R$ (275,4 Millionen €).

Kultur und Freizeit

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Manacapuru feiert jedes Jahr im Juli die Gründung der Stadt mit folkloristischen Shows, Straßenfesten und verschiedenen Attraktionen. Nahe der Stadt liegt auch derLago das Piranhas oder der Strand Orla do Miriti. Im August findet dann traditionell das dreitägigeFestival de Ciranda de Manacapuru statt, bei dem sich die VereinigungenFlor Matizada,Guerreiros Mura undTradicional einen Wettstreit um die beste Aufführung liefern.

Kommunalpolitik

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Stadtpräfekt ist seit 2017 Beto D’Angelo, mit vollem Namen Betanael da Silva D’Angelo. Er wurde bei derKommunalwahl 2016 für die Amtszeit 2017 bis 2020 für denPartido Republicano da Ordem Social (PROS) gewählt.[10] Bei derKommunalwahl 2020 trat er für dieRepublicanos an und wurde für die Amtszeit 2021 bis 2024 wiedergewählt.[11]

Die Legislative liegt bei einem Stadtrat (Câmara Municipal) aus 17 gewählten Ratsherren (vereadores).

Sport

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Manacapuru verfügt über den 1971 gegründeten FußballvereinPrincesa do Solimões EC mit der SpielstätteEstádio Olímpico Municipal Gilberto Mestrinho.

Trivia

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Im gleichnamigen Fluss, der im Stadtgebiet von Nordwesten in den Solimões mündet, kamen bei den Flugunfällen derSelva Taxi Aéreo (1998) und derManaus Aerotáxi (2009) im Verkehr zwischen Manaus undTefé bzw.Coari (weiter oben am Solimões) alle vier Piloten und zusammen 32 Passagiere ums Leben.

Söhne und Töchter der Stadt

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Weblinks

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Commons: Manacapuru – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. abcdefgIBGE:Cidades@ Amazonas: Manacapuru – Panorama. Abgerufen am 7. September 2021 (brasilianisches Portugiesisch).
  2. Amazonas. In: Lexikonredaktion desBibliographischen Instituts (Hrsg.):Meyers Großes Taschenlexikon.Band 1.A – Ang. Mannheim/Wien/Zürich 1983,ISBN 3-411-01921-2,S. 287. 
  3. Klima Manacapuru: Daten und Graphen zum Klima und Wetter für Manacapuru. In: climate-data.org. Abgerufen am 20. September 2019. 
  4. „ Peixe bois femeas resgata serao levadas para o semiactiveiro em Manacapuru“ in AMPA (brasilianisches Portugiesisch), abgerufen am 1. September 2021
  5. Helena Pinto Lima, Eduardo Góes Neves:Cerâmicas da Tradição Borda Incisa/Barrancóide na Amazô-nia Central. In:Revista do Museu de Arqueologia e Etnologia.Band 21. São Paulo 2011,S. 205–230 (brasilianisches Portugiesisch,usp.br [PDF]). 
  6. „Povos Indigenas no Brasil - Povo: Mura“ in Povos Indigenas no Brasil, (brasilianisches Portugiesisch, Englisch, Spanisch) Hrsg.Instituto Socioambiental, abgerufen am 4. September 2021
  7. abIBGE:„Manacapuru – História“ (brasilianisches Portugiesisch), abgerufen am 5. September 2021
  8. IBGE: Sistema IBGE de Recuperação Automática - SIDRA: Tabela 2093. Abgerufen am 16. September 2019 (portugiesisch, Datenbankabfrage, Suchbegriffe Manacapuru (AM) und Cor ou raça). 
  9. IBGE: Sistema IBGE de Recuperação Automática - SIDRA: Tabela 2093. Abgerufen am 16. September 2019 (portugiesisch, Datenbankabfrage, Suchbegriffe Manacapuru (AM) und Cor ou raça). 
  10. Beto Dangelo 90, Website Eleições 2016. Abgerufen am 21. Mai 2017 (brasilianisches Portugiesisch).
  11. Eleições 2020: Manacapuru – AM. Estadão, Politica, abgerufen am 31. Juli 2021 (brasilianisches Portugiesisch). 
Mesoregionen und Mikroregionen von 1989 bis 2017 mit ihrenStädte und Gemeinden im BundesstaatAmazonas
Mesoregion Central-Amazonas

Mikroregion Coari:Anamã |Anori |Beruri |Caapiranga |Coari |Codajás | Mikroregion Itacoatiara:Itacoatiara |Itapiranga |Nova Olinda do Norte |Silves |Urucurituba | Mikroregion Manaus:Autazes |Careiro |Careiro da Várzea |Iranduba |Manacapuru |Manaquiri |Manaus | Mikroregion Parintins:Barreirinha |Boa Vista do Ramos |Maués |Nhamundá |Parintins |São Sebastião do Uatumã |Urucará | Mikroregion Rio Preto da Eva:Presidente Figueiredo |Rio Preto da Eva | Mikroregion Tefe:Alvarães |Tefé |Uarini

Mesoregion Nord-Amazonas

Mikroregion Japura:Japurá |Maraã | Mikroregion Rio Negro:Barcelos |Novo Airão |Santa Isabel do Rio Negro |São Gabriel da Cachoeira

Mesoregion Süd-Amazonas

Mikroregion Boca do Acre:Boca do Acre |Pauini | Mikroregion Madeira:Apuí |Borba |Humaitá |Manicoré |Novo Aripuanã | Mikroregion Purus:Canutama |Lábrea |Tapauá

Mesoregion Südwest-Amazonas

Mikroregion Alto Solimoes:Amaturá |Atalaia do Norte |Benjamin Constant |Fonte Boa |Jutaí |Santo Antônio do Içá |São Paulo de Olivença |Tabatinga |Tonantins | Mikroregion Jurua:Carauari |Eirunepé |Envira |Guajará |Ipixuna |Itamarati |Juruá

Anmerkung: Hauptstadt des Bundesstaats istManaus.
Normdaten (Geografikum):LCCN:n81004830 |VIAF:131354071
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