Ludogorie
Ludogorie (bulgarischЛудогорие,türkischDeli Orman) ist eine historische Landschaft in Nordostbulgarien und eine gleichnamige Ebene. Das Gebiet von Ludogorie umfasst 2638 km2. Es liegt in derDonautiefebene, gehört überwiegend zurOblast Rasgrad und umfasst die StädteNowi Pasar,Pliska,Isperich,Targowischte undRasgrad.
Die Ludogorie-Ebene ist im Osten hügelig und erreicht in der Nähe des DorfesSamuil eine Höhe von 485 m über dem Meeresspiegel. Im Norden geht sie in die Ebenen derDobrudscha und dieDonautiefebene über. Hier liegt auch der niedrigste Punkt beiIper auf einer Höhe von 39 m. Die Ludogorie-Ebene ist Teil der Donautiefebene.
Die türkische Bezeichnung der Region war Deli Orman, was in der wörtlichen Übersetzung „verrückter Wald“ bedeutet, auf Bulgarisch „Luda gora“ oder als Gebietsbezeichnung Ludogorie. Ludogorie ist somit eine Übertragung des alten türkischen Namens Deliorman ins Bulgarische. Die bulgarische Landschaftsbezeichnung wurde 1942 offiziell in „Polesje“ abgeändert. Der Name setzte sich jedoch nicht durch und wurde 1950 durch den neuen offiziellen Namen Ludogorie ersetzt. Ludogorie wird meist mit dem angehängten bestimmten Artikel („-to“) benutzt und das Gebiet dann als „Ludogorieto“ bezeichnet. In der Alltagssprache hielt sich jedoch auch bis heute parallel dazu der Name Deliorman.
Bis zum 18. Jahrhundert war die Region von dichtem Wald bedeckt, der nahtlos in die Wälder desBalkangebirges überging. Heute sind die meisten Wälder verschwunden. Nur der Wald im „Wasserreservat“ ist erhalten geblieben und erinnert an den historischen Zustand. Die Region ist arm an Wasserressourcen. Der einzige bedeutende Fluss, der durch die Region fließt, ist derBeli Lom.
Die Bevölkerung der Region besteht ausBulgaren,Türken, Gadschalen (muslimischeGagausen)[1] undRoma.
Die Landschaft ist Namensgeber für denLudogorie Peak, einen Berg auf derLivingston-Insel in der Antarktis.
Literatur
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]- Lexikon zur Geschichte Südosteuropas. Böhlau, Wien/Köln/Weimar 2004,ISBN 3-205-77193-1,ISBN 3-8252-8270-8, S. 181–182.
Einzelnachweise
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]- ↑ Who are the Muslims among the ‘Christian Turks’? (in Englisch), abgerufen am 20. Aug. 2023.