Luise Harkort
Luise Auguste Harkort (*29. März1886 inNew York; †21. Juli1966 inNürnberg) war eine deutscheKeramikerin. Sie entwarf in den 1920er Jahren zahlreiche Gefäße und Dekore, die in denSteingutfabriken Velten-Vordamm hergestellt wurden, deren Gründer ihr MannHermann Harkort (1881–1970) war.
Leben und Werk
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]Luise Laporte wurde als Tochter von Georg und Adele Laporte 1886 in New York geboren. Am 21. April 1908 heiratete sie den Unternehmer Hermann Harkort.[1] Das Ehepaar hatte vier Kinder: Hans-Joachim (* 1910), Dietrich (* 1912), Brigitte (* 1915) und Günther (* 1919).
Fußschale mit geometrischem Dekor |
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Luise Harkort, 1920er |
Museum of Fine Arts, Boston |
Anfang der 1920er Jahre begann Luise Harkort mit ihrer künstlerischen Tätigkeit für die Steingutfabriken Velten-Vordamm, die ihr Mann 1908 übernommen und nach 1919 auf die Produktion von Gefäßkeramik umgestellt hatte. Zunächst entwarf sie mit leuchtendenSchmelzglasuren überzogene Blumen und Blätterstillleben aus Ton, die von denFayencen des 18. Jahrhunderts beeinflusst waren.[2] Nach der Einrichtung einer Künstlerwerkstatt wurden in Velten Einzelstücke in der Fayence-Technik gefertigt. Luise Harkort schuf zahlreiche Services, Vasen, Schalen, Dosen und Schreibtischgarnituren, die sie inDekor und Form frei variierte.
Luise Harkort war Mitglied imDeutschen Werkbund. Durch die Zusammenarbeit mit dem amBauhaus und an der Keramischen Werkstatt des Staatlichen Bauhauses inDornburg ausgebildetenTheodor Bogler entwickelte sie ab Mitte der 1920er Jahre eine geometrische Formensprache in ihren Keramikformen und -dekoren.[3] Bogler hatte 1925 in Velten die Leitung der Künstlerwerkstatt übernommen und gestaltete gemeinsam mit Luise Harkort zahlreiche Gefäße.[4] Neben ihr arbeiteten Else Dörr, Antonie Mutter undWalter Stock in der Abteilung für künstlerische Keramik in Velten. Die Erzeugnisse des Unternehmens wurden in Deutschland und im Ausland, insbesondere in denVereinigten Staaten vertrieben.
In Folge derWeltwirtschaftskrise musste das Unternehmen 1931 den Betrieb einstellen, und Luise Harkort beendete ihre künstlerische Laufbahn. In den 1930er Jahren arbeitete sie gemeinsam mit ihrem Ehemann in der FirmaDr. Heinrich Göckel inBerlin, die chemische Apparate herstellte. Nach demZweiten Weltkrieg eröffnete sie 1948 inBerlin-Wannsee ein Unternehmen für wissenschaftliche und medizinische Laborausrüstungen.[5]
Luise Harkort starb am 21. Juli 1966 in Nürnberg.[6]
Die Arbeiten von Luise Harkort, insbesondere die Gefäße mit geometrischen Dekoren, werden in zahlreichen Kunst- und Designmuseen, unter anderem imBröhan-Museum in Berlin, imRoyal Ontario Museum,[7] oder imMuseum of Fine Arts inBoston gezeigt.
Literatur
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]- E. Pichelkastner, E. Hölzl:Bruckmann's Fayence-Lexikon. Bruckmann, München 1981.
- Dieter Zühlsdorff:Markenlexikon, Band 1, Porzellan- und Keramik-Report 1885–1935. Arnold, Stuttgart 1988,ISBN 3-925369-00-7.
- Deutsches Historisches Museum Berlin (Hrsg.):Märkische Ton-Kunst Berlin und Brandenburg Keramik der 20er und 30er Jahre. (Ausstellungskatalog) Berlin 1992, Abb. S. 94.
- Harkort, Luise. In:Allgemeines Künstlerlexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker (AKL). Band 69, De Gruyter, Berlin 2010,ISBN 978-3-598-23036-3.
Weblinks
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]- Schale von Luise Harkort in Drammens Museum
- Keramikschale
Einzelnachweise
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]- ↑A. Stark in:Artis Konstanz 36, Nr. 10, 1984, S. 8–9.
- ↑Karl H. Bröhan (Hrsg.):Gemälde, Skulpturen, Kunsthandwerk, Industriedesign. Bröhan-Museum, Berlin 1985,S. 555.
- ↑Steingutfabrik Velten-Vordamm. In:Gewerbefleiss.Band 105. Berlin 1926,S. 36.
- ↑Dose, Fayence, Theodor Bogler und Luise Harkort, Steingutfabrik Velten, 1928 – Design20.eu. Abgerufen am 12. Januar 2019 (deutsch).
- ↑Magistrat für Groß-Berlin (Hrsg.):Verordnungsblatt für Groß-Berlin.Band 4,Nr. 28–47. Neue Berliner Verlagsgesellschaft, Berlin 1948,S. 167.
- ↑Harkort, Luise. In:Allgemeines Künstlerlexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker (AKL). Band 69, De Gruyter, Berlin 2010,ISBN 978-3-598-23036-3.
- ↑Theodor Bogner & Luise Harkort: Bowl. Abgerufen am 12. Januar 2019 (englisch).
Personendaten | |
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NAME | Harkort, Luise |
ALTERNATIVNAMEN | Laporte, Luise Auguste (Geburtsname); Harkort, Louise |
KURZBESCHREIBUNG | deutsche Keramikerin |
GEBURTSDATUM | 29. März 1886 |
GEBURTSORT | New York City |
STERBEDATUM | 21. Juli 1966 |
STERBEORT | Nürnberg |