Mäuseartige

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Mäuseartige

Gelbhalsmaus (Apodemus flavicollis)

Systematik
Klasse:Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse:Höhere Säugetiere (Eutheria)
Überordnung:Euarchontoglires
Ordnung:Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung:Mäuseverwandte (Myomorpha)
Überfamilie:Mäuseartige
Wissenschaftlicher Name
Muroidea
Illiger, 1815

DieMäuseartigen (Muroidea) sind eine zu denMäuseverwandten gehörende Gruppe derNagetiere.Mit rund 1500 Arten umfassen sie mehr als ein Viertel der beschriebenenSäugetierarten.

Von den nahe verwandtenSpringmäusen unterscheiden sie sich durch denmyomorphen Kauapparat mitJochbogenplatte und einem meist schlüssellochförmigenUnteraugenloch zum Durchtritt vonMassetermuskel, Nerven und Blutgefäßen, das verkleinerteJochbein sowie den häufig nach außen gebogenen, nie durchbrochenen Winkelfortsatz desUnterkiefers.[1]

Inhaltsverzeichnis

Körpermerkmale

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Mäuseartige sind eher kleine Nagetiere.[2]ImKörperbau und in derKörperfunktion unterscheiden sie sich jedoch beträchtlich voneinander. Die Länge einschließlich Schwanz reicht von weniger als 100 Millimetern bei denAmerikanischen Zwergmäusen bis zu 800 Millimetern und mehr bei denRiesenborkenratten und denRiesenhamsterratten.[3]Letztere können einKörpergewicht von 1,5 Kilogramm und dieBisamratte bis 1,8 Kilogramm erreichen. DerSchwanz ist meist dünn behaart und weistHornschuppen auf.[4]Ebenso wie Ohren, Augen und Fell ist er jedoch in seinem Erscheinungsbild sehr variabel. Bei einigenArten tretenPolymorphismus oder ein die Körpergröße betreffenderSexualdimorphismus auf.[5]Neben den unterschiedlichen Anpassungen an Extrembedingungen kommt es bei Mäuseartigen häufig zuParallelentwicklungen im Körperbau.[6]

In den folgenden Abschnitten werden zunächst die bekannte oder angenommeneursprüngliche Ausprägung eines Merkmals sowie gegebenenfallssekundär erworbene Ausprägungen einzelner Gruppen aufgeführt.

Schädel

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Schädel derMaclear-Ratte
Oberschädel:(as) Flügel des hinteren Keilbeins,(bo) Basioccipitale,(bs) hinteres Keilbein,(bt) Paukenblase,(cl) Lambdaleiste,(cnl)Capsula nasolacrimalis,(co) Gelenkhöcker des Hinterhauptbeins,(ct) Temporalleiste,(f) Stirnbein,(fhg)Foramen hypoglossi,(fi) Schneidezahnloch,(flm)Foramen lacerum medium,(fm) großes Hinterhauptloch,(fmp)Fossa mesopterygoidea,(fo)Foramen ovale,(foa)Foramen ovale accessorium,(fpl) Gaumenloch,(fpt) Flügelgrube des Keilbeins,(ip) Zwischenscheitelbein,(j) Jochbein,(l) Tränenbein,(m) Oberkiefer,(ms) Warzenteil,(n) Nasenbein,(o) Hinterhauptbein,(os) Flügel des vorderen Keilbeins,(p) Scheitelbein,(ph) Hakenfortsatz des Flügelbeins,(pl) Gaumenbein,(pm) Zwischenkieferbein,(ppo)Processus paroccipitalis,(pt) Flügelbein,(pzm) Jochfortsatz des Oberkiefers,(pzs) Jochfortsatz des Schuppenteils,(s) Schuppenteil,(spv) Keilbein-Gaumen-Loch,(zn) Jochbogenkerbe,(zp) Jochbogenplatte,(zs) Jochbogendorn
Unterkiefer:(cm) Unterkieferkörper,(pal) Zahnfachfortsatz,(pan) Winkelfortsatz,(pcn) Gelenkfortsatz,(pcr) Muskelfortsatz

DerSchädel der Mäuseartigen ist vommyomorphen Typ.Der vordere Ansatz desJochbogens ist als auffällige, breiteJochbogenplatte ausgebildet und dient als Ursprungsfläche des seitlichen Massetermuskels. Die Platte ist bei den meisten Mäuseartigen steil nach oben geneigt, weist bei einigen jedoch seitlich nach unten. Sie dehnt sich nicht nach vorne aus oder bildet einen ausgeprägten Jochbogendorn und eine Jochbogenkerbe aus. DasUnteraugenloch befindet sich hauptsächlich oberhalb der Jochbogenplatte und weist meist eine kennzeichnende Schlüssellochform auf. So ist der obere Teil als Durchtritt des mittleren Massetermuskels vergrößert. Der untere Teil für den Durchtritt der Nerven und Blutgefäße zur Schnauzenregion ist dagegen gewöhnlich schlitzartig verengt, kann jedoch fehlen. Die Schnauzenseite ist mittwärts der Jochbogenplatte ursprünglich verknöchert, bei den meisten Mäuseartigen jedoch gefenstert. DasJochbein ist verkleinert, macht nur einen kleinen Bereich des Jochbogens aus und berührt nicht das ebenfalls verkleinerteTränenbein.[7][5][2]

DasStirnbein ist verengt und ohne Postorbitalfortsatz. EinZwischenscheitelbein ist vorhanden und gewöhnlich auffällig, bei einigen Mäuseartigen jedoch sehr klein. Der Bereich zwischen den Augenhöhlen ist glatt und abgerundet oder verengt und mit scharfen Leisten. Der Hirnschädel ist glatt oder wird von einemScheitelkamm oder Temporalleisten gekreuzt. Die Lambdaleiste ist bei einigen Mäuseartigen stark ausgeprägt, gewöhnlich jedoch unscheinbar. DasSchuppenteil ist ohne oder mit Postorbitalleiste. Über der knöchernen Innenohrkapsel ist es geschlossen oder weist einForamen squamosomastoideum und einForamen postglenoideum auf.Pauken- undWarzenteil sind winzig bis stark aufgebläht. Bei einigen Mäuseartigen ist diePaukenblase in Kammern unterteilt, die gewöhnlich unverbaut sind, jedoch mit fächer- oder schwammartigem Knochen gefüllt sein können. Zusätzlich zumTrommelfell kann ein Nebentrommelfell vorhanden sein. DerHammer ist parallel oder lotrecht ausgebildet.[7]

Der knöcherneGaumen ist breit und glatt oder schmal mit Leisten, Furchen und Dornen. DieSchneidezahnlöcher sind kurz und liegen hauptsächlich imZwischenkieferbein oder sie sind verhältnismäßig lang und überspannen Zwischenkieferbein undOberkiefer. Die hinterenGaumenlöcher bestehen bei den meisten Mäuseartigen aus einem einzigen Löcherpaar. Bei anderen sind es mehrere Öffnungen oder längliche Schlitze. Posterolaterale Gaumengruben fehlen oder sind vorhanden. Die Wände derFossa mesopterygoidea sind verknöchert oder von Keilbein-Gaumen-Löchern durchbrochen. Die Flügelgruben desKeilbeins sind flach und tellerartig bis stark vertieft und gestaucht. Ihre Wände sind verknöchert oder löchrig. EinForamen stapediale ist ausgebildet oder fehlt. Manchmal wird es als knöcherne Röhre durch denSteigbügel fortgeführt. DasForamen sphenofrontale und die damit verbundene Squamoso-Alisphenoid-Furche sind vorhanden oder fehlen. DerCanalis alisphenoidalis ist vorhanden aber kurz.Foramen masticatorium undForamen buccinatorium sind eigenständig oder sekundär miteinander verschmolzen. In letzterem Fall sind sie vomForamen ovale accessorium durch eine Strebe deshinteren Keilbeinflügels getrennt oder mit diesem vereinigt, wenn die Strebe fehlt. DasForamen ovale ist eigenständig oder mit demForamen lacerum medium verbunden. Der Hakenfortsatz desFlügelbeins ist freihängend oder mit der Paukenblase verwachsen.[7]

DerUnterkiefer der Mäuseartigen ist vomsciurognathen Typ. Der Winkelfortsatz ist gerade oder nach außen gebogen und nie durchbrochen. Die Ansatzstelle des mittleren und seitlichen Massetermuskels ist mit den zusammenlaufenden oberen und unteren Masseterleisten verbunden. DasZahnfach des unteren Schneidezahns kann an dessen Ende einen kapselförmig vorstehenden Zahnfachfortsatz ausbilden. Der Muskelfortsatz ist gewöhnlich ausgeprägt und hoch, kann jedoch verkleinert sein oder fehlen.[8][9][2]

Gebiss

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1·0·0·3 = 16
1·0·0·3
UrsprünglicheZahnformel der Mäuseartigen

Ursprünglich weist dasGebiss der Mäuseartigen in jeder Kieferhälfte einen alsNagezahn ausgebildetenSchneidezahn und drei gewöhnlich alsMolaren angesehene Backenzähne, insgesamt also 16 Zähne auf. Die Anzahl der Backenzähne kann auf drei oben und zwei unten, je zwei oben und unten oder je einen oben und unten verringert sein. Eckzähne sind nicht vorhanden und auf die Schneidezähne folgt eine großezahnfreie Lücke. Die Schneidezähne sind breit bis schmal,nach hinten gerichtet, senkrecht zum Kiefer oder nach vorne gerichtet und ungefurcht oder gefurcht.[8][2]

Der Bau der Backenzähne variiert hinsichtlich Form, Größe, Kronenmuster und Wurzelzahl stark.[5]Sie sind ursprünglichniederkronig mit je dreiZahnwurzeln oben und zwei Zahnwurzeln unten. Bei vielen Mäuseartigen sind weitere Wurzeln vorhanden, während sie bei denhochkronigen, teilweisedauerwachsenden Zähnen zu einer offenen Wurzel verschmolzen sein können.[8]Das Kronenmuster kann sekundär lamelliert oder prismatisch sein.[3]Es ist oft komplex aus Schmelzleisten und -schleifen aufgebaut.[4]Ursprünglich sindvier Zahnhöcker ausgebildet und durch Längsleisten miteinander verbunden. Sekundär können diese Leisten jedoch fehlen oder es könnenMesoloph(id) und andere Querleisten sowie Seitenhöcker ausgebildet sein. Die ersten Backenzähne weisen einAnterocon(id) auf, das einfach oder gegabelt ist. Die Innenhöcker sind einander gegenüber oder abwechselnd versetzt in zwei Längsreihen angeordnet, sekundär auch in drei Längsreihen.[8]Der erste Backenzahn ist meist der längste, beim letzten ist der hintere Zahnlappen gewöhnlich verkleinert.[2]

Körperskelett

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DieWirbelsäule der Mäuseartigen weist sieben Halswirbel, 12 bis 15 Brustwirbel, sechs bis sieben Lendenwirbel und gewöhnlich vier Kreuzwirbel auf, wobei ursprünglich 13 Brustwirbel und sieben Lendenwirbel ausgebildet sind. Der durchHypertrophie vergrößerteDornfortsatz des zweiten Brustwirbels ist bei den meisten Mäuseartigen vorhanden, fehlt jedoch bei einigen. Die ersteRippe ist ursprünglich nur mit demQuerfortsatz des ersten Brustwirbels gelenkig verbunden, kann jedoch sekundär zusätzlich mit dem siebten Halswirbel verbunden sein. EinSchlüsselbein ist vorhanden und ursprünglich gut entwickelt, bei der Mähnenratte jedoch verkleinert. DasForamen entepicondylare desOberarmknochens kann sekundär fehlen. DasWadenbein ist verkleinert und verschmilzt unten mit demSchienbein. DerProcessus trochlearis desFersenbeins ist dem Körper ursprünglich zugewandt, kann diesem jedoch sekundär abgewandt sein.[8]

Weichteile

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BeiBlindmäusen liegen die Augen unter der Haut.
Hamster haben wie einige andere Mäuseartige große Backentaschen.

DieAugen sind ursprünglich sehfähig und vergleichsweise groß. Bei einigen grabenden Mäuseartigen sind sie jedoch verkleinert und bei den Blindmäusen liegen sie unter der Haut.[8]Der Bau desNasenspiegels entspricht ursprünglich dem der Nagetiere. DerSulcus medianus erstreckt sich bis in die nackte oder wenig behaartePars supranarica. DieNarialkissen sind einander genähert, vorstehend und zweischenklig ausgebildet. DerCrus superius weist eineAreola circularis mit einem aus feinen Leisten bestehenden Rhinoglyphenmuster auf. Unterhalb der Narialkissen befinden sich fast haarlose, eingesenkte Hautbereiche.[10]

DieKaumuskulatur ist vommyomorphen Typ. Der oberflächlicheMassetermuskel ist vom seitlichen Massetermuskel zu unterscheiden. SeinUrsprung liegt nicht am Jochbogen, sondern unterhalb des Unteraugenlochs. Der vordere Teil des seitlichen Massetermuskels entspringt an der Jochbogenplatte, der des mittleren Massetermuskels durchzieht das Unteraugenloch und entspringt an der Schnauzenseite. Eineinnere Halsschlagader ist vorhanden. Das Auge wird ursprünglich durch dieSteigbügelarterie mit Blut versorgt, bei einigen Mäuseartigen jedoch durchQuerverbindungen der inneren und deräußeren Halsschlagader.[8]

Backentaschen können sekundär ausgebildet und groß sein. DieZunge weist ursprünglich dreiWallpapillen auf, die auf zwei oder eine verringert sein können. DerMagen ist ursprünglich einhöhlig und je zur Hälfte als Hornmagen und als Drüsenmagen ausgebildet. Bei einigen Mäuseartigen können dieMagendrüsenfläche verkleinert und der Magen untergliedert sein. DieGallenblase kann sekundär fehlen. DerBlinddarm ist vorhanden und ursprünglich mäßig entwickelt. Bei einigen Mäuseartigen ist er groß und komplex, bei anderen einfach gebaut. DerDickdarm weist meist eine auf den Blinddarm folgende Paracoecalschlinge auf und kann sekundär gefaltet oder gewunden sein.[8][6]

DerPenis der Mäuseartigen ist komplex oder einfach gebaut. Ursprünglich sind fünf Arten vonakzessorischen Geschlechtsdrüsen vorhanden:Vorhautdrüse,Samenblasendrüse,Samenleiterampulle,Bulbourethraldrüse undProstata mit einem vorderen, einem oberen sowie einem unteren Lappen. Sekundär können einige der Drüsen fehlen oder besonders ausgebildet sein. Die Anzahl derZitzen reicht von zwei bis zu zwölf Paaren. WeitereHautdrüsenfelder können sekundär vorhanden sein.[11]

DieVorderpfoten weisen vierZehen mitKrallen sowie einen stummelartigenDaumen mitNagel auf.[11]Anstelle des Daumens kann funktionell einVordaumen treten.[4]Die fünf Zehen der Hinterpfoten sind ursprünglich bekrallt, jedoch kann bei der ersten Zehe ein Nagel ausgebildet sein. DieSohlen der Vorder- und Hinterpfoten sind nackt oder in unterschiedlichem Ausmaß behaart. An den Hinterpfoten befinden sich gewöhnlich sechsBallen. Diese können verkleinert sein oder fehlen.[11]

Genetik

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Die Anzahl derChromosomen und deren Bau ist sehr unterschiedlich. Imdoppelten Chromosomensatz beträgt die Anzahl der Chromosomen 14 bis 92. Derhäufigste Wert sind 48 Chromosomen.[11]Diese Anzahl wird auch für den ursprünglichenKaryotyp angenommen.[12]

Verbreitung und Lebensraum

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Mäuseartige sind weltweit verbreitet, ursprünglich fehlten sie nur in derAntarktis und auf abgelegenen ozeanischen Inseln. Sie zählen zu den wenigen Gruppen derHöheren Säugetiere, die schon vor Ankunft der Menschen auch inAustralien vorkamen. Im Gefolge des Menschen haben sich einige Gattungen, darunterMäuse undRatten, auch auf Gebiete ausbreiten können, die vorher nicht von Mäuseartigen besiedelt waren, sodass die Tiere faktisch überall vorkommen, wo es auch Menschen gibt.

Der Lebensraum deckt eine große Bandbreite, die von der Tundra bis zum tropischen Regenwald und von Gebirgsregionen bis in Wüsten reicht, ab.

Lebensweise

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Auch in Bezug auf die Lebensweise gibt es eine große Vielfalt. So gibt es neben Bodenbewohnern auch unterirdisch lebende und gänzlich baumbewohnende Arten, nebentagaktiven auchnachtaktive und neben einzelgängerischen auch Arten, die in großen Gruppen leben.

Die Nahrung variiert ebenfalls, viele Arten sind jedoch vorwiegendPflanzenfresser, die sich von Gräsern, Samen, Knollen und anderem pflanzlichem Material ernähren. Es gibt jedoch auch Allesfresser und einige Arten, die sich beispielsweise auf Insekten oder andere Wirbellose spezialisiert haben.

Die Fortpflanzung der Mäuseartigen ist generell durch eine hohe Fruchtbarkeit, eine kurze Trächtigkeitsdauer und eine geringe Lebenserwartung charakterisiert.

Systematik

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Die Mäuseartigen werden meist alsÜberfamilie Muroidea denMäuseverwandten zugeordnet und innerhalb dieser denSpringmäusen alsSchwestergruppe gegenübergestellt.[13]Die folgende Darstellung der Verwandtschaftsverhältnisse basiert aufmolekulargenetischen Untersuchungen der nukleärenIRBP- undGHR-Gene durch Jansa und Mitarbeiter (2009).[14]Diese stimmen weitgehend mit Untersuchungen der GHR-,BRCA1-,RAG1 undMyc-Gene durch Steppan und Mitarbeiter (2004) überein.[15]Die Zuordnung der mit einem Fragezeichen gekennzeichneten Gruppen folgt Musser und Carleton (2005).[16]Die mit einem Sternchen gekennzeichneten Gruppen bilden möglicherweise keineVerwandtschaftsgruppen.[16][14]

 Mäuseverwandte 

Springmäuse


 Mäuseartige 

Stachelbilche


   
 Spalacidae 

Blindmäuse


   

Blindmulle


   

Wurzelratten


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 Eumuroida 

Maushamster


 Wühler 

Hamster


   

Tylomyinae*


   

Neotominae


   

Wühlmäuse


   

Sigmodontinae


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 Nesomyidae 


 ? 

Delanys Sumpfklettermaus


   

Afrikanischer Hamster


   

Afrikanische Felsenmäuse


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Hamsterratten*


   

Baummäuse*




   

Madagaskar-Ratten



 Langschwanzmäuse (Muridae) 

Mähnenratte


   
 ? 

Furchenzahn-Waldmaus


   

Deomyinae


   

Rennmäuse


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Altweltmäuse (Murinae)


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Unter Berücksichtigung ausgestorbener Gruppen unterscheiden McKenna und Bell (1997) zwei Familien mit mehreren Unterfamilien:[17]

  • SimimyidaeA. E. Wood, 1980 – mittleres bis spätes Eozän in Nordamerika
  • MuridaeIlliger, 1811 – mittleres Eozän bis Holozän in Asien, Nordamerika, Europa, Afrika, Australien und Südamerika
    • CricetopinaeMatthew & Granger, 1923 – Oligozän bis frühes Miozän in Asien
    • EumyinaeSimpson, 1945 – spätes Eozän bis frühes Oligozän in Nordamerika
    • ParacricetodontinaeMein & Freudenthal, 1971 – spätes Eozän bis spätes Miozän in Asien, Europa und Nordamerika
    • MelissodontinaeSchaub, 1925 – frühes Oligozän bis frühes Miozän in Europa
    • TachyoryctoidinaeSchaub, 1958 – spätes Oligozän bis frühes Miozän in Asien
    • MicrotoscoptinaeKretzoi, 1955 – spätes Miozän in Asien, Europa und Nordamerika
    • BaranomyinaeKretzoi, 1955 – spätes Miozän bis frühes Pleistozän in Asien und Europa
    • TrilophomyinaeKretzoi, 1969 – frühes Pliozän bis Pleistozän in Europa
    • GobicricetodontinaeQiu, 1996 – mittleres bis spätes Miozän in Asien
    • CricetodontinaeSchaub, 1925 – frühes Miozän bis frühes Pliozän in Asien, Europa, Afrika und Nordamerika
    • SigmodontinaeWagner, 1843 – spätes Miozän bis Holozän in Nordamerika und Südamerika
    • CalomyscinaeVorontsov, Kartavtseva & Potapova, 1978 – spätes Miozän bis Holozän in Europa und Asien
    • CricetinaeFischer de Waldheim, 1817 – mittleres Miozän bis Holozän in Nordafrika, Europa und Asien
    • ArvicolinaeGray, 1821 – spätes Miozän bis Holozän in Asien, Europa und Nordamerika
    • AfrocricetodontinaeLavocat, 1973 – frühes bis spätes Miozän in Afrika
    • LophiomyinaeMilne-Edwards, 1867 – spätes Miozän bis Holozän in Europa, Afrika und Südwestasien
    • NesomyinaeForsyth Major, 1897 – Miozän bis Holozän in Afrika und auf Madagaskar
    • CricetomyinaeRoberts, 1951 – frühes Pliozän bis Holozän in Afrika
    • DelanymyinaeDenys, Michaux, Catzeflis, Ducrocq & Chevret, 1995 – spätes Miozän bis Holozän in Afrika
    • MystromyinaeVorontsov, 1966 – Miozän bis Holozän in Südafrika
    • PetromyscinaeRoberts, 1951 – mittleres Miozän bis Holozän in Südafrika
    • GerbillinaeGray, 1825 – frühes Miozän bis Holozän in Asien, Afrika und Europa
    • DendromurinaeG. M. Allen, 1939 – mittleres Miozän bis Holozän in Afrika, Südwestasien und Europa
    • MurinaeIlliger, 1811 – mittleres Miozän bis Holozän in Afrika, Asien, Europa und Australien
    • PlatacanthomyinaeAlston, 1876 – frühes Miozän bis Holozän in Europa und Asien
    • MyospalacinaeLilljeborg, 1866 – spätes Miozän bis Holozän in Asien
    • SpalacinaeGray, 1821 – frühes Miozän bis Holozän in Europa, Asien und Nordafrika
    • AnomalomyinaeSchaub, 1925 – frühes Miozän bis frühes Pleistozän in Europa
    • RhizomyinaeWinge, 1887 – frühes Miozän bis Holozän in Asien und Afrika

Daneben führen sie †Pappocricetodon, †Selenomys, †Potwarmus, †Leakeymys, †Blancomys und †Epimeriones als Gattungenunsicherer Zuordnung auf.[17]

Unterscheidung zwischen „Maus“ und „Ratte“

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Die Grenzziehung zwischen „Maus“ und „Ratte“ ist künstlich und ohne zoologische Bedeutung. Im engsten Sinne wird unter „Maus“ dieHausmaus verstanden und unter „Ratte“ dieWanderratte oder dieHausratte. Im allgemeinen Sprachgebrauch werden jedoch auch andere Mäuseartige mit einerKopf-Rumpf-Länge bis etwa 130 oder 140 Millimetern als „Maus“ und größere Mäuseartige als „Ratte“ bezeichnet.[18]

Literatur

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  • Manfred Ade:Makroskopische Untersuchungen am Rhinarium der Glires (Rodentia und Lagomorpha). Wissenschaft und Technik, Berlin 1998,ISBN 3-89685-463-1. 
  • Fritz Dieterlen:Ordnung Nagetiere (Rodentia). In: Monika Braun, Fritz Dieterlen (Hrsg.):Die Säugetiere Baden-Württembergs.Band 2. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2005,ISBN 3-8001-4246-5,S. 143–355. 
  • Sharon A. Jansa, Thomas C. Giarla, Burton K. Lim:The Phylogenetic Position of the Rodent GenusTyphlomys and the Geographic Origin of Muroidea. In:Journal of Mammalogy.Band 90,Nr. 5, 2009,ISSN 0022-2372,S. 1083–1094,doi:10.1644/08-MAMM-A-318.1. 
  • David Klingener:Gliroid and Dipodoid Rodents. In: Sydney Anderson, J. Knox Jones jr. (Hrsg.):Order and Families of Recent Mammals of the World. John Wiley & Sons, New York/Chichester/Brisbane/Toronto/Singapore 1984,ISBN 0-471-08493-X,S. 382–388. 
  • Wolfgang Maier:Rodentia, Nagetiere. In: Wilfried Westheide, Reinhard Rieger (Hrsg.):Spezielle Zoologie. Teil 2: Wirbel- oder Schädeltiere. Spektrum Akademischer Verlag (Elsevier), Heidelberg/Berlin 2004,ISBN 3-8274-0307-3,S. 531–547. 
  • Malcolm C. McKenna, Susan K. Bell:Classification of Mammals Above the Species Level. Columbia University Press, New York 1997,ISBN 0-231-11012-X. 
  • Arno Hermann Müller:Lehrbuch der Paläozoologie. Band III: Vertebraten. Teil 3: Mammalia. 2. Auflage. VEB Gustav Fischer Verlag, Jena 1989,ISBN 3-334-00223-3. 
  • Guy G. Musser, Michael D. Carleton:Muroid Rodents. In: Sydney Anderson, J. Knox Jones jr. (Hrsg.):Order and Families of Recent Mammals of the World. John Wiley & Sons, New York/Chichester/Brisbane/Toronto/Singapore 1984,ISBN 0-471-08493-X,S. 289–379. 
  • Guy G. Musser, Michael D. Carleton:Superfamily Muroidea. In: Don E. Wilson, DeeAnn M. Reeder (Hrsg.):Mammal Species of the World: A Taxonomic and Geographic Reference. 3. Auflage. Johns Hopkins University Press, Baltimore 2005,ISBN 0-8018-8221-4,S. 894–1531. 
  • Phil Myers, Allison Poor:Superfamily Muroidea. In:Animal Diversity Web. 2005 (animaldiversity.org). 
  • Jochen Niethammer:Mäuseverwandte. In:Grzimeks Enzyklopädie Säugetiere.Band 5,S. 130 (o. J. [1988], elfbändige Lizenzausgabe der Originalausgabe von 1988). 
  • Ronald M. Nowak:Walker’s Mammals of the World. 6. Auflage. Johns Hopkins University Press, Baltimore/London 1999,ISBN 0-8018-5789-9. 
  • Swetlana Anatoljewna Romanenko u. a.:Karyotype Evolution and Phylogenetic Relationships of Hamsters (Cricetidae, Muroidea, Rodentia) Inferred from Chromosomal Painting and Banding Comparison. In:Chromosome Research.Band 15,Nr. 3, 2007,ISSN 0967-3849,S. 283–297,doi:10.1007/s10577-007-1124-3. 
  • Dietrich Starck:Lehrbuch der Speziellen Zoologie. Band II: Wirbeltiere. 5. Teil: Säugetiere. Gustav Fischer Verlag, Jena/Stuttgart/New York 1995,ISBN 3-334-60453-5. 
  • Scott J. Steppan, Ronald M. Adkins, Joel Anderson:Phylogeny and Divergence-date Estimates of Rapid Radiation in Muroid Rodents Based on Multiple Nuclear Genes. In:Systematic Biology.Band 53,Nr. 4, 2004,ISSN 1063-5157,S. 533–553,doi:10.1080/10635150490468701. 

Weblinks

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Commons: Muroidea – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen

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  1. Klingener, 1984 (S. 384–385).
  2. abcdeMüller, 1989 (S. 689).
  3. abNowak, 1999 (S. 1346).
  4. abcMaier, 2004 (S. 540).
  5. abcMyers und Poor, 2005.
  6. abStarck, 1995 (S. 637–638).
  7. abcMusser und Carleton, 1984 (S. 290).
  8. abcdefghMusser und Carleton, 1984 (S. 292).
  9. Niethammer, 1988 (S. 130).
  10. Ade, 1998 (S. 103–104).
  11. abcdMusser und Carleton, 1984 (S. 294).
  12. Romanenko und Mitarbeiter, 2007 (S. 290).
  13. Musser und Carleton, 2005 (Muroidea, S. 894).
  14. abJansa und Mitarbeiter, 2009 (Abb. 1, 2 & 3).
  15. Steppan und Mitarbeiter, 2004 (Abb. 1 & 2).
  16. abMusser und Carleton, 2005 (Muroidea).
  17. abMcKenna und Bell, 1997 (S. 135–174).
  18. Dieterlen, 2005 (S. 147).
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