Das Wort Major stammt vomLateinischenmaior odermaius (deutsch: größer, stärker oder bedeutender). ImSpanischen wurde darausmayor (deutsch: größer, höher), imEnglischenmayor (deutsch: Bürgermeister) und im Deutschen „Meier“ als Bezeichnung für einenGutsverwalter.
Im Militär war der Regimentsmeier in einemRegiment für die täglichen Verwaltungsaufgaben und die Inspizierung derFeldwachen verantwortlich. Er führte daher den DienstgradFeldwachtmeister.[A 1] Da der Feldwachtmeister direkt demRegimentschef im RangObristen unterstand, entwickelte sich daraus die RangbezeichnungObristwachtmeister. Im 18. Jahrhundert löste die hinsichtlich der Wortherkunft treffende Dienstgradbezeichnung „Major“ den für den Regimentsmeier geschaffenen Rang „Obristwachtmeister“ ab.
In derpreußischen Armee wurden verdienteHauptleute mit demCharakter eines Majors („Charaktermajor“) verabschiedet; sie erhielten dasRuhegeld eines Hauptmannes, durften sich aber Major nennen. Die oft lange Wartezeit bis zur Beförderung zum Major bezeichnete man auch scherzhaft als „Majorsecke“.
Maßgebliche gesetzliche Grundlagen für dieErnennung zum Major trifft dieSoldatenlaufbahnverordnung (SLV) und ergänzend dieZentrale Dienstvorschrift (ZDv) 20/7. Zum Dienstgrad Major könnenSoldaten auf Zeit,Berufssoldaten undbeorderteReservisten ernannt werden. Voraussetzung ist die Zugehörigkeit zurLaufbahngruppe derOffiziere. Offiziere (außer Militärmusikoffiziere) können frühestens achteinhalb Jahre nach Ernennung zum Leutnant zum Major ernannt werden;[A 4] davon abweichend ist die Beförderung von Militärmusikoffizieren nach drei Jahren im Dienstgrad Hauptmann zulässig.[A 5] Voraussetzung für die Beförderung vonHauptleuten zum Major ist für die meisten Offiziere die erfolgreiche Teilnahme am Stabsoffizierlehrgang an derFührungsakademie der Bundeswehr. Keinen Stabsoffizierlehrgang müssen Militärmusikoffiziere undMasterabsolventen in einer Laufbahn der Offiziere des Geoinformationsdienstes der Bundeswehr absolvieren. Eine Einstellung mit dem Dienstgrad Major ist mit einer derVerwendung entsprechenden Qualifikation ebenfalls möglich.[A 6][12][13][14][A 7]
Der Major war in derNationalen Volksarmee derDeutschen Demokratischen Republik von 1956 bis 1990 der niedrigste Offiziersrang derDienstgradgruppe derStabsoffiziere. Sein maritimes Pendant war ebenfalls derKorvettenkapitän derVolksmarine. Dieser Dienstgrad wurde in der Regel nur an Berufsoffiziere verliehen. Seine Verwendung entsprach in etwa der in der Bundeswehr. Das Dienstgradabzeichen bestand aus geflochtenen Schnüren, auf denen ein goldfarbener Offiziersstern angebracht war. Für Offiziere der NVA betrug die Regelstehzeit für die Beförderung vom Major zum Oberstleutnant fünf Jahre.
In Reichsheer, Reichswehr und Wehrmacht war der Major (heute Äquivalent OF-3) der niedrigste Offiziersrang derDienstgradgruppe der Stabsoffiziere. Im Gesamtbereich der Wehrmacht entsprach dieser Dienstgrad demKorvettenkapitän der Kriegsmarine beziehungsweise demSS-Sturmbannführer derWaffen-SS, beide ebenfalls OF-3.
In denfranzösischen Streitkräften ist derCommandant ein Dienstgrad, der dem Major entspricht. Commandant gilt jedoch für Offiziere, die kein Truppenkommando führen. So lange er Kommandeur eines Bataillons ist, wird er alsChef d’escadron (in derArtillerie, demTransportwesen und der Versorgung),Chef d’escadrons[A 11] (in derKavallerie undPanzertruppe) undChef d'escadrille bei denHeeresfliegern bezeichnet. Bei derInfanterie, denPionieren und denFernmeldern heißt erChef de bataillon, ebenso bei der Sanität, bei der Kraftstoffversorgungstruppe et cetera. (Die Anrede lautete jedoch stets „mon commandant“) Er steht über demCapitaine (deutschHauptmann) und unter demLieutenant-colonel (deutschOberstleutnant). Er entspricht daher dem deutschen Dienstgrad Major. Die französische DienstgradbezeichnungMajor entspricht dagegen demStabsfeldwebel der Bundeswehr.
In der Armee desAncien Régime war er ursprünglich der höchste Feldwebeldienstgrad, bis er dann als Offizier zum Chef des Stabes wurde. Das Gleiche galt für einenfesten Platz, wo er hinter demGouverneur und dem „Lieutenant du roi“ rangierte (als Vertreter des Königs in den Provinzen, jedoch kein Dienstgrad).
Unter Napoleon Bonaparte wurde der RangLieutenant-colonel durch Major ersetzt, was aber die Napoleonische Zeit nicht überdauerte. Die Bezeichnung „Médecin-major“, mit den Abstufungen „Major de première classe“, „Major de seconde classe“, „Aide-major“ und „Sous-aide-major“ wurden bis 1928 für die Militärärzte verwendet.
Der Major ist Angehöriger der Laufbahngruppe der Offiziere. Sein Abzeichen besteht aus einem zu einem Drittel goldenen Geflecht; ebenso wie der fünfeckigeKragenspiegel mit einem sechszackigen goldenen Stern (eigentlich: Edelweißblüte) versehen.
Die Verwendungsbezeichnung „Major“ wird für Leitende Beamte (E1) der Exekutive in Österreich, dazu gehörenBundespolizei undJustizwache, verwendet. Da es sich bei den genanntenWachkörpern um zivile Körperschaften handelt, die lediglich nach militärischem Muster organisiert sind, handelt es sich jedoch nicht um Polizeioffiziere, sondern sie führen lediglich Offiziersränge als Verwendungsbezeichnung. Im Übrigen ist ein direkter Vergleich mit den Dienstgraden des Bundesheeres nicht möglich, da in der Bundespolizei Aufgaben, die beim Militär einem niedrigrangigen Offizier zukommen, von hochrangigen dienstführenden Beamten (E 2a), also Angehörigen der mittleren Laufbahnebene, wahrzunehmen sind.
Der Major ist der unterste Grad in der Gruppe der Stabsoffiziere. Neben dem Grad Major gibt es den gleichrangigen Grad „Major im Generalstab“.
Zum Major kann befördert werden, wer seit mindestens acht Jahren Offizier ist, seit mindestens vier Jahren als Hauptmann aktiv Dienst leistet, einen entsprechenden Vorschlag der Brigade erhalten und die nötigen Ausbildungen erfolgreich abgeschlossen hat. Eingesetzt werden die Majore meistens als Stellvertreter von Bataillons-, Abteilungs- oder Geschwaderkommandeuren. Weiter alsStabschefs, S1, S2, S3, S4 oder S6 (Chefs der Führungsgrundgebiete Personelles, Nachrichten, Operationen, Logistik und Übermittlung/Informatik) in einem Bataillonsstab – oft als Doppelgrad Hptm/Maj ausgebildet, d. h. nach vier Jahren in der Funktion kann die Beförderung als Senioritätsauszeichnung vorgenommen werden. Schließlich werden Majore auch in den Führungsgrundgebieten der Stäbe von Brigaden, Territorialregionen und den Teilstreitkräften eingesetzt. Ab dem Majorsgrad ist es möglich, zum Korps derGeneralstabsoffiziere zu gehören (Maj i Gst). Das Dienstgradabzeichen zeigt bei der Schweizer Armee einen breiten Streifen.
Einordnung:Mannschaften –Unteroffiziere –Höhere Unteroffiziere –Subalternoffiziere –Hauptleute –Stabsoffiziere –Höhere Stabsoffiziere –Oberbefehlshaber der Armee Alle Grade auf einen Blick:Grade der Schweizer Armee
In derPäpstlichen Schweizergarde ist „Major“ ein Ehrendienstgrad. Nominell haben dort alle Offiziere imNATO-Rangcode OF-1 bis OF-3 (im deutschsprachigen Raum: Leutnant bis Major) den Dienstgrad „Leutnant“, OF-3-Leutnante führen den Ehrendienstgrad aber zusätzlich.[18]
InSpanien ist der dem deutschen Major vergleichbare Dienstgrad derComandante. Der Dienstgrad wird beim Heer, der Luftwaffe und derGuardia Civil verwendet.
In praktisch allenhispanoamerikanischen Streitkräften ist dagegen der DienstgradMayor geläufig und dem deutschen Major vergleichbar. Die BenennungComandante bezeichnet (wie im Deutschen derKommandant) nur eine Dienststellung.
↑Die Achteinhalbjahresfrist gilt fürFliegendes Personal, Offiziere imKommando Spezialkräfte, die fürbesondere Einsätze verwendet werden sowie fürKampfschwimmer. Für alle anderen Offiziere (außer Militärmusikoffiziere) sieht die ZDv 20/7 eine Frist von neun Jahren vor. Bei einer Einstellung mit Dienstgrad Oberleutnant oder Hauptmann verkürzt sich die Frist entsprechend der ZDv 20/7.
↑Die Militärmusikoffiziere werden hier explizit erwähnt, weil im Gegensatz zu allen anderen Offizieren ihre Mindestdienstzeiten nicht auf den Zeitpunkt der Ernennung zum Offizier, sondern immer auf die Zeit seit Ernennung zum Hauptmann bezogen ist.
↑Die Eignung für eine Einstellung als Major wird durch eine zivile Ausbildung und/oder Berufstätigkeit nachgewiesen. Im Einzeln gilt:
↑Die Altersgrenzen wurden mit dem Dienstrechtsneuordnungsgesetz 2009 neu bestimmt, vgl. insbes. Änderungen betreffend§ 45 SG und Übergangsbestimmungen gem.§ 96 SG. Vgl.Gesetz zur Neuordnung und Modernisierung des Bundesdienstrechts (Dienstrechtsneuordnungsgesetz – DNeuG). In:Bundesanzeiger Verlag (Hrsg.):BGBl. Teil 1, G 5702.Band2009,Nr.7.Bonn 11. Februar 2009,S.160–275 (BGBl. 2009 I Nr. 7 [abgerufen am 14. November 2014]).
↑In den DienstgradStabshauptmann werden nurOffiziere des militärfachlichen Dienstes befördert. Für Offiziere des militärfachlichen Dienstes ist der Stabshauptmann in der Regel der Spitzendienstgrad; die Beförderung zum Major bleibt ihnen fast immer verwehrt. In seltenen Fällen können aber auch Stabshauptleute nach derSoldatenlaufbahnverordnung in eine andere Laufbahn derLaufbahngruppe derOffiziere wechseln und dann zum Major ernannt werden.
↑abcDer Bundesminister der Verteidigung; Abteilung Personal-, Sozial- und Zentralangelegenheiten (Hrsg.):ZDv 20/7. Bestimmungen für die Beförderung und für die Einstellung, Übernahme und Zulassung von Soldatinnen und Soldaten. Bonn 27. März 2002, Art. 635 (PDF (Memento vom 26. Oktober 2014 imInternet Archive) [abgerufen am 26. März 2014] DSK AP210100187, Neudruck Januar 2008).
↑abDie äquivalenten, ranghöheren und rangniedrigeren Dienstgrade sind im Sinne der ZDv 14/5 B 185 angegeben, vgl.Der Bundesminister der Verteidigung (Hrsg.):ZDv 14/5. Soldatengesetz. DSK AV110100174, Änderungsstand 17. Juli 2008. Bonn 21. August 1978, Dienstgradbezeichnungen in der Bundeswehr,S.B 185 (Nicht zu verwechseln mit demGesetz über die Rechtsstellung der Soldaten (Soldatengesetz). Die in der Infobox dargestellte Reihenfolge der Dienstgrade entspricht nicht notwendigerweise einer der in derSoldatenlaufbahnverordnung vorgesehenen regelmäßig durchlaufenen Dienstgradabfolgen und auch nicht notwendigerweise der in derVorgesetztenverordnung beschriebenen Dienstgradhierarchie im Sinne einesVorgesetztenverhältnisses).