
Laurence McKinley „Larry“ Gould (*22. August1896 inLacota,Michigan; †21. Juni1995) war einUS-amerikanischerGeologe,Hochschullehrer undPolarforscher.
Gould wuchs in Lacota auf. Nach Beendigung der Highschool inSouth Haven 1914 siedelte er nachBoca Raton um und unterrichtete dort für zwei Jahre Kinder der ersten acht Schulklassen in einerEinklassenschule, um Geld zur Finanzierung eines Studiums zu verdienen. 1916 schrieb er sich an derUniversity of Michigan ein. Ein Jahr später unterbrach er das Studium und meldete sich im Zuge des Eintritts der Vereinigten Staaten in den Ersten Weltkrieg zurU.S. Army. Er diente bis 1919 und kehrte dann an die Universität zurück.
Nach Abschluss des Bachelors in Geologie im Jahr 1921 wurde er Mitarbeiter an der Universität während er sein Studium fortsetzte. Während des Studiums gründete er dasBeta Tau Chapter derStudentenverbindungPi Kappa Alpha an der Universität. Zudem war er in der ebenfalls studentischen OrganisationSociety of Les Voyageurs aktiv, einem der ältesten universitären sogenanntenOutdoor Clubs.
1923 erhielt er den Master-Grad und 1925 denD.Sc. mit einer Dissertation über Geologie derLa Sal Mountains inUtah. 1926 wurde er Assistant Professor und 1930 Associate Professor an der University of Michigan.
Im Sommer 1926 reiste Gould alsAssistent Director und Geologe mit der Grönland-Expedition der University of Michigan zum ersten Mal in dieArktis. Im darauf folgenden Sommer war er als Geograph und Topologe anGeorge Putnams Expedition zur Erkundung der Küste derBaffin-Insel imkanadisch-arktischen Archipel beteiligt.
Von 1928 bis 1930 begleitete erRichard Evelyn Byrd als wissenschaftlicher Leiter und stellvertretender Kommandant auf dessenerster Antarktis-Expedition. Am 4. November 1929 starteten Gould und fünf Begleiter zu einer äußerst beschwerlichen zweieinhalb Monate dauernde 2.400 km langen Schlittenhundreise in dasKönigin-Maud-Gebirge. Primäres Ziel war Bodenunterstützung und Notfallabsicherung für Byrds historischen ersten Flug über den Südpol. Dazu wurden die in diesem Gebiet ersten geologischen und glaziologischen Untersuchungen durchgeführt. Gould bezeichnete das Gebiet als „a veritable paradise for a geologist“.[1]Nach dem erfolgreichen Flug über den Pol bestiegen Gould und seine Begleiter denMount Fridtjof Nansen ebenfalls ergänzt um geologische Untersuchungen. Die Sandsteinschichten, die Gould inFelsnasen am Berg fand, bestätigten die Theorie, dass auch dieAntarktika geologisch mit den anderen Kontinenten verbunden ist.
Die Expedition war in der Presse regelmäßig Thema gewesen und so erhielten die Teilnehmer bei ihrer Rückkehr in die Vereinigten Staaten am 19. Juli 1930 einen triumphalen Empfang. Gould erhielt zahlreiche Ehrungen, darunter dieCongressional Gold Medal, dieDavid Livingstone Centenary Medal derAmerican Geographical Society des Jahres 1930 und eine Medaille der StadtNew York.
Zwei Wochen später, am 2. August 1930, heiratete Gould inAnn Arbor Margaret („Peg“) Rice, die eine Studentin in einer seiner Klassen an der University of Michigan gewesen war. In der Zeit nach der Rückkehr aus der Antarktis reiste Gould durch das Land und hielt Vorträge über seine Erfahrungen. 1931 erschien sein BuchCold: the Record of an Antarctic Sledge Journey, in dem er die Schlittenhundereise,Blizzards, einstürzende Schneebrücken und vor allem die Kälte, die beinahe einem Begleiter das Augenlid zufrieren ließ, beschrieb. Daneben veröffentlichte er diverse wissenschaftliche Artikel mit den Ergebnissen seiner Forschungen während der Expedition.

1932 trat Gould eine Stelle als ordentlicher Professor und Leiter des geologischen Departments amCarleton College an. Dazu zogen die Gould nachMinnesota. Gould war ein beliebter Professor in Carleton. 1945 wurde er zum Präsident des College ernannt, eine Stellung, die er bis 1962 innehatte. 1963 ging er in den Ruhestand und wechselte nachTucson und lehrte dort Glaziologie an derUniversity of Arizona. Darüber hinaus war er Präsident derAmerican Association for the Advancement of Science.
Zu Lebzeiten erhielt Gould 26 Ehrenabschlüsse und -würden.[1] 1995 benannte das Carleton College die Bibliothek zu seinen Ehren inLaurence McKinley Gould Library um. Das ForschungsschiffRV Laurence M. Gould, in 76 Meter langes, eisgängiges Schiff derNational Science Foundation für Polarumrundungen aus dem Jahre wurde nach ihm benannt.[2]
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Gould, Laurence McKinley |
| ALTERNATIVNAMEN | Gould, Larry (Spitzname) |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanischer Geologe, Hochschullehrer und Polarforscher |
| GEBURTSDATUM | 22. August 1896 |
| GEBURTSORT | Lacota,Michigan |
| STERBEDATUM | 21. Juni 1995 |