Verbandsabzeichen | |
| Aktiv | 1. Apr. 1970 bis 31. März 1993[1] |
| Staat | Deutschland |
| Streitkräfte | |
| Teilstreitkraft | |
| Typ | Luftlandebrigade |
| Unterstellung | |
| LetzterStabssitz | Lippstadt[1] |
DieLuftlandebrigade 27 Lipperland war die dritteBrigade der1. Luftlandedivision, die in Norddeutschland stationiert war. Ab 1991 wurde sie demI. Korps inMünster unterstellt, wie die anderen Brigaden den jeweiligen deutschen Korps. Sitz des Brigadestabes und Teilen der Brigadeeinheiten warLippstadt. Die Brigade wurde 1993 außer Dienst gestellt und mit derPanzergrenadierbrigade 31 zurLuftlandebrigade 31 inOldenburg fusioniert, aus der dasFallschirmjägerregiment 31 inSeedorf bei Zeven entstand.

Die Brigade wurde 1970 in derHeeresstruktur 3 als Fallschirmjägerbrigade 27 in Lippstadt aus zwei bereits bestehenden Fallschirmjägerverbänden aufgestellt und im September 1971 in Luftlandebrigade 27 umbenannt. Die Brigade war truppendienstlich der 1. Luftlandedivision unterstellt und dem I. Korps als Korpsreserve zugeordnet.
Die Aufstellung erfolgt durch Zusammenführung des Fallschirmjägerbataillons 313 und des Fallschirmjägerbataillons 291, die vorher Panzergrenadierbrigaden als operative Reserven unterstellt waren.
In derHeeresstruktur 4 gab die Brigade 1982 in der Friedensgliederung ihre Luftlandepionierkompanie 270 ab, die aufgelöst und bereits 1982 wieder neu aus Teilen des Pionierbataillons 110 aufgestellt wurde.
Zeitweilig, ab den frühen 1980er Jahren und in den 1990ern waren dieFallschirmjägerbataillone in zwei Fallschirmjägerkompanien mit je 4 PARS Milan je Fallschirmjägerkompanie und zwei Fallschirmpanzerabwehrkompanien mit je 10 PARS TOW und 12 Feldkanonen in je zwei Zügen aufKraka verlastet gegliedert. Diese wurden später durch denWaffenträger Wiesel als Transportfahrzeug abgelöst.
Die Brigade umfasste im Herbst 1989 in derFriedensgliederung etwa 2200 Soldaten.[2] Die geplanteAufwuchsstärke imVerteidigungsfall lag bei rund 3000 Mann.[2] ZumAufwuchs war dieEinberufung vonReservisten und dieMobilmachung vonnicht aktiven Truppenteilen vorgesehen.[2] Im Herbst 1989 wurde die Brigade truppendienstlich weiter durch den Stab der1. Luftlandedivision geführt.[2] Für den Einsatz war die Brigade demKommandierendem General desI. Korps als Reserve direkt unterstellt.[2] Die Brigade gliederte sich zum Ende derHeeresstruktur 4 im Herbst 1989 grob in folgendeTruppenteile:[2][3][A 1]
In derHeeresstruktur 5 wurde die Luftlandebrigade 27 aus der 1. Luftlandedivision herausgelöst und 1991 demI. Korps unterstellt.
1993 wurde die Brigade mit derPanzergrenadierbrigade 31 fusioniert und alsLuftlandebrigade 31 inOldenburg neu aufgestellt. Sie war die einzige Brigade der Bundeswehr die im Zuge der Umstrukturierung ihre Nummer verlor.
Das Fallschirmjägerbataillon 274 wurde im Zuge der Fusion aufgelöst und die anderen Bataillone umgegliedert. Das Fallschirmjägerbataillon 272 wurde zumFallschirmpanzerabwehrbataillon 272 mit 62Wieseln, das Fallschirmjägerbataillon 273 bestand aus drei Fallschirmjägerkompanien und einer Fallschirmpanzerabwehrkompanie mit Wieseln und das Fallschirmjägerbataillon 271 aus drei Fallschirmjägerkompanien und einerKommandokompanie. Die Luftlandepionierkompanie 270 wurde wieder dem Kommando der Luftlandebrigade unterstellt.
| Bezeichnung | Aufstellung (aus) | Standort | Verbleib | Bemerkung | |
|---|---|---|---|---|---|
| Stab und Stabskp | 1970 | Lippstadt Lipperland-Kaserne | 1993 Fusion PzGrenBrig31 Oldenburg zu LLBrig31 | ||
| Fallschirmjägerbataillon 271 | aus FschJgBtl 291 Heuberg | Iserlohn Winkelmann-Kaserne | fusioniert mit/zu PzGrenBtl/FschJgBtl 313Varel | BtlWappen gem. seiner Herkunft "Württembergischer Löwe" | |
| Fallschirmjägerbataillon 273 | Iserlohn | fusioniert mit PzBtl 314 zu FschJgBtl 314 (Oldenburg) | |||
| Fallschirmjägerbataillon 274 | als Fallschirmjägerbataillon 273 (MobBtl) 1973/74 aufgestellt, als 274 apr 1982 | Iserlohn | Auflösung 1991 | na | |
| Fallschirmjägerbataillon 272 | 1960 aus PzGrenBtl 313 | Wildeshausen Wittekind-Kaserne | später LLPzAbwBtl mit LLPzAbwKp 270 | ||
| Luftlande-FErs-Bataillon 277 (später 140) | Erwitte / Minden | Mob-Btl | Aufstellung 1971 – Auflösung 1993 | ||
| LLMrsKp 270 | 1971 aus 5./FschJgBtl 291 | Iserlohn / Wildeshausen | nachmalig je ein Zug in den 5./ der FschJgBtl | ||
| LLPiKp 270 | apr 1973 | Lippstadt / Minden / Wildeshausen | |||
| LLVersKp 270 | 1970 | Lippstadt | 2002 aufgegangen als Kompanie im LLUstBtl 272 | ||
| LLTrspKp 270 | 1970 | Lippstadt | okt 1971 | Tle als TrspZg in LLVers270 | |
| LLSanKp 270 | 1970 aus 2.VersBtl.206 (SanKp) | Unna-Königsborn bis 1993 Lippstadt / danachVarel | nachmalig 9. LLSanKp / FschJgRgt 31 | ||
| LLAufklZg 270 | ust PzAufklBtl ? | nachmalig wieder als LLAufklKp 310 aufgestellt | |||
| LLPzAbwKp 270 | 1970 | Munster / Wildeshausen | apr 1982 | nur in HST III, aufgestellt aus FschPzAbwKp 909, Munster, ust PzLehrBrig, Züge an 5./ FschJgBtl | |
| AusbKp 270 | 1971 | Wildeshausen / Iserlohn | apr 1973 | aus AusbKp 6/11, ust FschJgBtl 271 |
Die Luftlandebrigade 27 nahm sowohl an den Übungen des übergeordnetenI. Korps (Unterstellung sowohl logistisch als auch für den Einsatz) und der diesem nachgeordneten11. Panzergrenadierdivision (Unterstellung für den Einsatz) teil, als auch denen desII. Korps und der diesem unterstellten1. Luftlandedivision (truppendienstliche Unterstellung). Die Brigadetruppen wie die Luftlandepionierkompanie auch an den Übungen des jeweils übergeordneten Pionierregimentes oder -bataillons.
Für die Brigade- und Bataillonsübungen wurde bis 1978 meist derTruppenübungsplatz Hohenfels genutzt. Danach ab 1973 meist zweimal jährlich derTruppenübungsplatz Senne, der dadurch zur "zweiten Heimat" wurde, sowie derTruppenübungsplatz Daaden imWesterwald. Durchgeführt wurden Gefechtsschießen und Gefechtsübungen, Luftlandeoperationen, Fallschirmsprungdienste und Freifallsprunglager, Gefechtsstandsübungen und Fernmeldübungen. An allen Übungen nahmen auch regelmäßig die Reservisten der Brigade teil. Entsprechende Plätze waren begehrt, setzten aber eine jährliche Übungsbereitschaft voraus.
Jedes Jahr ab der Aufstellung wurde ein Luftlandebiwak durchgeführt. Ab 1986 in Diepholz/Ahlhorn, später in Wunstorf. Fallschirmjäger der Brigade wurden meist kompanieweise mit Truppenteilen der englischen und belgischen Fallschirmjäger für Gefechtsübungen und zum Erwerb des jeweiligen Springerabzeichens ausgetauscht. Teile der Brigade übten 1987 mit amerikanischen Fallschirmjägern inFort Bragg USA. Regelmäßig übten die Feldkanonenzüge auf demTruppenübungsplatz Putlos, die Panzerabwehrzüge auf demTruppenübungsplatz Bergen, während die Fallschirmjägerkompanien denOrts- und Häuserkampf inBonnland auf demTruppenübungsplatz Hammelburg ausbildeten.
(Dienstgrad bei Kommandoübernahme):[4]
| Nr. | Name | Beginn der Berufung | Ende der Berufung |
|---|---|---|---|
| 8 | OberstVolker Löw | 1. April 1991 | 1993 |
| 7 | OberstHans-Dietrich Kams | 1. April 1987 | 31. März 1991 |
| 6 | OberstErnst Richstein | 1. April 1985 | 31. März 1987 |
| 5 | OberstGünter Roth | 1. April 1984 | 31. März 1985 |
| 4 | BrigadegeneralErnst Coqui | 1. April 1980 | 31. März 1984 |
| 3 | OberstFrank Schild | Oktober 1977 | 31. März 1980 |
| 2 | OberstWolfram Ibing | April 1972 | September 1977 |
| 1 | Oberst Reino Hamer | März 1970 | April 1972 |
Generalleutnanta. D.Hans-Otto Budde, von 2004 bis 2010 der 17. Inspekteur des Heeres, absolvierte seine Ausbildung zum Offizier ab Oktober 1966 beim Fallschirmjägerbataillon 313 in Wildeshausen. Von 1969 bis 1974 diente er im selben Verband, später in Fallschirmjägerbataillon 272 umbenannt, als Zugführer und Nachrichtendienstoffizier (S2). Im Anschluss daran übernahm er bis 1978 als Kompaniechef die 3./ des Wildeshausener Bataillons.
Generalmajor a. D.Georg Freiherr von Brandis, zuletzt Amtschef desMilitärischen Abschirmdienstes derBundeswehr, diente ab 1970 alsZugführer in der Luftlandepanzerabwehrkompanie 270 inMunster. 1974 folgte eineStabsverwendung beimFallschirmjägerbataillon 272 inWildeshausen, in dem er 1975Kompaniechef wurde und dem sich 1978 eine Stabsverwendung beim Fallschirmjägerbataillon 271 inIserlohn anschloss. 1989Kommandeur desFallschirmjägerbataillons 262 inMerzig.
GeneralmajorAndreas Hannemann trat 1981 seine Ausbildung zum Offizier im Fallschirmjägerbataillon 272 in Wildeshausen an und schloss diese mit dem Offizierlehrgang ab.
Brigadegeneral a. D.Hans Günter Engel war von 1991 bis 1993 Kommandeur des Fallschirmjägerbataillon 273 in Iserlohn und kommandierte nachfolgend von 2002 bis 2003 die Luftlandebrigade 31.
Brigadegeneral a. D.Reinhard Günzel diente von 1973 bis 1982 u. a. als Kompaniechef in Wildeshausen und ab 1982 als stellvertretender Bataillonskommandeur des Fallschirmjägerbataillons 273 in Iserlohn.
Brigadegeneral a. D.Bernd Müller diente von 1977 bis 1979 als G4 der Brigade und war von 1994 bis 1999 Brigadekommandeur der Luftlandebrigade 31.
Brigadegeneral a. D.Günter Roth, später Amtschef desMilitärgeschichtliches Forschungsamt, war von 1984 bis 1985 Kommandeur der Luftlandebrigade 27.
Oberst a. D. Fritz Zwicknagl war von 1985 bis 1987 Kommandeur des Fallschirmjägerbataillons 272, danach über weitere Verwendungen Kommandeur der Luftlande- und Lufttransportschule von 1996 bis zu seiner Abberufung 1997. Er war imHannibal (Netzwerk) organisiert.
Oberstleutnant a. D. Max Klaar kommandierte das Fallschirmjägerbataillon 271 in Iserlohn ab 1984 und gründete die TraditionsgemeinschaftPotsdamer Glockenspiel mit dem Ziel, das Glockenspiel und die Potsdamer Garnisonskirche wiederherzustellen.
OberstleutnantErich Lepkowski stellte als Oberleutnant im Fallschirmjägerbataillon 313 Wildeshausen einen Fallschirmsprungrekord im Nacht-Höhensprung aus über 8000 m auf.


DieBlasonierung des Verbandsabzeichens für denDienstanzug der Angehörigen der Luftlandebrigade 27 lautete:
Das Verbandsabzeichen zeigte einen Fallschirm, der stilisiert das Hauptmotiv imtaktischen Zeichen derFallschirmjägertruppe. Die Fallschirmjägertruppe war derinfanteristische Kern derLuftlandetruppen. Die Verbandsabzeichen derDivision und der unterstelltenBrigaden waren bis auf dieBorde identisch. In der Tradition derPreußischen Farbfolge erhielt das Verbandsabzeichen der Luftlandebrigade 27 als „dritte“ Brigade[A 2] der Division einen gelben Bord. DieLuftlandebrigade 31 führte als „Nachfolgeverband“ der Luftlandebrigade 27 das Verbandsabzeichen zunächst fort.
Da sich die Verbandsabzeichen der Brigaden der Division nur geringfügig unterschieden, wurde stattdessen gelegentlich auch dasinterne Verbandsabzeichen desStabes bzw. derStabskompaniepars pro toto als „Abzeichen“ der Brigade genutzt. Es zeigte den aus dem Verbandsabzeichen bekannten Fallschirm, dieLippische Rose wie imLippstädter Stadtwappen und einenHubschrauber. Als „Luftkavallerie“ konnten Teile der Brigade auch mitHelikopternverlegen.
51.7063078.363042Koordinaten:51° 42′ 23″ N,8° 21′ 47″ O