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Løgting

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Løgting
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Basisdaten
Sitz:Løgtingið,
Tórshavn
Legislaturperiode:4 Jahre
Erste Sitzung:um900
Abgeordnete:33
Aktuelle Legislaturperiode
Letzte Wahl:8. Dezember 2022
Vorsitz:Løgtingsformaðurin
Bjørt Samuelsen (Tjóðveldi)
      
Sitzverteilung:Regierung (18):
  • Javnaðarflokkurin 9
  • Tjóðveldi 6
  • Framsókn 3
  • Opposition (15):
  • Sambandsflokkurin 7
  • Fólkaflokkurin 6
  • Miðflokkurin 2
  • Website
    www.logting.fo
    Løgtingið
    Løgtingið
    Løgtingið
    Briefmarken-Gedenkausgabe zum 150. Jahrestag der Wiedereröffnung des Løgtings 2002
    Das Løgting in Tórshavn. Altes und neues Gebäude im Jahr 2005.
    Das Løgtingshaus in Tórshavn. Giebelansicht des alten Gebäudes.

    DasLøgting [ˈlœktiŋg] ist dasParlament derFäröer. Es zählt zu den ältesten Parlamenten der Welt. Seine Wurzeln reichen bis ins Jahr 900, nur von 1816 bis 1852 fanden keine Tagungen statt.

    Das Parlamentsgebäude ist ein 1856 unter GouverneurCarl Emil Dahlerup gebautes Holzhaus und befindet sich nördlich des ursprünglichen Tagungsortes, der HalbinselTinganes im Zentrum vonTórshavn. Neben diesem zentralenThing gab es bis 1892 auch lokale Things, das sogenannteVárting in jedem der sieben Bezirke (eineSýsla). Diese traditionellen sieben Wahlkreise wurden am 25. Oktober 2007 zu einem einzigen Wahlkreis zusammengelegt.

    Eine Legislaturperiode dauert vier Jahre, vorzeitige Neuwahlen sind möglich. Das aktive und passiveWahlrecht genießen alle Bürger, die das 18. Lebensjahr vollendet haben.

    Name

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    Dasaltnordische Wortlǫgþing bedeutet „Gesetzesversammlung, Gericht“. Der Bestandteillǫg bedeutet „Regel“, „Gesetz“ (verwandt mitenglischlaw undlateinischlex);Þing bedeutet „Versammlung“ oder „Gericht“ (sieheThing).

    Namensformen:

    Kompetenzen

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    Die Zuständigkeiten des Parlaments regeln im Wesentlichen dasAutonomiestatut vom 31. März 1948, derVertrag von Fámjin vom 29. März 2005 und dasÜbernahmegesetz vom 4. April 2005.

    Wahl der Landesregierung

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    DasLøgting wählt dieLandesregierung der Färöer. Sowohl derMinisterpräsident als auch die anderen Minister haben einen Sitz imLøgting ohneStimmrecht. Regierungsmitglieder müssen ein Abgeordnetenmandat ruhen lassen, sie werden während dessen durch einenNachrücker aus der Parteiliste vertreten. Beschlossene Gesetze des Løgting müssen vom Ministerpräsidenten bestätigt werden, um in Kraft zu treten.

    Politikfelder

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    Die Kompetenzen desLøgtings werden nach einemA-Sektor und einemB-Sektor unterschieden. Zum A-Sektor gehören alle Zuständigkeitsbereiche, die vom Løgting übernommen werden können, wenn entweder das Løgting oder das dänischeFolketing es beschließen. In den B-Sektor fallen alle Fragen, die von färöischer und dänischer Regierung gemeinsam an das Løgting delegiert werden.

    Grundsätzlichnicht zuständig ist das Løgting für dieLandesverteidigung,Justiz undAußenpolitik. Diese sind Angelegenheit desKönigreichs Dänemark. 2005 wurde allerdings mit dem Vertrag von Fámjin ein bilaterales Abkommen unterzeichnet, das die diesbezüglichen Kompetenzen des Løgtings entscheidend erweiterte.

    Zu den zentralen Aufgaben des Løgting gehört dieWirtschaftspolitik der Färöer, die vor allem davon bestimmt wird, dass die Färöer kein Mitglied derEU sind. Die Färöer stimmen sich bei ihren Verhandlungen mit der EU stets mit der dänischen Regierung ab. Weitere Zuständigkeitsbereiche sindInneres,Finanzen,Soziales,Familie,Gesundheit,Umwelt,Verkehr,Kultur,Bildung undForschung.

    Organisation der Abgeordneten

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    Fraktionen

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    Das Parlament zählt seit 2007 33 Abgeordnete. Folgendefäröische Parteien (in Klammern Listenbuchstabe) sind seit der Wahl vom 8. Dezember 2022 im Løgting vertreten (in Klammern Veränderungen gegenüber 2019):[1]

    Ausschüsse

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    Das Løgting hat mehrere Ausschüsse mit folgenden Tätigkeitsbereichen:

    Parlamentseröffnung

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    Bei der Parlamentseröffnung zurÓlavsøka 1930 kam es zu einem Eklat: DerDanebrog wurde eingeholt und dasMerkið gehisst.

    Traditionell wird das Løgting am färöischen NationalfeiertagÓlavsøka am 29. Juli offiziell eröffnet. Hierzu versammeln sich Parlamentarier, Minister, Geistliche und Beamte vor dem Parlamentsgebäude und ziehen in einer feierlichen Prozession von derNiels Finsens gøta zurTórshavner Domkirche. Nach dem Gottesdienst kehrt die Prozession zum Løgting zurück, wo derLøgmaður das Parlament mit einer Rede zur Lage der Nation eröffnet.

    Die Parlamentseröffnung trägt Volksfestcharakter. Das felsige Ufer der RegierungshalbinselTinganes ist an diesem Tage eintrittsgeldpflichtig. Es bildet die beste natürliche Tribüne, um die sehr beliebteRuderregatta zu verfolgen.

    Früher war die Parlamentssitzung zur Ólavsøka die einzige des Jahres und dauerte acht Tage, jeweils von sechs Uhr morgens bis drei Uhr nachmittags. Jeden Tag gab es einen Kirchgang. Bis ins 17. Jahrhundert hinein waren alle sieben Pfarrer der Färöer zu jedem dieser Gottesdienste anwesend.

    Reichsombudsmann

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    Dänemark wird auf den Färöern durch dieReichsombudsschaft vertreten. Der Ombudsmann bzw. die Ombudsfrau nimmt an den Sitzungen des Løgtings teil, darf in der Fragestunde Anfragen stellen, hat aber kein Stimmrecht. Bis zum Autonomiestatut 1948 war derAmtmaður der offizielle Vertreter des Mutterlandes gewesen.

    Wahlergebnisse seit 1906

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    Løgtingswahlen werden in der Regel alle vier Jahre abgehalten. Die Parteien haben feste Buchstaben als Kürzel. In dieser Reihenfolge tauchen sie auch auf den Wahlzetteln auf. Gelistet wird der Zeitraum seit 1906, als die ersten beiden politischen Parteien gegründet wurden, und somit die Nationalbewegung in ihr politisches Stadium trat.

    Auffallend ist die relative Stabilität der Wahlergebnisse seit 1954, wo vier Parteien jeweils um die 20 % schwanken. Das entspricht einer Ausgewogenheit im färöischen Koordinatensystem, wo nicht nur zwischen links und rechts, sondern auch in der Frage zur Unabhängigkeit unterschieden wird. Das ergibt vier verschiedene Tendenzen, und sie alle sind ungefähr gleich stark, was entsprechende Kompromisse bei Koalitionsbildungen zur Folge hat.

    DieParteibuchstaben sind:

    A istFólkaflokkurin
    B istSambandsflokkurin
    C istJavnaðarflokkurin
    D istSjálvstýri
    E istTjóðveldi
    F istFramsókn, bis 1998Framburðsflokkurin
    G istVerkamannafylkingin
    H istMiðflokkurin
    I istVinnuflokkurin
    J istLoysingarflokkurin
    K istFramtakið. 2004:Hin Stuttligi Flokkurin
    L istFøroyaflokkurin. 2008:Miðnámsflokkurin. 1988:Framsóknarflokkurin
    M istFrælsisfylkingin
    N istSosialistiski Loysingarflokkurin
    O istHin Føroyski Flokkurin
    U ist parteilos

    In Prozenten

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    WahlABCDEFGHIJKLMNOUSumme
    2022-12-0818,920,026,62,717,77,56,6100
    2019-08-3124,520,322,13,418,14,65,40,90,5100
    2015-09-0118,918,725,14,120,77,05,5100
    2011-10-2922,524,717,84,218,36,36,2100
    2008-01-1920,121,019,47,223,38,40,7100
    2004-01-2020,623,721,84,621,75,22,4100
    2002-04-3020,826,020,94,423,74,2100
    1998-04-3021,318,121,97,623,82,50,84,1100
    1994-07-0716,023,415,35,613,76,39,55,81,92,4100
    1990-11-1721,918,927,58,814,75,92,3100
    1988-11-0823,221,221,67,119,25,22,10,0100
    1984-11-0821,621,223,48,519,55,8100
    1980-11-0818,923,921,78,419,08,2100
    1978-11-0717,926,322,37,220,36,1100
    1974-11-0720,519,125,87,222,52,52,5100
    1970-11-0720,021,727,25,621,93,5100
    1966-11-0821,623,727,04,920,02,8100
    1962-11-0820,220,327,55,921,64,4100
    1958-11-0817,823,725,85,923,92,9100
    1954-11-0820,926,019,87,123,82,5100
    1950-11-0832,327,322,48,29,8100
    1946-11-0840,928,728,12,3100
    1945-11-0643,424,422,89,4100
    1943-08-2441,528,319,910,4100
    1940-01-3024,732,323,916,21,61,3100
    1936-01-2833,724,034,28,1100
    1932-01-1950,110,537,30,21,8100
    1928-01-2346,110,642,31,0100
    1924-01-2258,739,12,2100
    1920-11-1058,441,6100
    1918-04-2450,349,7100
    1916-02-2837,951,710,4100
    1914-02-0252,847,2100
    1912-02-0252,341,66,0100
    1910-02-1272,324,33,4100
    1908-02-1266,133,9100
    1906-07-1862,437,6100

    In Mandaten

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    Die Sitze verteilten sich dann wie folgt:

    WahlABCDEFGHIJKLMNOUSumme
    2022-12-8679063233
    2019-8-3187716220033
    2015, 1/9668272233
    2011-10-29886162233
    2008-01-19776283033
    2004-01-20777182032
    2002-04-3078718132
    1998-04-308672801032
    1994-07-17687280010032
    1990-11-177610342032
    1988-11-088772620032
    1984-11-0877826232
    1980-11-0868736232
    1978-11-0768826232
    1974-11-07557261026
    1970-11-0756716126
    1966-11-0866751126
    1962-11-0866826129
    1958-11-0857827130
    1954-11-0867526127
    1950-11-088762225
    1946-11-088642020
    1945-11-061166023
    1943-08-241285025
    1940-01-3068640024
    1936-01-28868224
    1932-01-1911280021
    1928-01-2310211023
    1924-01-221310023
    1920-11-10101020
    1918-04-2491120
    1916-02-28109120
    1914-02-0212820
    1912-02-02137020
    1910-02-12137020
    1908-02-0213720
    1906-07-1812820

    Geschichte

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    Wikingerzeit

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    Tinganes

    Die erste schriftliche Erwähnung desLøgtings findet sich in derFäringersaga, die um 1200 inIsland niedergeschrieben wurde (vorher mündlich überliefert). Historiker schätzen, dass es schon kurz nach dernordischen Besiedlung der Färöer im 9. Jahrhundert gegründet wurde, spätestens um 900. Ursprünglich hatte dasLøgting den historischen Charakter einesAlthings (nicht zu verwechseln mit dem heutigen isländischenAlthing, das ebenso ein modernes Parlament im Sinne einer frei gewählten Vertretungskörperschaft ist), war also Plenum aller Großbauern. Historisch belegt ist, dass das färöischeÞing ab dem Jahr 999 dasChristentum annahm, nachdem sich der in Norwegen getaufte HäuptlingSigmundur Brestisson gegen den anfänglichen Widerstand durchsetzen konnte.Seitdem gelten die Färöer als christianisiert.

    Es hatte seit Anfang an seinen Sitz auf der nach ihm benannten HalbinselTinganes im heutigenTórshavn. Heute sitzt dort nur noch die Landesregierung, während das Løgting etwas weiter in die neue Stadtmitte gerückt ist. Durch die zentral gelegene Thingstätte konnte sich Tórshavn trotz seines relativ ungünstigen Naturhafens zur Handels- und Hauptstadt entwickeln.

    Faktisch handelte es sich bei den Färöern bis zur endgültigen Besitznahme durch die norwegische Krone um eineRepublik von Siedlern, die sich in ihrem Thing eine demokratische Selbstverwaltung gab.

    Vorsitzender des Althings war derLøgsøgumaður. Er hatte selbst kein Stimmrecht, und seine Aufgabe war es, die beschlossenen Gesetze zu verkünden. Dies ist wortwörtlich zu verstehen, denn es wird davon ausgegangen, dass sie damals nicht schriftlich fixiert wurden. Der Logsøgumaður war also eine Art „wandelndes Gedächtnis“ des Things, der sich alle Beschlüsse merken und sie bei Bedarf vortragen musste. Aus dieser Stellung ging in der Folge derLøgmaður hervor.

    Siehe auch:Wikingerzeit auf den Färöern

    Norwegische Herrschaft

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    1035 wurden die Färöer zwar formal ein TeilNorwegens, aber die Historiker glauben, dass sich die älteren Regeln desLøgting erhalten konnten, da es zu jener Zeit nur eine unregelmäßige Kommunikation mit der Regierung inTrondheim gab. Wahrscheinlich waren diese Regeln demGulating-Gesetz in Norwegen nachempfunden.

    1274 führte der norwegische KönigMagnus Lógbøtari(Magnus der Gesetzesreformer) dasLandslóg(Landesgesetz) ein, das aus dem historischenAlthing das heutigeLøgting formte. Allerdings änderte sich der Name erst um 1400. Während das Thing zuvor eine Versammlung der freien Männer („die besten Männer der Färöer“) war, wurde es nun zu einer Vertretungskörperschaft umgeformt. Es wird vermutet, dass die Beschlüsse des Løgtings spätestens seit diesem Zeitpunkt schriftlich fixiert wurden.

    Ab 1280 galten die Färöer endgültig als norwegischer Reichsteil und das Althing nicht länger als gesetzgebende Versammlung. DerLøgmaður war von da an letztlich ein Repräsentant des Königs. In der Realität blieben die Färöer aber weiterhin relativ autonom.

    Am 24. Juni 1298 erhielten die Färöer mit demSchafsbrief (Seyðabrævið) ihr „Grundgesetz“. Schon das Gulating-Gesetz legte in einem Abschnitt namensTingfararbólkurin (Geschäftsordnung des Things) die Zahl derLøgrættumenn – Abgeordnete, aber auch Strafverfolger – auf 36 fest und bestimmte, dass derLøgmaður („Gesetzesmann“) das Thing leiten solle. Jeweils sechs Løgrættumenn vertraten einen der 6 Syssel (sýslur).

    Der Løgmaður wurde vom Løgting gewählt und zusätzlich vom norwegischen König ernannt, der sich seinerseits durch einenGouverneur, denFúti (Landvoigt), imLøgting vertreten ließ. DerFúti hatte auch die Kompetenz einesStaatsanwaltes, war aber in erster Linie dafür verantwortlich, die Staatseinnahmen der Krone sicherzustellen. Daneben hatte dasLøgting einen Sekretär als Vorsitzenden, denSorinskrivari.

    DasLøgting war gleichzeitigoberster Gerichtshof der Färöer und damitRevisionsinstanz für Urteile des Várting. Nach demLandslóg sollten dieLøgrættumenn schwören, dass sie in allen Verfahren nach ihrem eigenen Gewissen, den Gesetzen und Gott verantwortlich handelten. Oft waren nur 12 der 36 Løgrættumenn anwesend, und in geringeren Sachen genügten auch 6, um beschlussfähig zu sein.

    Schon dieFäringersaga berichtet, dass das färöische Ting Todesurteile fällte. Verurteilte Männer wurden entweder gehängt oder geköpft, Frauen meist ertränkt. Das letzte Todesurteil auf den Färöern wurde 1706 vollstreckt. Gewöhnlich aber verhängte dasLøgting Geldstrafen, die als Tributzahlung an den König gingen.

    1380 vereinigte die dänische KöniginMargarethe I.Dänemark, Schweden, Norwegen – und damit auch die Färöer in Personalunion. Aber auch innerhalb derKalmarer Union und nach ihrer Auflösung innerhalbDänemark-Norwegens, wurden die Färöer weiterhin als Teil des norwegischen Reichsteils angesehen. Hauptstadt des Großreichs war allerdingsKopenhagen.

    1557 bezog das Løgting erstmals ein festes Haus auf Tinganes. Später wurde ein weiteres Tinghaus errichtet, in dem das Ting bis 1816 tagte. 1569 erkannte die dänisch-norwegische Krone das Løgting offiziell als legitime Vertretung des färöischen Volkes an.

    Die Einführung desAbsolutismus in Dänemark und Norwegen durchFrederik III. 1661 war nach der Gesetzesreform von 1274 der zweite große Bruch in der Geschichte des Løgtings. Hatte es bis dahin noch halbwegs gesetzgebende Funktionen ausgeübt, so ging nun die gesamte Macht auf den König über.

    1688 führte KönigChristian V. dasNorska lóg, dasnorwegische Gesetz, ein. Das bedeutete für dasLøgting eine Vergrößerung auf 48 Sitze, aber auch das Verbot der Wiederwahl, also eine Amtszeitbegrenzung der Parlamentarier auf eine Wahlperiode, die zudem auf ein Jahr begrenzt wurde. Die 48 Sitze entsprachen 8Løgrættumenn pro Syssel. Historiker meinen, dass es dadurch immer inkompetenter wurde und an Einfluss gegenüber den königlichen Beamten verlor, während diese (derFúti als Vertreter des Königs und derSorinskrivari als Thing-Vorsitzender) an Macht gewannen.

    Bereits 1655 vermachte König Christian V. die FäröerChristopher von Gabel als Lehen, bis sie 1709 wieder unter die direkte Herrschaft der Krone gelangten. Die sogenannteGabelzeit gilt als dunkelste Periode der färöischen Geschichte. Von 1720 bis 1776 wurden die Färöer als Teil der norwegischen KolonieIsland verwaltet, danach wieder von Seeland aus. Seitdem besteht das Amt desAmtmaður (Amtmann) (bis 1948).

    Dänische Herrschaft

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    Das erste bekannte Foto aus dem Løgting entstand vor 1897 (genaues Datum unbekannt)
    Der Løgtingssaal um 1900
    Das Løgtingsgebäude 1906

    Nach demKieler Frieden vom 14. Januar 1814 und der Auflösung derPersonalunion zwischen Dänemark und Norwegen, kamenGrönland, Island und die Färöer zu Dänemark. In der Folge wurden 1816 das Løgting und derLøgmaður ersatzlos abgeschafft. DerSorínskrivari blieb aber erhalten und wurde alleinige gesetzliche Autorität. Die Färöer waren fortan ein eigenes dänischesAmt (Verwaltungsbezirk), gehörten also nicht mehr zum dänischen Bezirk Seeland. DerAmtmaður entschied alleine, welche dänischen Gesetze auf die Färöer angewendet wurden.

    Infolge derMärzrevolution 1848 in Dänemark wurde 1849 die erstedänische Verfassung verabschiedet und dasFolketing als Parlament in der nunmehrkonstitutionellen Monarchie gebildet. Seitdem sind dort auch immer zwei Abgeordnete der Färöer vertreten.Nach wiederholten Bitten des färöischen Volkes wurde das Løgting per Gesetz vom 26. März 1852 wieder eingeführt. Es hatte aber nur noch beratende Funktion für die dänische Regierung und 18 Mitglieder. Der Amtmaður und derPróstur (derPropst, die damals höchste Autorität derfäröischen Volkskirche) saßen auch im Løgting, wobei der Amtmaður gleichzeitig der Parlamentspräsident war. Erster Vorsitzender bis 1861 warCarl Emil Dahlerup. Von 1866 bis 1878 saß der bekannte färöische Linguist und PropstV. U. Hammershaimb in der geschichtsreichen Versammlung.

    1906 wurde die Zahl der Sitze auf 22 erhöht. Erst mit dem dänischenLagting-Gesetz vom 11. April 1923 kam es zu einer wesentlichen Änderung: Es gab 20 Parlamentssitze und bis zu 10 beigeordnete Sitze, der Próstur verlor seinen Sitz und der Amtmaður wurde von nun an vom Løgting gewählt.

    Britische Besetzung

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    Siehe Hauptartikel:Färöer im Zweiten Weltkrieg

    ImZweiten Weltkrieg wurden Dänemark und Norwegen vonDeutschlandbesetzt (siehe:Unternehmen Weserübung). Um den Deutschen zuvorzukommen, besetzteGroßbritannien drei Tage später, am 12. April 1940 die Färöer. So von der dänischen Regierung abgeschnitten, entwickelten dieFäringer konkrete Forderungen nach der Unabhängigkeit ihrer Inseln von Dänemark, oder zumindest nach mehr Rechten innerhalb des Königreichs. In dieser Frage ist das färöische Volk bis heute gespalten. Das färöische Parteienspektrum erstreckt sich daher nicht nur vonlinks nachrechts, sondern quer dazu vonpro biscontra Souveränität.

    Die Briten wurden von den Färingern keineswegs als unwillkommene Eindringlinge und „neue Herren“ empfunden, da sie nicht nur dasLøgting bewahrten, sondern die Selbstverwaltung noch ausweiteten. Am 16. September 1945 endete die Besetzung.

    Innere Selbstverwaltung 1948

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    Siehe Hauptartikel:Verfassungskrise der Färöer,Autonomie der Färöer

    Nach Verhandlungen des Løgtings mit der dänischen Regierung kam es am 14. September 1946 zu einer Volksabstimmung, bei der sich eine knappe Mehrheit (48,7 % zu 47 %) der Färinger für die volle Unabhängigkeit aussprach. Dies führte zur Verfassungskrise. Am 18. September wurde von dem sozialdemokratischen AbweichlerJákup í Jákupsstovu und derFólkaflokkurin die Unabhängigkeit der Färöer erklärt, aber schon am 20. September von Dänemark wieder annulliert. Es gab einen Streit über die Frage, ob dieses Votum einen meinungsbildenden oder einen konstitutiven Charakter hatte. Nach den Løgtingwahlen vom November 1946 führten die Verhandlungen zum Autonomiegesetz vom 31. März 1948. Die Position des Løgtings wurde damit nachhaltig aufgewertet. Erstmals seit 1274 verfügt es wieder über gesetzgebende Macht in allen Bereichen, die es vom dänischenFolketing übernommen hat.

    Literatur

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    • Uffe Østergaard:The Construction of a Faroese Identity: Nordic, Norwegian, Danish – or Faroese? Vortrag auf der Sektion „Siedler-Identitäten. Landnahme, Kolonisation und die Probleme der Identität von Siedlern in Altertum, Mittelalter und Neuzeit“. 39. Deutscher Historikertag in Hannover, September 1992 (inklusive ausführlicher Bibliographie im Anhang).
    • Christian Gebel:Die Färöer – Geschichte und Sprachgeschichte. (=Schriftenreihe des Deutsch-Färöischen Freundeskreises. Heft 1). Düsseldorf 1988,OCLC256756820.
    • Løgtingið 150. Hátíðarrit. 150 ár liðin, síðani Løgtingið varð endurstovnað. Løgtingið, Tórshavn 2002,ISBN 99918-966-3-5. (3 Bände, auf Färöisch)

    Weblinks

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    Commons: Løgting – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
    Wiktionary: løgting – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

    Einzelnachweise

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    1. Endergebnis Løgtingswahl Bericht des Reichsombudsmanns
    Parlamente in deneuropäischen Staaten
    Staatenverbund:

    Europäische Union:Europäisches Parlament

    Souveräne Staaten:

    Albanien:Versammlung Albaniens |Andorra:Generalrat der Täler |Belarus:Repräsentantenhaus,Rat der Republik |Belgien:Parlament (Abgeordnetenkammer,Senat) |Bosnien und Herzegowina:Parlamentarische Versammlung (Abgeordnetenhaus,Haus der Völker) |Bulgarien:Nationalversammlung |Dänemark:Volksversammlung |Deutschland:Bundestag,Bundesrat |Estland:Riigikogu |Finnland:Reichstag |Frankreich:Parlament (Nationalversammlung,Senat) |Griechenland:Parlament |Irland:Oireachtas (Dáil,Senat) |Island:Althing |Italien:Parlament (Abgeordnetenkammer,Senat) |Kroatien:Versammlung |Lettland:Saeima |Liechtenstein:Landtag |Litauen:Seimas |Luxemburg:Abgeordnetenkammer |Malta:Repräsentantenhaus |Moldau:Parlament |Monaco:Nationalrat |Montenegro:Parlament |Niederlande:Generalstaaten (Erste Kammer,Zweite Kammer) |Nordmazedonien:Parlament |Norwegen:Großversammlung |Österreich:Parlament (Nationalrat,Bundesrat) |Polen:Sejm,Senat |Portugal:Versammlung der Republik |Rumänien:Parlament (Abgeordnetenkammer,Senat) |Russland:Föderationsversammlung (Duma,Föderationsrat) |San Marino:Großer und Allgemeiner Rat |Schweden:Reichstag |Schweiz:Bundesversammlung (Nationalrat,Ständerat) |Serbien:Nationalversammlung |Slowakei:Nationalrat |Slowenien:Nationalversammlung,Nationalrat |Spanien:Cortes Generales (Abgeordnetenhaus,Senat) |Tschechien:Abgeordnetenhaus,Senat |Türkei:Große Nationalversammlung |Ukraine:Oberster Rat |Ungarn:Parlament |Vatikanstadt |Vereinigtes Königreich:Parlament (Unterhaus,Oberhaus) |Zypern:Repräsentantenhaus

    Sonstige (autonome und
    überseeische) Gebiete
    :

    Åland:Lagting |Färöer:Løgting |Gibraltar:Parlament |Guernsey:States of Guernsey (Alderney:States of Alderney;Sark:Chief Pleas) |Isle of Man:Tynwald (Haus der Schlüssel,Gesetzgebender Rat) |Jersey:States of Jersey

    Umstrittene (nicht
    anerkannte) Gebiete
    :

    Kosovo:Parlament |Transnistrien:Oberster Sowjet |Türkische Republik Nordzypern:Versammlung der Republik

    62.0109-6.77209Koordinaten:62° 0′ 39,2″ N,6° 46′ 19,5″ W

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