DieKrka (deutschKrainer Gurk), ein rechter Nebenfluss derSave, ist mit ca. 111 km der längste Fluss inDolenjska (Unterkrain) inSlowenien.
Erstmals schriftlich genannt wird der Fluss beiStrabon (63 v. Chr. – 19 n. Chr.) alsKorkóras. Der Name könnte sich vomindogermanischen Wortstamm *kūro- für 'kräftig, stark' ableiten.[2]
Der Fluss entspringt zwei von unterirdischen, gewaltig schäumendenKarstgewässern gespeisten Quellen in der Nähe des Dörfleins Gradiček, knappe zwei Kilometer nordwestlich vom gleichnamigen Wallfahrtsort Krka und ca. 10 km südlich vonIvančna Gorica gelegen. Im oberen Teil in südöstlicher Richtung an den Orten Lese, Marinča vas, Fužina, Zagradec undŽužemberk vorbei, überTuffsteinschwellen und Dämme fließend, durchdringt der Fluss malerische Schluchten. Etwa ab dem WeilerSoteska ändert die Krka – etwas behäbiger – ihren Lauf in nordöstlicher Richtung an den OrtenNovo mesto, Dolnje Kronovo, Dobrava,Kostanjevica na Krki und Krška vas entlang, um sich danach, nach etwa 1 km beiBrežice kurz vor derkroatischen Grenze in die Save zu ergießen.[3] In diesem unteren Verlauf ist der Fluss wesentlich breiter, besonders tief, und im Sommer so warm, dass beispielsweise im idyllischen Kostanjevica darin gebadet wird.
Von West nach Ost:Radešica,Sušica, Prečna, Težka voda, Radulja sowie einige weitere kleinere Zuflüsse.
Laut Untersuchungen des LaibacherJožef Štefan Institutes ist die Krka durch TBT (Tributylzinnhydrid) undQuecksilber belastet. Bei TBT übersteigen die Messwerte die zulässigen Grenzwerte um den Faktor 60. Laut Aussagen des Direktors Dušan Harlander vom zuständigen Gesundheitsamt in Novo mesto wurde die letzte „ernsthafte“ Untersuchung des Zustandes der Krka im Jahre 1990 durchgeführt.[4]
Im August des Jahres 2013 verendete inKostanjevica an der Krka eine große Anzahl vonMuscheln. Dabei war überwiegend die ArtUnio crassus (Bachmuschel) mit einer Größe von bis zu 10 cm betroffen. Die Ursachen für das Muschelsterben wurden nicht untersucht, weil das Umweltschutzamt (Zavod RS za varstvo narave) nicht die Mittel hat um bei akuten Vorfällen Untersuchungen bei Gewässern durchzuführen und die Gemeinde Konstanjevica nicht bereit war, für diese Untersuchungen aufzukommen. Somit weiß man nicht, ob Klimaveränderungen für das Sterben eine Rolle gespielt haben (hohe Temperaturen, niedriger Wasserstand, geringer Sauerstoffgehalt des Gewässers) oder ob daran eine lokale Wasserverschmutzung Schuld war. Muscheln reagieren empfindlicher auf Verschmutzungen als beispielsweise Fische, die leicht ihren Aufenthaltsort wechseln können. Der Fluss wird im Rahmen des regelmäßigen Monitorings an 13 Stellen kontrolliert: vonSoteska bis zu Grič beiBrežice. Die letzte Untersuchung in diesem Rahmen fand im Juli 2013 statt, damals war das Wasser in Ordnung.[5][6]
- Auf der Anhöhe über den Quellen stand einst die Burg Obergurk (Vrhkrka), urkundlich etwa 1323 als Stammsitz der Herren von Gurk erwähnt. Die Burg soll nach dem Erlöschen derGrafen von Cilli vonJan Vitovec geschleift worden sein.[7]
- Im OrtKrka steht die imposante Wallfahrtskirche, die den HeiligenCosmas und Damian geweiht ist. Die heutige Form erhielt die Kirche im Jahre 1757; sie ist das bedeutendste barocke Gebäude aus der Mitte des 18. Jahrhunderts in Dolenjska.[8]
- Der größere OrtŽužemberk ist der wirtschaftliche Mittelpunkt derSuha krajina (Dürre Mark). Als erste Besitzer der dortigen Burg, die im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde und nunmehr konserviert und restauriert wird, nennt Valvasor Hunel und Valjhun von Seisenberg, die 1311 dort residiert haben sollen.
- In der Umgebung von Žužemberk wurden einst beiderseits des Flusses mehrere Wassermühlen betrieben. In Prapreče, einem Vorort von Žužemberk, ist noch eine – nicht mehr betriebene, aber gut erhaltene – Mühle zu sehen, die im Privatbesitz der Familie Vehovec steht.
- Der Ort Dvor, ca. 5 km flussabwärts von Žužemberk gelegen, war einst ein bedeutendes Eisenindustriezentrum, als die Grafen vonAuersperg dort ein Eisenwerk und eine Eisengießerei errichteten. Davon sind nur noch Reste einesHochofens übergeblieben.
- Kostanjevica na Krki, auf einer Insel der Krka gelegen, deshalb auch das „Venedig von Unterkrain“ (Dolenjske Benetke) genannt – ist die älteste und zugleich die kleinste Stadt in der Dolenjska. Unweit der Stadt steht das vonBernhard von Spanheim im Jahre 1234 gegründetes ZisterzienserklosterKloster Kostanjevica (Landstrass). Im Jahre 1785 aufgehoben. Heute dient es als Ausstellungs- und MuseumskomplexForma viva.
- Am rechten Ufer des Flusses Ruine der Burg Stara Soteska (Alteinöd) – einst Stammsitz der Herren vonAinöd – Gefolgsleute derGrafen von Görz.
- Am linken Ufer des FlussesSoteska (Ainödt) – ein nach dem Jahre 1664 von Georg Siegmund von Gallenberg errichtetes Schloss. Letzte Besitzer waren die Fürsten vonAuersperg. Im Zweiten Weltkrieg erlitt das Gebäude schwerste Beschädigungen.[7]
- Novo mesto – gegründet im Jahre 1365 von Herzog Rudolf IV. von Österreich. Heute die größte Stadt in Unterkrain, gilt auch als Hauptstadt der Dolenjska. In der Kathedral- und Kapitelkirche ist das Altarbild des Hl. Nikolaus vonTintoretto zu sehen. In der Franziskanerkirche sind dreiEpitaphien, darunter auch das des Befehlshabers an der Kroatischen Grenze,Johann Freiherr von Lenković (slowenisch und kroatisch Ivan Lenković).
- Am rechten Ufer des FlussesSchloss Graben – einst Stammsitz derHerren von Graben.
- DasSchloss Otočec (deutsch: Wördl) – liegt ebenfalls auf einer Insel der Krka.Valvasor nennt als erste Besitzer die Herren von Wärth oder Werder: 1265 Ulrich, 1322 Valhun und 1372 Hainzel. Das Gebäude wurde im Zweiten Weltkrieg von den Partisanen niedergebrannt; nach dem Krieg wiederaufgebaut, dient es heute touristischen Zwecken.[7]
- Po Dolenjski. Bibliothek:Kleine touristische Monografien. Nr. 11, Zagreb 1974 (Titel deutsch: „Durchs Unterkrain“)
- Majda Smole:Graščine na nekdanjem Kranjskem. Ljubljana 1982 („Grundherrschaften im einstigen Krain“)
- ↑abcSlovene rivers, longer than 25 km, and their catchment areas. In: stat.si. Statistical Office, Government of Slovenia, 2002, abgerufen am 13. August 2023 (slowenisch, englisch).
- ↑Albrecht Greule:Deutsches Gewässernamenbuch. Walter de Gruyter, Berlin / Boston 2014,ISBN 978-3-11-057891-1,S. 198,„²Gurk“ (Auszug in der Google-Buchsuche).
- ↑Flussverlauf der Save (Slowenien) – Die Alpen. Abgerufen am 5. Juni 2023 (deutsch).
- ↑Tanja Jakše Gazvoda,Ribe v laboratoriju, preplah pa še v zraku, Dolenjske novice (Wochenbeilage von Dolenjski list), S. 1, 6. Oktober 2011
- ↑Andrej Hudoklin, Zavod RS za varstvo narave,Naša naravna dediščina-Pogin školjk v Krki (deutsch: „Unser Naturerbe: Das Verenden von Muscheln in der Krka“), Dolenjski list, 22. August 2013, S. 18
- ↑M. Luzar,Zakaj so umirale školjke v Krki? (deutsch: „Warum starben Muscheln in der Krka?“), Dolenjske Novice-tedenska priloga Dolenjskega lista, leto 9, št. 34, 22. August 2013, S. 1
- ↑abcIvan Stopar:Gradovi na Slovenskem, Ljubljana 1987,ISBN 86-361-0280-4 (‚Burgen in Slowenien‘)
- ↑Jože Gregorič:Sveti Kozma in Damjan - Krka na Dolenjskem. Ljubljana 1977 („Die Heiligen Cosmas und Damian - Gurk in der Unterkrain“)