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Landkreis Wittmund

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WappenDeutschlandkarte
Basisdaten
Koordinaten:53° 35′ N,7° 43′ O53.587.71Koordinaten:53° 35′ N,7° 43′ O
Bundesland:Niedersachsen
Verwaltungssitz:Wittmund
Fläche:656,84 km²
Einwohner:55.969 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte:85 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen:WTM
Kreisschlüssel:03 4 62
NUTS:DE94H
Kreisgliederung:19Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Am Markt 9
26409 Wittmund
Website:www.landkreis-wittmund.de
Landrat:Holger Heymann (SPD)
Lage des Landkreises Wittmund in Niedersachsen
Karte
Karte

DerLandkreis Wittmund ist eineGebietskörperschaft im Nordwesten des LandesNiedersachsen und gehört zuOstfriesland. Er ist nach demLandkreis Lüchow-Dannenberg nach der Einwohnerzahl der zweitkleinste Landkreis in Niedersachsen und der drittkleinste Landkreis Deutschlands.Kreissitz ist die StadtWittmund.

Geographie

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Lage

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Zum Kreisgebiet gehören neben den Gemeinden auf dem Festland auch die beiden vorgelagertenostfriesischen InselnLangeoog undSpiekeroog. Ein Großteil des Festlandes umfasst den historischen LandstrichHarlingerland.

Nachbarkreise

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Der Landkreis Wittmund grenzt im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an dieNordsee und an die LandkreiseFriesland,Leer undAurich.

Flächennutzung

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Von der Gesamtfläche sind nach der Katasterfläche (Stand 1. Januar 2007) 50.368 Hektar Landwirtschaftsflächen, 3889 Hektar Gebäude- und Freiflächen und fast ebenso viele Waldflächen (3880 Hektar). Die restlichen Flächen bilden Flächen anderer Nutzung (3089 Hektar), Verkehrsflächen (2512 Hektar), Wasserflächen (1525 Hektar), Erholungsflächen (228 Hektar) und Betriebsflächen (175 Hektar).

Klima

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Der Landkreis Wittmund zählt laut dem Klimarisikoindex desInstituts der deutschen Wirtschaft und der VersicherungErgo aus dem Jahr 2026 zu den in Deutschland vomKlimawandel besonders betroffenen Gebieten. Als wesentliche Risiken werden Stürme, Starkregen, Überschwemmungen und Sturmfluten genannt.[2][3]

Geschichte

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Siehe auch:Geschichte Ostfrieslands undHarlingerland

Der Kreis Wittmund entstand 1885 aus den altenhannoverschen ÄmternWittmund undEsens sowie der Stadt Esens.[4] Kreissitz wurde Wittmund.

Am 1. April 1919 schied die StadtWilhelmshaven, bis dahin eine durchOldenburger Gebiet abgetrennteExklave des Kreises Wittmund, aus dem Kreis aus und bildete einen eigenenStadtkreis. Im Zuge derMoorkolonisierung in Ostfriesland wurden im Kreis Wittmund am 1. Juni 1922 die beiden neuen GemeindenMullberg undWiesmoor gebildet. Am 1. April 1951 wurden Mullberg und Wiesmoor Teil der vergrößerten Gemeinde Wiesmoor, die dem Landkreis Aurich zugeordnet wurde.

DieGebietsreform in Niedersachsen führte am 1. Juli 1972 zu einer weiteren Verkleinerung des Landkreises Wittmund:

Insgesamt wurde durch die Gebietsreform die Zahl der Gemeinden des Kreises von noch 63 im Jahre 1967 auf die heutigen 19 verringert.[5]

Im Zuge der 1977 durchgeführten Kreisreform in Niedersachsen wurde der Landkreis Wittmund vorübergehend aufgelöst und mit den GemeindenJever, Sande,Schortens,Wangerland,Wangerooge des Landkreises Friesland zu einem neuen Landkreis Friesland zusammengeschlossen, dessen Kreisstadt Wittmund wurde. Nach einer Verfassungsbeschwerde erklärte derNiedersächsische Staatsgerichtshof in Bückeburg die Kreisreform im Raum Friesland für verfassungswidrig. Daraufhin stellte derNiedersächsische Landtag zum 1. Januar 1980 die LandkreiseAmmerland, Friesland und Wittmund in ihrer ursprünglichen Form vom 31. Juli 1977 wieder her.

Einwohnerentwicklung

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Bevölkerungspyramide für den Kreis Wittmund (Datenquelle: Zensus 2011[6].)
JahrEinwohnerQuelle
189047.275[7]
190055.545[7]
191069.678[7]
192538.881[7]
193942.756[7]
195060.863[7]
196051.000[7]
197056.700[8]
198053.500[9]
199052.827[10]
200057.334[10]
201057.280[10]
202057.384[10]

Der Landkreis Wittmund verzeichnet seit den 1990er Jahren im Landesvergleich ein überdurchschnittliches Bevölkerungswachstum.[11] So stieg die Zahl der Einwohner zwischen 1996 und 2006 um rund 2200. Diese Zahl ergab sich aus einem Wanderungsüberschuss von 2278 Personen bei einem Geburtsdefizit von minus 77. Der Anteil der unter 20-Jährigen an der Einwohnerzahl liegt bei 22,5 Prozent, das ist etwas mehr als der Durchschnitt Westdeutschlands von 20,7 %. Der Anteil der über 65-Jährigen lag leicht höher: 20 % gegenüber 19,5 %.

Politik

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Kreistag

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DemKreistag des Landkreises Wittmund gehören 42 gewählteAbgeordnete und derLandrat an. Dies ist die festgelegte Anzahl für einen Landkreis mit einer Einwohnerzahl 100.000 Einwohnern.[12] Die Abgeordneten werden durch eineKommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit beginnt am 1. November 2021 und endet am 31. Oktober 2026.

Die letzte Kommunalwahl vom 12. September 2021 ergab das nachstehende Ergebnis(mit den Ergebnissen der vorherigen Wahlen):

Parteien und Wählergemeinschaften%
2021[13]
Sitze
2021
%
2016[14]
Sitze
2011
%
2011[15]
Sitze
2011
%
2006[16]
Sitze
2006
n
2001
Sitze
2001
SPDSozialdemokratische Partei Deutschlands42,01839,91737,91642,51845,720
CDUChristlich Demokratische Union Deutschlands33,51436,91641,81744,31843,219
GrüneBündnis 90/Die Grünen10,247,539,944,023,21
AfDAlternative für Deutschland4,924,2
FDPFreie Demokratische Partei3,113,012,813,813,01
EBIEsener Bürgerinitiative1,711,512,51
BFBBürger Für Bürger Wittmund1,611,711,711,91
Neue Liste1,61
LinkeDie Linke1,711,811,51
FWGFreie Wählergemeinschaft Wittmund1,001,411,91
Die Friesen0,80
Gesamt1004210042100421004210041
Wahlbeteiligung59,18 %58,6 %56,0 %57,4 %59,5 %
Historisches Kreishaus

Die SPD schloss für die Wahlperiode 2016 bis 2021 ein Bündnis mit den Grünen, BFB, Linken und EBI. Die neue Gruppe mit dem NamenRot-Grün-Plus kommt im Kreistag auf 23 von 42 Sitzen und hat so eine Mehrheit im Kreistag.[17] Damit kündigte die SPD ihre seit 2006 andauernde Zusammenarbeit mit der CDU und FDP auf.[18]

Landrat

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Landrat ist seit 2016Holger Heymann. 2021 wurde er mit 81,90 Prozent der abgegebenen Stimmen wiedergewählt.[19] Der Landrat vertritt den Landkreis auf politischer Ebene und ist gleichzeitig Chef der Kreisverwaltung.

Der SPD-Landtagsabgeordnete Holger Heymann wurde am 11. September 2016 erstmals zum Landrat gewählt. Er lösteMatthias Köring ab, der in die Privatwirtschaft gewechselt war. Köring war zuvorErster Kreisrat und damit der erste Stellvertreter seines VorgängersHenning Schultz, der aus Altersgründen sein Amt abgegeben hatte. Schultz war seit 1998 der erste hauptamtliche gewählte Landrat gewesen. Während Schultz der CDU angehörte, wurde Köring im Wahlkampf von einem breiten Bündnis aus CDU, SPD und FDP getragen. Zwischen 1964 und 1977 sowie ab 1980 warHermann Creutzenberg (CDU) Landrat.

Ehemalige Landräte

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Die bisherigen Landräte waren:

  • Carl Hermann Lodemann (1. April 1885 – 14. November 1889)
  • Bruno Alsen (20. November 1889 – 10. Dezember 1897)
  • Ernst Budde (1. Dezember 1897 – 15. Juni 1911)
  • Max Schramm (15. Juni 1911 – 31. Dezember 1929)
  • Karl Liebenow (2. Januar 1930 – 1. Juli 1933)
  • Hans Kreutzberger (9. Oktober 1933 – 21. Juli 1937)
  • Adolf von Nassau (2. August 1937 – 12. Mai 1945)
  • Eberhard Buisman (8. April 1946 – 31. Oktober 1946)
  • Reinhard Onken (1. November 1946 – 20. Oktober 1964)
  • Hermann Creutzenberg (1964–1977)
  • Hermann Ehlts (August 1977 – 31. Dezember 1979), auch Landrat imLandkreis Friesland
  • Hermann Creutzenberg (1980–1991)
  • Werner Schmidt (11. November 1991 – 31. März 1998), letzter ehrenamtlicher Landrat
  • Henning Schultz (1. April 1998 – 31. Dezember 2009), erster direkt gewählter Landrat im Landkreis Wittmund
  • Matthias Köring (6. Januar 2010 – 31. Oktober 2016)
  • Holger Heymann (seit 1. November 2016)

Ehemalige Oberkreisdirektoren

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  • Onke Oncken (1. April 1946 – 30. Juni 1957)
  • Heinrich Strauß (1. Juli 1957 – 31. Mai 1974)
  • Rudolf Hoyer (1. Juni 1974 – 30. Juni 1977)
  • Eckart Bode (1. August 1977 – 31. Dezember 1979)
  • Dieter-Joachim Bannowsky (1. Januar 1980 – 30. September 1980)
  • Christian von Arnswaldt (1. Oktober 1980 – 25. August 1985)
  • Henning Schultz (1. April 1986 – 31. März 1998)

Abgeordnete in Landtag und Bundestag

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DerLandtagswahlkreis Wittmund/Inseln umfasst den Landkreis Wittmund sowie imLandkreis Aurich die StädteNorderney undWiesmoor, die GemeindeDornum und die InselgemeindenJuist undBaltrum. Bei der letztenLandtagswahl in Niedersachsen vom 9. Oktober 2022 wurde das Direktmandat vonKarin Emken (SPD) gewonnen. Sie erhielt 38,5 % der Stimmen.[20] Emken löst damit den vorherigen LandtagsabgeordnetenJochen Beekhuis (parteilos, zuvorSPD) ab, der seit seinem Ausschluss aus der SPD-Fraktion am 22. Oktober 2019[21] dem Landtag alsfraktionsloser Abgeordneter angehörte.

DerBundestagswahlkreis Friesland – Wilhelmshaven – Wittmund umfasst die StadtWilhelmshaven sowie die LandkreiseFriesland und Wittmund.[22] Bei derBundestagswahl 2025 gewann die SozialdemokratinSiemtje Möller das Direktmandat zum dritten Mal in Folge. Über Listenplätze ihrer Parteien zogenAnne Janssen (CDU) undMartin Sichert (AfD) aus dem Wahlkreis in den Bundestag ein.[23]

Wappen

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Wappen am Kreishaus

Auf dem Wappen ist eine goldene Kogge mit drei Segeln. Auf den Segeln befinden sich die Abbildungen eines schwarzen Bären (Esens), gekreuzte Peitschen (Harlingerland) und ein Doppelkopfadler (Friedeburg). Es wurde 1951 an den Kreis verliehen.

Siehe auch:Liste der Wappen im Landkreis Wittmund

Wirtschaft und Infrastruktur

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Die Wirtschaft ist geprägt durch die Landwirtschaft und den Tourismus sowie eine Vielzahl mittelständischer und Familienunternehmen. Der Landkreis gilt als strukturschwach. ImZukunftsatlas 2016 belegte der Landkreis Wittmund Platz 284 von 402 Landkreisen, Kommunalverbänden und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Regionen mit „ausgeglichenem Chancen-Risiko Mix“ für die Zukunft.[24]

Nach einer Erhebung des regionalen Wirtschaftsportals Regis-Online gab es per Ende März 2007 im Landkreis knapp 11.600 Beschäftigte.[25] Überdurchschnittlich stark ist in dem Küstenlandkreis der Handel, das Gastgewerbe und der Verkehrssektor vertreten: Hier arbeiten 32,1 Prozent der Beschäftigten (Bundesdurchschnitt: 23,6 %). Stärker als im Bundesdurchschnitt sind zudem das Baugewerbe (11,4 %/Bund: 5,4 %) sowie die Landwirtschaft (2,2 %/Bund: 0,9 %). Der Dienstleistungssektor ist leicht unterdurchschnittlich ausgeprägt, der Sektor des verarbeitenden Gewerbes hingegen deutlich unterdurchschnittlich. Hier dürften sich die allgemein periphere Lage, aber auch die Abgeschiedenheit von den Hauptverkehrswegen der Region niederschlagen. Größter industrieller Arbeitgeber im Landkreis ist ein Werk des FensterherstellersRehau in der Kreisstadt mit etwa 500 Beschäftigten. Ansonsten ist die südlichste Gemeinde des Landkreises, Friedeburg, noch am stärksten industrialisiert. In 17 Industriebetrieben arbeiteten 2006 rund 1350 Personen. Ein großer öffentlicher Arbeitgeber ist dasRichthofengeschwader derLuftwaffe in Wittmund, ein weiterer das in der Trägerschaft des Landkreises stehendeKrankenhaus Wittmund. Viele Pendler aus dem Landkreis Wittmund arbeiten in Wilhelmshaven, teils auch in Aurich undEmden bei den dortigen größeren Betrieben. Der Landkreis verzeichnete zum Stichtag 30. Juni 2006 insgesamt 6748 Einpendler und 10.074 Auspendler, was einen Auspendlerüberschuss von 3326 Beschäftigten ergibt.[26]

Die Arbeitslosenquote betrug im August 2010 6,2 Prozent.[27] Sie lag damit über dem Bundesdurchschnitt. Die höchsten Arbeitslosenzahlen ergeben sich in der März-Statistik, wenn der Fremdenverkehr noch nicht angelaufen ist und im Bausektor oftmals Winterarbeitslosigkeit herrscht.

Die Gewerbesteuereinnahmen sind in der Gemeinde Friedeburg mit Abstand die höchsten im Landkreis, reichen jedoch nicht an den niedersächsischen Durchschnitt heran.

Verkehr

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Straßenverkehr

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Im Landkreis gibt es keine Autobahn. Die nächstgelegenen Anschlussmöglichkeiten an das deutsche Autobahnnetz gibt es an derBundesautobahnA 29, und zwar an den Anschlussstellen Wilhelmshavener Kreuz,Sande oderVarel/Obenstrohe. In Richtung Westen (nach Leer und weiter in Richtung Emsland oder Niederlande) sind die nächstgelegenen Autobahnauffahrten die AnschlussstellenRemels undFilsum an derA 28.

VierBundesstraßen sind im Kreisgebiet vorhanden. Überörtlich die wichtigste ist dieB 210, die von Emden über Aurich und Wittmund nach Jever und Wilhelmshaven führt. Daneben sichert dieB 436 von Leer nach Sande die Anbindung des südlichen Kreisgebietes, vor allem der Gemeinde Friedeburg, an das Autobahnnetz. DieB 437 beginnt im Friedeburger Ortsteil Strudden an derB 436 und führt über die A 29 bei Varel und denWesertunnel zurA 27 südlich vonBremerhaven.

Eine bundesweite Besonderheit ist dieB 461: Sie führt lediglich durch eine Kommune, nämlich die Kreisstadt Wittmund. Als Abzweig von der B 210 führt sie in nördlicher Richtung bis zum KüstenstadtteilCarolinensiel.

An vielen Bundes-, Landes-, Kreis- und Gemeindestraßen gibt es separat geführte Radwege, die nicht zuletzt im Zuge derFahrradtourismusförderung angelegt wurden.

Schienenverkehr

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DieNordWestBahn betreibt die Schienenverbindungen im Landkreis Wittmund. Im Kreisgebiet gibt es drei Bahnhöfe: in Wittmund, Esens und Burhafe. Die Verbindungen führen vonEsens über Burhafe undWittmund und weiter überJever nachWilhelmshaven beziehungsweise nachOldenburg.

Die erste Eisenbahnstrecke im Kreis Wittmund wurde 1883 von derPreußischen Staatsbahn von Emden über Norden nach Esens – Wittmund geführt; sie schloss weiter östlich an der Kreisgrenze an dieOldenburgische Staatsbahn an.

Der weiteren Erschließung der Gegend – vor allem von der Bezirkshauptstadt Aurich her – diente dieKreisbahn Leer-Aurich-Wittmund, an der auch der Kreis Wittmund beteiligt war. In Ogenbargen teilte sich die Stammstrecke: der eine Zweig führte ab 1899 nach Wittmund, der andere ab 1909 nach Esens und weiter zum Hafen Bensersiel, wo die Schiffe nach der Insel Langeoog abgehen.

Auf dem Festland umfasste das Schienennetz 51 km, von denen inzwischen 33 km stillliegen:

  • 1950/53: Aurich – Wittmundhaven – Wittmund Klb. 11 km (Meterspur) und

Ogenbargen – Brill – Esens 9 km (Meterspur)

  • 1967: Esens – Bensersiel 5 km (Meterspur)
  • 1983: Norden – Dornum – Fulkum – Esens 8 km

Auf den beiden zum Kreis Wittmund gehörenden Inseln entstanden Inselbahnen, die den Hafen mit dem Inseldorf verbanden:

  • 1885 durch die Bad und Reederei Spiekeroog Gen. mbH und
  • 1901 durch die Langeooger Pferdebahn-Gesellschaft oHG.

Die vom Frankfurter Bankhaus Erlanger & Söhne 1888/90 als Zubringer zur Insel Wangerooge erbaute BahnJever – Harle verlief ganz auf oldenburgischem Gebiet, diente aber auch den im Kreis Wittmund liegenden Orten Carolinensiel und Harle, deren Namen zwei Stationen trugen.

Eine Reaktivierung der Bahnverbindungen in Richtung Westen (nach Aurich oder Norden) zur Verbindung desJadeWeserPorts mitEmden soll untersucht werden (Stand: Februar 2008).

Schiffsverkehr

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Von Bensersiel aus legen die Fähren nach Langeoog ab, die Nachbarinsel Spiekeroog wird von Neuharlingersiel aus versorgt.

Durch das südliche Kreisgebiet führt zudem derEms-Jade-Kanal, der jedoch (auf diesem Abschnitt) ausschließlich der Freizeitschifffahrt dient. Im Friedeburger Ortsteil Upschört befindet sich eine Schleuse.

Bildung

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Im Landkreis Wittmund gibt es 14 Grundschulen, sechs Hauptschulen, fünf Realschulen, drei Gymnasien, drei Förderschulen sowie eine Berufsbildende Schule.[26] Zu den Gymnasien zählen das Gymnasium in der Kreisstadt, dasNiedersächsische Internatsgymnasium Esens (NIGE) und dieHermann Lietz-Schule Spiekeroog (Internatsgymnasium).

Nahe gelegene Hochschulen befinden sich in Emden (Hochschule Emden/Leer), Wilhelmshaven (Jade Hochschule) und Oldenburg (Carl von Ossietzky Universität Oldenburg).

Sehenswürdigkeiten

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DerSonnenstein von Horsten ist einbronzezeitlicher Stein ausGranitporphyr mit 17 konzentrischen Kreisen.

Siehe auch:Liste der Museen im Landkreis Wittmund

Gemeinden

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Der Landkreis Wittmund besteht aus vier Einheitsgemeinden und zwei Samtgemeinden mit insgesamt 15 Mitgliedsgemeinden.

In Klammern die Einwohnerzahl am 31. Dezember 2024[28]:

Einheitsgemeinden

  1. Friedeburg (10.280)
  2. Langeoog (1358)
  3. Spiekeroog (650)
  4. Wittmund,Kreisstadt (20.037)

Samtgemeinden mit ihren Mitgliedsgemeinden

  1. Dunum (1054)
  2. Esens, Stadt * (6998)
  3. Holtgast (1796)
  4. Moorweg (888)
  5. Neuharlingersiel (949)
  6. Stedesdorf (1626)
  7. Werdum (712)
  1. Blomberg (1843)
  2. Eversmeer (847)
  3. Nenndorf (760)
  4. Neuschoo (1223)
  5. Ochtersum (928)
  6. Schweindorf (742)
  7. Utarp (652)
  8. Westerholt * (2626)
* 
Sitz der Samtgemeindeverwaltung

Ehemalige Gemeinden

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Die folgende Liste enthält alle ehemaligen Gemeinden des Landkreises Wittmund, alle Kreiswechsel und alle Eingemeindungen:[7][29][30][31]

Gemeindeeingemeindet
nach
Datum der
Eingemeindung
Anmerkung
AbickhafeReepsholt1. Juli 1972
AltharlingersielNeuharlingersiel1. Juli 1972
ArdorfWittmund16. August 1972
AselWittmund1. Juli 1972
BentstreekFriedeburg16. August 1972am 1. Juli 1954 gegründet[32]
BerdumHarlesiel1. Juli 1968
BensersielEsens1. Juli 1972hieß bis zum 23. Dezember 1938Westbense[7]
BlersumWittmund16. August 1972
BrillDunum1. Juli 1972
BurhafeWittmund16. August 1972
ButtfordeWittmund16. August 1972
CarolinensielHarlesiel1. Juli 1968
DamsumHoltgast1. Juli 1972
DoseReepsholt1. Juli 1972
EggelingenWittmund1. Juli 1972
EtzelFriedeburg16. August 1972
FulkumHoltgast1. Juli 1972
FunnixHarlesiel1. Juli 1968
GödensSande1. Juli 1972
HarlesielWittmund16. August 1972am 1. Juli 1968 gegründet[33]
HeselFriedeburg16. August 1972
HoheescheReepsholt1. Juli 1972
HorstenFriedeburg16. August 1972
HovelWittmund16. August 1972
LeerhafeWittmund16. August 1972
MamburgStedesdorf1. Juli 1972
MarcardsmoorWiesmoor1. Juli 1972
MarxFriedeburg16. August 1972
MullbergWiesmoor1. April 1951am 1. Juni 1922 gegründet
NeustadtgödensGödens1. April 1951
OstbenseNeuharlingersiel1. Juli 1972
OsteraccumStedesdorf1. Juli 1972
OstochtersumOchtersum1. Juli 1972
ReepsholtFriedeburg16. August 1972
RoggenstedeDornum1. Juli 1972
SeriemNeuharlingersiel1. Juli 1968
SterburEsens1. Juli 1972
ThunumStedesdorf1. Juli 1972
UtgastHoltgast1. Juli 1972
UttelWittmund16. August 1972
Westbenseam 23. Dezember 1938 inBensersiel umbenannt[7]
WesteraccumDornum1. Juli 1972
WesteraccumersielDornumersiel1. Juli 1972
WesterburDornumersiel1. Juli 1972
WestochtersumOchtersum1. Juli 1972
WiesedeFriedeburg16. August 1972
WiesederfehnWiesmoor1. Juli 1972
WiesedermeerFriedeburg16. August 1972
Wiesmooram 1. Juni 1922 gegründet
am 1. April 1951 zum Landkreis Aurich[34]
Wilhelmshaven, Stadtseit dem 1. April 1919kreisfreie Stadt
WillenWittmund16. August 1972

Schutzgebiete

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Im Landkreis befinden sich nebenLandschaftsschutzgebieten undNaturdenkmalen sieben ausgewieseneNaturschutzgebiete (Stand Februar 2017).

Siehe auch:

Kfz-Kennzeichen

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Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das UnterscheidungszeichenWTM zugewiesen. Vom 17. Mai 1978 bis zum 23. Juni 1982 wurde auf dem Gebiet des Landkreises das KennzeichenFRI des kurzzeitigenLandkreises Friesland (1977–1979) ausgegeben. Seitdem wirdWTM wieder durchgängig bis heute ausgegeben.

Literatur

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  • Landkreis Wittmund, Ostfriesland (Daten, Fakten, Informationen), 2008.

Weblinks

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Commons: Landkreis Wittmund – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Tabelle EVAS 12411, Fortschreibung des Bevölkerungsstandes auf Basis des Zensus 2022, Stand 31. Dezember 2024 (Hilfe dazu).
  2. Johannes Ewald, Hanno Kempermann: Klimarisikoindex: Welche Regionen besonders vom Klimawandel bedroht sind. In: iwkoeln.de. Institut der deutschen Wirtschaft, 5. Januar 2025, abgerufen am 6. Januar 2025. 
  3. Jonas Waack:Klimarisiko in Deutschland: Wilhelmshaven ist besonders gefährdet. In:Die Tageszeitung: taz. 5. Januar 2026 (taz.de [abgerufen am 6. Januar 2026]). 
  4. Kreisordnung für die Provinz Hannover (1884)
  5. Gesetz zur Neugliederung der Gemeinden im Raum Emden – Norden – Aurich – Wittmund vom 23. Juni 1971
  6. Datenbank Zensus 2011, Kreis Wittmund, Alter + Geschlecht
  7. abcdefghijMichael Rademacher: Wittmund. Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006. In: eirenicon.com. Abgerufen am 1. Januar 1900 
  8. Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland.Band 21. Statistisches Bundesamt, 1972,ISSN 0081-5357 (uni-mannheim.de [abgerufen am 22. November 2025] PPN/OAI: 514402342). 
  9. Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland.Band 30. Statistisches Bundesamt, 1981,ISSN 0081-5357 (uni-mannheim.de [abgerufen am 22. November 2025]). 
  10. abcdRegionaldatenbank Niedersachsen
  11. www.regis-online.de: Daten & Fakten
  12. Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG) in der Fassung vom 17. Dezember 2010; § 46 – Zahl der Abgeordneten, abgerufen am 12. November 2014
  13. Kreistagswahl 20121, abgerufen am 15. September 2021.
  14. classic.kreis-wtm.de:Kreistagswahl 2016 (Memento vom 5. Januar 2016 imInternet Archive), abgerufen am 5. Januar 2016.
  15. classic.kreis-wtm.de:Kreistagswahl 2011 (Memento vom 5. Januar 2016 imInternet Archive), abgerufen am 5. Januar 2016.
  16. Ergebnisse der Kommunalwahlen 2006
  17. Mehrheitsgruppe im Wittmunder Kreistag steht fest, abgerufen am 1. Januar 2016
  18. Manfred Stolle:"Wir haben eine eigene politische Kultur", Ostfriesen-Zeitung, 22. Oktober 2011, abgerufen am selben Tag.
  19. Wahlenübersicht. Abgerufen am 15. September 2021. 
  20. Wittmund/Inseln (87). In: tagesschau. 11. Oktober 2022, abgerufen am 14. Oktober 2022. 
  21. SPD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag beschließt Fraktionsausschluss des Abgeordneten Jochen Beekhuis. In: Pressemitteilung Nr. 18/495. SPD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag, 22. Oktober 2019, abgerufen am 14. Oktober 2022. 
  22. Anlage 2 Bundeswahlgesetz – Wahlkreise für die Wahl zum 21. Deutschen Bundestag, (PDF 185,4 kB), abgerufen am 25. Februar 2025.
  23. Bundestagswahl: Die Gewinner und Verlierer aus dem Nordwesten, In:Wilhelmshavener Zeitung vom 25. Februar 2025, Seite 1
  24. Zukunftsatlas 2016. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 2. Oktober 2017; abgerufen am 23. März 2018. 
  25. www.regis-online.de: Daten & Fakten
  26. abLandkreis Wittmund – Standortprofil (Memento vom 2. März 2008 imInternet Archive), abgerufen am 19. April 2019.
  27. www.regis-online.de: Daten & Fakten
  28. Tabelle EVAS 12411, Fortschreibung des Bevölkerungsstandes auf Basis des Zensus 2022, Stand 31. Dezember 2024 (Hilfe dazu).
  29. Landkreis Wittmund. In: Gemeindeverzeichnis 1900. Uli Schubert, archiviert vom Original am 19. Januar 2022; abgerufen am 10. Oktober 2025 (Stand 1. Dezember 1910). 
  30. territorial.de: Landkreis Wittmund
  31. Gemeindelexikon für den Freistaat Preußen: Provinz Hannover Verlag des Preußischen Statistischen Landesamts, 1930
  32. Gesetz über die Neubildung der Gemeinde Bentstreek vom 29. Juni 1954
  33. Gesetz über den Zusammenschluß der Gemeinden Carolinensiel, Funnix und Berdum vom 27. Juni 1968
  34. Gesetz über die Bildung der Gemeinde Wiesmoor, Landkreis Aurich vom 28. März 1951
Landkreise und kreisfreie Städte im Land Niedersachsen
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Normdaten (Geografikum):GND:4108468-8 (GND Explorer,lobid,OGND,AKS) |VIAF:237738917
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