Kreisamt Freiberg
DasKreisamt Freiberg war eine imErzgebirgischen Kreis gelegene territoriale Verwaltungseinheit desKurfürstentums Sachsen.
Bis zum Ende dersächsischen Ämterverfassung im Jahr 1856 bildete es den räumlichen Bezugspunkt für die Einforderung landesherrlicher Abgaben undFrondienste, fürPolizei, Rechtsprechung undHeeresfolge.
Geographische Ausdehnung
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]Das Gebiet desKreisamts Freiberg liegt zwischen mittlerem und östlichemErzgebirge und dessen Vorland. Durch das Amtsgebiet führen unter anderem die Alte Dresden-Chemnitz-Zwickau-Hofer Poststraße und dieAlte Freiberg-Teplitzer Poststraße als wichtige Verkehrsachsen.
Geschichte
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]Die Region umFreiberg lag bis zur Mitte des 12. Jahrhunderts in einemUrwald, der sich über denErzgebirgskamm bis nachNordböhmen erstreckte. Zwischen 1156 und 1162 wurde unter MarkgrafOtto dem Reichen mit der Rodung des Waldes begonnen und es wurdenWaldhufendörfer angelegt. Als um 1168/70 reiche silberhaltige Bleierze entdeckt wurden, entstand innerhalb weniger Jahre Freiberg. Diese Bergstadt entwickelte sich im Laufe der Herausbildung der mittelalterlichen Ämterverfassung in derMarkgrafschaft Meißen zum Verwaltungsmittelpunkt des Kreisamtes Freiberg. 1221 ist erstmals ein Vogt des Markgrafen von Meißen in Freiberg nachweisbar.
Im 15. Jahrhundert hatte Freiberg zwar wegen der Abwanderung vonKapital seine führende wirtschaftliche Stellung innerhalb Sachsens anLeipzig verloren, es konnte jedoch seine Stellung als Mittelzentrum behaupten und gilt bei Heimatforschern als dieMutter der sächsischenBergstädte.
Im Zeitraum von 1787 bis 1828 erfolgte die Verwaltung desAmtes Grillenburg von der Bergstadt Freiberg aus. Wie überall im Kurfürstentum Sachsen bildeten sich Justiz- und Rentamt ab ca. 1784 als getrennte Ressorts heraus. 1831 entstanden daraus zwei selbständige Behörden.[1] Das Justizamt Freiberg wurde 1854 und das Rentamt Freiberg 1865 endgültig aufgelöst.
Zugehörige Orte
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]Hauptort des Amtes war die namensgebende und größte Stadt des Amtsgebietes,Freiberg. Daneben gab es mehrere Amtsdörfer und Rittergutsherrschaften.
Amtleute
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]- Michael von Schleinitz, von 1549 bis 1553
- Asmus Seiffart, 1556 Amtmann
- Michael Kronberger der Ältere, bis 1582 Amtsschösser
- Michael Kronberger der Jüngere († 1603), 1581–1591 Amtsschösser
- Caspar Rudolph von Schönberg (1572–1628), Amtshauptmann
- Matthias Alber (1603–1663), Amtmann
Literatur
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]- Karlheinz Blaschke,Uwe Ulrich Jäschke:Kursächsischer Ämteratlas 1790. Verlag Klaus Gumnior, Chemnitz 2009,ISBN 978-3-937386-14-0.
- Hans Beschorner:Das sächsische Amt Freiberg um die Mitte des 15. Jahrhunderts, in:Leipziger Studien aus dem Gebiete der Geschichte 4, Leipzig 1897
Quellen
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]Weblinks
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]- Ämterverzeichnis – das Kreisamt Freiberg im historischen Ortsverzeichnis von Sachsen.
Einzelnachweise
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]- ↑Albert Schiffner:Handbuch der Geographie, Statistik und Topographie des Königreiches Sachsen, Zwickau 1840.