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Lika

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Für andere Bedeutungen sieheLika (Begriffsklärung).

DieLika [ˈliːka] ist einehistorische Landschaft imWestenKroatiens. Sie liegt zwischen den GebirgszügenMala Kapela imOsten undVelebit im Westen mit dem HauptortGospić.

Geografie

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Landschaftsbild Lika, Zentralkroatien
Lika, Polje und umliegende Berge

Im Zentrum der Landschaft befindet sich dasverkarstete Hochbecken der Lika (Ličko polje). Mit etwa 700 km² Fläche ist es das größtePolje überhaupt, gefolgt vom Polje vonLivno mit 405 km²[1]. Es ist jedoch karg und wenig geeignet für einelandwirtschaftliche Nutzung. Trotzdem stammen aus der Lika qualitativ besonders hochwertigeKartoffeln (Lički krumpir). Große Flächen bestehen aus Weideland.

Seit der Fertigstellung derAutobahn A1ZagrebSplit siedeln sich weitere nichtlandwirtschaftliche Unternehmen an.

Demografie

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Die Lika ist dünn besiedelt undstrukturschwach. In der Region leben heute hauptsächlichKroaten, im Osten gibt es jedoch eine bedeutendeserbische Minderheit.

Die Bevölkerungsentwicklung in der Lika war schon vor demKroatienkrieg rückläufig.Landflucht oder Emigration führte seit Jahrzehnten zu einem Bevölkerungsrückgang. In derGespanschaft Lika-Senj (Ličko-senjska županija), die zum Großteil deckungsgleich mit der Lika ist, lebten 2001 noch insgesamt 53.677 Einwohner. Das sind 37 % weniger als 1991.[2]

Auch wenn der Anteil der kroatischen Bevölkerung in den Dörfern der Lika in der Regel höher ist als der serbische, stellt sich dem Beobachter oft ein anderes Bild dar. Viele der Kroaten sind in ihren Heimatorten polizeilich noch gemeldet, sie arbeiten und wohnen jedoch längst in den Großstädten, in touristischen Zentren an derAdria oder in Mitteleuropa.

Geschichte

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Die Namensbezeichnung Lika entstammt der Überlieferung nach vom WortLik, was imkroatischen ikavischen Dialekt das Wort fürMedikament darstellt und sich auf die zahlreich vorkommendenHeilkräuter bezieht. Anderen Quellen zufolge stammt die Bezeichnung von der griechischen Bezeichnunglykos = „Wolf“.

LautKonstantin Porphyrogennetos gehörte die Lika zusammen mitGacka undKrbava in der ersten Hälfte des 10. Jahrhunderts zuKroatien und wurde alsGespanschaft von einem gemeinsamenBan verwaltet.

Ein Großteil der Bevölkerung flüchtete während derTürkenkriege und nach der Eroberung weiter TeileBosniens,Kroatiens undDalmatiens in den Jahren 1493 und 1529/1532 aus der Lika. Sie siedelten sich in den fruchtbareren und teilentvölkerten Gebieten von Westungarn, Niederösterreich, Südmähren und der Südwestslowakei an. Für sie kamen orthodoxeVlachen aus dem Inneren des Osmanischen Reiches in die Lika.

BeimFriede von Karlowitz 1699 kam die Lika zurHabsburgermonarchie und wurde 1712 in diekroatische Militärgrenze integriert, in der sie bis zu deren Auflösung 1881 verblieb.

Karte desKomitats Lika-Krbava desKönigreichs Ungarn (1867/68).

Zur Zeit desKönigreich Kroatien und Slawonien (ungarischHorvát-Szlavónország), eines autonomen Königreichs unter derungarischen Stefanskrone innerhalb derHabsburgermonarchie, war diese Gegend Teil des KomitatsLika-Krbava mit dem KomitatssitzGospić und gehört heute überwiegend zurGespanschaft Lika-Senj. Die Lika wird im Westen vomVelebit-Gebirge und im Osten vombosnischen Mittelgebirge begrenzt.

Ein Teil der Lika war imKroatienkrieg von 1990 bis 1995 als Teil derRepublik Serbische Krajina serbisch kontrolliert. Die kroatischen Bewohner wurden vertrieben oder umgebracht und deren Häuser geplündert und niedergebrannt. Nahezu sämtliche katholische Kirchen wurden zerstört.

Dieser Teil weist heute noch große Zerstörungen auf, darunter auch solche, die erst bei der Eroberung dieses Gebietes durch kroatische Polizei und Militäreinheiten im Rahmen derMilitäroperation Oluja angerichtet wurden. Während der Operation wurden mindestens 150 Serben getötet,[3] Tausende wurden vertrieben oder flüchteten, so dass nach 1995 große Gebiete vorübergehend völlig unbesiedelt waren und zum Teil bis heute sind. Dabei ist bis heute nicht erwiesen, ob es sich um geplante Vertreibungen von Seiten derkroatischen Streitkräfte gehandelt hat oder die Massenflucht der Serben lediglich in Kauf genommen wurde. Die politische Führung der Krajina-Serben hatte angesichts der sich abzeichnenden Niederlage die Evakuierung angeordnet. Danach wurden jedoch zahlreiche der verlassenen serbischen Häuser vernichtet oder dort kroatische Flüchtlinge ausBosnien und Herzegowina angesiedelt, was die Rückkehr der serbischen Bevölkerung bis heute sehr schwierig macht.

Tourismus

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Ein präparierter Braunbär aus der Lika

Die Lika ist ein Ziel für Touristen. Bekannte Nationalparks wie diePlitvicer Seen und der NationalparkPaklenica ziehen ausländische Besucher an. Des Weiteren ist die Lika für dasVelebit-Gebirge bekannt und ein beliebtes Ziel von Bergsteigern und Naturkundlern. Die Region bietet auch zahlreiche Flüsse wie dieKorana, die sich durch den Karst der Lika schlängelt. Neben zahlreichen seltenen Pflanzen ist die Lika Heimat für in Europa seltene Wildtiere, wie zum Beispiel den Braunbären, sowie Wölfe, Luchse, Wildkatzen, Rotwild und Reptilien (Schlangen und Echsen). InKuterevo befindet sich eineBären-Aufzuchtstation. Entlang der Adriaküste finden sich kleine Fischerdörfer, die zum Sonnenbaden einladen. Die Geschichte der Lika kann im Lika-Museum der RegionalhauptstadtGospić besichtigt werden.

Bedeutende Orte

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Im Norden der Lika liegt der NationalparkPlitvicer Seen.

Siehe auch

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Literatur

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  • Andreas Helmedach:Lika. In: Holm Sundhaussen, Konrad Clewing (Hrsg.):Lexikon zur Geschichte Südosteuropas. 2. erweiterte u. aktualisierte Auflage. Böhlau Verlag, Wien, Köln, Weimar 2016,ISBN 978-3-205-78667-2,S. 572 ff. 
  • Carl Patsch:Die Lika in römischer Zeit (= Schriften der Balkankommission, Antiquarische Abteilung). Wien 1900. 

Weblinks

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Commons: Lika – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen

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  1. Alfred Bögli:Karsthydrographie und physische Speläologie. Springer, 1978.
  2. Census 2001.
  3. Anklage des Internationalen Strafgerichtshofs für das ehemalige Jugoslawien gegen Ante Gotovina, Counts 2 and 3 (Murder).
Historische Regionen derRepublik Kroatien

44.74738888888915.242472222222Koordinaten:44° 45′ N,15° 15′ O

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