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Litze (Geflecht)

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Doppellitze aufKragenspiegel einesBw-Dienstanzuges (Offizier)
SchulterklappeBw-Feldanzug (OberfähnrichSanitätsdienst) mitkobaltblauer Flachlitze und silbernerOA-Kordel („Discolitze“)

UnterLitze versteht man in derTextiltechnik einGeflecht. Ursprünglich eine dünneTextilkordel oderDrahtschnur bezeichnend, leitete sich davon später der Begriff für (farbige) Schnureinfassungen von Knopflöchern ab.[1]

Entsprechend steht Litze im erweiterten Sinn für einen schmalenBesatz aus textilerBorte,Metalltresse oderStickerei, insbesondere von echten oder falschen, d. h. nicht eingeschnittenen, Knopflöchern. Die bei derBundeswehr an denKragenspiegeln desDienstanzugs getragenen Doppellitzen bzw. Spiegellitzen in Form derZifferZwei derrömischen Zahlschrift stellen denn auch nichts anderes dar als einen traditionellen, stilisierten Knopflochschmuck.

Litzen heißen aber auch beimHeer der Bundeswehr die schmalen textilen Aufschiebeschlaufen inWaffenfarbe der jeweiligenTruppengattung. Sie sind an denSchulterklappen desFeldanzugs – auf Höhe der Schulternaht – anzulegen (siehe unten).

Letztlich besitzt eine Litze mehr den Charakter eines schmückendenPosaments, sie dient jedoch weniger derVerstärkung eines Kleidungsstücks. Heute finden Litzen kaum noch Verwendung, da sie erheblich teurer sind als gewobeneBänder bzw. Kordeln.

Uniformen und Trachten

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Litzen wurden besonders häufig beiUniformen des19. Jahrhunderts undTrachten als schmückendes und abgrenzendes Element verwendet.[2]

In deralten Armee (nach 1871) waren Litzen ursprünglich meist denGardeeinheiten vorbehalten. Zum 100. Geburtstag desalten Kaisers verliehKaiser Wilhelm II. am 22. März 1897 demGrenadier-Regiment „König Wilhelm I.“ (2. Westpreußisches) Nr. 7 Litzen.[3] Bis 1918 wurden auch weitereGrenadier-Regimenter und andereTruppenteile mit Litzen ausgezeichnet.[4]

Prinzipiell gab es drei Hauptformen von Litzen in der alten Armee bis zumÜbergangsheer (Reichswehr nach dem Ersten Weltkrieg):[5]

  • Altpreußische Litzen (Litzen alter Art mit oder ohne Spiegel)
  • Einfache Litzen (Einfache Kapellenlitzen)
  • Doppellitzen (Doppelte Kapellenlitzen)

1915 wurden auf der Felduniform die bisherigen Kragenlitzen durch eine kürze Version ersetzt. Diese bildete das Muster der um 1921, mit Formierung des Übergangsheeres derReichswehr, allgemein eingeführten Doppellitzen.[6] Man nannte diese auchdoppelte Kolbenlitzen.[7]

Bei der Bundeswehr nennt man die schmalen waffenfarbigen Aufschiebeschlaufen an den Schulterklappen des Feldanzugs ebenfalls Litzen (siehe oben). Sie sind aus 5 Millimeter breitergeklöppelter textiler Flachlitze gefertigt.Unteroffizieranwärter mit bestandenem Lehrgang tragen oberhalb davon eine 8 Millimeter breite Flachlitze aus hellaltgoldfarbenem Metallgespinst („Hoffnungsbalken“).Feldwebel- undOffizieranwärter tragen oberhalb der Flachlitze eine gedrehte Schnur aus altgoldenem bzw. silberfarbenem Metallgespinst (Oberfähnriche diese nur am Feldanzug); das Anwärterabzeichen heißt imSoldatenjargon fälschlich „Discolitze“ (statt tatsächlich „Discokordel“).Reservisten führten bis 2019 eine schwarz-rot-goldene Kordel. Genaueres siehe unterWaffenfarben.[8]

Galerie

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Siehe auch

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Literatur

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  • Jürgen Kraus:Die feldgraue Uniformierung des deutschen Heeres 1907–1918. 2 Bände. Biblio-Verlag, Osnabrück 1999,ISBN 3-7648-2533-2.
  • Paul Pietsch:Die Formations- und Uniformierungs-Geschichte des preußischen Heeres 1808–1914. 2 Bände. Verlag H. G. Schulz, 1963.
  • Adolf Schlicht, Jürgen Kraus:Die deutsche Reichswehr. Die Uniformierung und Ausrüstung des deutschen Reichsheeres von 1919 bis 1932 (= Kataloge des Bayerischen Armeemuseums Ingolstadt.Band 3). Verlag Militaria, Wien 2005,ISBN 3-902526-00-9. 

Weblinks

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Commons: Braids – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Litze. In:Heinrich August Pierer,Julius Löbe (Hrsg.):Universal-Lexikon der Gegenwart und Vergangenheit. 4. Auflage.Band 10:Lackfarbe–Matelen. Altenburg 1860,S. 440 (Digitalisat.zeno.org). 
  2. Symbole der Pioniertruppe. (Memento desOriginals vom 4. März 2016 imInternet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäßAnleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bdpi.org Bund Deutscher Pioniere.
  3. Kriegsministerium (Hrsg.):Königlich Preussisches Armee-Verordnungs-Blatt, 22. März 1897, 31. Jahrgang, Extra-Ausgabe, S. 7, E.S. Mittler & Sohn.
  4. Paul Pietsch:Die Formations- und Uniformierungs-Geschichte des preußischen Heeres 1808–1914. Band 1:Fußtruppen. Verlag H. G. Schulz, 1963, S. 28–29.
  5. Jürgen Kraus:Die feldgraue Uniformierung des deutschen Heeres 1907–1918. Band 1. Biblio-Verlag, Osnabrück 1999,ISBN 3-7648-2533-2, S. 152–154.
  6. Adolf Schlicht, Jürgen Kraus:Die deutsche Reichswehr. Die Uniformierung und Ausrüstung des deutschen Reichsheeres von 1919 bis 1932 (= Kataloge des Bayerischen Armeemuseums Ingolstadt.Band 3). Verlag Militaria, Wien 2005,ISBN 3-902526-00-9,S. 74–75. 
  7. Adolf Schlicht, Jürgen Kraus:Die deutsche Reichswehr. Die Uniformierung und Ausrüstung des deutschen Reichsheeres von 1919 bis 1932. Verlag Militaria, Wien 2005,ISBN 3-902526-00-9,S. 88. 
  8. Vgl. auch ein Beispiel für dieNVA documentarchiv.de/ddr
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