LaTeX wurde Anfang der 1980er Jahre vonLeslie Lamport entwickelt.[6] Der Name bedeutet so viel wieLamportTeX. Die Entwicklung wurde seit den 1990er Jahren von einer AnzahlEntwicklern weitergeführt. Heute ist LaTeX die populärste Methode, TeX zu verwenden.[7] Das Softwarepaket liegt mit Stand vom Januar 2026 in der VersionLaTeX release 2025-11-01 vor.[8]
Das Basis-Programm von LaTeX istTeX. TeX wurde vonDonald E. Knuth während seiner Zeit als Informatik-Professor an derStanford University entwickelt. Auf TeX aufbauend entwickelteLeslie Lamport Anfang der 1980er Jahre LaTeX, eine Sammlung von TeX-Makros, die die Benutzung für den durchschnittlichen Anwender gegenüber TeX vereinfachten und erweiterten.[6] Der Name LaTeX ist eine Abkürzung fürLamportTeX.
Lamports Entwicklung von LaTeX endete gegen 1990 mit der Version 2.09.[9] Die aktuelle Version LaTeX 2ε wurde ab 1989 von einer größeren Zahl von Autoren umFrank Mittelbach, Chris Rowley und Rainer Schöpf entwickelt.[10] Wesentliche Erweiterungen von Lamports Versionen bestanden in einem „vierdimensionalen“ Mechanismus für das Umschalten zwischen Zeichensätzen („New Font Selection Scheme“, „NFSS“), in einem komplexeren Mechanismus für das Einlesen von Zusatzpaketen und in einer entsprechenden „Paketschreiberschnittstelle“ für die Erstellung undDokumentation von auf LaTeX aufbauenden Makropaketen.[11] Die beiden Entwicklungsstufen von LaTeX sind nichtkompatibel.[12]
LaTeX 2ε ist seit Mitte der 1990er-Jahre die am weitesten verbreitete Methode, TeX zu verwenden.
Im Gegensatz zu anderen Textverarbeitungsprogrammen, die nach demWhat-you-see-is-what-you-get-Prinzip funktionieren, arbeitet der Autor mitTextdateien, in denen er innerhalb eines Textes anders zu formatierende Passagen oder Überschriften mit Befehlen textuell auszeichnet.Das Beispiel unten zeigt den Quellcode eines einfachen LaTeX-Dokuments. Bevor das LaTeX-System den Text entsprechend setzen kann, muss es den Quellcode verarbeiten. Das dabei von LaTeX generierteLayout gilt als sehr sauber, seinFormelsatz als sehr ausgereift. Außerdem ist die Ausgabe u. a. nachPDF,HTML undPostScript möglich. LaTeX eignet sich insbesondere für umfangreiche Arbeiten wieDiplomarbeiten undDissertationen, die oftmals strengen typographischen Ansprüchen genügen müssen. Insbesondere in der Mathematik und den Naturwissenschaften erleichtert LaTeX das Anfertigen von Schriftstücken durch seine komfortablen Möglichkeiten der Formelsetzung gegenüber üblichen Textverarbeitungssystemen. Das Verfahren von LaTeX wird auch mit WYSIWYAF (What you see is what you asked for) umschrieben.[13]
Das schrittweise Arbeiten erfordert vordergründig im Vergleich zu herkömmlichen Textverarbeitungen einerseits eine längere Einarbeitungszeit, andererseits kann das Aussehen des Resultats genau festgelegt werden. Die längere Einarbeitungszeit kann sich jedoch lohnen, insbesondere bei Folgeprojekten mit vergleichbarem Umfang oder ähnlichen Erfordernissen.[14] Inzwischen gibt es auch grafische Editoren, die mit LaTeX arbeiten können und WYSIWYG oderWYSIWYM (What you see is what you mean) bieten und ungeübten Benutzern den Einstieg deutlich erleichtern können. Beispiele für LaTeX-Entwicklungsumgebungen sind im AbschnittEntwicklungsumgebungen aufgelistet.
Bei der Benutzung von LaTeX wird ein sogenanntesgenerisches oderlogischesMarkup verwendet, um Inhalt und Form konsequent voneinander zu trennen. Soll beispielsweise in einem Dokument eine Überschrift erstellt werden, so wird der Text nicht wie in TeX rein optisch hervorgehoben (etwa durchFettdruck mit größerer Schrift, also:\font\meinfont=cmb10 at 24pt \meinfont Einleitung), sondern die Überschrift wird als solche gekennzeichnet (z. B. mittels\section{Einleitung}). In den Klassen- odersty-Dateien wird global festgelegt, wie eine derartige Abschnittsüberschrift zu gestalten ist: „das Ganze fett setzen; mit einer Nummer davor, die hochzuzählen ist; den Eintrag in das Inhaltsverzeichnis vorbereiten“ usw. Dadurch erhalten alle diese Textstellen eine einheitliche Formatierung. Außerdem wird es dadurch möglich, automatisch aus allen Überschriften im Dokument mit dem Befehl\tableofcontents einInhaltsverzeichnis zu generieren.
WieTeX selbst, so ist auch LaTeX weitestgehend rechner- und plattformunabhängig verwendbar. Das bedeutet, dass es für die meisten Betriebssysteme analog zu TeX auch für LaTeX lauffähige, produktiv einsetzbare LaTeX-Installationen gibt. Zu diesen Betriebssystemen gehören zum BeispielWindows seit derVersion 3.x bis zur aktuellenVersion 11, ApplemacOS sowie diverse Linux-Distributionen. Unter der Voraussetzung, dass alle verwendeten Zusatzpakete (siehe unten) in geeigneten Versionen installiert sind, besteht der Vorteil der Verwendung von LaTeX darin, dass das Ergebnis unabhängig von der verwendeten Rechnerplattform und dem verwendeten Drucker in den beiden AusgabeformatenDVI und PDF hinsichtlich der Schriftarten und -größen sowie der Zeilen- und Seitenumbrüche im Druck stets exakt gleich ist. LaTeX ist hierbei nicht auf die Schriftarten des jeweiligen Betriebssystems angewiesen. Jene Betriebssystem-Schriftarten sind häufig für die Anzeige am Monitor optimiert. LaTeX enthält eine Reihe eigener Schriftarten, die ihrerseits für den Druck optimiert sind. Mit den neueren TeX-EnginesXeTeX undLuaTeX können jedoch auch die systemweit installierten Schriften verwendet werden.
LaTeX bildet ein „Format“ in einemTeX-spezifischen Sinne. Es besteht im Kern aus einer Dateilatex.ltx vonMakrodefinitionen, die in einSpeicherabbildlatex.fmt nach Ausführung der Definitionen umgewandelt wird. Diese Datei wird für jeden Dokumenterzeugungslauf zuerst von der „Engine“ (einemBinärprogramm wieTeX,pdfTeX oderLuaTeX) eingelesen. Andere bedeutende Formate sindplain TeX undConTeXt. Im Vergleich zu diesen existieren für LaTeX besonders viele Zusatzpakete – weitere Makrosammlungen –, die auf den Makros inlatex.ltx aufbauen und die zunächst mit der Engine und den Makros inlatex.ltx gegebenen Darstellungsmöglichkeiten beträchtlich erweitern. Sie sind zu einem großen Teil von LaTeX-Anwendern zunächst für spezielle eigene Bedürfnisse (Veröffentlichungen, Lehrmaterial, Abschlussarbeiten) entwickelt und dann der Allgemeinheit mit meist freierLizenz zur Verfügung gestellt worden.[15] Speziell für diesen Zweck wurde dieLaTeX Project Public License entwickelt, die auch fürlatex.ltx und weitere Pakete der Hauptentwickler von LaTeX gilt. Viele solcher Zusatzpakete sind auch im Auftrag vonVerlagen,Fachzeitschriften,Fachgesellschaften undHochschulen (für Abschlussarbeiten) für die Umsetzung ihrerGestaltungsrichtlinien entwickelt worden.
Ein neues TextsatzsystemTypst versucht, ein einfaches Markup der Eingabe und die Möglichkeit der Nutzung üblicher Programmierkonstrukte mit einer hohen typographischen Qualität der Ausgabe zu vereinen. Dieses System ist seit März 2023 öffentlich verfügbar[16][17][18] und wurde im Juli 2023 bei der Tagung TUG 2023 vorgestellt.[19]
Aufgrund seiner Stabilität, der freien Verfügbarkeit für viele Betriebssysteme und des ausgezeichneten Formelsatzes sowie seiner Features speziell für wissenschaftliche Arbeiten wird LaTeX vor allem an Universitäten und Hochschulen, aber z. T. auch an Gymnasien mit Spezialklassen im Bereich Informatik benutzt. Insbesondere in der Mathematik und den Naturwissenschaften ist LaTeX die Standardanwendung für wissenschaftliche Arbeiten und wird dafür auch von Wissenschaftsverlagen und wissenschaftlichen Zeitschriften verwendet.[20][21]Es gibt auch spezielle Pakete für andere Fachgebiete, etwa zum Notensatz für Musiker, zur Ausgabe von Lautschrift für Linguisten, zum Setzen von altsprachlichen Texten für Altphilologen oder zumBibliografieren für Juristen und Geisteswissenschaftler. Auch einige Unternehmen setzen LaTeX ein, unter anderem, um Handbücher, Fahrpläne und Produktkataloge zu erzeugen.
Es existiert eine Reihe von Zusatzprogrammen für LaTeX, die unterschiedlichste Funktionen in LaTeX bereitstellen und in den TeX-Distributionen enthalten sind:
eine Weiterentwicklung von BibTeX ist das LaTeX-Paket BibLaTeX, das zusammen mit dem Programm Biber verwendet wird; damit können auchUnicode-Quellen verarbeitet werden.
pdfTeX ist die Standard-TeX-Engine geworden; sie erzeugt aus .tex- direkt .pdf-Dokumente, mit vielen Möglichkeiten von PDF.
LuaTeX gilt als Nachfolger von pdfTeX. Als Eingabecodierung wirdUTF-8 verwendet,OpenType-Schriften werden unterstützt, die ProgrammierspracheLua ist eingebettet. Die Weiterentwicklung von LuaTeX findet als LuaMetaTeX imConTeXt-Projekt statt.
Es gibt zahlreiche weitere Projekte zur Konvertierung von LaTeX nach HTML, die meisten davon sind heute aber inaktiv, darunter etwa Hevea und dasPython-Skript PlasTeX.
Die LaTeX-Standardklassen wurden ursprünglich für Bedürfnisse von US-amerikanischen Benutzern entwickelt. Sie orientieren sich dementsprechend an deren typografischen Konventionen undPapierformaten. Aus diesem Grund wurden zusätzliche Pakete und Klassen geschaffen, die es erlauben, auf europäische typografische Konventionen und DIN-Papierformate umzuschalten.
KOMA-Script von Markus Kohm geht auf die Style-Familie „Script“ zurück, die Frank Neukam ursprünglich für LaTeX 2.09 entwickelt hatte. Sie setzen Arbeiten des TypografenJan Tschichold in LaTeX um.
KOMA-Script ist ein „Bundle“ aus mehreren Dokumentenklassen, das die komplette Benutzerschnittstelle der Standardklassen implementiert und diese um zusätzliche Funktionen erweitert, für die sonst eine Vielzahl von weiteren Paketen geladen werden müssten. Infolge dieser Flexibilität und Kompatibilität haben die KOMA-Script-Klassen inzwischen im deutschsprachigen Raum in vielen Bereichen die Standardklassen verdrängt. Abgesehen vom Layout empfiehlt sich KOMA-Script, weil seine vielen weiteren Erweiterungen aufeinander abgestimmt sind, während man bei Verwendung der Standardklassen viele Pakete hinzu laden müsste, die manchmal nicht miteinanderkompatibel sind.
Häufig dient KOMA-Script auch Autoren von Spezialklassen als Grundlage. Dies ist nicht allein auf den europäischen Raum beschränkt. Als Beispiel sei die japanische Anpassung für Briefe genannt, die direkt in KOMA-Script integriert ist.
LaTeX verwendet seit 2018 standardmäßigUTF-8 als Eingabekodierung.[22] Das zuvor essentielle Paketinputenc (Einbindung mit\usepackage[utf8]{inputenc}) wird daher nur noch für die Unterstützung anderer erweiterter Eingabe-Zeichensätze benötigt. Es dient der Umwandlung einer beliebigen Eingabe-Zeichenkodierung in eine interne LaTeX-Standardsprache. Nebenutf8 und dessen Erweiterungutf8x gibt es noch andere Kodierungen, so zum Beispiellatin1 (wurde früher häufig unter Linux und Windows verwendet) oderapplemac (eine Kodierung, die häufig für Textdateien unterMac OS verwendet wurde). Wichtig ist, dass die Zeichenkodierung angegeben wird, die bei der Erstellung der TeX-Datei im Texteditor verwendet wurde. Im Austausch, bei wechselseitiger Bearbeitung, kann es bei unterschiedlicher Eingabe-Zeichenkodierung zu Problemen kommen.[23]
Die Standardschriftart von LaTeX ist dieComputer-Modern-Schriftfamilie (CM). Standardmäßig bietet diese aber nicht alle 256 Zeichen des europäischen Zeichenvorrates inT1-Kodierung. Umlaute z. B. werden ohne den Einsatz derec-Schriften nur aus den begrenzt vorhandenen Zeichen neu zusammengesetzt. Die ec- und tc-Schriften bieten dagegen einen Zeichenvorrat entsprechend der T1- und TS1-Kodierung. Eingebunden wird die T1-Version der Computer-Modern-Schriftsippe mit\usepackage[T1]{fontenc}. Dadurch ist auch sichergestellt, dass in einem PDF Umlaute gefunden werden.
LaTeX kann die 35 PostScript-Basisschriften verarbeiten; diese müssen ebenso wie andere Schriften gesondert eingebunden werden. Gleichwertige Klone dieser Schriften sind in den Distributionen enthalten. Die früher üblichen Type-1-Fonts[24] müssen dagegen erst für TeX angepasst werden. Zu vielen Schriftarten gibt es Pakete, die man einfach hinzulädt, um sie in einem Dokument zu aktivieren. Einige Pakete enthalten neben der LaTeX-Unterstützung auch die Schriften selbst in einer freien Version. Mit den aktuellen TeX-Implementierungen, wieLuaTeX, LuaMetaTeX[25] undXeTeX, könnenOpenType-Fonts verwendet werden. Damit ist es möglich, Unicode für die Eingabe-Datei und für die Font-Kodierung zu verwenden.
Für LaTeX stehen mehr als 100 freie Schriftarten zur Verfügung. Eine umfassende Übersicht mit Schrift-Beispielen bietet derLaTeX Font Catalogue.
Das Makropaket Babel[26] bietet eine Erweiterung, mit der es möglich wird, LaTeX nicht nur für englische Dokumente, sondern in vielen Sprachen zu benutzen. Es wurde 1989 von Johannes L. Braams begründet. Seit 1992 wird es von ihm gemeinsam mit Javier Bezos und dem LaTeX-Team gepflegt.
Durch die Eingabe von \usepackage[ngerman]{babel} werden die Trennmuster für dieSilbentrennung inneuer deutscher Rechtschreibung geladen. Außerdem werden sprachspezifische Befehle im Dokument in der jeweiligen Sprache gesetzt („Inhaltsverzeichnis“ statt „table of contents“, „Kapitel“ anstelle von „chapter“ usw.). Zudem können Sonderzeichen leichter eingegeben werden, es gibt kleinere Anpassungen für die sprachspezifische Typografie, und es ist möglich, zwischen mehreren Sprachen in einem Dokument umzuschalten.
Vorausgegangen war die Entwicklung vongerman.sty durch Hubert Partl und weitere Autoren.[27][28] Die deutsche LaTeX-Anpassunggerman.sty wurde zuvor beim sechsten TeX-Benutzertreffen im Oktober 1987 in Münster festgelegt.[28]
Auf der linken Seite ist ein Beispiel als Quelltext dargestellt, das mit einem beliebigenTexteditor erstellt werden kann. Rechts ist die Ausgabe dieses Beispiels dargestellt, die unabhängig vom Bildschirm- oder Druckertyp ist, auf dem sie erzeugt wird.
Quelltext eines LaTeX-Dokumentes
Ausgabe des Dokumentes
%% Erläuterungen zu den Befehlen erfolgen unter%% diesem Beispiel.\documentclass{scrartcl}\usepackage[utf8]{inputenc}\usepackage[T1]{fontenc}\usepackage{lmodern}\usepackage[ngerman]{babel}\usepackage{amsmath}\title{Ein Testdokument}\author{Otto Normalverbraucher}\date{5. Januar 2004}\begin{document}\maketitle\tableofcontents\section{Einleitung}Hier kommt die Einleitung. Ihre Überschrift kommtautomatisch in das Inhaltsverzeichnis.\subsection{Formeln}\LaTeX{} ist auch ohne Formeln sehr nützlich undeinfach zu verwenden. Grafiken, Tabellen,Querverweise aller Art, Literatur- undStichwortverzeichnis sind kein Problem.Formeln sind etwas schwieriger, dennoch hier eineinfaches Beispiel. Zwei von Einsteinsberühmtesten Formeln lauten:\begin{align}E&= mc^2\\m&=\frac{m_0}{\sqrt{1-\frac{v^2}{c^2}}}\end{align}Aber wer keine Formeln schreibt, braucht sichdamit auch nicht zu beschäftigen.\end{document}
Ausgabe des links stehenden Codes
LaTeX-Befehle beginnen immer mit einemBackslash (\) und können Parameter zwischen geschweiften ({}) sowie optionale Parameter zwischen eckigen Klammern ([]) enthalten (\befehl[optionaler parameter]{parameter}).
Mit dem ersten Befehl,\documentclass, wird definiert, was für eine Art von Text in dem Dokument folgen soll. Für deutsche Dokumente sind die KOMA-Script-Klassen grundsätzlich den Standardklassen vorzuziehen, deswegen werden diese im Folgenden verwendet. Die Klassescrartcl ist für kürzereArtikel gedacht,scrreprt für längere Berichte undscrbook fürBücher. Die Klasse bestimmt unter anderem die oberste Hauptgliederungsebene eines Textes:scrbook undscrreprt beginnen mit Kapitel (\chapter),scrartcl mit Abschnitt (\section). Über den Hauptgliederungsebenen existiert bei allen Klassen noch die Möglichkeit, das Dokument in Teile oder Bände (\part) aufzuteilen. Alle drei Klassen kennen ein Inhaltsverzeichnis, die Klassenscrartcl undscrreprt zusätzlich eine optionale Zusammenfassung (abstract),scrbook nicht. Es gibt weitere Klassen für Folien, Präsentationen (beispielsweisebeamer) oder DIN-gerechte Briefe (beispielsweisescrlttr2).
Der Befehl\usepackage bindet LaTeX-Pakete ein, mit denen in dem Dokument gegebenenfalls zusätzliche Funktionen genutzt werden können oder beispielsweise die deutscheRechtschreibung undWorttrennung ausgewählt wird. Im obigen Beispiel werden die im Deutschen standardmäßig zu verwendenden Pakete benutzt.
Das Paketinputenc mit der Optionutf8 zeigt LaTeX die Codierung der verwendeten ASCII-Datei an. Weitere Möglichkeiten sind hier bspw.latin1, ansinew.fontenc weist LaTeX an, eine Schrift (T1) zu verwenden, die echte Umlaute enthält. So kann die PDF-Datei hinterher nach diesen Umlauten auch durchsucht werden. Leider ist diese Schrift keineVektorschrift und Ligaturen werden auch nur bedingt gut umgesetzt. Das behebt das Paketlmodern final.
Mit den Befehlen\title und\author lassen sich der Titel des Dokumentes und der Name desAutors definieren. Diese können dann im gesamten Dokument genutzt werden oder beispielsweise automatisch mit dem Befehl\maketitle ausgegeben werden.
Erst mit\begin{document} startet der eigentliche Inhalt des Dokumentes. Jeder Text, der zwischen\begin{document} und\end{document} steht, wird ausgegeben. Mit Befehlen wie\section oder\subsection lässt sich der Text mit Überschriften strukturieren.
Um mit LaTeX zu arbeiten, werden zwei Dinge benötigt: einerseits die LaTeX-Software und andererseits einTexteditor bzw. eineEntwicklungsumgebung, mit der der LaTeX-Quelltext eingegeben und die Umsetzung in ein fertig gesetztes Dokument angestoßen wird.
Die LaTeX-Software besteht aus den (La)TeX-Makros, Schriften, Skripten und Zusatzprogrammen. Der einfachste Weg, um sie zu installieren, ist eine Distribution zu wählen. Diese installiert alle notwendigen Programme und die gebräuchlichsten Zusätze. Bekannte Distributionen sind:
MacTeX (TeX Live mit den nötigen Anpassungen für macOS und weiteren Programmen)
MiKTeX (primär für Windows, aber auch für Linux und macOS verfügbar).
Für die Linux-basierten DistributionenUbuntu undDebian gibt es eigene Pakete. Hier reicht es, den Befehlsudo apt install texlive-full zu verwenden.[29] Einen ähnlichen Weg gehenMacPorts sowieHomebrew, für die es ebenfalls TeX-Live-Pakete gibt, die unter macOS installiert werden können, um bestimmte Abhängigkeiten innerhalb der Ports aufzulösen. Im Normalfall sollte man auf dem Mac aber MacTeX wählen.
AUCTeX mit previewLaTeX im EinsatzDas Hauptfenster von LyX stellt Überschriften und Formeln graphisch dar. Die Eingabe erfolgt direkt im oberen Teil. Die Anzeige der Befehle im unteren Teil dient nur der Information.
LaTeX-Dokumente werden im Allgemeinen mittels einerEntwicklungsumgebung erstellt. Zwar kann man LaTeX-Dokumente auch mit Hilfe eines einfachen Texteditors und der Kommandozeile erstellen, doch bieten die auf LaTeX angepassten Programme mehr Funktionen und Komfort. Viele LaTeX-Befehle, Sonderzeichen und Symbole sind über die grafische Benutzeroberfläche zugänglich und teilweise lassen sich darüber auch einfache Tabellen erstellen. Für große Projekte bieten Entwicklungsumgebungen eine Verwaltung und Strukturdarstellung.Dokumentenvorlagen und DVI-Vorschau finden sich fast überall. Zur Verbesserung der Lesbarkeit des Codes gibt es eineSyntaxhervorhebung und teilweise auch eineAutovervollständigung von Befehlen. Manche Programme bieten eineRechtschreibprüfung. Umlaute werden von manchen Entwicklungsumgebungen automatisch in LaTeX-Befehle übersetzt. Der fortschrittlichere Ansatz zur Verwendung von Umlauten ist eine geeignete Zeichenkodierung und ein dazu passendes LaTeX-Paket. Manche Umgebungen unterstützen insbesondere Unicode. Damit können Umlaute und weitere Zeichen wie zum Beispiel das Mikro-Zeichen µ (nicht-kursives griechisches My) oder das Gradzeichen ° direkt im Quelltext verwendet werden.
Texmaker ist einfreier LaTeX-Editor für Unix-Systeme, macOS und Windows, vergleichbar mit Kile (Linux), hat viele Makros, vordefinierte Umgebungen, Sonderzeichen und Unterstützung für Unicode
TeXworks ist ein TeX-Editor (LaTeX, ConTeXt, XeTeX etc.) für Windows, Unix-Systeme und macOS, der den Einstieg in die TeX-Welt erleichtern soll. TeXworks istUnicode-basiert und enthält einen PDF-Betrachter. Außerdem ist TeXworks im MikTeX-Softwarepaket enthalten.
BibDesk ist ein Programm, das eine benutzerfreundliche Oberfläche zur Literaturverwaltung mit BibTeX liefert(freie Software).
iTeXMac bedarf etwas mehr Einarbeitung, bietet dafür aber gute Möglichkeiten, auch größere Projekte übersichtlich zu bearbeiten und individuell zu gestalten(freie Software).
Texpad ist ein umfangreicher Editor unter macOS, welcher sich in der iCloud integrieren lässt und für Teamarbeit ausgelegt ist.(kommerziell).
TextMate ist ein vielseitiger Texteditor mit guter Unterstützung für LaTeX(proprietär).
LaTeXiT[30] ist ein kleines Programm, mit dem man LaTeX-Zeichensätze in Gleichungen umwandeln und in Dokumente einbauen kann. Über die „Dienste“-Option ist es auch möglich, einen Zeichensatz direkt in einem (Textverarbeitungs)-Programm umzuwandeln.
EPM ist der erweiterbare Standardeditor voneComStation (kurzeCS) undOS/2, der durch das kostenlose EPM TeX Front End (EPMTFE) (Debian Free Software Guidelines-Kompatible Lizenz) umSyntaxhervorhebung, Codevervollständigung und ein Menü für VTeX/2 (siehe Weblinks) oder eine beliebige andere TeX-Umgebung erweitert wird. Es gibt zwei Versionen des EPMTFE, classic und VTeX, wobei die classic-Variante seit Dezember 2004 manuell aus dem Quellcode erstellt werden muss und nicht mehr vorkompiliert vorliegt.
LyX ist eine Portierung des Multiplattform-Editors auf Basis vonQt.
Die ZeichenT, E, X im Namen kommen von den griechischen GroßbuchstabenTau,Epsilon undChi, so wie sich auch der Name von TeX aus dem griechischen τέχνη (Geschicklichkeit, Kunst, Technik) ableitet. Aus diesem Grund bestimmte TeX-Erfinder Donald E. Knuth die Aussprache als [tɛx], das heißt mit einemstimmlosen velaren Frikativ („Ach-Laut“) wie im Neugriechischen. Dagegen äußerte Leslie Lamport, er schreibe keine bestimmte Aussprache für LaTeX vor.[34]
Die von Knuth bestimmte Aussprache bereitet nichtgriechischen Muttersprachlern oft Schwierigkeiten. Daher herrscht im Deutschen die Aussprache [ˈlaːtɛç] mit einemstimmlosen palatalen Frikativ vor („Ich-Laut“), im Englischen die Aussprachen [ˈlɑːtɛk] oder [ˈleɪtɛk]. Die Aussprache mit x [ks] ist unüblich.
Der Name wird traditionell mit einem speziellen typografischen Logo gedruckt (dargestellt in der Infobox am Anfang des Artikels). Kann im laufenden Text dieses Logo nicht genau reproduziert werden, wird das Wort in Unterscheidung zuLatex typischerweise in einer Kombination aus Groß- und Kleinbuchstaben alsLaTeX dargestellt.
Die TeX-, LaTeX-[35] und XeTeX-[36] Logos können für den Einsatz in grafischen Web-Browsern nach den Vorgaben des LaTeX-internen Makros\LaTeX (oder \LaTeXe für die aktuelle Version) mit reinemCSS undXHTML dargestellt werden.[37]
Markus Kohm:KOMA-Script. Eine Sammlung von Klassen und Paketen für LaTeX 2e. Anleitung zu Version 3.28 (= dante). 7., überarbeitete und erweiterte Auflage. Lehmanns Medi, Berlin 2020,ISBN 978-3-96543-097-6.
Leslie Lamport:LaTeX. A Document Preparation System. User’s Guide and Reference Manual. Addison-Wesley Longman, Amsterdam 1999,ISBN 0-201-52983-1 – Die englische Originalversion des offiziellen Handbuchs (deutsch:Das LaTeX-Handbuch. Addison-Wesley, 2. Auflage 1995,ISBN 3-89319-826-1. Die deutsche Fassung geht auch auf die Anpassung an die deutsche Sprache ein. Inzwischen vergriffen; eine Neuauflage ist nicht mehr geplant.)
The LaTeX Companion
Frank Mittelbach, Ulrike Fischer, with contributions by Joseph Wright:The LaTeX companion. Part I (= Tools and techniques für computer typesetting). 3. Auflage. Addison-Wesley, Boston et al. 2023,ISBN 978-0-13-465894-0 (englisch).
Frank Mittelbach, Ulrike Fischer, with contributions by Javier Bezos, Johannes Braams, and Joseph Wright:The LaTeX companion. Part II (= Tools and techniques for computer typesetting). 3. Auflage. Addison-Wesley, Boston et al. 2023,ISBN 978-0-201-36300-5 (englisch).
Michel Goossens, Frank Mittelbach, Sebastian Rahtz, Denis Roegel, Herbert Voß:The LaTeX graphics companion. Tools and techniques for computer typesetting (= dante). 2. Auflage. Lehmanns Media, Berlin 2022,ISBN 978-3-96543-303-8 (englisch, Nachdruck).
Michel Goossens, Sebastian Rahtz, with Eitan M. Gurari, Ross Moore, and Robert S. Sutor:The LaTeX web companion. Integrating TeX, HTML, and XML (= Tools and techniques for computer typesetting). Addison-Wesley Longman, Boston et al. 2008,ISBN 978-0-201-43311-1 (englisch).
Marco Daniel, Patrick Gundlach u. a.:LaTeX 2ε Kurzbeschreibung. Internet, 2018.(PDF; 825 kB) – Grundlegende Einführung in das Setzen von Text und mathematischen Formeln.
Manuela Jürgens, Thomas Feuerstack:LaTeX – Eine Einführung und ein bisschen mehr…. Hrsg. v. d.FernUniversität Hagen. Internet, 2017.(PDF; 3,2 MB) – Kleinschrittige Einführung in Text- und Formelsatz.
Manuela Jürgens:LaTeX – Fortgeschrittene Anwendungen. Oder: Neues von den Hobbits …. Hrsg. v. d. FernUniversität Hagen. Internet, 2016.(PDF; 3,0 MB) – Beschreibung einiger zusätzlicher Gestaltungsmöglichkeiten.
Peter Flynn:Formatting information. An introduction to typesetting with LaTeX. 8. Auflage. silmaril, 26. August 2023 (englisch,silmaril.ie [abgerufen am 14. November 2023]).
Joachim Schlosser:Wissenschaftliche Arbeiten schreiben mit LaTeX. Leitfaden für Einsteiger. 7., überarbeitete Auflage. mitp, Frechen 2021,ISBN 978-3-7475-0446-8.
Herbert Voß:Einführung in LaTeX. 4., korrigierte und erweiterte Auflage. Lehmanns Media, Berlin 2022,ISBN 978-3-96543-296-3.
Besprechungen neuer Bücher, die in derTeXnischen Komödie vonDANTE erschienen sind, werden auf CTAN gesammelt.[38] In jeder Ausgabe der Zeitschrift derTeX Users Group TUGboat[39] erscheinen Rezensionen von Büchern über (La)TeX, das Druckereiwesen und die Typografie.
↑Die wesentlichen Neuerungen gegenüber 2.09 werden inLaTeX Project Team: LaTeX 2ε for authors. (pdf) 25. Mai 2020, abgerufen am 29. November 2022 (englisch). dargestellt.
↑Steuerdateien für LaTeX 2.09 sind am Befehl\documentstyle erkennbar, in Steuerdateien für LaTeX 2ε findet man stattdessen\documentclass und zumeist\usepackage. Jedoch können Dateien mit\documentstyle in gewissem Maße auch mit LaTeX 2ε verarbeitet werden.
↑Alexia Gaudeul:Do Open Source Developers Respond to Competition?: The (La)Tex Case Study.Band6,Nr.2. Review of Network Economics, 16. Juni 2006,S.239–263 (25 S.,ssrn.com).
↑LaTeX News, Issue 28. (PDF; 379 KB) The LaTeX Project, April 2018, abgerufen am 24. Juli 2021.
↑Marc Ensenbach, Mark Trettin: Das LATEX2ε-Sündenregister. (PDF, 221 KB) Abschnitt2.2.6. 3. Februar 2016, abgerufen am 6. August 2018.
↑Johannes Braams:Babel, a multilingual style-option system for use with Uw's standard document styles. In:TUG (Hrsg.):TUGboat.Band12,Nr.2, 1991,ISSN0896-3207,S.291–301 (englisch, 11 S.,tug.org [PDF;677kB]):“A lot of the ideas incorporated in this set of files come from the work of Hubert Partl, german.tex. Some parts in the implementation are different, others are the same. It will be shown that german.tex can be modified to fit into this scheme of style options.”
↑David Walden:Travels in TEX Land: A Macro, Three Software Packages, and the Trouble with TEX. In:TUG (Hrsg.):The PracTEX Journal.Band2005,Nr.3, 15. Juli 2005,ISSN1556-6994 (englisch,tug.org [PDF;99kB]).