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Mainflingen

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Mainflingen
GemeindeMainhausen
Wappen von Mainflingen
Koordinaten:50° 2′ N,9° 2′ O50.0349.0294110Koordinaten:50° 2′ 2″ N,9° 1′ 46″ O
Höhe: 110 m ü. NHN
Fläche:9,3 km²[1]
Einwohner:4855 (30. Juni 2024)[2]
Bevölkerungsdichte:522 Einwohner/km²
Eingemeindung:1. Januar 1977
Postleitzahl:63533
Vorwahl:06182
St. Kilian am Main
Badesee Mainflingen

Mainflingen ist ein Ortsteil der GemeindeMainhausen imsüdhessischenLandkreis Offenbach. Er ist bekannt durch seinenZeitzeichensenderDCF77. DerSender Mainflingen steuert fast alleFunkuhren im westlichen Europa.

Geographische Lage

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Der Ort liegt etwa 10 km nordwestlich vonAschaffenburg. Direkt östlich verläuft derMain.

Geschichte

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Mittelalter

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Mainflingen hieß in mittelalterlichenUrkundenManolfingen, nach dem GründerManolf (germanischerVorname), die Endung auf-ingen ist Zeichen für eine Gründung in derVölkerwanderungszeit.

In den Jahren 775, 793, 796 und 799 wurde jeweils eine Schenkung von Grundbesitz an dasKloster Lorsch in derManolfinger marca imLorscher Codex beurkundet.[3] Der Ort gehörte damals zumfränkischenMaingau.

Neuzeit

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Auf der gegenüberliegendenMainseite beiDettingen werden 1743 dieFranzosen durch einösterreichisch-englisches Heer besiegt (Schlacht bei Dettingen).

Bis zurSäkularisation 1803 gehört Mainflingen zumKurfürstentumMainz, danach fiel der Ort an dieLandgrafschaft Hessen-Darmstadt, die ab 1806 dasGroßherzogtum Hessen wurde.

Territoriale Zugehörigkeit

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Bis 1821 nahm dasAmt Seligenstadt Verwaltung und Rechtsprechung in Mainflingen wahr. Mit der Verwaltungsreform im Großherzogtum Hessen in diesem Jahr wurden auch hier auf unterer EbeneRechtsprechung undVerwaltung getrennt.[4]

Hauptartikel:Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung

Für die Verwaltung wurdenLandratsbezirke geschaffen, dieerstinstanzliche RechtsprechungLandgerichten übertragen. DerLandratsbezirk Seligenstadt erhielt die Zuständigkeit für die Verwaltung unter anderem für das gleichzeitig aufgelösteAmt Seligenstadt. Durch verschiedene Verwaltungsreformen gehörte Mainflingen dann ab

Am 1. Januar 1977 wurde Mainflingen im Zuge derGebietsreform in Hessen mit dem NachbarortZellhausen durch Landesgesetz zur neuen GemeindeMainhausen zusammengeschlossen.[6]

Gerichtliche Zuständigkeit

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Bei der Reform 1821 übernahm dasLandgericht Steinheim die erstinstanzliche Rechtsprechung in Mainflingen, die zuvor das Amt wahrgenommen hatte.[4] Der Sitz des Gerichts wurde zum 1. Juli 1835 nachSeligenstadt verlegt und die Bezeichnung in „Landgericht Seligenstadt“ geändert.[7] Mit demGerichtsverfassungsgesetz von 1877 wurden Organisation und Bezeichnungen der Gerichtereichsweit vereinheitlicht. Zum 1. Oktober 1879 hob das Großherzogtum Hessen deshalb die Landgerichte auf. Funktional ersetzt wurden sie durchAmtsgerichte.[8] So ersetzte dasAmtsgericht Seligenstadt dasLandgericht Seligenstadt.

Nachkriegszeit

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1978 wurde die benachbarteAutobahnbrücke über den Main dem Verkehr übergeben.Bei Mainflingen stand einst ein großesKieswerk. Der Betrieb wurde im Laufe der 1980er Jahre eingestellt. Übriggeblieben sind drei Seen: der Mainflinger Badesee, ein großer Naturschutzsee und ein Anglersee.

Luftbild mit Ortsteil, Main und Umgebung
Mainflingen von oben, 2021

Einwohnerentwicklung

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1834 zählt Mainflingen 606 Einwohner. Bis 1939 hat sich die Zahl fast verdoppelt auf 1120. Im Jahr 1961 sind es 2040, 1970 3017 Einwohner. Am 30. Juni 2008 besaß Mainflingen 4189 Einwohner. Am 31. Dezember 2013 betrug die Einwohnerzahl 4027.

Religion

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Am Mainufer liegt die Katholische KircheSt. Kilian. Der Bau imklassizistischen Stil wurde 1821 nach einem Entwurf vonGeorg Moller vollendet.[9][10]

Wappen und Flagge

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Wappen von Mainflingen
Wappen von Mainflingen
Blasonierung: „In rotem Schild über einem silbernen Wellenband ein silbernes, steigendes Roß.“[11]

Das Wappen wurde vom Heraldiker Georg Massoth gestaltet und am 2. Juni 1955 durch das Hessische Innenministerium genehmigt.

Der Schimmel ist eine Anspielung auf denSpitznamen der MainflingerMaoflinger Schimmel, für dessen Ursprung verschiedene Geschichten existieren. Der Wellenbalken symbolisiert den Main.[12]

Die Flagge wurde am 25. Oktober 1956 durch das Hessische Innenministerium genehmigt.

Flaggenbeschreibung: „Auf der weißen Mittelbahn des rot-weiß-roten Flaggentuches das Gemeindewappen.“[13]

Wirtschaft und Infrastruktur

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Autoverkehr und ÖPNV

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Durch den Ort verläuft dieKreisstraße 185, die zurLandesstraße 2310 führt. Über die Landesstraße 2310 kann der Autobahnanschluss 48 (Mainhausen) derBundesautobahn 45 erreicht werden.

ImÖffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) wirkt dieKreis-Verkehrs-Gesellschaft Offenbach (KVG) alsLokale Nahverkehrsgesellschaft undAufgabenträger imRhein-Main-Verkehrsverbund.

Radfernwege

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Am Mainufer verlaufen dreiRadfernwege:

Öffentliche Einrichtungen

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  • Verwaltungsstelle mit Ortsgericht im Rathaus Mainflingen
  • Bürgerhaus Mainflingen
  • Gemeindebücherei im Alten Schwesternhaus
  • Einer der Mainflinger Seen ist als Badesee ausgewiesen.
  • Seecamping Mainflingen unmittelbar am Badesee. Der etwa siebenHektar große Campingplatz bietet Stellplätze für rund 300 Dauercamper und etwa 40 Plätze für Kurzcamper.

Zeitzeichensender

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Sendemasten bei Mainflingen

Hauptartikel:Sendeanlagen in Mainflingen

In Mainflingen gibt es zwei großeSendeanlagen. Sie dienen dem kommerziellenLangwellenfunk, insbesondere der Verbreitung desZeitzeichensDCF77 und demMittelwellenrundfunk. Ihre Reichweite beträgt dabei über 2000 Kilometer, wodurch ganz Zentraleuropa abgedeckt wird und etwa 100 Millionen Funkuhren ein Zeitzeichen erhalten.

Persönlichkeiten

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  • Karl Schneider (1934–2020), in Mainflingen geborener Jurist und Politiker, Minister in Hessen und Rheinland-Pfalz

Literatur

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  • Dagmar Söder:Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmäler in Hessen, Kreis Offenbach. Hrsg.: Landesamt für Denkmalpflege Hessen. Friedr. Vieweg & Sohn, Braunschweig und Wiesbaden 1987,ISBN 3-528-06237-1,S. 210–211. 

Weblinks

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Einzelnachweise

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  1. Mainflingen, Landkreis Offenbach. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 29. Juni 2015). In:Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. Zahlen, Daten, Fakten - Gemeinde Mainhausen. Abgerufen am 11. September 2024. 
  3. Ortsliste zum Lorscher Codex, Mainflingen, Archivum Laureshamense – digital, Universitätsbibliothek Heidelberg.
  4. abDie Eintheilung des Landes in Landraths- und Landgerichtsbezirke betreffend vom 14. Juli 1821. In: Großherzoglich Hessisches Ministerium des Inneren und der Justiz. (Hrsg.):Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt. 1821Nr. 33,S. 403 ff. (Online bei der Bayerischen Staatsbibliothek). 
  5. § 1 Abs. 3Dritte Verordnung über den Neubau des Reichs. In: RGBl. I S. 1675.
  6. Gesetz zur Neugliederung des Landkreises Offenbach (GVBl. II 330-33) vom 26. Juni 1974. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.):Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1974Nr. 22,S. 316–318,§ 5 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF;1,5 MB]). 
  7. Bekanntmachung, die Verlegung des Landgerichtssitzes von Steinheim nach Seligenstadt betreffend vom 12. Mai 1835. In:Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt Nr. 29 vom 21. Mai 1835, S. 277.
  8. §§ 1, 3Verordnung zur Ausführung des Deutschen Gerichtsverfassungsgesetzes und des Einführungsgesetzes zum Gerichtsverfassungsgesetze vom 14. Mai 1879. In:Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt Nr. 15 vom 30. Mai 1879, S. 197f.
  9. Website der Katholischen Pfarrgemeinde St. Kilian, Mainflingen
  10. Näheres über die Architektur von „St. Kilian“ aufgeorg-moller-landkirchen.de
  11. Genehmigung eines Wappens der Gemeinde Mainflingen im Landkreis Offenbach, Regierungsbezirk Darmstadt vom 2. Juni 1955. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.):Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1955Nr. 25,S. 614,Punkt 662 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF;2,9 MB]). 
  12. Ortswappen. In:Internetauftritt, Gemeinde Mainhausen.
  13. Genehmigung einer Flagge der Gemeinde Mainflingen, Landkreis Offenbach, Regierungsbezirk Darmstadt vom 25. Oktober 1956. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.):Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1956Nr. 45,S. 1158,Punkt 1025 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF;2,7 MB]). 
Ortsteile vonMainhausen
Normdaten (Geografikum):GND:7683851-1 (GND Explorer,lobid,OGND,AKS)
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