| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
| Basisdaten | ||
| Koordinaten: | 50° 57′ N,13° 46′ O50.9513.766666666667257Koordinaten:50° 57′ N,13° 46′ O | |
| Bundesland: | Sachsen | |
| Landkreis: | Sächsische Schweiz-Osterzgebirge | |
| Höhe: | 257 m ü. NHN | |
| Fläche: | 28,92 km² | |
| Einwohner: | 4629 (31. Dez. 2024)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 160 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 01731 | |
| Vorwahl: | 035206 | |
| Kfz-Kennzeichen: | PIR, DW, FTL, SEB | |
| Gemeindeschlüssel: | 14 6 28 220 | |
| LOCODE: | DE KSC | |
| Gemeindegliederung: | 14 Ortsteile | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: | Dresdner Straße 10 01731 Kreischa | |
| Website: | www.kreischa.de | |
| Bürgermeister: | Frank Schöning | |
| Lage der Gemeinde Kreischa im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge | ||

Kreischa ist eineGemeinde imLandkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge inSachsen und ist südlich vonDresden im Tal desLockwitzbaches gelegen.
Zur Gemeinde gehören dieOrtsteile:
Auf Kreischaer Flur liegen die möglicherweise identischenWüstungenOlberndorf undPfütze. Olberndorf hatte Anteil an den Fluren vonRöhrsdorf,[2] Pfütze hatte neben Röhrsdorf auch an den Fluren von Wittgensdorf, Großborthen und Gombsen Anteil. DieRittergüter von Röhrsdorf undBorthen übten dieGrundherrschaft aus.[3]

Der Landschaftsraum von Kreischa gehört der nordöstlichen Abdachung des Erzgebirges an.[4] Die Gemeinde befindet sich imDöhlener Becken dessenRotliegend-Sedimente die Gneise des östlichen Erzgebirges von der Elbtalkreide trennen. Die Rotliegend-Schichten enthaltenSteinkohleflöze, die jedoch nach heutigen Maßstäben nicht lohnend abbaubar sind. In der Vergangenheit wurde jedoch, wenngleich in wesentlich geringerem Ausmaß als im benachbarten Freital, auch in der Gegend um Kreischa Steinkohlebergbau betrieben. Davon zeugen der ehemaligeCotta-Schacht zwischen Kleinkarsdorf und Quohren sowie derDippold-Schacht an der Hornschänke. In einigen alten Mauern des Kirchgrundstückes und am Lungkwitzer Gut sind rötliche, geschichteteSandsteine des Rotliegend verbaut worden, die in der Umgebung gebrochen wurden.
Bei Kreischa mündet das Quohrener Wasser, das die Hauptachse des Ortes bildet, in denLockwitzbach. Die Talungen, die diese beiden Gewässer ausgeräumt haben, werden zusammen mit dem flachwelligen Areal in der Umgebung von Kreischa als „Kreischaer Becken“ bezeichnet. Die südöstliche Grenze desBeckens wird von einem Höhenrücken nahe derKarsdorfer Verwerfungslinie mit demWilischberg (Basalt) gebildet. Das NaturdenkmalBabisnauer Pappel markiert in etwa den nördlichen Rand des Beckens. Das Kreischaer Becken wird durch den Lockwitzbach und seine Zuflüsse durch den Lockwitzgrund zurElbe hin entwässert.
Kreischa liegt mit seinemhumiden Klima in derkühl-gemäßigten Klimazone. Die Gemeinde befindet sich im Übergangsbereich zwischen dem feuchten atlantischen und dem trockenenKontinentalklima. Nach derKlimaklassifikation von Köppen-Geiger zählt Kreischa zumgemäßigten Ozeanklima (Cfb-Klima). Dabei bleibt die mittlere Lufttemperatur des wärmsten Monats unter 22 °C und die des kältesten Monats über −3 °C.
Die Niederschlagsmenge beträgt im durchschnittlichen Jahresmittel 610 mm, wobei ein Übergewicht im Sommer zu verzeichnen ist. Der Juli ist mit 80 mm der niederschlagreichste Monat. Im Februar fällt mit durchschnittlich 33 mm der wenigste Niederschlag. Über das gesamte Jahr ergibt sich einemittlere Temperatur von 8,3 °C. Der Juli ist mit durchschnittlich 17,7 °C, aus klimatologischer Sicht, der wärmste Monat im Jahresverlauf. Im Januar sind die niedrigsten Temperaturen mit durchschnittlich −1,4 °C zu verzeichnen.[5]
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Kreischa
Quelle:[5] | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Durch Kreischa führen diesächsischen Staatsstraßen 36 und183. Nächster Autobahnanschluss ist „Heidenau/Sa.“ an derBundesautobahn 17. Die nächste Bahnstation befindet sich mitDresden-Niedersedlitz im Netz derS-Bahn Dresden. Bis 1977 verband dieLockwitztalbahn Kreischa mit dem Bahnhof.Regionalverkehr Sächsische Schweiz-Osterzgebirge undDresdner Verkehrsbetriebe betreiben die gemeinsame Buslinie 86/386/162. Diese verbindet Kreischa im 20-Minuten-Takt mit dem S-Bahnhof Dresden-Dobritz und Prohlis. Die Linie 386 verläuft ab Kreischa nachGlashütte, die Linie 162 weiter nachFreital, während die Linie 86 in Kreischa endet.

Im Jahre 1282 fand sich die erste urkundliche Erwähnung des Ortes im Namen einesHeinricus de Kryschowe. Der Ortsname kann vonaltslawischen Wurzeln als „Dorf des Krummen, Lahmen“ interpretiert werden.
Das Dorf Kreischa bestand ursprünglich aus den Ortsteilen
Im Jahr 1378 gehörte der Ort zumcastrunm Dresden, um 1440 wohl an der Grenze derPflegeDohna und der Pflege Dresden. Im Jahr 1539 wurde die erste (lutherische) Kirchgemeinde in Kreischa erwähnt. Im Jahr 1547 ist die Grundherrschaft auf zwei Rittergüter Oberkreischa und Unterkreischa aufgeteilt. Von 1547 bis 1856 gehörte Oberkreischa (1620: „Gros Kreuscha“) zumAmt Dresden, das vormals dohnaische Unterkreischa („Klein Kreuscha“) sowie der zum RittergutZehista gehörige Grund zumAmt Pirna.Im Jahr 1834 erhielt der Ort Marktrechte. Im Jahr 1856 gehörte Kreischa zum Gerichtsamtsbezirk Dippoldiswalde und von 1875 bis 1952 zurAmtshauptmannschaft Dippoldiswalde.In dieser Zeit entwickelte sich der Ort zur Sommerfrische und zum Luftkurort vor den Toren Dresdens. Durch denLockwitzgrund wurde eine Überlandstraßenbahn, die „Lockwitztalbahn“, gebaut, die von 1904 bis 1977 in Betrieb war.
Im Jahre 1952 wurden Kreischa und die heutigen Ortsteile Teil desKreises Freital (späterLandkreis). Eingemeindet wurden 1973 die Gemeinden Gombsen, Kleincarsdorf, Lungkwitz, Quohren und Theisewitz.
Im Jahre 1994 wurden die GemeindenBärenklause-Kautzsch und Sobrigau eingemeindet und Kreischa wurde Teil des neugebildetenWeißeritzkreises. Im Jahre 2001 wurde die evangelische Kirchgemeinde Kreischa in das Kirchspiel Possendorf-Kreischa integriert. Im Jahre 2008 wurde die Gemeinde Kreischa Teil des neugebildeten Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge.
| Blasonierung: „Gespalten von Grün und Gold; im rechten Feld auf einen dreimal von Silber und Blau geteilten Wellenschildfuß ein aus der Spaltung hervorkommender silberner Fächer; im linken Feld eine schwarze, in Form eines linken Oberständers auslaufende, rechte Pfahlflanke links begleitet von einem schwarzen Pappelblatt.“[7] | |
| Wappenbegründung: Das Wasser (Wellenschildfuß) repräsentiert die fischreiche und landschaftsprägendeLockwitz, die Quelle (Fächer) den „Schlafbrunnen“, dessen Wasser heilende Wirkung besitzen soll. Weit über die Ortsgrenzen von Kreischa hinaus ist dieBabisnauer Pappel sichtbar, eine deutsche Schwarzpappel (es gibt nur zwei genetisch reine Schwarzpappeln im Dresdner Raum)‚ welche 1808 als Grenzbaum gepflanzt wurde. Die Fällung der Pappel wurde 1884 durch den Kauf des Gebirgsvereins verhindert. 1937 wurde sie unter Naturschutz gestellt. Die Darstellung des Baumes (als Deichsel) geht auf eine kabbalistische, altgermanische und astrologische Grundbedeutung zurück. Diese ist angelehnt an der des Wappens dervon Carlowitz (Rittergutbesitzer und Adelsgeschlecht), dessen Farben Schwarz auf silbernem Grund sind. Die Farben schwarz-golden stehen für die Nähe zu Dresden und grün-silbern spiegeln die Sachsenfarben wider.[8] |
| Jahr | Einwohnerzahl[9] |
|---|---|
| 1547 | 33besessene Mann, 11Gärtner |
| 1764 | 10 besessene Mann, 16 Gärtner, 57Häusler |
| 1834 | 0872 |
| 1871 | 1410 |
| 1890 | 1708 |
| 1910 | 2079 |
| 1925 | 2154 |
| 1939 | 2165 |
| 1946 | 2659 |
| 1950 | 2687 |
| 1964 | 2210 |
| Jahr | Einwohner[10] |
|---|---|
| 1990 | 3199 |
| 1995 | 3755 |
| 2000 | 4433 |
| 2005 | 4478 |
| 2010 | 4418 |
| 2015 | 4509 |
| 2020 | 4533 |

Seit derGemeinderatswahl am 9. Juni 2024 verteilen sich die 16 Sitze des Gemeinderates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:
| Liste | 2024[11] | 2019[12] | 2014[13] | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Sitze | in % | Sitze | in % | Sitze | in % | |
| Freie Bürgerbewegung Kreischa e. V. | 9 | 53,1 | 9 | 53,7 | 11 | 54,6 |
| AfD | 5 | 35,5 | 5 | 28,8 | – | – |
| CDU | 1 | 5,8 | 1 | 10,3 | 05 | 27,8 |
| Linke | 1 | 5,7 | 1 | 7,2 | 01 | 14,1 |
| FDP | – | – | – | – | – | 3,6 |
| Wahlbeteiligung | 75,6 % | 75,2 % | 58,5 % | |||
Bürgermeister Frank Schöning wurde am 12. Juni 2022 mit 94,2 % der Stimmen wiedergewählt.
| Wahl | Bürgermeister | Vorschlag | Wahlergebnis (in %) |
|---|---|---|---|
| 2022 | Frank Schöning | FBK | 94,2 |
| 2015 | 96,6 | ||
| 2008 | 82,2 | ||
| 2001 | 63,5 | ||
| 1994 | Günther Schmidt | FBV e. V. | 73,8 |
Kreischa pflegt partnerschaftliche Beziehungen zu


Größter Arbeitgeber am Ort ist dieKlinik Bavaria. Von überregionaler Bekanntheit ist zudem dasInstitut für Dopinganalytik und Sportbiochemie, einWADA-anerkanntesDopingkontrolllabor, das aus demZentralinstitut mit Rehabilitationszentrum und Dopingkontrolllabor (siehe auch:Sportmedizinischer Dienst der DDR) hervorgegangen ist.
Die Kreischaer Parkanlage im Umfeld des historischen Herrenhauses, dem heutigen Rathaus, wurde von Gräfin Fredericke von Reinhold zwischen 1786 und 1825 angelegt.[15] Es befinden sich unter anderem zwei Büsten im Kurpark: dieRobert-Schumann-Büste wurde 1997 durch denKunst- und Kulturverein „Robert Schumann“ Kreischa e. V. errichtet, diePeter-Schreier-Büste aus Bronze von BildhauerHans Kazzer.
Weltbekannt wurde Kreischa durch sein 1992 gegründetesInstitut fürDopinganalytik und Sportchemie Kreischa.Bereits während derDDR war Kreischa nationales Zentrum für Sportchemie. 1990 wird die Rechtsträgerschaft auf die Gemeinde Kreischa übertragen. Mit Inkrafttreten des deutschen Einigungsvertrages wurde der Sportmedizinische Dienst aufgelöst. Am 4. Oktober 1990 ging auf Beschluss der Gemeindevertretung das Zentralinstitut in dieKlinik Bavaria über.
Das Institut firmiert nach Neuorientierung[16] wieder als Dopingkontrolllabor,An-Institut derTU Dresden und akkreditiertes Dopingkontrolllabor derWADA. Institutsdirektor ist Detlef Thieme.