Der Landkreis ist, mit Ausnahme des Gebietes südlich von Schweinfurt, nahezu frei von Industrie und Großgewerbe. Am 2015 abgeschaltetenKernkraftwerk Grafenrheinfeld liegt ein national bedeutender Stromleitungsknoten. Der Landkreis Schweinfurt hat die höchste Dichte an privaten Autos Bayerns mit 658 Privat-Pkw pro 1000 Einwohnern (2022).[3] Im Innenbereich desKragenlandkreises liegt der SchweinfurterSpeckgürtel. Im Außenbereich dominieren Land- und Forstwirtschaft, mit weithin intakter Landschaft und Ausflugsgebieten.
Der Landkreis Schweinfurt liegt in der MitteMainfrankens, in „Bayerns Deutscher Mitte“ und im Kernraum jeweils etwa 40 km von (im Uhrzeigersinn)Baden-Württemberg,Hessen undThüringen entfernt. Das zentrale Fließgewässer ist derMain. Er kommt von Osten, ändert inSchweinfurt seine Laufrichtung nach Süden und bildet von dort an dasMaindreieck.
Stadtlauringen: Amtskellerei mit Fürstenbau und Schüttbau
Die einzige ehemaligeKreisstadt und zugleich einzige Stadt des Landkreises Schweinfurt istGerolzhofen mit 6.860 Einwohnern. Die größte Kommune des Landkreises ist derMarktWerneck mit 10.146 Einwohnern (Stand jeweils 31. Dezember 2022). Der MarktStadtlauringen mit kleinstädtischem Gepräge um den historischen Marktplatz ist zentraler Ort für den nördlichen Landkreis.
Obwohl die meisten Vorortgemeinden um die kreisfreie StadtSchweinfurt mehr oder nur etwas weniger Einwohner als Gerolzhofen haben, besitzen sie weder zentrale Funktionen noch urbanen Charakter.
TriassischeSedimentgesteine undquartäreLockersedimente bilden den geologischen Untergrund des Landkreises Schweinfurt. Über denKalksteinen,Dolomiten undMergeln desMuschelkalks liegen die Gesteine desUnterkeupers und desGipskeupers, die überwiegendtonig-mergelig mit wenigen Kalk- undSandsteinlagen sind. DieSchichtstufe von Steigerwald und den Haßbergen wird aus Sandsteinkeuper gebildet.[5][6] Im Bereich der großen Flusstäler, insbesondere des Mains, befinden sich Schotter und Sande, die bei der Laufveränderungen während der Einschneidung im Quartär abgelagert wurden. Südöstlich des Mainbogens liegen Flugsande. In den flacheren Lagen westlich und nördlich des Mains liegtLöss.[5]
Typisches Kennzeichen ist der relativ geringeNiederschlag mit knapp über 600 mm pro Jahr durch die Lage des Landkreises östlich des LandrückensRhön–Spessart, auf derLeeseite.
Das Klima ist zweigeteilt. DieSchweinfurter Rhön ist vergleichsweise sommerkühl und winterkalt. Bis in die Nachkriegsjahrzehnte fiel mitunter viel Schnee. Auch in den übrigen Bereichen des Landkreises können dieWinter sehr kalt und trocken ausfallen. Aber durch die für bayerische Verhältnisse niedrige Seehöhe sind die Übergangszeiten mild und die Sommer warm bis heiß. Während in den höher gelegenen RegionenSüddeutschlands derFrühling spät einzieht und infolge derKlimaerwärmung heute relativ schnell in denSommer übergeht, zieht das Frühjahr imSchweinfurter Becken bald ein und ist sehr ausgeprägt. Das führt zur frühen Obstblüte, vielfältigerFlora und guten klimatischen Bedingungen fürSpargelanbau und Weinbau (siehe:Weinbau).
ImKontinentalitätsgrad liegt das örtliche Klima im Übergangsbereich zwischenSeeklima undKontinentalklima. Dieses bereits gemäßigte Kontinentalklima, im Dreiklang mit geringem Niederschlag, kalten Wintern und warmen Sommern, kommt sonst inWestdeutschland nirgends vor, ist aber inOstdeutschland weit verbreitet. Der Spessart bildet dieKlimascheide zum maritimen Klima.
Mittleres Maintal (133),Wern-Lauer-Platten (135),Schweinfurter Becken (136),Steigerwaldvorland (137),Grabfeldgau (138) undHesselbacher Waldland (139) gehören zu denMainfränkischen Platten (Haupteinheitengruppe 13). Alle acht Haupteinheiten gehören zumSchichtstufenland beiderseits desOberrheingrabens (Großregion 1. Ordnung 07-23), das sich vomPariser Becken bis nachFranken hinzieht.
Der Landkreis Schweinfurt im KernMainfrankens bildet einenMikrokosmos, mit landschaftlicher Vielfalt auf kleinem Raum und zwei unterschiedlichen Klimazonen, trotz nur mäßiger Höhenunterschiede von maximal 300 Metern. Der Landkreis wird durch vier Landschaften klar strukturiert.[9]
DieLandschaft Schweinfurter Rhön ist identisch mit demNaturraum Hesselbacher Waldland (bis421 m ü. NHN). Die grüne Lunge des Landkreises ist das wichtigsteNaherholungsgebiet Schweinfurts (siehe:Wandern,Segeln undGolf). In den Nachkriegsjahrzehnten wurde hier auch im kleineren Maße Wintersport betrieben.
Das Schweinfurter Becken ist das sommerheiße und wintermilde Tiefland im Südosten des Landkreises, das bis unter200 m ü. NHN reicht. Es wird vonSonderkulturen geprägt und istDeutschlands Kräutergärtlein (siehe:Landwirtschaft). In denSulzheimer Gipshügeln wachsen Steppenpflanzen, die erst wieder in derUngarischen Tiefebene vorkommen.
Der Landkreis Schweinfurt hat im äußeren Südosten, zwischen Schweinfurter Becken undSteigerwald, Anteil am nördlichen Bereich des Steigerwaldvorlandes, mit dem HauptortGerolzhofen. Die nach dem Maintal zweitgrößte Weinregion des Landkreises, entlang des Steigerwaldtraufes, blieb weitgehend ursprünglich und ist eine der sommerheißesten und trockensten Gegenden Deutschlands (siehe:Weinbau).
Blick in die Kornkammer des Landkreises beiObbach 1863
DasSchweinfurter Gauland gehört zum NaturraumWern-Lauer-Platten. Es liegt westlich des Mains sowie um und westlich des oberenWerntals, ist ein hügeliges Ackerland und die Kornkammer des Landkreises (siehe:Landwirtschaft). Weshalb in historischer Zeit die dortigen Dörfer die reichsten Mainfrankens waren.[10][11]
Im frühen Mittelalter erstreckte sich der ostfränkische GauGrabfeld, dessen Gaugrafen seit 819 urkundlich belegt sind, von der Rhön bis herunter in den Raum von Schweinfurt und Geldersheim.
Durch den heutigen Landkreis führte eine bedeutende überregionale Nord-Süd-Verbindung durch dieFurt bei Schweinfurt und denMain. DieseAltstraße ist bereits in derRompilgerweg-Beschreibung derAnnales Stadenses aus dem13. Jahrhundert enthalten. Die Straße war auch eine wichtige Hauptachse für dasHochstift Würzburg, die jedoch im mittleren Bereich um Schweinfurt durch protestantische Territorien führte. Deshalb entstand ab etwa 1780 bis 1796 westlich dieser alten Straße eineChaussee vonWürzburg nachMeiningen ausschließlich durch das Hochstift. Sie führt zwischenEßleben undPfersdorf auf 27 km durch den heutigen westlichen Landkreis Schweinfurt. Die Straße wurde ingenieurmäßig ähnlich einer modernen Schnellstraße auf einer völlig neuen Linienführung geplant, unter Umgehung zahlreicher Dörfer, mit langen, schnurgeraden Abschnitten und wenigen kurzen, dazwischenliegenden Kurven, nach demselben Prinzip der Linienführung wie die späterenReichsautobahnen. Zudem wurden die langen Geraden so ausgerichtet, dass sie öfters exakt auf Kirchtürme von Ortschaften und die Türme desSchlosses Werneck führten[13] (siehe nebenstehende Karte zur Reichsstadt Schweinfurt).
Die Sommerresidenz der Fürstbischöfe Schloss Werneck wurde kurz zuvor, 1733 bis 1745, unweit von Schweinfurt an dieser Verbindung errichtet. Der Standort an der Stelle einer niedergebrannten Burg wurde aus strategischen Gründen gewählt. Diese waldlose Gegend, in der intensiver Ackerbau betrieben wird, eignete sich eigentlich nicht als Ort für eine Sommerresidenz oder ein Jagdschloss.
Die Straße wurde später ein Abschnitt derReichsstraße 19 vonEisenach zumKleinen Walsertal und ging danach in der verkürztenBundesstraße 19 auf. Mit dem Bau derA 71 von Schweinfurt nachErfurt wurde die Bundesstraße im Raum Schweinfurt bedeutungslos und teilweise zurKreisstraße zurückgestuft. Der kulturelle Wert der Chaussee Würzburg–Meiningen wurde bis heute (2016) allgemein nicht wahrgenommen, bei den modernen Ausbauten der Straße fand er kaum Beachtung und sie gilt bislang nicht alsKulturerbe.
Der Großteil des Kreisgebietes gehörte vor 1800 zu den ÄmternWerneck undMainberg desHochstifts Würzburg. Nach dem erstmaligen Übergang an Bayern wurden 1804 dieLandgerichte Schweinfurt,Werneck undGerolzhofen gebildet. Diese Landgerichte gehörten ab 1806 zumGroßherzogtum Würzburg und gingen mit diesem 1814 endgültig an Bayern über. Seitdem gehörten die drei Landgerichte zumMainkreis, ab 1817 zumUntermainkreis, der 1838 inUnterfranken und Aschaffenburg (später nur nochUnterfranken) umbenannt wurde.
Im Jahr 1862 wurde aus den Landgerichten Schweinfurt und Werneck das Bezirksamt Schweinfurt[14] und aus den Landgerichten Gerolzhofen und Wiesentheid dasBezirksamt Gerolzhofen gebildet. Das letztgenannte wurde 1872 um einige Gemeinden des aufgelöstenBezirksamts Volkach vergrößert.
Am 10. März 1871 trat das Bezirksamt Karlstadt die GemeindeBrebersdorf an das Bezirksamt Schweinfurt ab.
Am 1. Dezember 1919 wurde die GemeindeOberndorf in die Stadt Schweinfurt umgegliedert.
Am 1. Januar 1939 wurde wie überall imDeutschen Reich die BezeichnungLandkreis eingeführt.[15] So wurden aus den Bezirksämtern die Landkreise Gerolzhofen und Schweinfurt.
Gerolzhofen, Kreisstadt bis 1972; im Hintergrund der Steigerwald
MehrereWüstungen befinden sich auf dem Gebiet des Landkreises.Jeusungen wurde 791 erstmals urkundlich erwähnt,Sahermor 1114 undLauerbach im Jahre 1302. Während zumSenftenhof, der vermutlich beiderseits der Grenze zwischenSchweinfurt und dem heutigen Landkreis lag, zumBrönnhof und zuWeipoltsdorf keine Erstdatierungen bekannt sind.
Bevölkerungspyramide für den Kreis Schweinfurt (Datenquelle: Zensus 2011[16].)
Von 1988 bis 2008 wuchs der Landkreis Schweinfurt um über 9.300 Einwohner bzw. um rund 9 %. Ab 2002 war die Tendenz nach einem Höchststand von rund 117.000 Einwohnern rückläufig und 2018 wieder ansteigend. Im Zeitraum 1988 bis 2018 stieg die Einwohnerzahl des Landkreises von 104.691 auf 115.106 um 10.415 Einwohner bzw. um 10 %. Die höchsten Zuwächse verzeichnen in diesem Zeitraum Gemeinden um die kreisfreie Stadt Schweinfurt mit bis zu 28 % (Schwebheim).
Die nachfolgenden Zahlen beziehen sich auf den Gebietsstand vom 25. Mai 1987:
Laut der Volkszählung 1987 waren 78,4 %römisch-katholisch, 19,1 % der Einwohnerevangelisch und 2,5 % gehörten einer anderen oder keiner Religionsgemeinschaft an oder machten keine Angabe. Laut der Zensus 2011 waren 67,8 % der Einwohner römisch-katholisch, 18,8 % evangelisch und 13,4 % gehörten einer anderen oder keiner Religionsgemeinschaft an oder machten keine Angabe.[17] Im Dezember 2019 waren 60,8 % (70.036 der 115.238 Einwohner) römisch-katholisch.[18][19]
Blasonierung: „Über rotem Schildfuß, darin drei silberne Spitzen, in Gold ein rot bewehrter, schwarzer Adler.“[23]
Wappenbegründung: Die drei silbernen Spitzen aus dem Hochstiftswappen (Fränkischer Rechen) erinnern daran, dass fast das gesamte Kreisgebiet zumHochstift Würzburg gehörte. Der Adler steht für die Gebiete, die früher zur Reichsstadt Schweinfurt gehörten sowie für die Reichsdörfer Sennfeld und Gochsheim. Er weist zugleich auf die einstigen Hoheitsrechte mehrerer reichsritterschaftlicher Geschlechter im Kreisgebiet hin.
Gemeinden die vorwiegend im Kernbereich des Landkreises Schweinfurt liegen schlossen sich zunächst zu dreiKommunalen Allianzen zusammen. Später wurde der Landkreis durch eine vierte Allianz flächendeckend erfasst, wodurch die Allianzen identisch mit den vier Landschaften des Landkreises wurden (siehe:Landschaften). In beiden Fällen gehörten auch einige Gemeinden außerhalb des Landkreises Schweinfurt zu den Allianzen. Schließlich führte eine Umstrukturierung zur Schaffung einer fünften Allianz, die als einzige ihren Schwerpunkt außerhalb des Landkreises Schweinfurt hat.
Vor der Gebietsreform hatte der Landkreis Schweinfurt 64 Gemeinden (siehe Liste unten).[26] (Die Gemeinden, die es heute noch gibt, sindfett geschrieben):
Landkreis Schweinfurt, Gemeindegrenzenkarte von 1961Gochsheim: größte Gemeinde des Landkreises vor der Gebietsreform
Der größte Arbeitgeber des Landkreises ist die SpeditionSchäflein. An zweiter Stelle folgtEdeka Nordbayern-Sachsen-Thüringen, mit ihrem größten Logistikzentrum inGochsheim, mit rund 700 Beschäftigten.[27] Danach die FIS GmbH (SAP-Dienstleister), die mit ihren Tochtergesellschaften insgesamt über 600 Personen beschäftigt, davon rund 500 in Grafenrheinfeld (Stand: Ende 2016). Danach folgt Belectric, ein Unternehmen aus derSolarbranche mit 500 Beschäftigten, das 2011 aus dem Zusammenschluss der Beck Energy GmbH, der S&F Umwelttechnik GmbH und der Blitzstrom GmbH entstand. Die Beck Energy GmbH war beim Zusammenschluss mit 269 Megawatt Weltmarktführer im Bau von Solarkraftwerken auf Freiflächen.[28]
Zudem sind zahlreiche weitere bekannte oder größere Unternehmen im Landkreis vertreten, insbesondere derLogistik- und Lebensmittel-Branche, die meist unweit südlich des Schweinfurter Industriegebietes angesiedelt sind.
Kernkraftwerk Grafenrheinfeld bei Nacht, 2015 stillgelegt, seitdem Rückbau
Der Landkreis gehört zu den deutschen Kreisen mit der geringsten Viehdichte, mit unter 0,5 Großvieheinheiten (GVE) je Hektar.[35] Im Landkreis gibt es 1.200 Betriebe, mehr als die Hälfte werden im Nebenerwerb geführt. Die durchschnittliche Betriebsgröße steigt und beträgt rund 40 Hektar.[36] Der Landkreis besitzt sehr fruchtbare Böden und bildet mit hoher geografischer und klimatischer Vielfalt einen Mikrokosmos. Vier sehr unterschiedlich strukturierte Landschaften bieten auf kleinem Raum ein fast beispielloses Spektrum an Erzeugnissen (siehe auch:Die vier Landschaften).
Ursprünglich gebliebene Weinberge beiFalkenstein am Steigerwald
Der Landkreis Schweinfurt ist mit 350 Hektar Rebfläche[36] der drittgrößte Weinlandkreis desWeinbaugebietes Franken. Der größteWeinort des Landkreises istStammheim (Kolitzheim). Die bekanntesteWeinlage ist derWipfelder Zehntgraf. An der Kirchbergsteige inWipfeld befindet sich einer der ältesten Weinberge Deutschlands, der noch mit gemischtem Satz bepflanzt ist.
Dem Landkreis blieben, im Gegensatz zumKitzinger undWürzburger Raum, zum größten Teil dieFlurbereinigung der Weinberge und die Einführung vonGroßlagen imDeutschen Weingesetz erspart. Dadurch blieb hier die historische Wein-Kulturlandschaft weitgehend erhalten. Es wird auch kein Massenwein angebaut, weshalb die Weine überregional, beispielsweise inDiscountern, nicht erhältlich sind.
„Seine besten Lagen hat derMüller-Thurgau auf denGipskeuper-Böden südlich von Schweinfurt. Dies ist Weinfrankens heimeligste Ecke, ein weitgehend ursprünglich gebliebenes Bauernland […] Das Klima istkontinental: sengende Sonne wechselt mit grimmigen Frost.“[38]
Das Weingut und die Whisky-Brennerei Martin Mößlein inZeilitzheim destilliert seit 1996 fränkischen Whisky. Der Whisky-Guide 2011 zählt die Brennerei zu den Top 3 der besten Deutschen Whisky-Brennereien.[39]
Werneck, links unten am Schloss der gläserne Operationssaal der Orthopädischen Klinik
Der Klinikhauptort des Landkreises, „einCluster der Gesundheitsbranche“,[42] istWerneck, mit drei Krankenhäusern und der (nach eigenen Angaben) größten Praxisklinik Frankens:
Das Psychiatrische Krankenhaus mit Psychiatrischem Museum im Schloss Werneck ist eine der ältestenpsychiatrischen Kliniken Deutschlands. Es wurde 1855 vonBernhard von Gudden eröffnet, dem Arzt, der 1886 zusammen mit dem KönigLudwig II. von Bayern imStarnberger See ertrank, nachdem er zuvor ein Gutachten verfasst hatte, das zur Absetzung des Königs führte.
Das Gymnasium des Landkreises, dasCeltis-Gymnasium, befindet sich in der kreisfreien Stadt Schweinfurt. Im Landkreis gibt es in Gerolzhofen eine gymnasiale Unter- und Mittelstufe der Außenstelle desFranken-Landschulheims Schloss Gaibach und die Ludwig-Derleth-Realschule.
Der Landkreis Schweinfurt liegt zentral innerhalb des wiedervereinigten Deutschlands. Die Region befindet sich am Schnittpunkt zahlreicher Verkehrswege und ist sehr gut in den überregionalen Wirtschaftsraum eingebunden. Fast alle größeren Verkehrswege und Hochspannungsleitungen laufen relativ kompakt und landschaftsschonend im landschaftlich weniger reizvollen Raum im Südwesten des Landkreises, umWerneck und am 2015 abgeschaltetenKernkraftwerk Grafenrheinfeld (KKG), in Trassenbündeln zusammen. Dadurch werden die wertvollen Naturräume und Weinkulturlandschaften des Landkreises, im Gegensatz zum benachbartenLandkreis Würzburg, nicht durchschnitten.
Der Nahverkehr Mainfranken (NVM) ist einVerkehrsverbund desÖffentlichen Personennahverkehrs für die gesamte Region Mainfranken. Dieser bietet einen Gemeinschaftstarif an, der nicht nur bei den örtlichen Busunternehmen, sondern auch auf den Bahnstrecken in Mainfranken gilt.
Bahnlinie Schweinfurt–Bamberg entlang desMains, bei Schweinfurt
Die von Bamberg mainabwärts führende staatlicheLudwigs-West-Bahn erreichte im Jahre 1852 die Stadt Schweinfurt und 1854 Würzburg. Schweinfurt wurde durch die hier 1871 nach Bad Kissingen abzweigende Strecke derBayerischen Staatseisenbahnen zum Bahnknoten. Diese Linie bekam 1874 einen Zweig nach Meiningen. In Waigolshausen geht seit 1879 von der Würzburger Bahn eine eingleisige Querverbindung, dieWerntalbahn, nach Gemünden ab, die heute überwiegend dem Güterverkehr dient und elektrifiziert worden ist. Der Gerolzhöfer Gau am Westrand des Steigerwaldes wurde 1893 durch eineNebenbahn Kitzingen–Gerolzhofen an das Eisenbahnnetz angeschlossen; sie führte seit 1903 bis Schweinfurt. Der Markt Stadtlauringen im Norden des Kreises war ab 1900 Endstation einerNebenbahn von Rottershausen. Der Personenverkehr in diesem Netz von nun 77 km Länge wurde um 33 km reduziert:
Seit 2004 verkehrt auf der Werntalbahn an Sonntagen, neuerdings auch an Samstagen, der sogenannteRadelzug Aschaffenburg–(Schweinfurt)–Bamberg. Seit 2015 verkehrt hier zudem an Wochenenden der Main-Spessart-Express Bamberg–Schweinfurt–Frankfurt (Main).
(A 7) Sie führt von Nord nach Süd durch den westlichen Landkreis.
(A 70) Sie führt von Schweinfurt nach Prag, beginnt amAutobahnkreuz Schweinfurt/Werneck und läuft von West nach Ost im Maintal durch den Landkreis.
Sie verläuft unweit südlich des Landkreises und wird durch den Autobahnzubringer B 286 an den Landkreis angebunden.
Sie führt durch das westliche Kreisgebiet.
DieMaintalautobahn führt von Schweinfurt nachBayreuth.
DieThüringerwaldautobahn führt von Schweinfurt nachErfurt.
Sie läuft parallel zur A 71 von Nord nach Süd durch den westlichen Landkreis und wurde abschnittsweise zurückgestuft, da sie hier nur noch lokale Bedeutung besitzt.
Sie durchquert den Landkreis am Südrand ein kurzes Stück.
Sie verläuft von Ost nach West quer durch den Landkreis parallel zur A 70 und wurde in diesem Abschnitt deshalb größtenteils zurückgestuft.
Sie ist als neue Straße in Planung und soll vom Autobahnkreuz Schweinfurt/Werneck nach Südwesten zur A 3 führen.
Sie durchquert den Landkreis von Nord nach Süd und verläuft nördlich von Schweinfurt parallel zur A 71.
Sie beginnt an der A 7 und durchquert den Landkreis von West nach Ost.
2016 kam es an der A 7 bei Bauarbeiten des sechsstreifigen Neubaus derTalbrücke Schraudenbach zu einem Brückeneinsturz. Ein Bauarbeiter kam dabei ums Leben.
Stadt und Landkreis Schweinfurt haben im Jahr 2010 ihre touristischen Aktivitäten in einem Zweckverband zusammengeführt. In den Räumen im Erdgeschoss des alten Schweinfurter Rathauses Am Markt 1 residiert jetzt die gemeinsame TouristinfoSchweinfurt 360°.
Zum Landkreis Schweinfurt gehört an seinem südöstlichen Rand ein 15 km langer Abschnitt desSteigerwald-Hauptkamms, mit vorgelagerten kleinerenWeinbergen und kleinstenWeinorten einer der ursprünglichsten BereicheWeinfrankens (siehe auchWeinbau).
Seit 2008 gab es einen sieben Jahre langen Streit zwischen Naturschutz, Forstwirtschaft und Politik, ob Teile des SteigerwaldesNationalpark werden sollen oder nicht. Der Streit endete in einem Chaos, in dem selbst die Politik die Orientierung verlor. Erst das nicht mehr einzuhaltende Nominierungsdatum für ein angestrebtesUNESCO-Weltnaturerbe markierte das (vorläufige) Aus für das Projekt (sieheGeplanter Nationalpark Steigerwald). Im März 2016 entbrannte der Streit, der auch stark von wirtschaftlichen Erwartungen getragen wird, von Neuem zwischen Befürwortern eines Nationalparks Nord-Steigerwald und Gegnern, hinter denen der bayerische Innen-StaatssekretärGerhard Eck steht.[45] Seitdem stehen wieder die alten Fronten, der Steigerwald kommt nicht mehr zur Ruhe, die Situation ist vergiftet.
Der Landkreis Schweinfurt hat in seiner Nordostecke einen sehr kleinen Anteil am NaturparkHaßberge. Es ist ein idyllisches, kleines, abgelegenes Mittelgebirge, „Land der Schlösser, Burgen und Ruinen“ genannt, von denen drei Schlösser im Landkreis Schweinfurt liegen (Birnfeld,Craheim,Wetzhausen) und alle anderen im benachbartenLandkreis Haßberge.
Vor allem das gut ausgeschilderte Radwegenetz gilt – neben den Weinaktivitäten – als wichtiger Eckpfeiler des Tourismus. Insgesamt finden Radfahrer im Schweinfurter Land das bestausgebaute Radwegenetz Unterfrankens mit unterschiedlichen Anforderungsprofilen vor: 880 Kilometer führen quer durch das Schweinfurter Land – vomEllertshäuser See bis in denSteigerwald. Davon verlaufen über 150 Kilometer ausgebaute Radwege an Kreis-, Gemeinde-, Staats- und Bundesstraßen entlang. Infotafeln, Beschilderungen, Radwanderkarten und Radwanderführer stellen die Umsetzung das Radwanderwegkonzept des Landkreises dar: ausgewiesen sind 20 thematische Rundrouten mit ergänzenden Ortsverbindungen. Die unterfränkischen Radfernwege und die Radfernwege des Naturparks Steigerwald (z. B. Main-Steigerwald-Radweg) sind in das Radwanderwegenetz auf etwa 160 Kilometern einbezogen. Darüber hinaus gibt es noch die Fernradwanderwege wie z. B. denMain-Radweg oder denMain-Werra-Radweg.
Glöckle-See, Teil der Altmainschleife Nord; über den See läuft die Grenze zwischen Berg- und Grafenrheinfeld, privater Badesee für Mitarbeiter der Schweinfurter Baufirma Glöckle
Grafenrheinfelder Naturbadesee, Teil der Altmainschleife Nord
Dorfsee, Teil desSennfelder Seenkranzes; Ostufer am Dorf: öffentlicher Badestrand; Westufer: geschlossenes privates Freibad für Mitarbeiter derSKF in Schweinfurt
Alle fünf Jahre finden seit 1933 inSömmersdorf dieFränkischen Passionsspiele statt. Im 700 Einwohner zählenden Dorf wirken bei den Aufführungen 400 Menschen mit. Bis ins Jahr 2018 wurden die Passionsspiele von etwa 300.000 Zuschauern besucht. Im Dorf wurden ein Passionsmuseum und ein Passionsgarten eröffnet.
Eine außergewöhnliche Veranstaltung ist das Internationale Varieté Festival inSennfeld mit führenden internationalen Künstlern, das etwa alle drei Jahre stattfindet. 2006 kamen zu diesem Event, für das am Sennfelder See immer ein großes Zelt errichtet wird, 15.000 Besucher.
Im Juni und Juli finden die Wernecker Schlosskonzerte im Schlosspark statt.
Weithin bekannt sind die Kirchweihen der beiden ehemals kaiserlich unmittelbaren und freienReichsdörfer Sennfeld undGochsheim vor den Toren Schweinfurts, die gleichzeitig am ersten Sonntag und Montag im September stattfinden, auf die Wiedererlangung derReichsfreiheit 1649 zurückgehen und seitdem jedes Jahr mit traditionellenTrachten und demPlantanz als Symbol der wiedererlangten Reichsfreiheit gefeiert werden. Am Sonntag danach finden die „Nachkirchweihen“ statt.
Am ersten Sonntag im Oktober wird in Gochsheim dasErntedankfest mit großem Festzug und blumengeschmückten Wagen gefeiert.
Von Mai bis Oktober finden in vielen Gemeinden Wein- und Hofschoppenfeste statt.
Ferner finden in der KulturhalleGrafenrheinfeld kulturelle Veranstaltungen und Konzerte statt.[40]
Gerolzhofen, Städtchen im Steigerwaldvorland mit historischem Stadtbild, doppelten Mauerring und 13 Türmen. Johanniskapelle mitRiemenschneider-Kruzifix.Stadtpfarrkirche des 15. Jahrhunderts;
Grafenrheinfeld, Rokoko-Kirchplatz mit Alter Amtsvogtei (Hotel);
Die katholisch geprägten Gemeinden im Landkreis wurden seit derSpätgotik mit Bildstöcken und anderen Kleindenkmälern ausgestattet. Neben privater Frömmigkeit und der Errichtung als Wegmarken, bildete auch der Gegensatz zur protestantischen Reichsstadt Schweinfurt den Hauptgrund für die Errichtung der Martern. Besonders deutlich wurde der konfessionelle Konflikt bei der Aufstellung der sogenanntenMonolithbildstöcke, die zwischen 1520 und 1620 in Mode kamen.
Im 18. Jahrhundert differenzierten sich die Motive der Bildstöcke weiter aus. In ganz Franken entstanden eigene Typen, darunter der sogenannteKreuzschlepper als Freifigur des kreuztragenden Christus. Das Gebiet des heutigen Landkreises wurde ebenfalls Zentrum dieser Figuren, die meist auf einer Säule errichtet wurden.
Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das UnterscheidungszeichenSW zugewiesen. Es wird durchgängig bis heute ausgegeben. DieKennzeichenliberalisierung ermöglicht seit dem 10. Juli 2013 die Ausgabe des UnterscheidungszeichensGEO (Gerolzhofen).
Josef Schwarzmeier:Geologische Karte von Bayern 1:25.000 – Blatt Nr. 5927 Schweinfurt mit Erläuterungen. Bayerisches Geologisches Landesamt, München 1982.
Johannes Müller:Grundzüge der Naturgeographie von Unterfranken (=Fränkische Landschaft 1). Klett/Justus Perthes Verlag, Gotha 1996,ISBN 978-3-623-00500-3.
Mehrere Autoren:Landkreis Schweinfurt. Zwischen Steigerwald und Rhön – Bekanntes und Verborgenes. Echter Verlag, Würzburg 1998,ISBN 978-3-429-00957-1.
Ulrike Ratay:Reise durch Schweinfurt und das Schweinfurter Land – Ein Bildband mit über 190 Bildern (deutsch & englisch). Stürtz Verlag, Würzburg 2016,ISBN 978-3-8003-4178-8.
Mehrere Autoren:50 historische Wirtshäuser in Unterfranken. Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 2015,ISBN 978-3-7917-2710-3.
Freizeitkarte Landkreis Schweinfurt 1:75.000. Städte-Verlag E. v. Wagner & J. Mitterhuber, Fellbach 2016,ISBN 978-3-7381-0345-8.
Wanderkarte Landkreis Schweinfurt 1:50.000 – Blatt Nr. 87. Fritsch Landkartenverlag, Hof 2014,ISBN 978-3-86116-087-8.
↑Kapelle in Ortsmitte, Höhenlinien interpoliert im BayernAtlas
↑abBayerisches Geologisches Landesamt (Hrsg.):Geologische Karte von Bayern 1:500.000. 4., neubearb. Auflage. München 1996.
↑Josef Schwarzmeier:Geologische Karte von Bayern 1:25.000 Blatt Nr. 5927 Schweinfurt mit Erläuterungen. Bayerisches Geologisches Landesamt, München 1982.
↑Statistik Diözese Würzburg Dekanate Schweinfurt Nord 33.833 und Schweinfurt Süd mit 36.203 Einwohnern gibt 70.036 insgesamt, abgerufen am 16. April 2021
↑Accell Group verkauft Hercules. TV Mainfranken, 3. Februar 2014, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 14. Februar 2016; abgerufen am 14. Februar 2016.Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäßAnleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.tvtouring.de
↑abWirtschaft in Mainfranken:Die Kulturhalle Grafenrheinfeld – Ein attraktiver Veranstaltungsort, vor den Toren der Stadt Schweinfurt. September 2012, S. 49.