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Labalme

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dieser Artikel beschreibt die französische Gemeinde im Département Ain. Zu weiteren Bedeutungen sieheBalme (Begriffsklärung).
Labalme
Labalme (Frankreich)
Labalme (Frankreich)
StaatFrankreich Frankreich
RegionAuvergne-Rhône-Alpes
Département (Nr.)Ain (01)
ArrondissementNantua
KantonPont-d’Ain
GemeindeverbandRives de l’Ain-Pays du Cerdon
Koordinaten46° 6′ N,5° 29′ O46.0930555555565.4830555555556Koordinaten:46° 6′ N,5° 29′ O
Höhe473–999 m
Fläche8,80 km²
Einwohner204(1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte23 Einw./km²
Postleitzahl01450
INSEE-Code01200

Labalme ist einefranzösische Gemeinde mit 204 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) imDépartement Ain in derRegionAuvergne-Rhône-Alpes. Sie gehört zumKanton Pont-d’Ain imArrondissement Nantua.

Geographie

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Labalme liegt auf586 m imBugey im südlichen französischenJura-Gebirge, etwa 23 Kilometer südöstlich derPräfekturBourg-en-Bresse und 53 Kilometer westsüdwestlich der StadtGenf (Luftlinie). Die Fläche des 8,80 km² großen Gemeindegebiets umfasst einen Teil eines Höhenzuges (Antiklinale) zwischen dem Tal des Flusses Ain und demSynklinaltal der FlüsseOignin undBorrey. Der Höhenzug hat selbst eine ausgeprägte Reliefstruktur. An der südwestlichen Gemeindegrenze beginnt die Abbruchkante in die etwa 300 m eingetiefte Schlucht vonCerdon, eine typischeReculée-Formation im Juragebirge. Im Osten begrenzen die durch den PassCol du Sappel entzweigeteilten Höhenzüge derMontagne d’Oisselaz undChaîne de l’Avocat die Gemeinde. Besonders dieChaîne de l’Avocat ragt steil auf, so dass die Gemeinde dort ihren höchsten Punkt erreicht. Bedingt durch den porösen kalkhaltigen Untergrund versickert das Niederschlagswasser schnell und es gibt keine oberirdischen Fließgewässer.

Außer der Ortschaft Labalme gibt es in der Gemeinde keine weiteren Weiler oder Gehöfte. Nachbargemeinden von Labalme sindCeignes undMaillat im Norden,Vieu-d’Izenave im Osten,Cerdon im Süden und Westen sowieSaint-Alban im Westen.

Geschichte

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Bei Ausgrabungen in den nahegelegenen Höhlen von Cerdon traten 1914 Werkzeuge und Knochen aus der Jungsteinzeit (Jungpaläolithikum) zu Tage.[1] Auf dem Gemeindeboden wurden außerdem Grabbeigaben aus derHallstattzeit gefunden.[2] Die Herkunft des Ortsnamens aus dem Keltischen, wobalma Höhle bedeutet, weist zusätzlich auf die damalige Bedeutung der nahegelegenen Höhlen hin.[3]

Im Mittelalter bildete Labalme eine eigene kleine Herrschaft, die den Herren von Thoire-Villars unterstand. Diese durch einfestes Haus geschützte Herrschaft gehörte von etwa 1100 bis 1536 einer Familiede la Balme, und der Ort wurde 1164 erstmals urkundlich erwähnt. Der PassCol du Sappel war mit einem weiteren festen Haus gesichert, so dass die Gemeinde häufig als La Balme-Sap(p)el beurkundet ist.[4][5] Gegen Ende des 14. Jahrhunderts kam die Gemeinde unter die Oberhoheit derGrafen von Savoyen, und mit demVertrag von Lyon gelangte sie 1601 an Frankreich.

Bevölkerung

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Jahr19621968197519821990199920112021
Einwohner118140117104120135204210
Quellen: Cassini und INSEE

Mit 204 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023)[6] gehört Labalme zu den kleinen Gemeinden des Départements Ain. Nachdem die Einwohnerzahl in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts etwas abgenommen hatte (1901 wurden noch 248 Personen gezählt), steigt sie seit der Jahrtausendwende wieder an.[7] Die Ortsbewohner von Labalme heißen auf FranzösischBalméran(e)s.

Sehenswürdigkeiten

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In der Abbruchkante zur Schlucht von Cerdon und unter dem Gemeindeboden von Labalme befinden sich dieGrottes du Cerdon, ein System aus mehreren zum Teil zu Besuchszwecken verbundenen Höhlen, die im Sommerhalbjahr besichtigt werden können. Die imquartären Eiszeitalter durch unterirdische Flüsse geschaffenen und dann trocken gefallenen Höhlen waren über lange Zeit von Menschen bewohnt, wie große Mengen Asche- und Knochenreste bezeugen. Zwischen 1933 und 1959 wurde die große, durchgängig kühle Kaverne zur Reifung von Käse benutzt. Zu Beginn der 1980er Jahre wurde ein großer Teil des Höhlensystems für Besucher zugänglich gemacht. Inzwischen zählen die Höhlen mit 25.000 Besuchern im Jahr (Stand 2010) zu den zehn beliebtesten Sehenswürdigkeiten im Département Ain.[8]

Die gotische Kirche Saint-Amand in Labalme stammt aus dem 15. Jahrhundert.

  • Kirche Saint-Amand
    Kirche Saint-Amand
  • Rathaus (mairie)
    Rathaus (mairie)
  • Ausgang einer der Höhlen von Cerdon
    Ausgang einer der Höhlen von Cerdon
  • Gefallenendenkmal
    Gefallenendenkmal

Wirtschaft und Infrastruktur

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Labalme war bis weit ins 20. Jahrhundert hinein ein durch dieLandwirtschaft geprägtes Dorf. Heute sind keine landwirtschaftlichen Betriebe mehr direkt im Ort ansässig, und das Dorf hat sich zu einer Wohngemeinde gewandelt, deren Erwerbstätige in den größeren Ortschaften der Umgebung arbeiten.

DieDepartementsstraße D1084 durchquert den Ort. Sie verbindetNantua mitPont-d’Ain und ist auch Teil der Landstraßenverbindung zwischen Lyon und der Westschweiz. Die AutobahnA40 verläuft nördlich der Gemeindegrenze, der nächste Anschluss befindet sich neun Kilometer entfernt in Saint-Martin-du-Frêne.

In Labalme befindet sich eine staatliche Grundschule (école élémentaire).

Weblinks

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Commons: Labalme – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Géologie du Bugey chp. 3: Le centre du Bugey (PDF; 4,2 MB) von J. Beauchamp (französisch, abgerufen im Februar 2014).
  2. André Buisson:Carte Archéologique de la Gaule - Ain 01.Académie des Inscriptions et Belles-Lettres, 1990,ISBN 2-87754-010-3,S. 122 (französisch,eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche). 
  3. Ernest Nègre:Toponymie générale de la France.Band 1. Librairie Droz, 1990,ISBN 978-2-600-02884-4,S. 240 (französisch,eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche). 
  4. É. Philipon:Dictionnaire Topographique du Département de l’Ain. Imprimerie Nationale, 1911,S. 25, 404 (französisch,online [PDF; abgerufen am 4. Januar 2014]). 
  5. Marie-Claude Guigue:Topographie Historique du Département de l’Ain. Bourg-en-Bresse et Lyon, A. Brun, 1873,S. 20 (französisch,online [abgerufen am 18. Januar 2014]). 
  6. Französisches Statistikinstitut (www.insee.fr)
  7. Labalme – notice communale. In: cassini.ehess.fr. Abgerufen am 7. Februar 2014 (französisch, ab 1968 Einwohnerzahlen vonINSEE). 
  8. Marc Dazy: 525 000 visiteurs à Ars-sur-Formans : la consécration du tourisme religieux. In: Le Progrès. Abgerufen am 7. Februar 2014 (französisch). 
Gemeinden imArrondissement Nantua

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