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Laure Diebold

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Laure Diebold

Laure Diebold, gelegentlich auchLaure Diebolt geschrieben (*10. Januar1915 inErstein,Reichsland Elsaß-Lothringen; †17. Oktober1965 inLyon), war ein wichtiges, profiliertes Mitglied derRésistance während desZweiten Weltkriegs. Sie war zeitweilig die Privatsekretärin vonJean Moulin, bevor sie 1943 verhaftet und bis 1945 in verschiedenenKonzentrationslagern eingesperrt blieb. Sie war eine von sechs weiblichen Résistantes, die mit demOrdre de la Libération ausgezeichnet wurden.

Leben

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Laure Diebold wurde alsLaure Mutschler in einer französisch-patriotischen Familie geboren, alsElsaß-Lothringen zumdeutschen Kaiserreich gehörte. Ab 1922 lebte sie mit ihren Eltern inSainte-Marie-aux-Mines.

Nach ihrer Ausbildung wurde sie ab 1934 zweisprachige (Französisch-Deutsch) Steno-Sekretärin in denÉtablissements Baumgartner anfangs in Sainte-Marie-aux-Mines, später in einer Plastikwarenfabrik. Während desSitzkrieges arbeitete sie als Sekretärin eines Industriellen inSaint-Dié.

Ab 1940, dem Beginn der deutschenAnnexion des Elsass, trat sie dem Résistance-Netz„AV“ (Armée des Volontaires; deutsch: Freiwilligenarmee) vonCharles Bareiss (1904–1961)[1] bei. Unter dem Decknamen„Mado“ fungierte sie gleichzeitig auch in einem anderen Widerstandsnetz namens„Mithridate“ als Verbindungsagent, das bis zuAlfred Rebert im Elsass reichte. Nach demWaffenstillstand von Compiègne blieb sie im Elsass und baute eineFluchthilfe­organisation auf. Sie nahm häufiger aus derKriegsgefangenschaft ausgebrochene Franzosen auf, sowohl in ihrem Elternhaus in der Rue Jean Jaurès 4, wie auch im Hause ihres späteren Ehemanns, Eugène Diebold, der Sekretär des Bürgermeisters war. Als die Deutschen kurz vor Weihnachten 1941 nach ihr zu suchen begannen, floh sie, versteckt in einerLokomotive, aus dem Elsass nachLyon in die unbesetzte Südzone Frankreichs.

Dort arbeitete sie als Sekretärin für eine Dienststelle für Flüchtlinge aus Elsaß-Lothringen. Ab Mai 1942 begann sie mit der Sammlung von Informationen für das Résistance-Netzwerk Mithridate, bevor sie diese verschlüsselte und nachLondon verschickte.

Am 31. Januar 1942 heiratete sie Eugène Diebold, der ebenfalls nach Lyon geflohen war. Im Juli 1942 wurden beide festgenommen, aber mangels Beweisen wieder freigelassen. Sie tauchte inAix-les-Bains unter dem Decknamen„Mona“ unter.

Im September 1942 arbeitete sie für die Regionaldelegation als Verbindungs- und Fluchthilfeagent. VomBureau Central de Renseignements et d’Action (BCRA) wurde sie unter dem Decknamen„Mado“ im Rang einesLeutnants vonFrance libre als Agent der Stufe P2 geführt.

In der Dienststelle für Flüchtlinge aus Elsaß-Lothringen traf Laure Diebold im August 1942 auchDaniel Cordier undHugues Limonti. Cordier war bereits Sekretär beiJean Moulin. Über ihn wurde Laure Diebold die Privatsekretärin Jean Moulins, bei dem sie eine Vielzahl von Aktivitäten entfaltete. Moulin wollte das Trio bereits im März 1943 nachParis entsenden.

Nach Moulins Verhaftung im Juni 1943 zog Laure Diebold zusammen mit ihrem Ehemann nach Paris um, wo sie mitClaude Bouchinet-Serreulles undGeorges Bidault zusammenarbeitete. Am 23. November 1943 wurde das Paar verhaftet und in das berüchtigte GefängnisFresnes am Rande von Paris verlegt.

Dort entging sie derFolter, weil es ihr gelang, dieGestapo zu überzeugen, dass sie nur eine Sekretärin und keine wichtige Figur in einem Résistance-Netzwerk sei. Zunächst noch inSaarbrücken undStraßburg interniert, wurde sie im Januar 1944 in dasSicherungslager Vorbruck-Schirmeck verschleppt, von wo sie schnell in dasKZ Auschwitz transportiert wurde. Dort sah sie ihren Ehemann wieder. Von dort gelangte sie in dasKZ Ravensbrück, weiter nachAltenburg, um von dort weiter in einAußenlager desKZ Buchenwald inMeuselwitz verschleppt zu werden. Am 6. Oktober 1944 wurde sie in ein weiteres Außenlager des KZ Buchenwald inTaucha verlegt. Ernstlich erkrankt und dem Tode nahe, wurde sie durch einentschechischen Laborarzt im Lager gerettet, der seine Akten frisierte und sie so vor dem sicheren Tod rettete.

Im April 1945 wurde sie von den Amerikanern befreit und kehrte sehr entkräftet nach Paris zurück, wo sie am 16. Mai 1945 eintraf und ihren Ehemann imHôtel Lutetia wiederfand, der ebenfalls aus derDeportation zurückkehren konnte.

Bis 1957 arbeitete sie in Paris bei derDGER, demNachrichtendienst derVierten Republik. Danach wechselte sie in ein Unternehmen in Lyon, wo sie als Sekretärin und Bibliothekarin tätig war. Laure Diebold starb am 17. Oktober 1965 in Lyon. Ihrem letzten Wunsch folgend wurde sie am Ort ihrer Kindheit, Sainte-Marie-aux-Mines im Elsass begraben.

Heute sind eine Straße in Lyon und ein Platz in Sainte-Marie-aux-Mines nach Laure Diebold benannt.

Ehrungen und Auszeichnungen

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Einzelnachweise

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  1. Musée de la Résistance en ligne:Rue Paul Winter Mulhouse (Haut Rhin). Abgerufen am 28. Dezember 2018

Siehe auch

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Frauen in der Résistance

Weblinks

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Normdaten (Person):LCCN:n2012049771 |VIAF:194150934 |Wikipedia-Personensuche | Kein GND-Personendatensatz. Letzte Überprüfung: 30. November 2025.
Personendaten
NAMEDiebold, Laure
ALTERNATIVNAMENDiebolt, Laure; Mutschler, Laure (Geburtsname)
KURZBESCHREIBUNGfranzösische Nachrichtendienstlerin, Mitglied der Résistance
GEBURTSDATUM10. Januar 1915
GEBURTSORTErstein,Département Bas-Rhin
STERBEDATUM17. Oktober 1965
STERBEORTLyon
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