Das Staatsgebiet umfasst 88.073 km², wovon 56.594 km² auf Land- und 31.479 km² auf Seeterritorium entfallen.[11] Kroatien erstreckt sich über einen kontinentalen Nordteil, zu dem ein Teil derDinariden und derPannonischen Tiefebene gehört, und einen langen Küstenstreifen, an deren schmaler Nahtstelle südwestlich von Zagreb sich das Territorium stark verengt. Die östliche Adriaküste wird geographisch im Allgemeinen derBalkanhalbinsel oder Südosteuropa zugeordnet. DerStändige Ausschuss für geographische Namen empfahl 2005 die Zuordnung Kroatiens zu Mitteleuropa auf Grund eines kulturräumlichen Mitteleuropabegriffs. Für einige Kroaten ist diese Zuordnung ein Mittel der Abgrenzung von der negativ konnotierten „Krisenregion“ Balkan.[12] Die Gebiete entlang der Adriaküste werden auchSüdeuropa zugeordnet.
Grenzen
Kroatien grenzt im Nordwesten anSlowenien, im Norden anUngarn, im Nordosten anSerbien, im Osten anBosnien und Herzegowina und im Südosten anMontenegro. Der südlichste Teil des Küstengebietes ist durch den zu Bosnien und Herzegowina gehörenden, etwa 7,5 km breitenNeum-Korridor räumlich vom übrigenStaatsgebiet getrennt. Diese Region umDubrovnik bis zur Grenze zu Montenegro, ist seit 2022 innerstaatlich über diePelješac-Brücke erreichbar.
Die geringste Entfernung zwischen Italien und Kroatien beträgt 20 km (durch einen kleinen Landstreifen Sloweniens getrennt), während die südlichste HalbinselPrevlaka 69 km vonAlbanien entfernt liegt.
Klima
Klimadiagramm, 2007
Im Landesinneren bzw. Nordosten Kroatiens herrscht vor allemkontinentales Klima vor. Die mittlere Tageshöchsttemperatur im Sommer betrug im Tiefland um die Jahrtausendwende etwa 28 °C, im Winter 5 °C. Die durchschnittlichen Tiefsttemperaturen lagen im Winter unter 0 °C. Der Jahresniederschlag betrug etwa 750 mm.[13]
Das Klima an der Adria hingegen ist wesentlich feuchter und es herrschtmediterranes Klima vor. Die Sommer sind also meist sonnig und trocken mit durchschnittlichen Höchsttemperaturen um 30 °C, während die Winter regenreich und mild sind (durchschnittliche Tageshöchstwerte um 10 °C). Im nördlichen Küstenabschnitt kommen Nachtfröste im Winter gehäuft vor, während dies im Südteil nur an wenigen Tagen der Fall ist. Der Jahresniederschlag an der Küste ist mit rund 1000 mm etwas höher als im Landesinneren. Die jährlichen Niederschlagssummen im kroatischen Teil desdinarischen Gebirges belaufen sich auf Werte zwischen 1000 und 2000 mm.[14][15]
Ein besonderes Wetterphänomen sind die gelegentlich in der Küstenregion auftretenden kalten FallwindeBora, die zu den stärksten der Welt zählen.
Die pannonische Tiefebene besteht überwiegend ausFlachland, unterbrochen von einigenMittelgebirgen. Sie wird über dieSave undDrau und deren Nebenflüsse zurDonau hin entwässert. In diesem Teil des Landes herrscht gemäßigtesKontinentalklima. Diese Landschaftszone lässt sich in Nordkroatien undSlawonien untergliedern. Nordkroatien umfasst das ostmitteleuropäisch geprägte Gebiet von derKupa bis zur ungarischen Grenze: das Flachland längs der Save und Kupa um die StädteZagreb,Karlovac undSisak, das heutedemografisch und wirtschaftlich das Zentrum des Landes bildet, das Gebirgsland desZagorje (auf Deutsch:Zagorien) nördlich der Hauptstadt Zagreb und dasMeđimurje im nördlichsten Zipfel des Landes zwischen Drau undMur. Slawonien ist das Flachland entlang der Flüsse Save und Drau bis zur Donau im Osten. Zu diesem werden oft dieBaranja (nördlich des Unterlaufes der Drau) und West-Syrmien (Zapadni Srijem) (der Ostzipfel Kroatiens zwischen Donau und unterer Save) gezählt.
Die dinarische Gebirgsregion (auchMittleres Kroatien oderKroatisches Hügelland genannt) wird von Mittel- und einzelnen Hochgebirgen geprägt, welche dieWasserscheide zwischen Donau und Adria bilden, wobei einzelne Täler auch vollständig abflusslos sind. Dort herrscht Gebirgsklima. Zu dieser Landschaftszone gehören das Gebirgsland desGorski kotar zwischenRijeka undKarlovac, die HochtälerLika undKrbava zwischen dem entlang der Küste verlaufenden Gebirgszug desVelebit und dem Grenzgebiet zu Westbosnien sowie ein Teil des Hinterlandes Dalmatiens (Zagora,Biokovo-Gebirge).
Die adriatische Küstenregion besteht zu großen Teilen ausverkarsteten Flächen. Sie ist von mediterranen Einflüssen geprägt. Die Breite des Küstenstreifens variiert stark. Während sie an einigen Stellen (unterhalb des Velebit und des Biokovo-Gebirges) nur wenige Kilometer beträgt, reicht sie an anderen Stellen weiter ins Landesinnere. Die Mehrzahl der in die Adria mündenden Flüsse ist relativ kurz; lediglich der Einzugsbereich der aus Bosnien und Herzegowina kommendenNeretva erstreckt sich weiter ins Landesinnere. Die adriatische Küstenregion lässt sich von Norden nach Süden in die historischen RegionenIstrien,Kroatisches Küstenland um Rijeka undSenj mit den Inseln derKvarner-Bucht undDalmatien untergliedern – die zerklüftete Küste südwärts ab etwaZadar einschließlich der vorgelagerten Inseln und des gebirgigen Hinterlandes.
53 Strände und 26 Marinas sind in Kroatien 2021 mit einerBlauen Flagge gekennzeichnet[16]Bucht bei Rovinj aus der Luft
Kroatien gehört laut Analyse derFAO zu den 30 wasserreichsten Staaten der Welt und nimmt europaweit den dritten Platz mit insgesamt 32.818 Kubikmetern an erneuerbaren Wasserreserven pro Kopf und Jahr ein.[17] Der Weltwasserentwicklungsbericht 2005 (World Water Development Report) der Vereinten Nationen spricht von 23.890 Kubikmetern an entsprechenden Wasserreserven.[18]
Schon 1891 verabschiedetedas Parlament einWasserrechtsgesetz des Königreiches von Kroatien undSlawonien, das Regelungen für Gewässer, Flussbetten, die Küste, die Wassernutzung, die Regulierung von Wasserflüssen wie auch den Flutschutz, Wasserschutz, Wasserschutzvereinigungen etc. vorsieht.
Die Mehrzahl der Flüsse entwässert in dasSchwarze Meer (Donau, Save, Drau, Mur, Kupa und Una), die restlichen in die Adria (Zrmanja,Krka, Cetina und Neretva). Die Flüsse im Norden sind sehr verschmutzt, am stärksten davon die Save zwischen Zagreb und Sisak.
Die längsten Flüsse sind dieSave (kroat.:Sava, 562 km) sowie dieDrau (kroat.:Drava, 505 km). Diese Flüsse bilden zu großen Teilen die Grenzen zu Bosnien-Herzegowina bzw. zu Ungarn. Beide Flüsse fließen zur Donau, dabei ist die Save der wasserreichste, die Drau der viertwasserreichste Nebenfluss der Donau. Die Donau trennt Kroatien von der serbischen ProvinzVojvodina. Der kroatische Anteil am Fluss lieg bei 188 km, zudem grenzt Kroatien fast ausschließlich an die rechte Donauseite.
DieKupa (slowenisch:Kolpa, 269 km) bildet einen Großteil der Grenze zu Slowenien. Sie mündet in Sisak in die Save, die ab dort schiffbar ist. Weitere Flüsse sind dieKorana,Krapina,Lonja,Mur sowie dieVuka.
Die Flüsse aus denDinariden zur Adria sind eher kurz, mit Ausnahme derNeretva.
Kroatien verfügt über achtNationalparks und elf geschützteNaturparks. Insgesamt stehen 450 Gebiete, davon 79 Sonderreservate (botanische,geomorphologische,ornithologische, Meeres- und Waldreservate) unter Naturschutz. Insgesamt sind 5846 km² bzw. 10 % der Festlandsfläche Kroatiens geschützt, bei Zuzählung der geschützten Gewässer ergeben sich 6129 km². Kroatien hat Anteile amGrünen Band Europas.[19]
Im Jahr 2004 erklärte die Regierung das gesamte kroatische Meeresgebiet zu einem ökologischen Schutzgebiet und einer kontrollierten Fischfangzone, um die empfindliche Meeresfauna und Vegetation zu schützen. Die Vorgehensweise wurde von Italien, Slowenien und auch der restlichenEU kritisiert, da mit dem Gesetz auch die Fischereirechte berührt werden. Slowenien erachtet dabei die kroatischeausschließliche Wirtschaftszone, im Rahmen der EU-Beitrittsverhandlungen, als einseitigeVorherbestimmung (Präjudiz) der Grenzen zu diesem Staat.[20][21]
Es gibt etwa 4000 Pflanzenarten und mehrere Tausend Tierarten in Kroatien, davon stehen 380 Spezies der Fauna und 44 der Flora unter Naturschutz.[22]
Insgesamt 36,83 % Kroatiens (2.082.702 ha) sind von Wäldern bedeckt.[23] Etwa 95 % des Waldbestandes sind seit längerer Zeit weitgehend naturbelassene Mischwälder. Etwa 81 % sind Staatswälder, 19 % befinden sich in privatem Besitz. 85 % der Waldfläche bildenLaubwälder, 15 % entfallen auf Nadelwälder.
In den Gebirgsregionen desGorski kotar, derLika, wachsen vorwiegend Nadelwälder, in der pannonischen Tiefebene vorwiegend Laubwälder.
In den trockenen und heißen Sommermonaten kommt es durch unvorsichtiges Verhalten von wiederholt zu Großbränden. So entstand auf der InselBrač ein verheerendes Feuer. Die Regierung investiert daher zunehmend inBrandschutzmaßnahmen.
Kroatien hatte 2022 3,9 Millionen Einwohner.[24] Die Einwohnerzahl sank um 0,6 %. Zum Bevölkerungsrückgang trug ein Sterbeüberschuss (Geburtenziffer: 8,8 pro 1000 Einwohner[25] vs. Sterbeziffer: 14,8 pro 1000 Einwohner[26]) bei. Die Anzahl der Geburten pro Frau lag 2022 statistisch bei 1,5, genauso wie in der Europäischen Union.[27] DieLebenserwartung der Einwohner Kroatiens ab der Geburt lag 2022 bei 77,6 Jahren[28] (Frauen: 80,7[29], Männer: 74,6[30]). DerMedian des Alters der Bevölkerung lag im Jahr 2021 bei 43,7 Jahren.[31] Im Jahr 2023 waren 14,0 % der Bevölkerung unter 15 Jahre alt,[32] während der Anteil der über 64-Jährigen 22,7 % der Bevölkerung betrug.[33]
Bevölkerungsstruktur
Von den Einwohnern zum Zeitpunkt der Volkszählung von 2001 besaßen 4.399.364 (99,14 %) die kroatische Staatsangehörigkeit, 44.340 (1,00 %) davon auch eine zweite Staatsangehörigkeit. 17.902 (0,40 %) besaßen eine ausländische Staatsangehörigkeit, 9.811 (0,22 %) waren Staatenlose. Von 10.383 Einwohnern (0,23 %) war die Staatsangehörigkeit unbekannt.
Die kroatischeDiaspora ist überdurchschnittlich groß. Es gibt zahlreiche entsprechende Minderheitenverbände im Ausland. Als größter Verband gilt dieHrvatska bratska zajednica in denUSA. Im kroatischen Parlament gibt es eigene Abgeordnete der kroatischen Diaspora, die auch von diesen gewählt werden.
Im Jahre 2017 waren 13,4 % der Bevölkerung im Ausland geboren. Häufigste Herkunftsländer waren Bosnien und Herzegowina (390.000 Personen), Serbien (50.000) und Deutschland (30.000). Ein großer Teil dieser Personen sind ethnische Kroaten.[34][35]
Seit demEU-Beitritt im Jahr 2013 haben je nach Schätzung über 300.000 Kroaten das Land verlassen, die Hälfte davon nach Deutschland.[36] Die Regierung hat finanzielle Anreize für Rückkehrer in Aussicht gestellt.[36]
Laut Volkszählung 2001 betrachten sich fast 90 % aller Bewohner als Kroaten. Laut Volkszählung 1991 sahen sich damals noch 78,1 % der Bevölkerung als Kroaten, 12,1 % alsSerben,[37] von denen viele im Zuge der Konsolidierung des kroatischen Staates flohen oder vertrieben wurden.
Von Regierungsseite wurde 2005 eine Kampagne zur Zurückführung serbischer Flüchtlinge initiiert. An zentraler Stelle konnten potentielle Rückkehrer Informationen zur Rückkehr einholen.[40]
Laut der letzten Volkszählung von 2021 bilden Kroaten 91,63 % der Bevölkerung. Die größte nationale Minderheit, die serbische, ist nur noch mit 3,2 % vertreten. Bosniaken (Bošnjaken; ehemals „Muslime“ genannt) sind die drittgrößte Ethnie in Kroatien und machen 0,62 % der Bevölkerung aus.[41]
Das Hauptsiedlungsgebiet der italienischen Minderheit (0,36 %) ist die WestküsteIstriens, daneben gibt es kleine italienische Sprachgruppen in Ost- und Mittelistrien,Rijeka, Dalmatien (z. B.Zadar) undWestslawonien.Magyaren (Ungarn) undSlowaken leben vor allem im Osten,Tschechen im Westen Slawoniens. DieBosniaken,Albaner undMazedonier leben über das gesamte Land verstreut, vor allem in den größeren Städten. Eine kleine Minderheit bilden auch die alteingesessenenArbanasi, die Nachfahren eingewanderter albanischer Flüchtlinge aus dem 18. Jahrhundert sind und heute ausschließlich in Zadar leben.
Im Umgang mit der Minderheit derRoma wurden 2006 vonAmnesty International Fortschritte festgestellt;[42] insbesondere im Schulbereich und der Schaffung von Wohnräumen.
DasSimon Wiesenthal Center stufte Kroatien Mitte 2006 in die höchste Beurteilungskategorie hinsichtlich der Bemühungen zur Verfolgung vonnationalsozialistischen Verbrechen und deren erfolgreicher Prozessierung ein.
Auf Istrien sowie in geringerem Maße auch inRijeka und auf einigen derKvarner-Inseln wird auchItalienisch bzw. dasVenezianische gesprochen. In Grenznähe zu Ungarn, insbesondere in Nordost-Slawonien, gibt es kleineungarische Sprachinseln. Im westlichen Slawonien befinden sichtschechische und in Ostslawonienslowakische Sprachinseln. DasIstrorumänische im Nordosten und dasIstriotische im Südwesten Istriens sind vom Aussterben bedroht.Albanische undslowenische Muttersprachler leben über das gesamte Staatsgebiet verteilt. DieKroatienserben leben teilweise noch in den Grenzregionen zu Bosnien.
Der überwiegende Teil der Bevölkerung gehört der römisch-katholischen Kirche an. Laut Volkszählung von 2011,[44] in der „katholisch“ als Standardantwort vorgegeben war, sind die wichtigsten in Kroatien vertretenen Religionen:[45]
Eine repräsentative Umfrage im Auftrag der Europäischen Kommission im Rahmen desEurobarometers ergab 2020, dass für 53 % der Menschen in Kroatiens Religion wichtig ist, für 28 % ist sie weder wichtig noch unwichtig und für 18 % ist sie unwichtig.[46]
Bildung und Wissenschaft
DieSchulpflicht gilt nach der Regelung von 2007 für Kinder im Alter von 7 bis 18 Jahren. Sie wird acht Jahre auf der Grundschule abgeleistet, danach wird der Schulbesuch drei Jahre bis zur 11. Klasse auf einer Fachschule bzw. vier Jahre bis zur 12. Klasse auf einem Gymnasium fortgesetzt.
In Kroatien wird muttersprachlicher Unterricht für ethnische Minderheiten sowohl an Grundschulen als auch an weiterführenden Schulen (Gymnasien) in folgenden Sprachen angeboten: Tschechisch, Ungarisch, Italienisch, Serbisch und Deutsch. Für den Unterricht der insgesamt 3207 serbischen Schüler in serbischer Sprache waren 2008/09 landesweit 459 Lehrer eingesetzt. An zweiter Stelle folgte der Muttersprachenunterricht für 2139 italienische Schüler durch 374 Lehrkräfte. Deutschsprachiger Unterricht wurde nur noch an einer Grundschule angeboten.[47]
Etwa jeder vierte Kroate spricht Englisch, jeder siebte deutsch.[48]
DieAnalphabetenquote bei den über 15-Jährigen lag laut CIA 2010 bei 1,2 % der Gesamtbevölkerung.[2]
Kroatien besitzt mehrereHochschulen (kroatischsveučilište), darunter fünf polytechnische und 14 öffentliche und privateFachhochschulen (kroatischveleučilište). Die sieben Universitäten des Landes sind dieUniversität Dubrovnik,Osijek,Pula,Rijeka,Split undZadar sowie in der Hauptstadt dieUniversität Zagreb. Daneben unterhalten die einzelnen Universitäten zahlreiche Institute in anderen Städten des Landes, wie z. B. inVaraždin. Weitere etwa 40 Forschungsinstitute bzw. wissenschaftlicheGroßprojekte werden in einer offiziellen Website zusammengefasst.[49]
Die älteste genuin-kroatische Wissenschaftsinstitution istMatica hrvatska, die in derDonaumonarchie zur Kultur- und Sprachpflege ins Leben gerufen wurde.
Die ersten griechischen Siedlungen an der Ostküste desAdriatischen Meeres entstanden im 12. und 11. Jahrhundert v. Chr. im Zuge derIonischen bzw. auch später dergroßen griechischen Kolonisation. So geht die Gründung der SiedlungSplit auf diese Zeit zurück (Split vongr.Aspalatos oderSpalatos = Höhle).[50] 2021 wurden neue archäologische Funde entdeckt, die auf eine griechische Besiedlung Dalmatiens auch im 8. Jahrhundert v. Chr. und 4. Jahrhundert v. Chr. hindeuten.[51] Im 4. Jahrhundert v. Chr. erwähnte der griechische HistorikerHerodot in seinenWerk dieIllyrer.
Ab der Mitte des 2. Jahrhunderts v. Chr. wuchs der politische Einfluss derRömer auf die illyrischen Stämme zwischen der Küste und derpannonischen Ebene. Im Jahr 34 v. Chr. verleibteOktavian, der spätere Kaiser Augustus, nach einem 20 Jahre andauernden Krieg in der Schlacht von Zerek dieses Gebiet Rom ein. Zu Beginn des 1. Jahrhunderts wurde die römischeProvinz Dalmatia, benannt nach dem Stamm der Delmatae, gebildet. Im Jahr 293 wurde unter der Herrschaft desKaisers Diokletian die Provinz entlang des FlussesDrina geteilt. Nach der Teilung desRömischen Reiches in West- und Ostrom im Jahre 395 kam das Gebiet zu Westrom.
Oströmisches bzw. Byzantinisches Reich (550–1270)
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Die Belegangaben zur Herkunft der Kroaten fehlen, die Herrschaft Venedigs an der Küste ebenfalls.
Nach Auflösung des Römischen Reiches gehörte das Gebiet des heutigen Kroatiens größtenteils (Dalmatien, Istrien und Slawonien) von 550 bis 1270 mit mehrfachen Unterbrechungen (zeitweilige kroatische Unabhängigkeit – siehe unten) demOströmischen bzw. Byzantinischen Reich an. Im 6. Jahrhundert wanderte das zentralasiatische Reitervolk derAwaren in das von denLangobarden zusätzlich besiedelte Pannonien ein. Die Kroaten wurden im 7. Jahrhundert vombyzantinischen KaiserHerakleios in ihr heutiges Siedlungsgebiet gerufen, um ihm beim Kampf gegen die Awaren zu helfen. Nach dem Bericht des byzantinischen KaisersKonstantin VII. Porphyrogennetos stammten die Kroaten aus dem Gebiet des heutigenKleinpolens. Während dieser Zeit der Zugehörigkeit zuKonstantinopel wurden die südslawischen Stämme größtenteils von den Byzantinern im 7. Jahrhundert bis 9. Jahrhundert im Zuge derSlawenmission christianisiert, nördliche Teile Kroatiens und auch Slowenien wurden von Salzburg aus missioniert. Der Machtverlust der Byzantiner nach den Frankenkriegen, das zeitweilig autonome kroatische Königreich und die darauffolgende Zugehörigkeit eines Großteils des heutigen Kroatien zu westeuropäischen Herrschaften wie dem Frankenreich und dem Königreich Ungarn markieren die allmähliche Entfernung von der byzantinisch-orthodoxen Kultur. Kroatien geriet in die Einflusssphäre der römisch-katholischen Kirche und somit in den westeuropäischen Kulturraum.
Der Name der Kroaten ist erstmals in einer Quelle aus dem 9. Jahrhundert belegt. Der Name „Hrvat“ selbst hat keine slawischen Wurzeln, sondern entstand mit größter Wahrscheinlichkeit als Fremdbezeichnung einesiranischen Volkes (Sarmaten?) für Slawen.[52] Man geht davon aus, dass das Volk der „Hrvati“ aus der Gegend des persischen Flusses (in der sarmatischen Sprache) „Harahvaiti“ stammt, der heute durch die Lautverschiebung („h“ zu „s“) „Sarasvati“ genannt wird.
Im Jahr 879 wird FürstBranimir von PapstJohannes VIII. mit „dux Croatorum“ angeschrieben und angesprochen, was seinerzeit einer Anerkennung des mittelalterlichen kroatischen Staates gleichkommt.
Um 925 wurdeTomislav der erste König Kroatiens. Gleichzeitig war dies auch der erste Königstitel in der Geschichte der Südslawen. PapstJohannes X. erkannte diesen Titel sofort an. Im Jahr 925 sprach ihn Johannes X. in einem Brief mit dem Titelrex croatorum (König der Kroaten) an. Während seiner Herrschaft kam es zuUngarneinfällen im pannonischen Becken. Tomislav verteidigte sein Königreich, das aus Zentralkroatien,Slawonien und TeilenDalmatiens undBosniens bestand, erfolgreich gegen dieMagyaren.
Seine Blütezeit erreichte das Königreich unter der Regentschaft von KönigPetar Krešimir IV. Unter seiner Herrschaft wurde im Jahr 1059 die Kirche in Anlehnung an denRömischen Ritus reformiert. Dies war hinsichtlich desSchismas von 1054 und der Treue zu Rom von Bedeutung. Das Königreich existierte bis ins Jahr 1102 weiter.
Personalunion mit Ungarn (1102–1526)
Im Jahr 1102 erfolgte die Krönung des ungarischen KönigsKoloman zum kroatischen König inBiograd beiZadar und Kroatien kam inPersonalunion zuUngarn. Kroatien behielt dabei eine eigene Verwaltung unter einem kroatischenBan (Vizekönig bzw. dessen Stellvertreter). DiePacta conventa, die die Beziehungen des kroatischen Adels zum König regelt, wurde traditionell ebenfalls ins Jahr 1102 datiert, hierfür gibt es aber keine Belege.
DiePersonalunion mit dem Königreich Ungarn blieb, mit Ausnahme der Türkenkriege im 16., 17. und frühen 18. Jahrhundert, und einiger anderer Unterbrechungen, in unterschiedlicher Form bis 1918 bestehen.
Unter Osmanen (1451–1699) und Habsburgern (1527–1918)
Die historischen kroatischen LandschaftenDalmatien und TeileIstriens standen seit dem Spätmittelalter unter der Herrschaft derRepublik Venedig. DieRepublik Dubrovnik konnte als einziges der Gebiete des heutigen Kroatien vom 14. Jahrhundert bis zum Jahr 1808 ihre staatliche Unabhängigkeit bewahren.[53][54]
Kroatien war jahrhundertelang Kampfzone gegen das Osmanische Reich. Als Abwehr wurde die sogenannteMilitärgrenze errichtet, in der sich auch in bedeutender ZahlOrthodoxe Christen ansiedelten. Zeitweilig erhielten die Bewohner der Militärgrenze Privilegien in Form desStatuta Wallachorum.[55]
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wuchs unter der kroatischen Bevölkerung das Verlangen nach mehr Selbstbestimmungsrechten und einem Ende derMagyarisierungspolitik Ungarns. In denRevolutionsjahren um 1848 befehligteBanJosip Jelačić die Niederschlagung desWiener Oktoberaufstands. Die kroatischen nationalen Bestrebungen wurden durch denÖsterreichisch-Ungarischen Ausgleich und denUngarisch-Kroatischen Ausgleich 1867 behindert. Das 19. Jahrhundert war zudem geprägt vom sogenanntenIllyrismus, einer Bewegung, die zahlreiche kulturelle Veränderungen durchsetzte. Es kam zu einer Standardisierung der kroatischen Sprache und gleichzeitig wurde die Idee geboren, alle Südslawen in einem Staat zu vereinen.
Königreich Jugoslawien (1918–1941)
Kroatien löste sich im Jahr 1918 am Ende desErsten Weltkrieges aus derösterreichisch-ungarischen Monarchie. Italienische Truppen begannen daraufhin mit der Besetzung von kroatischen Gebieten längs der Ostküste der Adria, da Italien imLondoner Vertrag von 1915 deren Annexion zugesagt worden war. Angesichts dessen beschloss derNationalrat der Slowenen, Kroaten und Serben Ende November 1918 die sofortige Vereinigung Kroatiens mit demKönigreich Serbien, woraus dann dasKönigreich der Serben, Kroaten und Slowenen entstand. Viele Kroaten lehnten aber diemonarchistische Staatsform ab, fühlten sich benachteiligt und verlangten für Kroatien die Gründung einerRepublik. Nachdem dieVerfassung eine zentralistische Staatsorganisation und die Auflösung der historischen Provinzen vorsah, erlangten die Serben als zahlenmäßig größtes Volk de facto die Vorherrschaft.
1928 wurden im jugoslawischen Parlament mehrere kroatische Politiker erschossen, darunterStjepan Radić, der Anführer der kroatischen Fraktion. Nach einer Staatskrise löste 1929 KönigAleksandar I. das Parlament auf, führte eineKönigsdiktatur ein und benannte den Staat inKönigreich Jugoslawien um. Seine Macht stützte sich auf das Militär.
Gleichzeitig floh ein Teil der kroatischen politischen Elite ins Ausland. Teile davon bildeten die vonAnte Pavelić angeführte und vonMussolini unterstützte faschistischeUstascha-Bewegung, die mit Gewalt gegen das Königreich Jugoslawien kämpfte. 1934 wurde von ihnen bei einem Attentat inMarseille König Alexander erschossen.
Schon nach wenigen Monaten provozierten die Gewaltakte der Ustaschaeinen umfangreichen Partisanenkrieg starker Widerstandsgruppen.[59] Im Sommer 1941 begann diejugoslawische Partisanenbewegung einen bewaffneten Aufstand gegen das Ustascha-Regime und konnte 1942 und 1943 einen großen Teil des Landes unter ihre Kontrolle bringen. NebenTito warAndrija Hebrang eine der Führungspersönlichkeiten. Nach der Niederlage der Achsenmächte und ihrer Verbündeten kam es 1945 seitens derjugoslawischen Volksbefreiungsarmee zu Verbrechen an den Kriegsverlierern, vor allem beimMassaker von Bleiburg.
1942, noch unter deutscher Besatzung, hatten die Kommunisten das aktive und passiveFrauenwahlrecht anerkannt.[60] Die volle rechtliche, wirtschaftliche und gesellschaftliche Gleichberechtigung der Geschlechter wurde erstmals in der Verfassung von 1946 garantiert.[61] Eine abweichende Quelle nennt für die Einführung des aktiven und passiven Wahlrechts den 11. August 1945.[62]
Nach Kriegsende wurde Kroatien eine von sechs Teilrepubliken(Sozialistische Republik Kroatien) der neu gegründetenFöderativen Volksrepublik Jugoslawien, ab 1963Sozialistische Föderative Republik Jugoslawien (SFRJ), unter der RegierungTitos.
Im Jahre 1971 wurde die Protest- und ReformbewegungKroatischer Frühling niedergeschlagen. Nach dem Tod Titos 1980 nahmen die Spannungen zwischen Kroatien und der von Serben dominierten jugoslawischen Regierung zu. Ende der 1980er Jahre hatten sich aus den Bestrebungen nach mehr Autonomie die Forderungen nach der Unabhängigkeit vonJugoslawien entwickelt. Der KroateFranjo Tuđman, der an der Seite Titos gegen dasUstascha-Regime gekämpft hatte, erlangte bei der kroatischen Bevölkerung großen Zuspruch. Nachdem die geschwächte jugoslawische Regierung einMehrparteiensystem zugelassen hatte, gründete Tuđman 1990 dieKroatische Demokratische Gemeinschaft (HDZ), die bald den Charakter einer Volkspartei annahm. Seine Forderung nach einem unabhängigen Kroatien löste bei den Serbischstämmigen, die laut damaliger Verfassung das zweite Staatsvolk darstellten, Proteste aus, doch die HDZ gewann bei den Wahlen am 22./23. April bzw. 6./7. Mai 1990 mit 40 % der abgegebenen Stimmen 67,5 % der Parlamentssitze.[63] Tuđman wurde anschließend zum Präsidenten gewählt.
Nachdem sich am 19. Mai 1991 in einem Referendum über die Unabhängigkeit Kroatiens 93,2 % der Wahlbeteiligten für die Souveränität ausgesprochen hatten, erklärte Kroatien im Juni 1991 unterFranjo Tuđman seine Unabhängigkeit. Die erste Anerkennung erfolgte am 26. Juni 1991 durchSlowenien, das sich ebenfalls gerade für unabhängig erklärt hatte.[64] Die de facto von Serbien dominierte Jugoslawische Volksarmee (JNA) versuchte die Unabhängigkeitsbestrebungen militärisch niederzuwerfen. Der militärische Versuch, kroatische Gebiete sowohl mit großem als auch geringem Anteil an serbischer Bevölkerung von Kroatien abzuspalten und mittelfristig an Serbien anzugliedern, mündete in den fast vier Jahre andauernden Kroatienkrieg, der erst nach militärischen Erfolgen der Kroaten 1995 in derMilitäroperation „Sturm“(Oluja) mit demAbkommen von Erdut vom 12. November 1995 endete. Ihren Abzug aus Kroatien vollzog die JNA unter Zerstörung vieler militärischer Objekte und Verminung strategisch wichtiger Zonen, so auf der am weitesten vom Festland entfernten Insel Vis oder in den Donausümpfen an der kroatisch-serbischen Grenze.
Nachkriegszeit
Im Oktober 2001 unterzeichnete Kroatien ein Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen mit derEuropäischen Union.[65] Es sicherte Kroatien den freien Zugang zum Europäischen Binnenmarkt, verlangte aber auch umfangreiche Wirtschafts- und Sozialreformen. Die Änderung des Wirtschaftssystems vomSozialismus in einesoziale Marktwirtschaft zog zahlreiche wirtschaftspolitische Maßnahmen nach sich. Ein Schwerpunkt war die weitere Privatisierung von Unternehmen und die Schaffung von Investitionsanreizen.[66] Seit dem 18. Juni 2004 war Kroatien offiziellerEU-Beitrittskandidat. Allerdings begannen dieBeitrittsverhandlungen erst nach einem Beschluss der EU-Außenminister vom 3. Oktober 2005, da Kroatien bis dahin nach Auffassung derEU-Kommission nur mangelhaft mit demHaager Kriegsverbrechertribunal kooperiert hatte.[67] Weitere Reformen waren im Bereich Justiz und Soziales notwendig. Ferner wurde der Kampf gegen Korruption als eine Grundvoraussetzung für eine EU-Vollmitgliedschaft angesehen. Im November 2008 wurden Kroatien gute Fortschritte bescheinigt und ein Abschluss der Beitrittsverhandlungen für 2009 in Aussicht gestellt.[68]
Die Beitrittsverhandlungen wurden allerdings im Jahr 2009 für mehrere Monate wegen eines Streits mit Slowenien über den Grenzverlauf in derBucht von Piran unterbrochen. Erst im September 2009 konnte dabei eine Einigung erzielt werden, so dass die Beitrittsverhandlungen fortgesetzt werden konnten. Der für die Erweiterung zuständige EU-Kommissar erklärte im Juni 2011 die Verhandlungen für „erfolgreich beendet“. Danach prüften Experten der Mitgliedsländer die von der EU-Kommission mit Kroatien verhandelten Ergebnisse, vor allem in den Bereichen Justiz, Wettbewerb und Haushalt.
DasEuropäische Parlament genehmigte den Beitritt im Dezember 2011, woraufhin die scheidende kroatische Regierungschefin Jadranka Kosor und der kroatische Präsident Ivo Josipović in feierlicher Zeremonie gemeinsam mit allen Staats- und Regierungschefs der EU den EU-Beitrittsvertrag für Kroatien am 9. Dezember 2011 auf demEU-Gipfel in Brüssel unterzeichneten. In einemReferendum am 22. Januar 2012 stimmten 67,27 % der Abstimmenden für einen Beitritt zur EU.[69] Die Beteiligung am Referendum betrug nur 43,51 %, aber auch damit war das Ergebnis des Referendums entsprechend der kroatischen Verfassung gültig.
Am 1. Juli 2013 wurde Kroatien der 28. Mitgliedstaat der EU. Bereits am 14. April 2013 wurden die zwölf kroatischen Vertreter für das EU-Parlament gewählt.[70]
Die Verfassung vom Dezember 1990 (Ustav Republike Hrvatske) definiert die Republik Kroatien (Republika Hrvatska) als Staat des kroatischen Volkes und der nationalen Minderheiten. Als Strukturprinzipien gibt sie die Grundsätze der Demokratie sowie der Rechts-, Sozial- und Einheitsstaatlichkeit vor. Das ursprünglich präsidial-demokratisch geprägte Regierungssystem wurde im Jahr 2000 zu einer parlamentarischen Demokratie umgeformt. Grundlegender Maßstab für die Ausübung von Hoheitsgewalt sind die in der Verfassung vorgesehenen Menschenrechte. Für hoheitliche Institutionen ist eine personelle Vertretung der nationalen Minderheiten vorgesehen; ihre Sprachen und Schriftzeichen sind in einzelnen Gebieten auch im amtlichen Gebrauch. Staat und Kirche sind voneinander getrennt; es gibt keine Staatsreligion.
Am 16. Oktober 2007 wurde Kroatien für zwei Jahre als nichtständiges Mitglied in denUN-Sicherheitsrat gewählt. Der Staat ist seit April 2009 Mitglied derNATO und hat am 9. Dezember 2011 die Beitrittsurkunde zur EU in Brüssel unterzeichnet. Nach den Beschlüssen auf EU-Ebene und des kroatischen Parlaments sowie dem erfolgreichenReferendum im Januar 2012 wurde Kroatien am 1. Juli 2013 EU-Mitglied.
Daskroatische Parlament(Sabor), einEinkammerparlament, hat 151 Abgeordnete. Die zweite Kammer, dasHaus der Gespanschaften (kroatisch:Županijski dom), ist im März 2000 abgeschafft worden. Die Abgeordneten werden durchVerhältniswahl bestimmt, bei der eineFünf-Prozent-Klausel, bezogen auf einzelne Wahlkreise, gilt. Es gibt einen besonderen Wahlkreis für Auslandskroaten, für die im Sabor drei Sitze reserviert sind; zudem sind acht Abgeordnetensitze für nationale Minderheiten reserviert. Alle Bürger ab dem 18. Lebensjahr sind wahlberechtigt.Die letzten Parlamentswahlen fandenim Dezember 2011 undim November 2015 statt. 2011 errang die sozialliberale „Kukuriku-Koalition“ aus SDP, HNS, IDS und HSU die Mehrheit im Parlament. Einschließlich der Mandate der Auslandskroaten kam die zuvor regierende konservative HDZ mit ihren Koalitionsparteien HGS und Demokratische Mitte auf 47 Sitze.Am 20. Juni 2016 löste der Saborsich auf. Bei derNeuwahl im September 2016 gewann die HDZ unter ihrem neuen VorsitzendenAndrej Plenković 61 der 151 Mandate und verabredete eine erneute Koalition mitMost (13 Sitze). Auch Minderheitenvertreter und kleinere Parteien sollen Teil der Koalition sein.[71]
DerPräsident der Republik Kroatien(Predsjednik Republike Hrvatske) wird für fünf Jahre direkt vom Volk gewählt. Er istStaatsoberhaupt und Oberbefehlshaber der Streitkräfte. Während seiner Amtszeit darf er keiner politischen Partei angehören. Nach abgehaltenen Parlamentswahlen vergibt er den Auftrag zur Regierungsbildung und ernennt nach Zustimmung des Parlaments denPremierminister. Unter besonderen Voraussetzungen kann er das Parlament auflösen und Neuwahlen ausschreiben. Die Ausfertigung der vom Parlament beschlossenen Gesetzesvorlagen darf er nicht ablehnen; hält er eine Norm für verfassungswidrig, so kann er sie dem Verfassungsgericht zur Prüfung vorlegen.[72] Außenpolitisch ist er in Zusammenarbeit mit der Regierung auch gestaltend tätig.Ivo Josipović, Amtsinhaber seit Februar 2010, verlor am 11. Januar 2015 die Stichwahl gegenKolinda Grabar-Kitarović (HDZ),[73] die ihr Amt als erste Frau in dieser Position in Kroatien am 15. Februar 2015 antrat.[74]
Bei derPräsidentschaftswahl 2019/20 erreichte Grabar-Kitarović zwar erneut die Stichwahl, unterlag in dieser aber demSDP-KandidatZoran Milanović, der zum neuen Präsidenten gewählt wurde.[75] Die Amtsübergabe fand am 18. Februar 2020 statt.
Bei der Verfassungsänderung des 28. März 2001 wurde die starke Position des Präsidenten beschränkt.[76]
Die Regierung(Vlada Republike Hrvatske) ist das ausführende Staatsorgan und die oberste gesetzgebende Behörde. Sie besteht aus demPremierminister(predsjednik Vlade) sowie den Vizepremiers und Ministern. Vor Amtsantritt muss der Regierung vom Parlament das Vertrauen ausgesprochen werden. Sie kann auch Gesetzesvorlagen einbringen und bei gesetzlicher Ermächtigung Rechtsverordnungen erlassen. In ihrer Amtsausübung ist sie dem Parlament gegenüber verantwortlich. DurchMisstrauensvotum kann sie vom Parlament zum Rücktritt gezwungen werden. An der zuletzt amtierenden Regierungskoalition waren die ParteienHDZ undMOST beteiligt, sie wurde von unabhängigen Abgeordneten unterstützt. PremierministerTihomir Orešković wurde am 16. Juni 2016 per Misstrauensvotum abgewählt.Andrej Plenković wurde am 19. Oktober 2016 neuer Premierminister.
Die innere Staatsverwaltung erfolgt unter Aufsicht der Regierung. Den Ministerien kommt dabei die Stellung von mittleren Verwaltungsbehörden zu. Daneben gibt es für jede Gespanschaft eine untere Verwaltungsbehörde. Für besondere Aufgabenbereiche können Sonderbehörden geschaffen werden.
Den Bürgern steht ein einklagbares Recht auf kommunale Selbstverwaltung zu. Aufgaben, deren Bedeutung nicht über ein bestimmtes Gebiet hinausgeht, werden von den kommunalen Selbstverwaltungskörperschaften eigenverantwortlich erfüllt. Das Recht auf Selbstverwaltung wird lokal in 426 Gemeinden(općine) und 124 Städten(gradovi) sowie regional in 20Gespanschaften(županije) sowie der Stadt Zagreb unter staatlicher Aufsicht ausgeübt. Darüber hinaus können den Kommunen auch staatliche Aufgaben übertragen werden.
Rechtsprechung und Gerichte
Die Ausübung der rechtsprechenden Gewalt ist formell unabhängig. Die Gerichtsprozesse verlaufen jedoch äußerst langwierig. Zivilrechtsverfahren ziehen sich im Durchschnitt bis zu zehn Jahre hin. In den kroatischen Medien und seitens der EU wird immer wieder auf die fehlendeRechtssicherheit und auf Fälle von Korruption hingewiesen.[77] Höchstes Fachgericht ist derOberste Gerichtshof (Vrhovni sud Republike Hrvatske). Die unteren Instanzen sind in einen allgemeinen, straf-, handels- und verwaltungsgerichtlichen Rechtsweg unterteilt.
DasVerfassungsgericht (Ustavni sud Republike Hrvatske) übt die rechtsprechende Gewalt auf dem Gebiet des Verfassungsrechts aus. Die Verfassungsrichter werden durch das Parlament für acht Jahre gewählt. Bei Verfassungswidrigkeit kann es Gesetze, behördliche Akte und Urteile aufheben; außerdem entscheidet es bei Streitigkeiten zwischen den anderen Verfassungsorganen. Mit der Verfassungsbeschwerde kann sich der Bürger selbst gegen Rechtsakte der Behörden und Gerichte an das Verfassungsgericht wenden, wenn der fachgerichtliche Rechtsweg erschöpft ist. In anderen Fällen kann nur ein besonderer Bürgeranwalt (pučki pravobranitelj) das Verfahren betreiben. Amtierender Präsident des Verfassungsgerichts ist Miroslav Šeparović.
Kroatien ist in 20Gespanschaften (kroatisch:županija, Mehrzahl:županije) und die HauptstadtZagreb, die selbst die Kompetenzen einer Gespanschaft hat, gegliedert. Die Gespanschaften haben Flächen zwischen etwa 1000 und 5000 km². Jede Gespanschaft verfügt über eine gewählteGespanschaftsversammlung (kroatisch:županijska skupština). An der Spitze der Verwaltung einer Gespanschaft steht derGespan (kroatisch:župan), der von der Gespanschaftsversammlung gewählt und vom Staatspräsidenten bestätigt wird.
Die Gespanschaften gliedern sich ihrerseits inOpćine (deutsch„Gemeinden“), von denen ein Teil den Status einerStadt (kroatisch:grad) hat. Insgesamt ist die Verwaltung in 124 Städte und 426 Gemeinden unterteilt. 58 % der Bevölkerung lebt in Städten.
DieKroatische Armee umfasst in ihrerFriedensstärke etwa 21.500 Soldaten. Die Anzahl der Reservisten beträgt 102.700 Soldaten, von denen sich etwa 32.360 in Bereitschaft befinden. Insgesamt stehen 1.612.000 Bürger Kroatiens für den Verteidigungsfall bereit.
Der Wehretat der Republik Kroatien betrug 1997 etwa 1,1 Milliarden USD (1997), etwas über 5 % des Bruttosozialproduktes; 2017 lag er bei etwa 0,772 Milliarden USD (1,4 % desBIP).[84]
Oberbefehlshaber der Armee Kroatiens ist derStaatspräsident der Republik Kroatien. DemSabor, dem kroatischen Parlament, obliegt die politische Kontrolle der Streitkräfte sowie die Entscheidungsgewalt über die Festlegung des Wehretats und die strategische Entwicklung.
Seit den 1990er Jahren strebte Kroatien eine Mitgliedschaft in derNATO an. Insbesondere die Flüchtigkeit des mutmaßlichen KriegsverbrechersAnte Gotovina war dabei lange Zeit ein Hindernis. Am 1. April 2009 trat die Mitgliedschaft in Kraft.
Kroatische Truppen waren ab November 2003 Teil der Internationalen Sicherheitsunterstützungstruppe inAfghanistan (ISAF) unter Leitung der NATO (Bildung eines regionalen Aufbauteams für den Handel der StadtKundus und Demilitarisierungsprogramme); ISAF wurde am 1. Januar 2015 abgelöst durch die MissionRS.
Bis 2007 und wieder seit 2026 besteht eine Wehrpflicht für Männer.[85]
Die kroatischen Streitkräfte werden auch zu friedenserhaltenden und -sichernden Maßnahmen im Rahmen derVereinten Nationen eingesetzt:
MINURSO in derWestsahara (MINURSO – United Nations Mission for the Referendum in Western Sahara)
UNAMSIL inSierra Leone (UNAMSIL – United Nations Assistance Mission to Sierra Leone)
UNMEE inÄthiopien undEritrea (UNMEE – United Nations mission in Ethiopia and Eritrea)
UNMOGIP inIndien undPakistan (UNMOGIP – United Nations military observer group in India and Pakistan)
DasBruttoinlandsprodukt (BIP) Kroatiens betrug im Jahr 2016 45,8 Mrd. Euro. DasBruttoinlandsprodukt pro Kopf betrug im selben Jahr 10.992 Euro.[86] Nach dem Ausbruch derFinanzkrise 2007 steckte das Land über Jahre in der Krise. Kroatien verlor bis 2014 ca. ein Sechstel seiner Wirtschaftskraft. Seit 2015 mehren sich jedoch die Anzeichen wirtschaftlicher Erholung. Die Wirtschaft wuchs 2015 um 1,6 % und 2016 um 3 %. Dennoch hat Kroatien immer noch eine hoheArbeitslosenquote von 16,3 % zu verzeichnen, die Jugendarbeitslosigkeit ist mit ca. 43 % sehr hoch.[87]
ImGlobal Competitiveness Index, der die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes misst, belegt Kroatien Platz 74 von 137 Ländern (Stand 2017–2018).[90] DerIndex für wirtschaftliche Freiheit 2024 des Landes war der 39 höchste von 176 Ländern.[91] Die Förderprogramme der EU sollen zukünftig bei der Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und der Öffnung der Wirtschaft helfen.
Im „Global Gender Gap Report 2015“ desWeltwirtschaftsforums belegte Kroatien im weltweiten Ranking Platz 59.[92] In diesem Bericht werden etwa Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern, die Beteiligung von Frauen in der Politik sowie in entscheidenden Wirtschaftspositionen eines Staates untersucht.
Die Hälfte (53,16 %) der Landfläche wird als Agrarfläche genutzt. 2007 wurden 7,2 % des Wirtschaftseinkommens durch die Landwirtschaft erzielt, wobei etwa 2,7 % der Bevölkerung in diesem Sektor tätig waren.[2] 2004 wurde 9 % sowohl des Exports als auch des Imports durch den Sektor erreicht.[93] Zu der bewirtschafteten Landflächen gehören vor allem die fruchtbaren Böden im Save-Drau-Zwischenstromland, die intensiv genutzt werden. Die wichtigsten angebauten Früchte sindZuckerrüben,Kartoffeln,Weizen undMais. In klimatisch begünstigten Lagen werden auch einige Sonderkulturen angebaut, vor allemWein undObst. In Süddalmatien werden mitTabak undZitrusfrüchten hohe Ernteerträge erzielt. In der Viehhaltung dominieren dieRinder-,Schaf- undSchweinezucht. In Dalmatien ist derFischfang eine wichtige Einkommensquelle.
Die vorherrschenden Industriebetriebe in Kroatien sindErdölraffinerien, Eisen- undStahlwerke,Schiffswerften,Chemieunternehmen und Produktionsstätten fürNahrungsmittel,Maschinen,Zement undBeton,Metallwaren undTextilien. Die ehemals bedeutende Bergbauindustrie verzeichnet seit einigen Jahren Rückgänge in der Produktion. Viele der Industriebetriebe Kroatiens wurden imKroatienkrieg zerstört oder beschädigt. Der Wiederaufbau der Anlagen bindet viele finanzielle Mittel und verhindert eine weitere Entwicklung in einigen anderen Produktionsbereichen. Als Folge des Krieges im eigenen Lande fiel 1991 die Industrieproduktion um 42,5 %.[94] Ab 1993 verzeichnete die kroatische Wirtschaft Zuwachsraten, und bis 1996 konnten wieder in den meisten Branchen erhebliche Produktivitätssteigerungen verzeichnet werden. Wichtige Industrieunternehmen sind der Mineralöl- und Gas-KonzernIndustrija nafte (INA) (etwa 17.000 Beschäftigte), der Elektrotechnik-HerstellerKončar Group sowie die LebensmittelkonzerneAgrokor (etwa 36.000 Beschäftigte),Podravka undKraš.
Kroatien ist für seine Küste mit hunderten vorgelagerten Inseln bekannt.[95] Jährlich reisen etwa 10 Mio. Menschen nach Kroatien. Im Jahr 2008 sorgten sie für einen Umsatz von rund 7,5 Mrd. Euro. Die Einnahmen aus dem Tourismus beliefen sich 2011 auf 6,6 Mrd. und 2012 auf 7 Mrd. Euro.[96] Damit trug die Fremdenverkehrsbranche etwa ein Fünftel zum BIP des Landes bei (mehr als in jedem anderen EU-Land[97]); sie war und ist ein wichtiger Teil desDienstleistungssektors.
Zur Erzeugung vonelektrischer und Wärmeenergie werden in Kroatien vorrangig Erdöl, Kohle und Wasser genutzt. Daneben versorgt dasKernkraftwerk Krško inSlowenien, das in einem gemeinsamen Projekt zwischen Kroatien und Slowenien errichtet wurde, den Norden Kroatiens, vor allemZagreb, mit Strom. Wasserkraftwerke sind meist in der Küstenregion Kroatiens vorzufinden. Das größte Wasserkraftwerk in Kroatien liegt amPerućko jezero (Peruća-See) naheSinj. Seit einem Beschluss vom März 2007 werden in Kroatien aucherneuerbare Energien subventioniert.
Strom wurde 2011 zu 24,5 % ausWasserkraft, 15,8 %Kernenergie und 27,5 % aus fossilen Brennstoffen gewonnen, 30,9 % werden auf dem Strommarkt dazugekauft.[98]Windenergie machte einen Anteil von 1,3 % aus, 2010 waren es 0,8 % gewesen.
Der Stromverbrauch von Kroatien lag 2020 bei 13,2 TWh.[99] Davon stammten 32 % aus Wasserkraft, 19 % aus Gas, knapp 7 % aus Kohle, 9,5 % aus Windenergie und 5,5 % aus Biomasse. Solarenergie, Geothermie und Öl trugen jeweils weniger als ein Prozent zum Strommix bei.[100]
Pharma
In Zagreb befindet sich das Unternehmen Pliva, dieses ist für den antibiotisch wirkenden Arzneistoff Azithromycin bekannt.
Staatshaushalt
Laut Schätzungen derCIA umfasste derStaatshaushalt 2012 Ausgaben von umgerechnet 23,42 Mrd.US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 21,56 Mrd. US-Dollar gegenüber. Das Defizit wird mit 3,2 % desBIP angegeben.[2] Laut CIA wird dieStaatsverschuldung für 2012 auf 68,2 % des BIP geschätzt.[2]
2020 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:[101]
Daskroatische Autobahnnetz gehört zu den jüngsten in Europa. Viele Autobahnkilometer wurden erst kürzlich fertiggestellt und ein Ende der regen Bautätigkeit ist noch nicht abzusehen. Das Hauptprojekt stellte hierbei die AutobahnA1Zagreb–Split dar, die im Frühling 2005 fertiggestellt wurde und eine durchgehende Autobahnverbindung zwischen den beiden größten kroatischen Städten bietet. Bis 2008 sollten einige wichtige Bauprojekte verwirklicht sein. Dazu zählen die Verlängerung der Autobahn bisPloče inSüddalmatien, bessere Verkehrslösungen fürRijeka (weitere Umgehung), die Autobahnverbindung nachOsijek, der Autobahnausbau nachSisak und die Autobahnanbindungen in RichtungSerbien,Slowenien sowieÖsterreich. Zurzeit wird der Ausbau zahlreicherRaststätten entlang aller kroatischen Autobahnen vorangetrieben. Ebenso sollten mittels modernsterVideoüberwachungstechnik Unfälle vermieden werden. Die kroatischen Autobahntunnel zählen zu den sichersten in Europa.[102]
Der von den 2006 privatisiertenHrvatske željeznice betriebene Bahnverkehr in Kroatien ist mit einem Streckennetz von 2974 Kilometern[103] unterentwickelt und wenig konkurrenzfähig zum Busnetz, das in der Regel Strecken preiswerter und in kürzeren Intervallen bedient. Seit 2005 verkehren auf derBahnstrecke Zagreb–Rijeka sowieweiter nach Knin undnach Split dieNeigezüge der Baureihe 7123, die eine viel komfortablere und kürzere Reisezeit ermöglichen als zuvor. Im Gegensatz dazu stehen die veralteten Triebwagen auf anderen Strecken insbesondere in den Osten nachSlawonien. Neben der abgeschlossenen Modernisierung der Strecke Zagreb–Split soll eine neue Bahnstrecke von Botovo an der Grenze zu Ungarn über Zagreb bis nach Rijeka gebaut werden. Dazu gehören auch Überlegungen für eineNeubaustrecke Zagreb–Rijeka. 2025 war die Fertigstellung der Strecke zwischen 2032 und 2036 vorgesehen.[104]
Die zweite Klasse der kroatischen Eisenbahn kann 2025 von Schülern, Studenten, Rentnern und Personen ab 65 Jahren kostenlos genutzt werden. Voraussetzung ist der Besitz einer entsprechendenSmartcard.[105] Die Freifahrt gilt auch 2026.[106]
Fähre im Hafen vonRijeka, dem Handels- und Wirtschaftszentrum Kroatiens an derAdria
In Kroatien gibt es mehrere wichtige Adriahäfen. Der größteHafen an der östlichen Adriaseite istRijeka, gefolgt vom IndustriehafenPloče und dem Passagierhafen Split.
Als bedeutender Binnenhafen giltVukovar an derDonau.
Der Telekommunikationssektor ist in Kroatien bereits weit entwickelt, insbesondere was dieMobilfunknetze betrifft und hat in den letzten Jahren im Vergleich zu anderen Wirtschaftsbranchen in Kroatien die größten Fortschritte gemacht. Dies ist auch daran ersichtlich, dass der Telekommunikationssektor in diesem Land einen höheren Anteil am BIP trägt, als dies in den alten EU-Ländern der Fall ist (über 5 %). Auch die Gesetzgebung in diesem Bereich befindet sich bereits auf europäischem Niveau. Als Folge der Liberalisierung des Marktes im Jahr 2005 kommen immer mehr alternative Telekommunikations-Betreiber auf den kroatischen Markt.
In Kroatien gibt es momentan (Stand: 2018) die MobilfunknetzbetreiberA1 Hrvatska,Hrvatski Telekom sowieTele2, wobei noch zusätzlich dieMobilfunk-DiscounterBonbon sowieTomato miteinander im Wettbewerb stehen. Die beiden größten Netze garantieren eine flächenmäßige Abdeckung von über 98 %. Auch die Einführung neuer Technologien, wieWAP,GPRS oderMMS wurde rasch durchgeführt. Ebenso sindUMTS,LTE und5G verfügbar. Dem kroatischen Telekommunikationssektor wird immer noch recht gutes Wachstumspotential zugeschrieben, da noch keine vollständige Marktsättigung erreicht wurde.
Breitbandinternetzugänge sind nicht im ganzen Land verfügbar. Durch gezielte Wachstumsanreize soll der Ausbau beschleunigt werden. 2005 wurden in Kroatien bereits Frequenzlizenzen für Internet-Funknetzwerke vergeben. Insbesondere durch neueWiMAX-Funknetzwerke soll dieInternet-Infrastruktur in ganz Kroatien ausgebaut werden. Die flächenmäßige Abdeckung ganzer Städte und Regionen mit dieser Technik wurde hierbei beschlossen.
Im Jahr 2023 nutzten 83,2 % der Einwohner das Internet.[107]
Feuerwehr
In derFeuerwehr in Kroatien waren im Jahr 2019 landesweit 3.425Berufs-, 1.070 Teilzeit- und 54.219freiwillige Feuerwehrleute organisiert, die in 1.923 Feuerwachen undFeuerwehrhäusern, in denen 2.248Löschfahrzeuge und 115Drehleitern bzw.Teleskopmasten bereitstehen, tätig sind.[108] Der Frauenanteil beträgt 12 %.[109] In denJugendfeuerwehren sind 21.927 Kinder und Jugendliche organisiert.[110] Die kroatischen Feuerwehren wurden im selben Jahr zu 31.393 Einsätzen alarmiert, dabei waren 14.980Brände zu löschen. Hierbei wurden 30 Tote von denFeuerwehren bei Bränden geborgen und 166 Verletzte gerettet.[111] Die nationale FeuerwehrorganisationHrvatska vatrogasna zajednica repräsentiert die kroatische Feuerwehr im WeltfeuerwehrverbandCTIF.[112]
Kultur
DieUniversität Zadar gehört zu den ältesten Universitäten in Europa. Sie wurde 1396 alsUniversitas Jadertina gegründet.
Die Bezeichnung des Kleidungsstückes „Krawatte“ geht auf den Namen eines Volkes derKroaten zurück. Die kroatischen Soldaten trugen im 17. Jahrhundert ein ähnliches Kleidungsstück um den Hals, ein Halsband mit Fransen, durch das sie recht einfach zu unterscheiden waren. Das Wortcravate wird zum ersten Mal in der französischen Enzyklopädie im 17. Jahrhundert erwähnt, als kroatische Soldaten am HofLudwigs XIV. in Paris weilten. Das französische Wort für die Kroaten lautetCroates, was leicht auf das Wortcravate oder im Deutschen „Krawatte“ schließen lässt (Näheres siehe:Geschichte der Krawatte).
Im März 2016 entließ die Regierung den Generaldirektor des öffentlichen Rundfunks HRT. Dieser wurde nach Angaben von Reporter ohne Grenzen von einem „regierungstreuen“ Direktor ersetzt.[113]
Kroatien verfügt über einduales Fernseh- und Rundfunksystem. Aus dem staatlichenRadio Televizija Zagreb ging 1991Hrvatska radiotelevizija (HRT) hervor, das derzeit fünf Kanäle ausstrahlt. Bereits seit den 1980er Jahren gibt es in Kroatien lokale Privatfernsehsender. Am kroatischen Fernsehmarkt etablierten sich im Zuge der Liberalisierung in den letzten Jahren auch national-sendende Privatsender.
Die PrivatsenderRTL Televizija undNova TV sowieRTL 2,RTL Kockica,CMC undDoma TV können in ganz Kroatien überDVB-T undDVB-T2 sowie im Kabel frei empfangen werden. Viele weitere Programme sind gegen Gebühr in den unterschiedlichen Pay-TV-Paketen enthalten, die über DVB-T2, DVB-C und DVB-S empfangen werden können.HRT1 (nur Nachrichten, Reportagen und Filme sowie Serien aus Kroatien),HRT4 (außer bei Sportübertragungen) undHRT International sowie Z1 aus Zagreb sind per Satellit auch europaweit unverschlüsselt empfangbar.
Radio
Neben den staatlichen Radiosendern derHRT und den national-ausgestrahlten PrivatsendernOtvoreni radio,Narodni radio undRadio Marija gibt es in Kroatien bereits seit den frühen 1990er Jahren dutzende lokale Privatradiosender.
Film
Die einzige große kroatische Filmproduktionsfirma istJadran Film, die u. a in den 1960er Jahren an denKarl-May-Filmen beteiligt war. Zahlreiche kroatische Schauspieler sind auch dem internationalen Publikum bekannt, darunterGoran Višnjić,Ivana Miličević,Mira Furlan,Miroslav Nemec (dt. Tatort),Dunja Rajter,Antonija Šola oderMimi Fiedler. Der bekannteste Kroate im Filmgeschäft dürfte allerdings der OscarpreisträgerBranko Lustig sein. Lustig produzierte u. a. Schindlers Liste, Gladiator und Hannibal. Zudem spielte er in zahlreichen nationalen und internationalen Filmproduktionen mit.
Eine spezifisch kroatische Sportart istPicigin, ein beliebtes Strandballspiel in seichtem Wasser, das zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Split entwickelt wurde.
Basketball: Die Silbermedaille für die Basketballer bei denOlympischen Spielen in Barcelona 1992. In den Jahren 1993 und 1995 holten die Kroaten Bronze bei der EM und 1994 Bronze bei der WM in Kanada
Wasserball: Die Silbermedaille für das Wasserball-Nationalteam bei denOlympischen Spielen 1996 in Atlanta und der Weltmeistertitel 2007 in Melbourne sowie die Goldmedaille bei denOlympischen Spielen 2012. Außerdem holte Kroatien Gold bei der Wasserball-WM 2017 inBudapest.
Tennis:Wimbledon-Sieg vonGoran Ivanišević 2001 im Tennis.Iva Majoli gewann dieFrench Open 1997. Ende 2006 befanden sich außerdem gleich zwei kroatische Tennisspieler unter den Top 10 in der ATP-Rangliste (Ivan Ljubičić undMario Ančić).1993 nahm Kroatien erstmals als eigenständige Mannschaft amDavis Cup teil. Im Jahr2005 gelang es Kroatien als erstes ungesetztes Team den Davis Cup zu gewinnen. Im Endspiel inBratislava setzte sich die Mannschaft knapp mit 3:2 gegen GastgeberSlowakei durch.2018 folgte der zweite Titelgewinn. Mit 3:1 besiegte KroatienFrankreich.
Seit 2005 istSljeme eine der FIS World Cup Austragungsorte für die jährliche Tournee desSlaloms der Damen und Herren. Sljeme gehört mit seiner Besucherzahl (bis zu 15.000 Menschen) zu den größten Skislalom-Austragungsorten in Europa.
Heimatmuseum, Ethnographisches Museum, Schatzkammer der Kathedrale, Archäologisches Museum, Museum für moderne Geschichte sowie das Geburtshaus vonMarin Držić.
Archäologisches Museum, Ethnografisches Museum, Kroatisches Museum für naive Kunst, Moderne Galerie Zagreb, Museum der Stadt Zagreb, Mimara-Museum mit Kunstwerken aus allen Epochen, Museum für Kunst und Handwerk, Naturwissenschaftliches Museum, Museum für moderne Kunst, Strossmayer-Galerie alter Meister, Technisches Museum
Holm Sundhaussen:Kroatien (Mittelalter, Neuzeit). In: Konrad Clewing, Holm Sundhaussen (Hrsg.):Lexikon zur Geschichte Südosteuropas. Böhlau, Wien u. a. 2016,ISBN 978-3-205-78667-2,S.543–547.
Mirjana Sanader (Hrsg.):Kroatien in der Antike (Zaberns Bildbände zur Archäologie). Phillip von Zabern, Mainz 2007,ISBN 978-3-8053-3740-3.
Klaus Peter Zeitler:Deutschlands Rolle bei der völkerrechtlichen Anerkennung der Republik Kroatien unter besonderer Berücksichtigung des deutschen Außenministers Genscher. Tectum, Marburg 2000,ISBN 3-8288-8184-X (DissertationUniversität Würzburg 2000, 354 Seiten, X Blätter, 21 cm).
Agičić et al.:Povijest i zemljopis Hrvatske (Die Geschichte und Geographie Kroatiens),priručnik za hrvatske manjinske škole (Handbuch für kroatische Ergänzungsschulen), Biblioteka Geographica Croatica, Zagreb 2000,ISBN 953-6235-40-4(kroatisch).
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