
Richard Wilhelm Kurt Mattick (*27. Juni1908 inBoxhagen-Rummelsburg[1]; †6. Januar1986 inBerlin) war ein deutscher Politiker derSPD.
Der Gürtlersohn Mattick absolvierte nach dem Besuch der Volksschule in Berlin von 1922 bis 1926 eine Maschinenbauerlehre. Anschließend arbeitete er bis zum Ausbruch desZweiten Weltkrieges als Schlosser. Zunächst war er bis 1931 bei denBorsig-Werken beschäftigt, später bei einemFord-Händler. Vor 1933 war er Mitglied imDeutschen Metallarbeiter-Verband, in dem er zeitweise das Amt eines Lehrlingsobmanns ausübte. Während der Zeit desNationalsozialismus engagierte er sich in der GruppeNeu Beginnen. Er wurde zwar mehrfach von derGestapo vorgeladen, aber nie verhaftet. Im Krieg zunächst von 1940 bis 1941 Soldat, wurde er bald als Schlosser beiSiemens in Berlin dienstverpflichtet. Seit 1936 war er mit der Schneiderin Elsa Thiele (1910–2009) verheiratet, der Ehe entsprang eine Tochter.[2]
Nach demZweiten Weltkrieg war Mattick persönlicher Referent vonOtto Suhr. 1946/47 war er Angestellter der SPD-Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung von Groß-Berlin. Anschließend arbeitete er als Journalist bei verschiedenen sozialdemokratischen Zeitungen, um dann von 1952 bis zu seinem Einzug in den Bundestag als Handelsvertreter tätig zu sein. Von 1965 bis 1983 war Mattick Vorsitzender des Rundfunkrates derDeutschen Welle.
Mattick gehörte seit 1924 derSozialistischen Arbeiterjugend und seit 1926 der SPD an.
1945 wurde er Betriebsgruppenleiter der SPD in der Zentralverwaltung der deutschen Industrie in Berlin. Von 1947 bis 1952 und 1958 bis 1963 war er stellvertretender Landesvorsitzender der SPD Berlin. 1963 übernahm er dort den Landesvorsitz vonWilly Brandt, der im Februar 1964 zum Bundesvorsitzenden seiner Partei aufstieg. 1968 gab er ihn an den Regierenden BürgermeisterKlaus Schütz ab. Insgesamt war er von 1947 bis 1984 ununterbrochen Mitglied des Berliner SPD-Landesvorstandes.
Mattick gehörte demDeutschen Bundestag von 1953 bis 1980 an. Vom 27. Juni 1955 bis 1957 war er stellvertretender Vorsitzender des Wahlrechtsausschusses des Bundestages, vom 2. Februar 1967 bis 1976 desAuswärtigen Ausschusses. Von 1969 bis 1972 war er Vorsitzender des Arbeitskreises für Auswärtige und innerdeutsche Beziehungen der SPD-Fraktion, anschließend bis 1976 des Arbeitskreises für Außen- und Sicherheitspolitik, innerdeutsche Beziehungen, Europa- und Entwicklungspolitik. Von 1976 bis 1980 schließlich war er Vorsitzender des Bundestagsausschusses für innerdeutsche Beziehungen.
Zeitweise gehörte er auch derNordatlantischen Versammlung, der Versammlung derWesteuropäischen Union und der Beratenden Versammlung desEuroparates an.

Kurt Mattick wurde mit demGroßen Bundesverdienstkreuz (1968) mit Stern (1973) und Schulterband (1983) ausgezeichnet. Mattick wurde 1973 mit derErnst-Reuter-Plakette der Stadt Berlin ausgezeichnet und ist auf demWaldfriedhof Zehlendorf (Feld 037-448) bestattet worden, sein Grab war bis zum Jahr 2009 alsEhrengrab der Stadt Berlin ausgewiesen.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Mattick, Kurt |
| ALTERNATIVNAMEN | Mattick, Richard Wilhelm Kurt (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Politiker (SPD), MdB, MdA |
| GEBURTSDATUM | 27. Juni 1908 |
| GEBURTSORT | Boxhagen-Rummelsburg |
| STERBEDATUM | 6. Januar 1986 |
| STERBEORT | Berlin |