MOS Technology, Inc. | |
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Rechtsform | Corporation |
Gründung | 1969 |
Auflösung | 1994 |
Auflösungsgrund | Insolvenz |
Sitz | Valley Forge Industrial Park,Pennsylvania |
Branche | Integrierte Schaltkreise |
MOS Technology, Inc., kurzMOS, später auch bekannt alsCommodore Semiconductor Group (CSG), war einMikroprozessor- und Elektronikrechnerbauteile-Hersteller, bekannt besonders durch den6502-Prozessor. Sie sollte nicht mit der FirmaMostek oder derMOS-Halbleitertechnik selbst verwechselt werden. MOS ist eine Abkürzung und steht für „Metal Oxide Semiconductor“.
MOS wurde 1969 alsTochterunternehmen des Herstellers vonpassiven Bauelementen, derAllen-Bradley Co., im Valley Forge Industrial Park inPennsylvania gegründet. Die Produktpalette in der ersten Hälfte der 1970er Jahre waren inTTL- und MOS-Technik gefertigte Bauteile für den boomendenTaschenrechnermarkt, wie das 100-Bit-Schieberegister MTS1001, das 256-Bit-SRAM MCS2050, die Character-ROMs MOS2017 und MOS2020, das 90-Tasten-Keyboard-Encoder-Array MCS1009 sowie der Clock-Generator MTS2517, später die Taschenrechner-ICs MPS7529, MPS7530, MPS7541, MPS7542 und MPS7545 – teilweiseSecond-Source-Produkte fürTexas-Instruments-Chips.
Ein entscheidender Schritt für das Unternehmen war 1974 der Zugang vonBill Mensch,Chuck Peddle und sechs weiteren ehemaligenMotorola-Entwicklern, die bei ihrem ehemaligen Arbeitgeber im Auftrag der FirmaOlivetti den6800-Prozessor entwickelt hatten. Unzufrieden über die Preispolitik ihres ehemaligen Arbeitgebers und voller Ideen für die Verbesserung ihres Designs planten sie nun, einen ähnlichen Prozessor zu entwerfen, jedoch mit kleinerer Chipfläche und dadurch billiger, indem sie unnötigeRegister weglassen wollten, dafür aber sollte der Prozessor bessereAdressierungsarten erhalten. Heraus kam der MCS6501-Prozessor inNMOS-Technik, der 1975 für zwanzig US-Dollar (unter 1/10 des Preises der damaligen konkurrierendenIntel-Prozessoren) angeboten wurde. Da er pinkompatibel zum 6800-Prozessor war, wurde das Unternehmen MOS jedoch von Motorola verklagt und musste den 6501 wieder vom Markt nehmen.
Der gleichzeitig für 25 US-Dollar angebotene 6502 aber war nicht pinkompatibel und hatte im Gegensatz zum 6501 bereits einen integriertenTaktgenerator, weiterhin konnte er die Motorola-Peripheriechips nutzen und wurde – auch in verschiedenenControllervarianten – zum großen Erfolg. Vorgestellt auf der WESCON75 (Western Electronic Show and Convention) wurde er dort u. a. vonSteve Wozniak entdeckt und von ihm imApple I undApple II verwendet. Ebenso wurde er vom Chipentwickler Chuck Peddle imPET 2001 eingesetzt und später von Commodore imVC20, aber auch inAtari- und vielen anderenHomecomputern. Im Sommer 1976 stellte MOS dasKIM-1-Microcomputersystem mit dem MCS6502 alsCPU vor.
Im September 1976 wurde das Unternehmen, das durch den Zusammenbruch des Marktes für Taschenrechnerchips und die Klage von Motorola in Schwierigkeiten gekommen war, vonCommodore – zu diesem Zeitpunkt ihr größter Kunde der Taschenrechner-ICs – aufgekauft und produzierte fortan unter dem Namen „Commodore Semiconductor Group“ mit Hauptsitz inNorristown, Pennsylvania die meisten Chips für die Commodore-Produkte, wobei aus praktischen Gründen weiter der Aufdruck MOS auf den ICs verwendet wurde. Das Unternehmen versäumte es, die erfolgreiche 65XX-Prozessorlinie weiterzuentwickeln (was z. B. durch den bereits vor der Übernahme ausgeschiedenenWilliam D. Mensch Jr. in der von ihm gegründeten FirmaWestern Design Center mit dem 16-Bitter65816 sowie der stromsparenden 6502-CMOS-Version 65C02 erfolgte).
In der Commodore-Zeit entwickelte das Unternehmen nicht nur die diversen Varianten der 6502-CPU (siehe beiCommodore 64 undC128), sondern auch die zugehörigen Peripherie-Chips (u. a. denVIC,CIA undSID, der vonBob Yannes entworfen wurde). Für dieAmiga-Modellreihe wurden neben den modifizierten CIA-Chips außerdem dieCustomchips gefertigt, die den Amiga hardwareseitig ausmachten.
Zuletzt schaffte es das Unternehmen Ende der 1990er Jahre auf Grund von Chemikalienrückständen am Firmengelände im Montgomery County, Pennsylvania in die lokalen Schlagzeilen. Der Firmenstandort war seit 1989 wegen Grundwasserverschmutzungen mitTrichlorethen und andererflüchtiger organischer Verbindungen bei derEnvironmental Protection Agency (EPA) als Problembereich gelistet.
Nach derLiquidation von Commodore im Jahr 1994 wurde die CSG anGMT Microelectronics Corporation verkauft. Diese betrieb in den Folgejahren am ehemaligen Firmenstandort die Chipfertigung bis zum Jahr 2001. Im Jahr 2001 wurde GMT wegen der Grundwasserverschmutzung und der damit verbundenen hohen Kosten liquidiert.
Verschiedene Firmen bauten die 6502-Prozessoren in Lizenz, z. B.Rockwell International (R6500) undSynertek (SY6502) oderMitsubishi. ImOstblock baute derbulgarische HerstellerKMT -Prawez (Комбинат по Микропроцесорна Техника Правец) den Chip ohne Lizenz unter der Bezeichnung CM630P nach, der Chip wurde in denApple-II-Klonen derPrawez-8-Serie verwendet. In Japan wurde der 6502 vonRicoh (RP2A03) fürNintendo geklont. Dabei wurde zur Umgehung der Lizenzen auf dieBCD-Arithmetik verzichtet.
Artikel zu einzelnen Chips der Firma: