Neben der Kernstadt gehören die OrtschaftenHofheim,Hüttenfeld,Neuschloß undRosengarten als Stadtteile zur Stadt Lampertheim. Als Wohnplätze gibt es zudem die Siedlungen und Gehöftegruppen Heide, Oberlache-Rosenau, Am Küblinger Damm, Lache, An der Wormser Straße, In den Böllenruthen, In den Ruthen, Wehrzollhaus, Wildbahn undSeehof.[2]
Das Gemeindegebiet gliedert sich in dieGemarkungen Lampertheim, Hofheim, Hüttenfeld und Rosengarten. Teile der ehemalsselbstständigen Gemarkung Seehof wurden 1971 im Rahmen der Gebietsreform nach Lampertheim eingegliedert.
Lampertheim und seine Umgebung sind, wie Funde in der Gemarkung zeigen, seit derjüngeren Steinzeit (3.000–2.000 v. Chr.) durchgehend besiedelt. Auf die jahrhundertelang ansässigenKelten folgtenGermanen und einerömische Besatzung. Ein römisches Gräberfeld, römische Schüsseln, Fibeln und Münzen aus der Zeit von Kaiser Domitian (81–96 n. Chr.) lassen darauf schließen, dass Lampertheim ein römisches Lager war.[3]
Erste, aus dem Jahre 832 überlieferte Namensformen wieLangobardonheim oderLangbardheim ließen zunächst auf eine Gründung derLangobarden schließen. Es gibt heute jedoch kaum noch Zweifel, dass Lampertheim erst während der fränkischen Besiedlung entstand und als Heim des Lantberth (auch Lampert oder Lambert, „der Landglänzende“), zu deuten ist.
991 wurde Lampertheim erstmals imCodex Edelini desKlosters Weißenburg erwähnt.[4] 1422 führten drei Halbinseln, die gegenüber von Worms im stark mäandernden Rhein gelegen sind, den Namen „Rosengarten“.[4] Schon 35 Jahre vorher wurde 1387 dieKellerei Stein (Worms) mit ihren dreiAmtsorten Lampertheim, Hofheim und Nordheim zur Hälfte an dieKurpfalz verpfändet.[4] Daraus resultierte eine doppelte und vielfach konkurrierende Gerichtsbarkeit durch denBischof von Worms, zu dessenHochstift Lampertheim vorher vollständig gehörte, und dem Kurfürsten von der Pfalz, dem „Pfalzgrafen bei Rhein“. Daher kam Lampertheim unter dasSchriesheimer Zentgericht, das im Namen beider Herren urteilte. Dessen ungeachtet überwog auf Dauer der kurpfälzische Einfluss,[3] und um 1540 wurde in dem gerade wieder aufgebauten Ort – niedergebrannt 1504 imBayerischen Erbfolgekrieg – dieReformation eingeführt.
DerDreißigjährige Krieg traf Lampertheim besonders schwer: Nach der Zerstörung 1622 gab es nur noch zehn Einwohner – wer von den anderen noch überlebt hatte, der war in die befestigten Orte der Umgebung geflohen.[3] Bereits 50 Jahre nach Ende des Dreißigjährigen Krieges hatte die Region erneut schwer unter Kriegsfolgen zu leiden, als Frankreich versuchte, durch denPfälzer Erbfolgekrieg seine Grenzen nach Osten zu verschieben. Erst mit demFrieden von Rijswijk 1697 zogen sich die Franzosen hinter den Rhein zurück. 1705 fiel Lampertheim wieder uneingeschränkt an das Territorium desHochstiftes Worms.[5] Mit dem „Reichsdeputationshauptschluss“ vom 25. Februar 1803 kamen das bischöfliche Amt (Kellerei) Lampertheim und damit auch die Gemeinde zurLandgrafschaft Hessen-Darmstadt,[6] die vonNapoleons 1806 zumGroßherzogtum Hessen erhoben wurde.
DieStatistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1829 über Langenthal:[8]
„Lampertheim (L. Bez. Heppenheim) Marktflecken; liegt an der Grenze des Großherzogthums Baden, 3 St. von Heppenheim, hat große breite Straßen mit 454 Häusern und 2040 Evangel. Protest., 1042 Kath. und 79 Juden. Unter den Einwohnern sind 569 Bauern und 146 Handwerker. Lampertheim ist der Sitz des Rentamts, des Forstinspektors, des Revierförsters und eines Grenznebenzollamts II. Classe, hat 1 gemeinschaftliche Kirche, 1 Rathhaus, 1 Amthaus, 2 Pfarrhäuser, 3 Schulhäuser, 1 Tabaksfabrik, bedeutende Torfstiche und Baumschulen, in welchen viele Setzlinge gezogen werden; auch wird viel Tabak gebaut. Jährlich werden 3 Märkte gehalten. Der Ort hieß früher Langobardonheim, gehörte zum Bisthum Worms und kam 1802 an Hessen.“
und
„Lampertheimer Hütte (L. Bez. Heppenheim) Hof; gehört zu Lampertheim; hier ist ein Grenznebenzollamt II. Classe. Gegenüber liegt der badische Antheil dieses Hofs.“
AusDas Großherzogthum Hessen nach Geschichte, Land, Volk, Staat und Oertlichkeit von 1854:[9]
„Lampertheim, Mrktfl. an der Grenze von Hessen gegen Baden mit einer Gemarkung von 17452Morgen (8822 Acher, 2031 Wiesen 5445 Wald) und 4381 Einw. die etwa zu 2/3 evangelisch sind und Tabaksbau und Obstzucht treiben. Sitz einer Districtseinnehmerei, eines Rentamts, einer Oberförsterei. Die Torfgruben in seiner Gemarkung sind sehr ergiebig. Jährlich werden hier 3 besuchte Märkte gehalten. Der Name des Orts ist verkürzt aus Langonbardonheim. Es gehörte zum Bisthum Worms und kam 1802 an Hessen. Eine halbe Stunde davon liegt der Weiler Neuschloß mit einer chemischen Fabrik. Zu Lampertheim gehören außerdem noch 2 Ziegelhütten, ein Harzofen, das Wirthshaus Rosengarten, die RheininselBiedensand, die Lampertheimer Aue, Bonnenaue, das Beckerwörth, Ludwigswörth, Froschwörth und die Friedrichsaue.“
In Hessen wurde am 3. Juli 1933 das „Gesetz zur Durchführung von Feldbereinigung zum Zwecke der Arbeitsbeschaffung im Zuge derRiedmelioration“ erlassen. In 13 Gemeinden der Provinz Starkenburg, darunter Lampertheim, wurde dasFeldbereinigungsverfahren auf einer Fläche von 200.000 ha angeordnet. Im Verlauf diesesMeliorations- und Siedlungsprogramms entstanden die beiden OrteRiedrode undWorms-Rosengarten.[12]
Im November 1938 brachte die sogenannteReichskristallnacht den jüdischen Mitbürgern Not und Elend. Die LampertheimerSynagoge wurde niedergebrannt und die Wohnungen und Geschäfte jüdischer Familien wurden verwüstet. Bereits nach 1933 war ein Teil der zu diesem Zeitpunkt aus 86 Personen bestehendenjüdischen Gemeinde infolge der zunehmenden Repressalien weggezogen oder ausgewandert. Im Zusammenhang mit dem November-Pogrom kamen fast alle jüdischen Männer für einige Wochen in dasKZ Buchenwald. 1942 wurden die letzten neun noch in Lampertheim lebenden Deutschen jüdischen Glaubens in Vernichtungslager deportiert. Von den in Lampertheim geborenen oder längere Zeit hier lebenden Personen kamen 42 durch die Vollstrecker der NS-Gewaltherrschaft ums Leben.[13]
ImZweiten Weltkrieg erfolgte in der Nacht vom 5. auf den 6. August 1941 ein Bombenangriff auf Lampertheim, bei dem über 20 Menschen ums Leben kamen und 29 Menschen verwundet wurden. Dutzende Familien wurden obdachlos.[14] Ab 1944 machte sich der verstärkteLuftkrieg gegen Deutschland auch in Lampertheim bemerkbar. Große Fliegerverbände überflogen Lampertheim bei ihren Angriffen auf die umliegenden Industriestädte Ludwigshafen, Mannheim oder Worms. In der Nacht vom 15. auf den 16. Mai 1944 wurde die evangelische Kirche durch Bomben zerstört. In den ersten Stunden des 26. März 1945 überquerten amerikanische Truppen beiHamm und südlich von Worms den Rhein. Die bei Worms übergesetzten Kräfte nahmen noch in der Nacht die Ortschaft Rosengarten in Besitz. Nach Osten marschierten die amerikanischen Einheiten in den frühen Morgenstunden in Bürstadt ein und rückten auf der heutigen B47 weiter gegen Lorsch vor. Nach Südosten stießen sie Richtung Lampertheim vor, wobei es zwischen Bürstadt und Lampertheim heftige Gefechte mit Einheiten der deutschenWehrmacht gab. Lampertheim selbst wurde nicht verteidigt, sodass beim Einmarsch der Amerikaner noch am selben Tag keine großen Schäden entstanden. Die amerikanischen Panzer rollten nach der Einnahme Lampertheims weiter über Neuschloß Richtung Bergstraße. Lampertheim hatte etwa 600 gefallene oder vermisste Soldaten in diesem Krieg zu beklagen.[15]
Seit 1879 führt dieRiedbahn durch die Gemeinde. ImBahnhof Lampertheim ereignete sich am 12. August 1965 ein schwerer Unfall: DerTEEHelvetia kollidierte hier mit dem nicht profilfrei stehenden letztenWagen einesGüterzuges undentgleiste. Vier Menschen starben, zahlreiche wurden verletzt.
Am 31. Januar 1992 starb eine dreiköpfige Familie aus Sri Lanka bei einem von Jugendlichen verübtenBrandanschlag gegen die Flüchtlingsunterkunft. Die drei Täter werden 1994 zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.[17]
In der hessischen Zeit wechselten die zuständigen Verwaltungseinheiten mehrfach infolge von Verwaltungsreformen. Zunächst gehörte der Ort zumAmt Lampertheim. 1821 wurden im Rahmen einer umfassenden Verwaltungsreform die Amtsvogteien in den ProvinzenStarkenburg undOberhessen des Großherzogtums aufgelöst undLandratsbezirke eingeführt, wobei Lampertheim demLandratsbezirk Heppenheim zugeteilt wurde.
1832 wurden die Verwaltungseinheiten weiter vergrößert und es wurdenKreise geschaffen. Bei der am 20. August 1832 bekanntgegebenen Neugliederung sollte es in Süd-Starkenburg künftig nur noch die Kreise Bensheim und Lindenfels geben; der Landratsbezirk von Heppenheim sollte in den Kreis Bensheim fallen. Noch vor dem Inkrafttreten der Verordnung zum 15. Oktober 1832 wurde diese aber dahingehend revidiert, dass statt des Kreises Lindenfels neben demKreis Bensheim derKreis Heppenheim als zweiter Kreis gebildet wurde. Lampertheim wurde zunächst dem Kreis Bensheim zugeordnet, bei einer 1840 erfolgten Gebietsbereinigungen kam der Ort aber zum Kreis Heppenheim.[18] Am 31. Juli 1848 wurden in den Provinzen die Kreise und die Landratsbezirke des Großherzogtums abgeschafft und durch „Regierungsbezirke“ ersetzt, wobei die bisherigen Kreise Bensheim und Heppenheim zumRegierungsbezirk Heppenheim vereinigt wurden. Bereits vier Jahre später kehrte man aber zur Einteilung in Kreise zurück, wodurch neben dem Kreis Heppenheim wieder der Kreis Bensheim und vorübergehend auch wieder die KreiseLindenfels undWimpfen entstanden. Lampertheim gehörte jetzt wieder dem Kreis Heppenheim an.[19]
In den Statistiken des Großherzogtums Hessen wurden, bezogen auf Dezember 1867, für Lampertheim eine eigeneBürgermeisterei, 632 Häuser, 4776 Einwohnern, der Kreis Heppenheim, das Landgericht Lorsch, die evangelische Pfarrei Lampertheim des Dekanats Zwingenberg und die katholische Pfarrei Lampertheim des Dekanats Bensheim, angegeben. Durch die Bürgermeisterei wurden außerdem der Weiler Neuschloss (13 Häuser, 88 Einw.), das Fialdorf Hüttenfeld (50 Häuser, 309 Einw.), das Wirtshaus Rosengarten (2 Häuser, 21 Einw.) und das Forsthaus Wildbahn (1 Haus, 7 Einw.) verwaltet.[20]
Am 1. November 1938 wurde imVolksstaat Hessen nach Aufhebung der drei Provinzen Starkenburg,Rheinhessen und Oberhessen eine einschneidende Gebietsreform durchgeführt. In Starkenburg war der Kreis Bensheim besonders betroffen. Zwar ging er zum größten Teil in dem neuenLandkreis Bergstraße auf, Lampertheim jedoch mit einigen anderenrechtsrheinischen Gemeinden wurde dem neugeschaffenenLandkreis Worms angegliedert. Kurze Zeit vorher schon war das Gebiet um die neugegründeteSiedlung Rosengarten aus der Gemarkung Lampertheim ausgegliedert und als Stadtteil in die StadtWorms eingegliedert worden. Mit derNeueinteilung der Bundesländer, durch die Siegermächte des Zweiten Weltkriegs nach 1945, wurde Rheinhessen westlich des Rheins dem BundeslandRheinland-Pfalz zugeteilt und Lampertheim mit Rosengarten in den hessischen Landkreis Bergstraße integriert.[21][22]
Im Jahr 1961 wurde die Gemarkungsgröße mit 5145 ha angegeben, davon waren 2306 ha Wald.[22]
Verwaltungsgeschichte im Überblick
Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,[Anm. 1] denen Lampertheim angehört(e):[22][23][24]
Zum 1. Juni 1905 wurde dasAmtsgericht Lampertheim neu eingerichtet. Zu dessen Bezirk gehörten die Gemarkungen Lampertheim mit Hüttenfeld und Neuschloß, See-Hof (Feldgemarkung), Biedensand (Feldgemarkung), Viernheim und Wildbahn (Waldgemarkung).[28]
Für die Stadtteile Hofheim, Hüttenfeld, Neuschloß und Rosengarten wurde je einOrtsbezirk mitOrtsbeirat undOrtsvorsteher eingerichtet. Zu diesem Zwecke wurden die ehemals gemeindefreien Grundstücke „Wehrzollhaus“ dem Ortsbezirk Hofheim, die ehemals selbstständige Gemarkung „Wildbahn“ und die ehemals selbstständige Gemarkung „Seehof“, so weit sie gesetzlich in die Stadt Lampertheim eingegliedert worden sind, dem Ortsbezirk Hüttenfeld und der Wohnplatz „In den Ruthen“ dem Ortsbezirk Neuschloß zugeordnet.[32]
Nach den Erhebungen desZensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Lampertheim 31.037 Einwohner. Darunter waren 2565 (8,26 %) Ausländer, von denen 1145 aus demEU-Ausland, 1005 aus andereneuropäischen Ländern und 415 aus anderen Staaten kamen.[34] Von den deutschen Einwohnern hatten 10,3 % einenMigrationshintergrund.[35] (Bis zum Jahr 2020 erhöhte sich die Ausländerquote auf 14,6 %.[36]) Nach dem Lebensalter waren 4839 Einwohner unter 18 Jahren, 12.444 zwischen 18 und 49, 7044 zwischen 50 und 64 und 6711 Einwohner waren älter.[37] Die Einwohner lebten in 14.109 Haushalten. Davon waren 4578Singlehaushalte, 4449Paare ohne Kinder und 3675 Paare mit Kindern, sowie 1101Alleinerziehende und 306Wohngemeinschaften. In 3207 Haushalten lebten ausschließlichSenioren und in 9399 Haushaltungen lebten keine Senioren.[37]
Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: Die Bevölkerung der Gemeinden 1834 bis 1967. Wiesbaden: Hessisches Statistisches Landesamt, 1968. Weitere Quellen: LAGIS[22]; 1972:[38]; Hessisches Statistisches Informationssystem[36];Zensus 2011[34] Ab 1972 einschließlich der im Zuge derGebietsreform in Hessen eingegliederten Orte.
Die Stadtverordnetenversammlung ist das oberste Organ der Stadt. Ihre politische Zusammensetzung wird alle fünf Jahre in der Kommunalwahl durch die Wahlbevölkerung der Stadt bestimmt. Wählen darf, wer das 18. Lebensjahr vollendet hat und Deutscher Staatsbürger im Sinne des Grundgesetzes oder Staatsangehöriger eines der übrigen Mitgliedstaaten der Europäischen Union ist. Für alle gilt, dass sie seit mindestens drei Monaten in der Stadt gemeldet sein müssen.
In derKommunalwahl am 14. März 2021 wurden die Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung sowie die Ortsbeiräte der Stadt für dieLegislaturperiode 2021 bis 2026 gewählt. Die Wahl lieferte folgendes Ergebnis,[42] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[43][44][45][46]
Nach der hessischen Kommunalverfassung wird derBürgermeister für eine sechsjährige Amtszeit gewählt, seit dem Jahr 1993 in einerDirektwahl, und ist Vorsitzender desMagistrats, dem in der Stadt Lampertheim neben dem Bürgermeister ein hauptamtlicherErster Stadtrat[47] und zwölf ehrenamtlicheStadträte angehören.[48] Bürgermeister ist seit dem 1. Dezember 2025Alexander Scholl (CDU), der in der Kommunalpolitik zuletztFraktionsvorsitzender seiner Partei war.[49] Er wurde als Nachfolger von Gottfried Störmer, der nach zwei Amtszeiten nicht wieder kandidiert hatte,[50] am 29. Juni 2025 in einer Stichwahl bei 39,2 Prozent Wahlbeteiligung mit 64,6 Prozent der Stimmen gewählt.[51]
Ortsbezirk Hofheim (Gebiete der ehemaligen GemeindeHofheim mit ehemals gemeindefreien Gebiet Wehrzollhaus). Der Ortsbeirat besteht aus neun Mitgliedern.
Ortsbezirk Hüttenfeld (SiedlungsplatzHüttenfeld mit der ehemaligen Gemarkung Wildbahn und Teilen der ehemaligen Gemarkung Seehof). Der Ortsbeirat besteht aus neun Mitgliedern.
Ortsbezirk Neuschloß (SiedlungsplätzeNeuschloß und „In den Ruthen“). Der Ortsbeirat besteht aus neun Mitgliedern.
Ortsbezirk Rosengarten (Gebiete der ehemaligen GemeindeRosengarten). Der Ortsbeirat besteht aus neun Mitgliedern.
Blasonierung: „In Schwarz ein schwebendes silbernes Andreaskreuz zwischen zwei sechsstrahligen goldenen Sternen.“[55]
Wappenbegründung: Im Gerichtssiegel des 15. Jahrhunderts steht im Schild eine Pflugschar. Rauten und schräger Schlüssel als die Wappen der pfälzischen Wittelsbacher und des Hochstifts Worms sind im gespaltenen Schild verbunden im Gerichtssiegel, das um 1540 unter der Regierung des Pfalzgrafen Heinrich als Bischof von Worms entstand. Im mit 1706 datierten Siegel ist ein geteilter Schild: oben der Schlüssel, unten das Andreaskreuz als Attribut des Ortspatrons. Das Schrifttum des 19. Jahrhunderts war unsicher in der Farbgebung, während Hupp das Siegel von 1706 mit der Beifügung von zwei Sternen als Wappen ausgab. Das Andreaskreuz, das schon im ältesten Lampertheimer Siegel verwendet wurde, weist darauf hin, dass das Wormser Andreasstift von alters her Patronatsherr derLampertheimer St. Andreaskirche war und Anspruch auf den Zehnten besaß.
Das Wappen wurde am 5. März 1930 durch das Ministerium des Innern desVolksstaates Hessen verliehen.
Die Pfarrkirche St. Michael inHofheim ist wohl das bedeutendste Bauwerk im Stadtgebiet. Erbaut wurde sie von BaumeisterBalthasar Neumann, der auch direkt nebenan amWormser Dom arbeitete.
Wahrzeichen der Stadt ist die Kirche der evangelischen Lukasgemeinde, die sog.Domkirche Lampertheim.
Erwähnenswert inHüttenfeld sind das im Jahr 1853 vom Baron Rothschild erbauteSchloss Rennhof und das 1906/07 erbaute alte Schulhaus. Im Schloss Rennhof befindet sich seit 1953 einlitauisches Gymnasium.
Das Heimatmuseum Lampertheim wird vom Heimat-, Kultur- und Museumsverein betrieben. Beherbergt in einem Fachwerkhaus eines Bauerngehöfts von 1737, bietet es an Sonntagen die Gelegenheit, durch verschiedene Epochen der Lampertheimer Ortsgeschichte geführt zu werden.
Unter dem BegriffMusiker Initiative Lampertheim haben sich verschiedene in Lampertheim und Umgebung ansässige Musiker zusammengeschlossen. Sie veranstalten in regelmäßiger Folge Konzerte verschiedenster Musikrichtungen.
In Lampertheim existieren Zweigstellen einiger Großunternehmen (Roche,BASF undIXYS). Den Großteil der Arbeitgeber machen jedoch Kleinbetriebe in Handwerk und Dienstleistung aus.
Die amerikanischen Truppen betrieben bis Ende 2014 im benachbartenMannheim-Sandhofen den LuftwaffenstützpunktColeman Barracks. Amerikanisches Militär nutzte bis Ende 2012 einige Truppenübungs- und Schießplätze im Lampertheimer Wald, dieLampertheim Training Area und betrieb weitere militärische Einrichtungen die nun brach liegen und wieder der Erholung und der Forstwirtschaft zugeführt werden sollen. ZwischenNeuschloß undHüttenfeld an der L 3110 betreibt der US-amerikanische AuslandsdienstInternational Broadcasting Bureau dieSendeanlageLampertheim Station.
Außerdem gibt es Buslinien, die das Stadtgebiet und das Umland bedienen und bis in die Städte Worms und Viernheim fahren. Im Spätverkehr gibt es ein Anrufsammeltaxi.
Von den insgesamt fünf Grundschulen liegen drei in Lampertheim und je eine in Hofheim und Hüttenfeld. Es existiert ein breites Spektrum an weiterführenden Schulen. DasLessing-Gymnasium hat am 4. April 2008 die offizielle Urkunde fürHochbegabtenförderung erhalten. Zudem ist es eine der ersten Selbstständigen Schulen in Hessen und führt den Titel einer Europaschule. Weiter gibt es die Alfred-Delp-Schule, eine gemeinschaftliche Haupt- und Realschule, eine Sonderschule für besonders förderungsbedürftige Schüler, die Biedensandschule, sowie eine Berufsschule mit unterschiedlichen Fachbereichen. Hofheim verfügt zudem über eine eigene Hauptschule.
1995:Alfred Delp (1907–1945), Jesuitenpater, Mitglied in der Widerstandsgruppe Kreisauer Kreis (posthume Ernennung)
2007: Heinrich Karb (1922–2018), Stadtarchivar, Heimatforscher, Mundartdichter, Gründer und langjähriger Vorsitzender des Heimat-, Kultur- und Museumsvereins
2008:Nicole Reinhardt (* 1986), mehrfache Weltmeisterin, Olympiasiegerin im Kajak
2022:Max Lemke (* 1996), mehrfacher Welt- und Europameister, dreifacher Olympiasieger im Kajak (K2 und K4)
↑Das Großherzogtum Hessen war von 1815 bis 1866 Mitglied desDeutschen Bundes. Ein Staatenbund ehemaliger Territorien des Heiligen Römischen Reichs. Er gilt als gescheiterter Versuch einer erneuten Reichsgründung.
↑Johann Konrad Dahl:Historisch-topographisch-statistische Beschreibung des Fürstenthums Lorsch oder Kirchengeschichte des Oberrheingaues. Darmstadt 1812,OCLC162251605,S.150 (Google Buch).
↑Verleihung des Rechts zur Führung der Bezeichnung „Stadt“ an die Gemeinde Lampertheim, Landkreis Bergstraße, Reg.-Bez. Darmstadt (Punkt 745) vom 2. August 1951. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.):Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1951Nr.33,S.470f. (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF;2,1MB]).
↑Kurzbiografie von Siegfried Einstein. In: Esther Graf, Nelly Z. Graf (Hrsg.):Zeit der vielen Einsamkeiten - Werke von Siegfried Einstein. Wunderhorn, Heidelberg 2019,ISBN 978-3-88423-615-4,S.11–17.
↑Bekanntmachung, Bezirksveränderungen hinsichtlich der Kreise Bensheim und Heppenheim vom 31. Dezember 1839. In: Großherzogliches Ministerium des Inneren und der Justiz (Hrsg.):Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt. 1839Nr.37,S.480 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF;72,2MB]).
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↑Michael Rademacher: Land Hessen. Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006. In: eirenicon.com. Abgerufen am 1. Januar 1900
↑Grossherzogliche Centralstelle für die Landesstatistik (Hrsg.):Beiträge zur Statistik des Großherzogtums Hessen.Band1. Großherzoglicher Staatsverlag, Darmstadt 1862,OCLC894925483,S.43ff. (Google Buch).
↑Gesetz über die Aufhebung der Provinzen Starkenburg, Oberhessen und Rheinhessen vom 1. April 1937. In: Der Reichsstatthalter in Hessen Sprengler (Hrsg.):Hessisches Regierungsblatt. 1937Nr.8,S.121ff. (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF;11,2MB]).
↑Verordnung zur Ausführung des Deutschen Gerichtsverfassungsgesetzes und des Einführungsgesetzes zum Gerichtsverfassungsgesetze vom 14. Mai 1879. In: Großherzog von Hessen und bei Rhein (Hrsg.):Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt. 1879Nr.15,S.197–211 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF;17,8MB]).
↑Bekanntmachung, die Errichtung eines Amtsgerichts in Lampertheim betreffend vom 1. April 1905. In: Großherzogliches Ministerium der Justiz (Hrsg.):Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt. 1905Nr.13,S.132 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF;23,1MB]).
↑Gemeindegebietsreform in Hessen: Zusammenschlüsse und Eingliederungen von Gemeinden vom 15. September 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.):Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1971Nr.39,S.1603,Punkt 1320; Abs. 19. (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF;9,2MB]).
↑Karl-Heinz Gerstemeier, Karl Reinhard Hinkel:Hessen. Gemeinden und Landkreise nach der Gebietsreform. Eine Dokumentation. Hrsg.: Hessischer Minister des Inneren. Bernecker, Melsungen 1977,OCLC180532844,S.210.
↑Kommunalwahlen 1972; Maßgebliche Einwohnerzahlen der Gemeinden vom 4. August 1972. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.):Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1972Nr.33,S.1424,Punkt 1025 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF;5,9MB]).
↑Gemeindedatenblatt: Lampertheim. (PDF; 222 kB) In: Hessisches Gemeindelexikon. HA Hessen Agentur GmbH; abgerufen am 20. Februar 2018
↑Klemens Stadler:Deutsche Wappen Bundesrepublik Deutschland. Die Gemeindewappen des Landes Hessen.Band3. Angelsachsen-Verlag, Bremen 1967,S.59.
↑Verleihung des Rechts zur Führung einer Flagge an die Gemeinde Lampertheim, Landkreis Bergstraße, Regierungsbezirk Darmstadt vom 8. Februar 1951. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.):Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1951Nr.8,S.86,152 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF;2,5MB]).