| HCL Notes | |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Entwickler | HCL Technologies |
| Erscheinungsjahr | 1989 |
| Aktuelle Version | 14.0.0[1] (7. Dezember 2023) |
| Aktuelle Vorabversion | 14.5[2] (22. April 2025) |
| Betriebssystem | Plattformübergreifend |
| Programmiersprache | C++, Java, C, Hypertext Markup Language |
| Kategorie | Groupware |
| Lizenz | Proprietär |
| deutschsprachig | ja |
| HCL Notes | |
HCL Notes (bis Juli 2019IBM Notes, bis März 2013Lotus Notes) ist eindokumentenorientiertes, verteiltesDatenbanksystem mit sehr enger E-Mail-Anbindung. Es wurde ab 1984 von Iris Associates entwickelt, später ein Tochterunternehmen derLotus Development Corporation respektive vonIBM. Im Juli 2019 wurde die Übernahme durchHCL Technologies abgeschlossen. HCL Notes gehört in die KategorieGroupware.
Das ursprünglichLotus Notes genannte Produkt wurde auf Serverebene bereits mit Version 4.6 umbenannt inLotus Domino. Die Client-Software für gewöhnliche Nutzer (nicht jedoch jene für Entwickler und Administratoren) trägt den NamenHCL Notes. Bei den Datenbanken finden sich sowohl die Bezeichnung Notes-Datenbank als auch Domino-Datenbank, wobei im Folgenden, den Gewohnheiten vieler Nutzer entsprechend, weiterhin von Notes-Datenbanken usw. die Rede ist.
HCL Notes stellt neben einemDatenbankmanagementsystem (DBMS) eine entsprechende Plattform für die Entwicklung von Anwendungen bereit. Die AnwendungenE-Mail (inkl. Kalender, Aufgabenliste), E-Diskussion, TeamRoom und mehrere andere Anwendungen sind im Lieferumfang enthalten. DerQuelltext für diese Anwendungen ist offen und in den Datenbank-Templates enthalten.
Anfang der 1970er Jahre entwickelten David Woolley und sein Team am CERL (Computer Education Research Laboratory) der University of Illinois eineMessage-Board-Anwendung, die klassische Notizzettel nachbildete. Sie nannten das SystemNotes.
1984 gründeten drei Absolventen des CERL (Ray Ozzie, Len Kawell und Tim Halvorsen) das Unternehmen Iris Associates inBoston. Das Unternehmen war klein und pflegte gute Beziehungen zum zwei Jahre älteren Unternehmen Lotus unter der Leitung von Jim Manzi, wo Ozzie als externer Mitarbeiter wesentlich bei der Entwicklung vonLotus Symphony mitwirkte. Ein Jahr später existierte bereits eine windowsfähige Version von Lotus Notes, und auf dem vonMicrosoft Ende 1985 auf dem Markt gebrachtenWindows lief angeblich Lotus Notes als eine der ersten Windows-Anwendungen. Bis 1991 wurde Lotus Notes ausschließlich im Rahmen von Projekten eingesetzt und war nicht offiziell erhältlich. 1988 wurde Iris von Lotus aufgekauft.
1996 wurde Lotus wiederum durchIBM übernommen; der Kaufpreis von rund 4 Mrd. $ war die größte bis dahin gezahlte Summe für ein Software-Unternehmen. Hauptgrund für den hohen Preis dürfte das mittlerweile zum Hauptprodukt avancierteLotus Notes gewesen sein. Bis 2001 war Iris Associates restlos in die IBM-Organisation integriert.[3] Im März 2013 wurde das Produkt mit der Version 9 zuIBM Notes umbenannt.
2017 wurde die Entwicklung anHCL Technologies ausgelagert.[4] Im Juli 2019 wurde Notes ganz durch HCL übernommen und in HCL Notes umbenannt.[5]
HCL Notes grenzt sich von anderenGroupware-Plattformen wie MicrosoftSharePoint durch die nachfolgenden Eigenschaften ab:
Grundsätzlich sind umfangreiche Datenbanken mit artikelförmigem Inhalt möglich. Es lassen sich beliebige Dateianhänge einlagern. Standardanwendungen in Notes sind eine Mail-Datenbank sowie Kalender und Aufgaben-Verwaltung. In der Kalender-Anwendung können Termine verwaltet und Einladungen an Teilnehmer verschickt werden. Ferner ist es möglich, die freien Zeiten der Teilnehmer zu prüfen sowie Räume und Geräte (zum Beispiel Projektor, Flipchart, Firmenwagen) zu reservieren. Es gibt weitere Datenbankvorlagen (Schablonen) wie zum Beispiel Diskussions- und Teamdatenbanken. Alle Datenbanken können über den Notes-Client und Webbrowser bedient werden. Die Entwicklung von eigenen Anwendungen ist mit dem Domino Designer möglich. Daten und Gestaltung einer Anwendung werden in einer gemeinsamen Datenbank gespeichert. Alle Inhalte dieser Datenbank (Design und Daten) werden in sogenannten Dokumenten gespeichert, daher auch der NameNotes für „viele Dokumente“. Diese Eigenschaft ist eine der markantesten, da alles ein „Dokument“ ist.
Verschiedene Sprachen können für die Anwendungsentwicklung eingesetzt werden: Die wichtigsten Sprachen sind die einfache HCL Notes-Formelsprache (sog. @-Funktionen und @-Commands) mit denen auch unerfahrene Anwender einfache Datenbanken erstellen konnten, LotusScript (sehr ähnlichVisual Basic), sowieJava undJavaScript. HCL Notes-Anwendungen sind Client-Server-Anwendungen (Client-Server-System). Dabei werden – vereinfacht dargestellt – die Daten auf demHCL Domino-Server gespeichert und die Benutzer-Interaktionen auf demHCL Notes-Client durchgeführt. Daten können vom Client zudem als abgeglichene lokale Replikation der Server-Datenbank oder als eigenständige Datenbank verwaltet werden. Immer häufiger kommt auch derWebbrowser als Client zum Einsatz.
Notes-Datenbanken sind wie oben beschrieben im Gegensatz zurelationalen Datenbanken dokumentenbasierte Datenbanken. Das heißt, Daten und Gestaltungselemente werden in Form von Dokumenten abgelegt, wobei jedes Dokument eine eindeutige ID trägt. Ein Dokument kann mehrere Felder (items) unterschiedlicher Typen (zum Beispiel Text oder Zahl) haben. Der Inhalt ist von der Anzeige entkoppelt. Zum Anzeigen und Ändern von Dateninhalten der Dokumente werden Masken (forms) verwendet, die frei gestaltet werden können. In sogenannten Ansichten (views) sowie in Ordnern (folders) können Listen von Dokumenten aus dem Datenbestand gefiltert und tabellarisch angezeigt werden. Mittels selbst geschriebener Programme (agents) können Aktionen ereignis- oder zeitgesteuert ausgeführt werden. Sämtliche Inhalte einer Datenbank inklusive Dateianhänge lassen sich über die integrierte Volltextsuche durchsuchen. Dies gilt nicht nur für lokale Datenbanken auf einem HCL Notes Client, sondern auch für Datenbanken, die auf mehrere Dominoserver einer Domino Domain verteilt sind (Domino Domain Search). Dateinamen von HCL Notes-Datenbanken enden mit dem Suffix .NSF:Notes storage facility.[6] Datenbankvorlagen (Schablonen) enden mit dem Suffix .NTF:Notes template file.
Eine Datenbank hat folgende Identifikationsmerkmale:
Unterschiede zu anderen Datenbanksystemen: Notes-Datenbanken sind nichtrelationale Datenbanken. Sie folgen einem Dokument- und nicht einem Datensatzmodell. Dokumente können (müssen aber nicht) eine hierarchische Beziehung zueinander haben (Main – Response – ResponseToResponse). Relationen werden in Notes-Datenbanken programmatisch hergestellt, wobei eine übliche Methode die Verwendung der @DocumentUniqueID ist, die auch für die hierarchische Verbindung Verwendung findet. Felder können Mehrfachwerte enthalten, was einer Master-Detail-Tabelle in einemRDBMS entspricht. Andere Systeme mit Mehrfachwerten sind zum BeispielFileMaker oderAdabas.
Notes speichert alle Designelemente (also Masken, Ansichten, Agenten etc.) einer Anwendung ebenfalls in Form von Notes-Dokumenten. Während das bei RDBMS für das Datenschema und die Ansichten üblich ist, speichert Notes auch Masken (forms) und Ressourcen (css, jpg, java etc.). Alle Designelemente sind signiert und erlauben so eine feingliedrige Ausführungskontrolle.
Notes-Dokumente sind nicht an Datenbanktabellen gebunden. Somit können Notes-Dokumente beliebige Felder enthalten. Eine Änderung am Masken- oder Ansichtenlayout hat keine Auswirkung auf gespeicherte Daten. IBM QuickPlace verwendet zum Beispiel Notes-Datenbanken ohne Notes-Frontend (das heißt keine Masken).
Notes-Ansichten (views) haben einen physikalischen Index (Views in RDBMS sind normalerweise „nur“ Abfragedefinitionen ohne Index). Dies hat den Vorteil des schnellen Zugriffs und den Nachteil des Ressourcen- (Index task) und Platzverbrauchs.
Eine weitere Besonderheit ist die Unterstützung von RichText als Feldtyp. Hier können formatierter Text, Dateianhänge oder eingebettete Objekte (Bilder,OLE-Objekte) gespeichert werden. RichText-Felder zusammen mit dem HCL Notes-Client erlauben ein besonders benutzerfreundliches „Hochladen“ resp. Abspeichern von nahezu beliebigen Daten unter anderem auch mittelsDrag and Drop.
Notes-Dokumente und Designelemente lassen sich mit Bordmitteln von/nachXML konvertieren, welches einem von IBM alsDTD-Schema veröffentlichten Standard entspricht (DXL).
Zwischen zwei Rechnern werden ausschließlich Datenbanken repliziert, die dieselbe Replik-ID haben (die anderen Identifikationsmerkmale Datenbanktitel und Dateiname spielen hier keine Rolle) – was zum Beispiel den Nebeneffekt hat, dass ein Domino-Server-Administrator die Datenbanken beliebig in Unterverzeichnisse verschieben kann, ohne dass die Replikationsfähigkeit beeinträchtigt wird. Die Pfadangabe für die Datenbank muss in den Verbindungsdokumenten, die für die periodische automatische Replikation eingerichtet werden, nur für den Quellserver geändert werden; die Pfade der Zielserver sind jeweils unerheblich.
DerHCL Domino Server ist für eine Reihe vonPlattformen wie z. B.Windows,Linux,AIX,Solaris,AS/400 (OS/400),z/OS undzLinux verfügbar. Er stellt mehrere Dienste zur Verfügung. Der Server ist zunächst einDatenbank-Server, der Notes-Dokumente an die Notes-Clients liefert. Dann gibt es einen Router-Server-Task (Task „router“), der sowohl das native Domino Routing-Protokoll NRPC (Notes Remote Procedure Call) als auch das Simple Mail Transport Protokoll (SMTP) zum Senden von Mails ins Internet beherrscht. Der dazugehörige SMTP-Servertask (Task „smtp“) dagegen sorgt dafür, dass Internet Mails auf diesem Server empfangen werden können.
Ferner gehört auch einWebserver zum Lieferumfang (Task „http“) sowie weitere Server wie z. B. IMAP, POP3, LDAP. In den verschiedenen Datenbanken werden die Daten gemeinsam mit der Anwendungslogik und der Benutzeroberfläche abgelegt. Im Lieferumfang sind schon mehrere Anwendungen mit dabei: unter anderemE-Mail,Kalender,Aufgabenliste, Adressverwaltung sowie Reservierungen von Räumen bzw. Ressourcen.
Im Gegensatz zu anderen Datenbankensystemen können die Datenbanken auch ohne Verbindung zum HCL Domino Server, nur mit dem HCL Notes Client, genutzt und bearbeitet werden. Sobald wieder eine Verbindung zwischen Client und Server besteht, werden die Änderungen an den Daten je nach Konfiguration automatisch – gemäß der definierten Verbindungsintervalle – oder auch manuell abgeglichen.
Dieses Konzept ist aus der Theorie der verteilten Datenbanken bekannt alsReplikation. Wenn ein Notes-Client (oder ein Domino-Server) mit einem Domino-Server Datenbanken repliziert, werden nur neue und geänderte Dokumente übertragen. Bei Bedarf kann auch nur ein Teil der Gesamtdaten repliziert werden. Dies kann dann über die Replizier-Parameter für jede Datenbank eingestellt werden (selektive Replikation). Der Replikationsmechanismus kann Änderungen an Dokumenten auf Feldebene erkennen und bei umfangreichen Dokumenten nur die geänderten Feldinhalte übertragen. Dadurch wird die zur Verfügung stehende Netzwerk-Übertragungskapazität effizient genutzt.
Domino-Server können in Domino-Clustern betrieben werden. Dabei werden zwei oder mehr Domino-Server einander zugewiesen. Das darunterliegende Betriebssystem spielt dabei keine Rolle. So ist es möglich, dass ein Domino-Server auf Windows mit einem anderen Domino-Server auf AIX einen Domino-Cluster bilden. Ein Domino-Cluster kann aus Servern verschiedener Dominoversionen aufgebaut werden. Domino-Cluster haben nichts mit Clustern auf Betriebssystem-Ebene zu tun. Bei Ausfall eines Domino-Servers übernimmt der Client den Wechsel auf einen anderen Domino-Server des Clusters. Cluster werden eingesetzt, um die Verfügbarkeit bei einem Serverausfall und die Leistungsfähigkeit durchLastverteilung zu maximieren.
Für die Arbeit mit dem Domino Server gibt es verschiedene Clients:
Für die Verwaltung des Domino-Servers hat HCL einen speziellen Administrations-Client eingeführt. DieserClient bietet Funktionen, die eineAdministration der HCL Notes-Domäne wesentlich erleichtern und nicht über den normalen Notes-Client möglich sind.
Der Administrations-Client kann auf derWorkstation des zuständigenAdministrators und sollte nach Möglichkeit nicht direkt auf demServer installiert werden.
Mit Hilfe des Administrations-Clients lassen sich die meisten Aufgaben bei derKonfiguration undAdministration von Domino-Servern bewältigen. Zusätzlich wird dieser zur vollständigenBenutzerverwaltung und zur kompletten Überwachung und Überprüfung der Funktionsweise des Servers eingesetzt.
Ein HCL Domino-Server offeriert auch einenWebserver, der Notes-Datenbanken über den Browser zur Verfügung stellt.
Zum Zugriff auf Mail, Kalender und Aufgaben bietet HCL Domino einen eigenen, webbasierten Client names HCL Verse an. Mit Hilfe der Integration von HCL Sametime für Chat und Meetings und HCL Nomad für den Webzugriff auf Notes-Anwendungen, ist so ein rein browserbasierter Zugriff für User möglich.
Mit Hilfe des Domino Designer können neue Datenbanken erstellt sowie das Design vorhandener Datenbanken geändert werden, sofern es nicht geschützt ist. Der Domino Designer umfasst neben Funktionen zum Anlegen und Verändern der verschiedenen Gestaltungselemente wie Masken, Ansichten, Seiten, Rahmen usw. auch eine Entwicklungsumgebung, in der mittels Formelsprache (sog. @Befehle und @Funktionen), LotusScript (mitDebugger),Java oderJavaScript programmiert werden kann.
Grundelemente einer jeden Notes-Datenbank sind Masken (forms) zum Erstellen, Ändern und Anzeigen von Dokumenten sowie Ansichten (views) und Ordner (folders) zur tabellarischen Darstellung von Dokumenten. Masken lassen sich vielfältig dynamisch darstellen, das heißt, Elemente können je nach Inhalt des Dokumentes angezeigt oder verborgen werden, Daten errechnet oder Skripte mittels Events gestartet werden. Für die Anzeige im Webbrowser ist es ferner möglich, HTML-Quellcode direkt vorzugeben, beziehungsweise kann man HTML-Gestaltungselemente wie Layer grafisch erzeugen und diese zum Beispiel auch dynamisch ein- und ausblenden.
Der Lotus-Notes-8-Client ist eine weiterentwickelte Version auf der Basis vonEclipse Rich Client Platform (Eclipse RCP). Diese integrative Schnittstelle heißt bei IBMLotus Expeditor und wird u. a. bereits als Basis für den IBM Lotus Sametime Connect Client (ab Version 7.5) genutzt. IBM bietet den Expeditor auch als separate Entwicklungs- und Runtimeumgebung an. Diese Schnittstelle ist sehr flexibel und ermöglicht die Integration und Verkettung (composite application) von Anwendungen unterschiedlicher Programmsprachen und Hersteller (SOA).Die Anfänge dieser Entwicklung gehen auf die ProduktlinieIBM Workplace zurück.Da Eclipse auf verschiedenen Plattformen angeboten wird, ist auch die Portierung des Lotus-Notes-8-Client gewährleistet.
Auf HCL Notes E-Mail kann auch mit weiteren Clients, wie z. B.Mozilla Thunderbird, zugegriffen werden, die die StandardsPOP3 undIMAP unterstützen. AuchMicrosoft Outlook ab Version 2002 kann vom Endanwender benutzt werden, um über den Domino Access for Microsoft Outlook (DAMO) Mail- und Kalenderfunktionen von HCL Notes zu nutzen.
Notes-Anwendungen respektive Notes-Datenbanken sind hochgradig portabel (zu über 99,9 %, das heißt, der Anpassungsaufwand auf einer weiteren Plattform ist weniger als ein Promille des Entwicklungsaufwands). Dieser außerordentlich hohe Grad an Portabilität wird jedoch nur erreicht, solange die Notes-Formelsprache verwendet wird. Bereits der Einsatz von LotusScript kann die Portabilität verringern, wenn betriebssystemspezifische Funktionen genutzt werden. So ist beispielsweise die Pfadangabe für eine Datei unter Windows und unterUnix unterschiedlich. Weiter reduziert wird die Portabilität durch Technologien wie clientseitiges Java, da dieses im Notesclient für den Macintosh nicht verfügbar ist.
Verwendet man jedoch lediglich die Formelsprache und portables LotusScript, so entsteht beispielsweise beim Übertragen einer Notes-Anwendung von Windows auf Macintosh der Hauptaufwand beim Anpassen der Schriftarten und Schriftgrößen (weil bspw. die Times Roman in Schriftgröße 10 auf Mac OS und Windows nicht gleich viel Platz beansprucht). Dies verdeutlicht, dass beim Portieren von klassischen Notes-Anwendungen in der Regel Aufwand nur bei der Darstellung anfällt und dass die Kernfunktionen identisch funktionieren.
Aber auch dies kann der Programmierer schon von Beginn beachten; so werden etwa im Original-HCL-Mail-Template sowohl für Windows als auch für Macintosh brauchbare Schriftarten verwendet.
Das Notes-System kennt mehrere Sicherheitssysteme:
Diese Sicherheitssysteme sind im HCL Notes-System integriert. Sie sind deswegen einfacher zu nutzen und zu administrieren als bei konventionellen Systemen, bei denen diese als separate Softwaresysteme installiert, konfiguriert und administriert werden müssen. Man denke hierbei an das Verteilen von Schlüsseln auf viele Clients oder das Aktualisieren von abgelaufenen Zertifikaten bei vielen Benutzern.
Ein Notes-Client kommuniziert mit einem Domino-Server über NRPC (Notes-RPC, Port 1352), einer Variante vonRPC. NRPC kann über TCP/IP, NETBIOS und andere Protokolle geroutet werden.
HCL Domino unterstützt das von IBM entwickelte ProtokollLightweight Third-Party Authentication fürSingle Sign-on im Webbrowser sowie beginnend mit Version 8.5.1 (2009)SPNEGO für den Single Sign On mitMicrosoft Active Directory im Notes Client. Ferner steht fürWindows ein Password-Synchronisations-Dienst zur Verfügung. Ab der Version 9.0 unterstützen sowohl der Notes Client als auch der Domino ServerSAML.
Beginnend mit der Version 5.0 unterstützt Notes das Auslesen und Schreiben von Notes-Daten und -Design von/nach XML. Die erste Funktionalität wurde im Rahmen der View-Darstellung durch ein Applet im Browser-Client realisiert und kann durch das Web-Kommando ReadViewEntries genutzt werden. Diese Funktionalität wird heute unter anderem zur verbesserten Web-Darstellung genutzt.
In Version 5 war weiterführende XML-Verarbeitung in der Java-Dokument-Klasse (.renderXML) und einem externen Toolkit verfügbar. Beginnend mit R6 lieferte IBM diese Funktionalität auch als integrierte Klassen für Lotus Script mit stark erweiterter Funktionalität aus. Mit Hilfe dieser Klassen lassen sich Daten und Design-Elemente extrahieren, manipulieren (viaDOM oderXSLT) und in bestehende oder neue Datenbanken zurückschreiben.
Notes-Data-Link-Dateien sind Verknüpfungen zu Datenbanken, Ansichten oder Dokumenten. Sie werden strukturiert alsplain-text in einer NDL-Datei abgelegt. Das Aussehen ähnelt einer XML-Datei. Die .NDL-Dateierweiterung wird bei der Installation des Notes Clients in der Windows-Registry eingetragen (Pfad: HKEY_CLASSES_ROOT).
Sobald eine .NDL-Datei erstellt wurde, kann sie beim Aufruf der NOTES.EXE als Parameter übergeben werden.[8]
Beispiel: NOTES.EXE C:\TEMP\TESTDATALINK.NDL
Wird die Verknüpfung über denInternet Explorer ausgewählt, wird HCL Notes geöffnet. Dies ist unabhängig vomcontent-type, den der Server übergibt. Der Microsoft Internet Explorer prüft erst im System, ob die Dateierweiterung bereits bekannt ist. Alternative Browser wie z. B. Firefox oder Opera können nicht im System prüfen, ob die Dateierweiterung .NDL bekannt ist. Stattdessen kommt es auf den vom Webserver übergebenen content-type an. Um Notes DataLinks über einen alternativen Browser aufzurufen, sollte als content-type: application/ndl übergeben werden.Dies erreicht man bspw. unter demApache HTTP Server durch Hinzufügen der Zeile „AddType .ndl application/vnd.lotus-notes binary 1.0 # Notes Data Link“ in dieKonfigurationsdatei.
DerIBM Workplace Client war ein wichtiger Technologielieferant für die Weiterentwicklung von Lotus Notes. Durch die Integration der IBM Workplace Client Technologie setzte Lotus Notes in der Version 8 erstmals auf dasOpen-Source-FrameworkEquinox auf, welches dieserviceorientierteOSGi-Architektur umsetzt und auch derIDEEclipse zugrunde liegt. Equinox wurde ursprünglich ebenfalls vonIBM entwickelt.
Der Zugriff auf Domino-Daten und Funktionen kann über verschiedeneAPIs erfolgen. Dabei können die Programmiersprachen C/C++ und Java zum Einsatz kommen. Ab Version 7 unterstützt Domino die Entwicklung vonWebservices. Ein Webservice kann in Lotus Script oder Java umgesetzt werden.
Der generische Zugriff überSOAP auf Domino-Dokumente lässt sich über dasOpen-Source-WerkzeugSOAPGATE erheblich vereinfachen.[9]
Ein häufig genannter Kritikpunkt von HCL Notes ist die wenig intuitiveBenutzeroberfläche und die damit einhergehende Unzufriedenheit mit der allgemeinen Benutzerfreundlichkeit der Software.[10]
Vor allem frühere Versionen von HCL Notes wurden dafür kritisiert, dass sie bewährte Bedienkonzepte anderer Software änderten, was eine inkonsistente und für Benutzer teils verwirrende Oberfläche zur Folge hatte. Ein Beispiel für diese Vorgehensweise findet sich im Tastatur-Kurzbefehl F5, der insbesondere innerhalb vonWindows zum Aktualisieren des aktuellen Fensters genutzt wird. In Notes führte dieser Befehl jedoch dazu, den Bildschirm zu sperren. Ein weiterer Kritikpunkt war die Nichtunterstützung proportionalerBildlaufleisten, die dem Nutzer normalerweise veranschaulichen, wie lang ein Dokument proportional zum aktuellen Bildausschnitt ist.[11] Nach Kritik an diesen Designentscheidungen wurden sie mit Erscheinen von Notes 8 korrigiert.
Ältere Notes-Versionen litten unter ähnlichen Problemen, wovon viele jedoch in späteren Versionen der Software korrigiert wurden. Ein Beispiel hierfür ist der Abwesenheitsagent, der vor Version 8.5 manuell de- und aktiviert werden musste, selbst wenn Start- und Enddatum vorher festgelegt wurden. Erst nach Notes 8.5 wird der Abwesenheitsagent automatisch beim Erreichen des Enddatums auch wieder deaktiviert.
Im Gegensatz zu anderen E-Mail-Programmen können Nutzer von HCL Notes nicht feststellen, ob eine Lesebestätigung gesendet wird, wenn sie eine E-Mail öffnen, da diese Option auf Serverebene konfiguriert wird. Die IBM-Entwickler waren der Meinung, dass „das Zulassen einer individuellen Stornierung von Lesebestätigungen die Absicht einer Lesebestätigung innerhalb einer Organisation verletzt“. Abhängig von den Einstellungen des Servers haben Benutzer also nicht die Möglichkeit, auf das Senden einer Lesebestätigung zu verzichten, was insbesondere bei unerwünschten E-Mails wie etwaSpam problematisch sein kann. Mit IBM Notes Version 9.0 wurde eine Möglichkeit eingefügt, diese Funktion von Notes zu umgehen, indem der .INI-Datei des IBM Domino-Servers ein entsprechender Eintrag hinzugefügt wird.[12][13]
Weitere Kritik betrifft die allgemeine Leistung und Stabilität von HCL Notes. Stürzt die Software ab, werden einige Prozesse im Hintergrund weiter ausgeführt, die das erneute Öffnen der Anwendung verhindern, bis sie manuell beendet werden.[14]
| Version | Veröffentlichung | Info |
|---|---|---|
| 1.0 | Dez. 1989 | |
| 1.1 | Aug. 1990 | unterstützt Client mit Windows 3.0 |
| 2 | 1991 | |
| 3 | Mai 1993 | |
| 3.1 | 23. Feb. 1994 | Unterstützung für Sun Solaris 1.1 |
| 3.2 | 4. Okt. 1994 | Unterstützung für UNIX-Plattformen: SCO Open Desktop,HP-UX, IBMAIX |
| 3.3 | 23. Feb. 1995 | Lotus Notes Desktop |
| 4 | 22. Jan. 1996 | Netware-Server-Unterstützung entfernt |
| 4.5 | 1996 | Einführung der Marke "Domino" für den Server. |
| 4.6 | 1997 | |
| 5 | 1999 | |
| 6.0 | Sep. 2002 | |
| 7.0 | Aug. 2005 | DB2-Unterstützung wird hinzugefügt |
| 7.0.1 | Jul. 2006 | Die erste Linuxversion wird veröffentlicht,[15] zertifiziert fürRed Hat Enterprise Linux. |
| 7.0.2 | Sep. 2006 | Ein Blogtemplate sowie Unterstützung fürRSS-Feeds undiCal werden hinzugefügt, außerdemSAP-ERP-Integration. Zusätzlich das FeatureNomad, welches erlaubt, den Notes-Client auf einem USB-Stick mitzunehmen. |
| 8.0 | Aug. 2007 | Einführung des aufExpeditor basierenden Standard-Clients; parallel wird der bisherige Notes-Client als „Basic“-Client weitergeführt |
| 8.5 | Dez. 2008 | ID Vault, neueRoamingfunktionen, xPages, DAOS (Speicherplatzersparnisse zwischen 40 % und 60 %) sowie eine Vielzahl anderer Erweiterungen. Der Domino Designer wird nach Eclipse portiert. Windows-Server-2008-Unterstützung wird hinzugefügt[16] |
| 9.0.0 | 21. Mär. 2013 | |
| 9.0.1 FP8 | 7. Mär. 2017 | Ab diesem Release werden statt „Fix Packs“ nun „Feature Packs“ ausgeliefert. Domino-Server 32-Bit-Linux und -AIX werden nicht mehr ausgeliefert (Umstieg auf 64 Bit), Clients für Windows XP und Linux wurde eingestellt.[17] |
| 10 | 10. Okt. 2018 | Domino Query Language (DQL), Unterstützung von Datenbanken mit mehr als 64 GB etc. |
| 11 | 20. Dez. 2019 | Überarbeitung des Clients, DAOS Tier 2 Storage, Verzeichnissynchronisation mit externenLDAP Directory, Aktualisierung derJava-Laufzeitumgebung auf OpenJ9.[18] |
| 12 | Q2 2021 | Die erste von HCL Software komplett überarbeitete Version von IBM Domino seit der Übernahme im Jahr 2019. Änderungen: Offene Schnittstellen zuSAP,Microsoft Teams,SharePoint undSalesforce. Anpassung der Sicherheitssysteme auf Let’s Encrypt, Zwei-Faktor-Authentifizierung,Fail2ban, TOTP 2FA, FaceID und biometrisches Login. Technisch neues C_API-Toolkit, Domino OSGI Tasklet Service undBootstrap |
| 12.0.2 | 17. Nov. 2022 | One-touch Domino setup Verbesserungen. Enhanced Domino Container image. Policy updates. Domino servers die SMTP Mails direkt aus dem Internet erhlaten können jetzt das Sender Policy Framework (SPF) und DomainKeys Identified Mail (DKIM) Protokoll benutzen. Domino 12.0.2 untestützt zwei neue federated-identity login Techniken die JSON Web Tokens (JWTs) acquired from OpenID Connect (OIDC) providers. Neuer Standard für Datenbanverschlüsselung ist128 bit AES, ebenfalls wird256 bit AES unterstützt. SELinux im Enforcing und Targeted mode wurde ebenfalls getestet und ist supported in Domino installations. Mit Domino Restyle können Domino Anwendungsoberflächen mit einer neuen moderneren UI ausgestattet werden. |
| 14.0 | 2. Dez. 2023 | HCL Notes/Domino 14.0 is a new major release AutoUpdate zum Download und zur Verteilung von Software Updates. AdminCentral ermöglicht die Administration des Servers mit Browser und Mobilen Geräten. Verse und Nomad sind Bestandteil des Domino server installers. DAOS repair im cluster. Ermöglicht Web-Login mit OIDC client und Passkey support. Der Notes client ist nur noch als 64-bit Client erhätlich. |
| 14.5 | 17. Jun 2025 | HCL Domino v14.5 stellt eine neue integrierte Künstliche Intelligenz mit Namen "Domino IQ" bereit die auf Nvidia GPU Hardware läuft. Diese ermöglicht es Large language models lokal auszuführen. Für Entwickler werden neue Java and LotusScript Klassen und eine OpenAI kompatible RestAPI bereitgestellt. AutoUpdate kann nun benutzt werden um Software installationen incl. Major-Updates durchzuführen. Domino kann jetzt als OIDC provider genutzt werden und kann den Einsatz von Passkey-Only authentication erzwingen. Aktualisiert wurden auch die integrierten Versionen von Eclipse (4.30) und Java (21 LTS). LotusScript Sprache führt Unterstützung für streaming output ein. |
| 14.5 FP1[19] | 29. Sep 2025 | Notes/Domino 14.5 Fix Pack 1 behebt ca. 40 bekannte Fehler.[19] |