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Louis-Alexandre Berthier

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Louis-Alexandre Berthier, Fürst von Wagram, Herzog von Neuchâtel
Louis-Alexandre Berthier

Louis Alexandre Berthier (*20. November1753 inVersailles; †1. Juni1815 inBamberg), durchNapoleon zumprince souverain deNeuchâtel et deValangin undprince deWagram erhoben, war ein französischer Offizier in der Zeit derRevolutionskriege sowieMaréchal d’Empire.

Leben

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Er wurde von seinem Vater Jean-Baptiste Berthier (1721–1804), Architekt, Ingenieur und Chef des Topographenkorps unterLudwig XVI., zum Soldaten erzogen. Vom königlichentopographischen Büro ging er in den aktiven Dienst über, zuerst alsSous lieutenant in denGeneralstab und anschließend alsCapitaine derDragoner. Während desAmerikanischen Unabhängigkeitskrieges diente er unterLafayette. 1789 beförderte ihn Ludwig XVI. zumGénéral de division der Nationalgarde von Versailles, und am5. und 6. Oktober 1789 sowie auch am 19. Februar 1791 leistete er der königlichen Familie gute Dienste. Er erkannte jedoch, dass dieRevolution militärischen Talenten große Möglichkeiten bot, und so engagierte er sich abwechselnd als Chef des Generalstabs unter Lafayette,Luckner undCustine. Während derSchreckensherrschaft vermied er es, Verdacht zu erregen, indem er Eifer imKrieg der Vendée an den Tag legte.

Sein persönlicher Mut bei der Verteidigung vonSaumur am 12. Juni 1793 sicherte ihm eine ehrenvolle Erwähnung in den Berichten der Kommissare des Konvents. Nach dem9. Thermidor wurde er zum Generalstabschef bei GeneralKellermann ernannt und trug, indem er auf der Besetzung der Linie beiBorghetto durch die französische Armee bestand, dazu bei, dass der Vormarsch des Gegners zum Stillstand kam. So war sein Ruf als Chef des Generalstabs schon begründet, bevorBonaparte ihn für diesen Posten auserwählte. Er bewährte sich auch als guterGénéral de division in den Schlachten beiMondovi (22. April 1796), Lodi (10. Mai 1796), Codogno (9. Mai 1796) und Rivoli (14. Januar 1797) während der Kampagne von 1796 bis 1797.

Vom 22. Dezember 1797 bis 3. April 1798 kommandierte er dieArmée d’Italie.

Er war das Urbild eines Stabsoffiziers für einen General, der sich alle höheren Stabsfunktionen vorbehält. 1798 stellte ihn Bonaparte an die Spitze der „Armée de Rome“, die Rom besetzen, dort die Republik ausrufen und den Papst gefangen nehmen sollte.

Wappen Berthiers alsprince souverain deNeuchâtel et deValangin,Maréchal d’Empire sowie Großkreuz-Ritter der Ehrenlegion. Sein nach den Regeln dernapoleonischen Heraldik gestaltetes Wappen zeigte im blauen Schildhaupt daher denAdler derprinces souverains, dazu den Wappenmantel und die Rangkrone einesprince sowie das Großkreuz derEhrenlegion.

Nach seinerRückkehr aus Ägypten unterstützte er Napoleon beimStaatsstreich des 18. Brumaire VIII und wurde zum Kriegsminister ernannt; diesen Posten bekleidete er bis zum 2. April 1800. Während deszweiten Feldzugs in Italien war er wiederum Chef des Generalstabs und trug dazu bei, dass Napoleon in eine schwierige Lage in derSchlacht bei Marengo geriet, weil er falschen Berichten über die Route und Position der österreichischen Armee Glauben geschenkt hatte. Als er nach dem Sieg einenWaffenstillstand mit GeneralMélas abgeschlossen hatte, wurde er mit verschiedenen diplomatischen Aufträgen betraut und kehrte anschließend wieder ins Kriegsministerium zurück, das er bis zur Proklamierung des Kaiserreichs leitete. Von nun an stand er völlig im Dienst des Kaisers, der ihn mit Nebeneinkünften, Pensionen und Schenkungen und mit Titeln und Würden überschüttete, darunter am 19. Mai 1804 der Ernennung zumMarschall des Kaiserreichs und im März 1806 mit dem Titel einesprince souverain deNeuchâtel et deValangin im napoleonischen Adel (noblesse impériale). Berthier war in den Jahren 1805 bis 1807 als Chef des Generalstabs im Range einesGénéral de division der Großen Armee ein ständiger Begleiter Napoleons in den Kriegen gegenÖsterreich, Russland undPreußen.

Nachdem Berthier 1807 alsvice-connétable das Amt eines Großwürdenträgers des Kaiserreichs und 1809 alsprince de Wagram einen weiteren Adelstitel erhalten hatte, zeigte sein Wappen im blauen Schildhaupt sowohl dieBienen der Großwürdenträger als auch denAdler derprinces souverains, dazu den Wappenmantel und die Rangkrone einesprince sowie das Großkreuz derEhrenlegion.

1807 wurde Berthier zum Vize-Kronfeldherrn (vice-connétable) und damit zumGroßwürdenträger des Französischen Kaiserreichs ernannt. Im Jahre 1808 befahl ihm Napoleon, die PrinzessinMarie Elisabeth von Bayern-Birkenfeld zu heiraten, eine Nichte des KönigsMaximilian I. Joseph von Bayern. Im Jahre 1809 stellte ihn Napoleon als Oberbefehlshaber an die Spitze derGrande Armée, die von Bayern aus gegen Österreich operieren sollte. Am 6. April begann Berthier mit den Kriegshandlungen, aber bereits am 15. April hatte er es fertiggebracht, den ganzen Feldzug zu gefährden. Er teilte die Armee in drei Teile.Davout setzte er mit der Hälfte der französischen Armee beiRegensburg,Masséna mit der anderen Hälfte beiAugsburg und zwischen beiden die Bayern bei Abensberg ein, so dassErzherzog Karl bei schnellem Vormarsch alle drei Korps einzeln hätte besiegen können. Die Langsamkeit der Österreicher und die Ankunft Napoleons retteten die französische Armee. Berthier leistete dann aber als Generalstabschef im gleichen Feldzug ausgezeichnete Dienste, und zu seiner langen Liste von Titeln kam noch der desprince deWagram hinzu.

Während desFeldzuges in Russland von 1812 versagte er auch als Chef des Generalstabs. Nach demBrand von Moskau erwies er sich sogar als unfähig, die Befehle Napoleons richtig zu erläutern. Aber er blieb weiterhin Chef des Generalstabs.

Auch in den Feldzügen der Jahre 1813 und 1814 diente er Napoleon weiter als Generalstabschef. In dieser Position trug er den Titelmajor-general derGrande Armée. Er genehmigte denWaffenstillstand von Pläswitz im Auftrag Napoleons.[1]

Nachdem der Senat die Absetzung Napoleons proklamiert hatte, schlich sich Berthier, unter Vorspiegelung falscher Tatsachen, von seinem Gönner hinweg und sandte noch vor Napoleons Abdankung dem Senat und der provisorischen Regierung eine Treueerklärung; dann ging er an der Spitze der Marschälle des Kaiserreichs nachCompiègne, um dortLudwig XVIII. äußerst unterwürfig zu begrüßen. Am 4. Juni 1814 ernannte ihn Ludwig XVIII. zumPair von Frankreich und zum Capitaine-lieutenant der wiedererrichtetenGarde de la porte. Sein Fürstentum Neuchâtel trat er an den König von Preußen,Friedrich Wilhelm III., gegen eine Pension von 34.000 Talern ab. Nach Napoleons Rückkehr von Elba folgte er Ludwig XVIII. nachGent.

Gedenktafel an derNeuen Residenz Bamberg

Als er jedoch wegen der Geheimhaltung eines von Napoleon erhaltenen Briefes beim König in Ungnade fiel, zog er sich nachBamberg zurück. Dort war seine Ehefrau Maria Elisabeth bereits am 19. März 1815,[2] er selbst am 30. März 1815 eingetroffen[3] und Maria Elisabeths Onkel König Maximilian I. stellte ihnen eine Wohnung in derNeuen Residenz zur Verfügung.

Tod

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Als am 1. Juni 1815 in Bamberg eine kaiserlich-russische Dragonerdivision durch die Stadt zog, kam Louis-Alexandre Berthier um 13.30 Uhr ums Leben:[4] Er stürzte aus einem Fenster im 2. Stock der Kaiserappartements der ehemaligen fürstbischöflichenResidenz rund 20 Meter tief auf die Residenzstraße und starb („BambergerFenstersturz“). Dort befindet sich heute eine Gedenktafel. Es ist ungeklärt, ob einUnfall oder einSuizid zu seinem Tod führte.[5][6][7][8]

Am 5. Juni 1815 fand imBamberger Dom – der damals aufgrund derSäkularisation nur noch als Pfarrkirche des Distrikts IV diente – „die Beysetzung des Leichnams Sr. Durchlaucht des Fürsten Alexander von Wagram mit allen dem hohen Range des Verblichenen angemessenenen Feyerlichkeiten“ statt.[9] Wenig später wurden Berthiers sterbliche Überreste insKloster Banz umgebettet, schließlich in dieWittelsbacher-Familiengruft unter dem Altarraum derKirche St. Quirin vonSchloss Tegernsee, wo sie sich noch heute in einem Bronzesarkophag befinden.[10]

Sein UrenkelAlexandre, 4.prince deWagram (* 20. Juli 1883; † 30. Mai 1918 nach Verwundung in derSchlacht an der Aisne) war der letzte Nachkomme der schon 1763 geadelten Familie Berthier.

Ehrungen

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Berthier warColonel général des Suisses unter Napoleon Bonaparte.

Literatur

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  • Karl Bleibtreu:Marschälle, Generale, Soldaten Napoleons I. VRZ Verlag, Hamburg 1999,ISBN 3-931482-63-4 (Nachdr. d. Ausg. Berlin 1899).
  • Désiré Lacroix:Die Marschälle Napoleons I. Verlag Heinrich Schmidt & Carl Günther, Leipzig 1898 (übersetzt von Oskar Marschall von Bieberstein).
  • Louis Alexandre Berthier. In: Jürgen Sternberger:Die Marschälle Napoleons. Pro Business Verlag, Berlin 2008,ISBN 978-3-86805-172-8, S. 26–30.

Quellen

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  • Der Artikel ist teilweise ausKarl Marx, Artikel Berthier, The New American Cyclopædia, III, 1857, Marx-Engels Werke Band 14, Berlin 1972, S. 91–94, übernommen.[13]

Weblinks

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Commons: Louis-Alexandre Berthier – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. vgl. den public domain Artikel in der Encyclopædia Britannica: "Berthier, Louis Alexandre" in Encyclopædia Britannica. 3 (11th ed.). Cambridge University Press. S. 812.
  2. Teutschland. In: Oesterreichischer Beobachter, 28. März 1815, S. 5 (online beiANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/obo
  3. Teutschland. In: Lemberger Zeitung, 12. April 1815, S. 4 (online beiANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/lez
  4. Deutschland. In: Salzburger Intelligenzblatt / Intelligenzblatt von Salzburg / Königlich-Baierisches Salzach-Kreis-Blatt / Kaiserlich Königlich Oesterreichisches Amts- und Intelligenzblatt / Kaiserl(ich) Königl(ich) privilegirte Salzburger Zeitung / K. K. priv. Salzburger Amts-Blatt / Intelligenz-Blatt zum Salzburger Amtsblatt / Salzburger Landeszeitung / Amts-Blatt zur Salzburger Landeszeitung / Salzburger Zeitung / Amts-Blatt zur Salzburger Zeitung, 6. Juni 1815, S. 1 (online beiANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/sza
  5. Niederlande. In: Der Wanderer, 23. Juni 1815, S. 3 (online beiANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/wan
  6. Mainstrom, am 5. Juny. In: Lemberger Zeitung, 26. Juni 1815, S. 6 (online beiANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/lez
  7. Deutschland. In: Wiener Zeitung, 4. Juli 1815, S. 3 (online beiANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/wrz (Teil 1)
  8. Deutschland. In: Wiener Zeitung, 7. Juli 1815, S. 3 (online beiANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/wrz (Teil 2)
  9. Alexander Berthier. In: Der Aufmerksame, 22. Juni 1815, S. 1 (online beiANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/afm
  10. Hans-Karl Weiß: Der Tod Berthiers. Abgerufen am 4. Oktober 2025. 
  11. Liste der Ritter des Königlich-Preußischen Hohen Ordens vom Schwarzen Adler. Decker, Berlin 1851, S. 15.Digitalisat (7. Januar 2015).
  12. Ordre Royal et Militaire de Saint-Louis (Name per Suchfunktion zu ermitteln.)
  13. Marx-Engels-Werke, Karl Marx: Berthier
VorgängerAmtNachfolger

Edmond Louis Alexis Dubois-Crancé
Lazare Nicolas Marguerite Carnot
Kriegsminister von Frankreich
11. November17992. April1800
8. Oktober180019. August1807

Lazare Nicolas Marguerite Carnot
Henri Clarke d’Hunebourg
Personendaten
NAMEBerthier, Louis-Alexandre
ALTERNATIVNAMENFürst und Herzog von Neuchâtel und Valengin, Fürst von Wagram
KURZBESCHREIBUNGfranzösischer General und Marschall von Frankreich
GEBURTSDATUM20. November 1753
GEBURTSORTVersailles
STERBEDATUM1. Juni 1815
STERBEORTBamberg
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