Konfrontasi

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Konfrontasi

Malaysia
Datum19631966
OrtMalaysia
Casus BelliGründung Malaysias
AusgangStatus quo ante
Konfliktparteien

Indonesien Indonesien

Malaysia Malaysia
Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich
Australien Australien
Neuseeland Neuseeland

Befehlshaber

IndonesienSukarno
IndonesienOmar Dani
IndonesienMaraden Panggabean

MalaysiaAbdul Rahman
Vereinigtes KonigreichVereinigtes KönigreichWalter Walker

Verluste

590 Tote[1]

114 Tote[1]

DieKonfrontasi (indonesisch/malaysisch fürKonfrontation) war ein Konflikt zwischenIndonesien undMalaysia, der von 1963 bis 1966 dauerte. Auslöser des Konfliktes war die Gründung des Staates Malaysia im Jahr 1963, welche vom damaligen indonesischen PräsidentenSukarno nicht hingenommen wurde. Demgegenüber standen die Staaten desCommonwealth, insbesondere dasVereinigte Königreich,Australien undNeuseeland unter Berufung auf dasAnglo-Malayan Defence Agreement dem jungen Staat Malaysia militärisch bei. Das Ende der Konfrontasi kam 1966, als nach demMassaker in Indonesien 1965–1966Suharto nach und nach de facto die Macht in Indonesien übernahm.

Inhaltsverzeichnis

Hintergrund

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Indonesien war unter dem NamenNiederländisch-Indien seit dem Jahr 1800 eine Kolonie derNiederlande. Die Gebiete Malaysias sowie das SultanatBrunei dagegen waren in unterschiedlicher Form Teil desbritischen Empire. Während desZweiten Weltkrieges wurden sowohl die niederländischen als auch die britischen Besitzungen vomJapanischen Kaiserreich besetzt.

In der nach dem Ende des Krieges einsetzenden Staatsbildungsphase erklärte Indonesien bereits 1945 seine Unabhängigkeit, musste diese jedoch 1947/48 imNiederländisch-Indonesischen Krieg gewaltsam gegen die auf eine Rückkehr zum Kolonialverhältnis bestehenden Niederlande verteidigen. Großbritannien dagegen gab seinen Kolonialanspruch freiwillig auf. Ein erster Schritt war am 31. August 1957 die Unabhängigkeitserklärung derFöderation Malaya.[2] Die drei auf Borneo gelegenen GebieteSarawak,Sabah und Brunei sowie die an der Südspitze der malaiischen Halbinsel gelegene InselstadtSingapur blieben zunächst in britischer Hand, jedoch wurde ihre Vereinigung mit der Föderation Malaya bereits in Betracht gezogen.[3] Ein offizieller Vorschlag für dieses Unterfangen wurde am 27. Mai 1962 öffentlich gemacht.[4]

Sukarno, der Präsident Indonesiens, signalisierte zunächst durchaus Unterstützung für dieses Vorhaben, sein AußenministerSubandrio verkündete im Oktober 1962, Indonesien habe keinerlei territoriale Ansprüche auf die britischen Teile Borneos.[5][6][7][8]

Putsch in Brunei

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Am 8. Dezember 1962 kam es in Brunei zu einemPutschversuch. Eine etwa 4.000 Mann starkeMiliz griff Polizei- und Militärstationen in Brunei an und versuchte, das seit 1959 existierende Parlament Bruneis zu stürmen sowie zum Sultan von Brunei vorzudringen. Ihr Vorhaben war, den Sultan davon zu überzeugen, die drei auf Borneo gelegenen Gebiete nicht als Einzelstaaten in die Föderation Malaysia zu integrieren, sondern einen gemeinsamen StaatNordborneo zu bilden, um sich so vor einer politischen Dominanz durch die malaiische Halbinsel zu schützen. Sie griffen auch Polizeistationen in Sarawak und Sabah an. Diebritische Armee entsandte Einheiten aus Singapur, welche die Miliz bis zum 17. Dezember zurückschlugen. Die Einstellung Indonesiens zu Malaysia änderte sich nach diesem Putschversuch schlagartig. Aus noch nicht vollständig geklärten Gründen lehnte Indonesien die Bildung Malaysias nun kategorisch ab.[9] Auch für Brunei hatte dieses Ereignis nachhaltige Folgen, da es sich nun endgültig entschied, weder einem Zusammenschluss mit der Föderation Malaya noch der Bildung eines Staates Nordborneo zuzustimmen, sondern als autonomes Protektorat weiterhin unter britischer Oberherrschaft zu verbleiben.[10]

Beginn der Konfrontation

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Außenminister Subandrio

Im Januar 1963 erklärte der indonesische AußenministerSubandrio offiziell die indonesische Ablehnung des Staates Malaysias.[6][7] Würde Malaysia gegründet werden, so werde sein Land eine Politik der Konfrontation betreiben. Von diesem Ausspruch leitet sich der Name des Konfliktes ab. Präsident Sukarno äußerte später im Jahr, er werde Malaysia"roh hinunterschlingen" (Ganyang Malaysia).[1]

Die indonesische Regierung entsandte im Januar 1963 Truppen in den indonesischen Teil Borneos, um Zivilisten militärisch zu schulen. Bei diesen Zivilisten handelte es sich teilweise um die Überreste der Putschistenmiliz aus Brunei, größtenteils jedoch um ethnische Chinesen aus Sarawak und Sabah, die aufgrund ihrer kommunistischen Geisteshaltung vor den Briten über die Grenze nach Indonesien geflohen waren. Die ersten 300 Milizen wurden von der indonesischen Eliteeinheit RPKAD, dem späterenKopassus, ausgebildet und begannen ab Mitte April 1963 mit regelmäßigen Grenzüberschreitungen und Angriffen auf malaysische und britische Positionen. Die erste Operation war ein Angriff auf eine Polizeistation im Süden Sarawaks, bei dem ein britischer Soldat getötet wurde. Den größten Erfolg hatte die Milizengruppe im September 1963, unmittelbar vor der Gründung Malaysias, als bei einem Angriff auf einen britischen Außenposten im zentralen Sarawak fünf britische Soldaten getötet wurden. Auf die Bildung Malaysias hatten diese sehr punktuellen Aktionen jedoch nur geringe Auswirkungen und konnten nicht verhindern, dass am 16. September 1963 offiziell die Gründung des Staates Malaysias bekannt gegeben wurde. Am Tag darauf kappte Malaysia alle diplomatischen Beziehungen zu Indonesien.[11]

Verlauf

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Sukarno

Nach der Gründung Malaysias erhöhte Indonesien die Intensität seiner Aktionen. Einheiten der indonesischen Marineinfanterie wurden an die Grenze zu Sabah verlegt, wo sie gemeinsam mit den ehemaligen Putschisten aus Brunei operierten, während das indonesische Heer Angriffe auf Sarawak übernahm. Die Operationen waren von unterschiedlichem Erfolg, nahmen jedoch nie eine Dimension an, die die Existenz Malaysias ernsthaft gefährdete.[12]

Auf Drohungen der USA, Indonesien mit wirtschaftlichen Sanktionen zu bestrafen, sollte es seine Angriffe auf Malaysia nicht einstellen, reagierte Sukarno nicht, stattdessen ordnete er eine Intensivierung der Konfrontation an.[1] Australien und Neuseeland entsandten Truppen nach Malaysia. Kleine Gruppen des indonesischen Militärs drangen immer wieder auf malaysisches Territorium ein und lieferten sich Gefechte mit Truppen des Commonwealth. Ein Höhepunkt der Konfrontation war eine Reihe von Kampfabsprüngen indonesischer Fallschirmjäger im malaysischen BundesstaatJohor von August bis Oktober 1964, welche den Konflikt von Borneo auf die malaiische Halbinsel überspringen ließen. Im Dezember 1964 lieferte sich ein australischesMinenräumboot vor der Küste Singapurs einen Schusswechsel mit einem indonesischen Kriegsschiff.[13]

Ende

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Suharto

Das Ende der Konfrontation kam mit innenpolitischen Entwicklungen in Indonesien, die wenig mit dem Konflikt mit Malaysia zu tun hatten. Im September 1965 fand inJakarta einPutschversuch gegen Sukarno statt, der zwar scheiterte, jedoch mittelfristig für Sukarnos Sturz sorgte. Suharto, General desindonesischen Militärs, hatte den Putsch niedergeschlagen und sich dabei gleichzeitig soviel Einfluss gesichert, dass er Sukarno aus dem Amt vertreiben und selbst Präsident Indonesiens werden konnte.

Die Konfrontation war von diesen Entwicklungen zunächst wenig betroffen, so arbeitete das Militär hier nach wie vor mit kommunistischen Chinesen zusammen, während es im Rest des Landes gerade zu einem politisch motiviertenVölkermord an den Chinesen Indonesiens kam. Da Suharto allerdings der Meinung war, der Konflikt mit Malaysia böte wenige Vorteile für Indonesien, arbeitete er auf ein Ende der Konfrontasi hin. Bereits seit Mai 1966 fanden heimliche Friedensgespräche zwischen dem Commonwealth und Indonesien statt, ein endgültiger Friedensvertrag wurde von indonesischen und malaysischen Delegierten am 11. August 1966 inJakarta unterzeichnet.[14]

Siehe auch

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Literatur

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  • Harold James, Denis Sheil-Small:The Undeclared War. The Story of the Indonesian Confrontation, 1962–1966. Rowman and Littlefield, Totowa NJ 1971,ISBN 0-85052-080-0.
  • Nick van der Bijl:Confrontation. The War with Indonesia. 1962–1966. Pen & Sword Books Military, Barnsley 2007,ISBN 978-1-8441-5595-8.

Weblinks

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Commons: Konfrontasi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. abcdAustralian involvement in Southeast Asian conflicts. Confrontation – Causes and Description (Memento desOriginals vom 9. November 2009 imInternet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäßAnleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/se-asia.commemoration.gov.au
  2. The UK Statute Law Database:Federation of Malaya Independence Act 1957 (c. 60)
  3. No.10760: Agreement relating to Malaysia. (pdf) In: United Nations Treaty Collection. United Nations, Juli 1963, archiviert vom Original am 14. August 2011; abgerufen am 29. Juli 2010. 
  4. Ken Conboy:Kopassus. Inside Indonesia's Special Forces. Equinox Publishing, Jakarta 2003,ISBN 979-958988-6, S. 92.
  5. Conboy (2003):Kopassus, S. 93.
  6. abUnited Nations Treaty Series Nr. 8029, Manila Accord between Philippines, Federation of Malaya and Indonesia (31 JULY 1963) (Memento vom 11. Januar 2012 imInternet Archive)
  7. abUnited Nations Treaty Series Nr. 8809, Agreement relating to the implementation of the Manila Accord (Memento vom 28. Juli 2011 imInternet Archive)
  8. Ken Conboy:Kopassus. Inside Indonesia's Special Forces. Equinox Publishing, Jakarta 2003,ISBN 979-958988-6, S. 93.
  9. Ken Conboy:Kopassus. Inside Indonesia's Special Forces. Equinox Publishing, Jakarta 2003,ISBN 979-958988-6, S. 93–94.
  10. History of Malaysia: 1963-2000. Helicon Publishing Ltd, 2000, archiviert vom Original am 29. August 2010; abgerufen am 2. Juni 2018 (englisch, Originalwebseite nicht mehr verfügbar). 
  11. Ken Conboy:Kopassus. Inside Indonesia's Special Forces. Equinox Publishing, Jakarta 2003,ISBN 979-958988-6, S. 94–95.
  12. Ken Conboy:Kopassus. Inside Indonesia's Special Forces. Equinox Publishing, Jakarta 2003,ISBN 979-958988-6, S. 96 ff.
  13. The Indonesian Confrontation (Konfrontasi) (1963-1966): Australia's Involvement. In: Australian involvement in South-East Asian Conflicts. Department of Veterans' Affairs, 2009, archiviert vom Original am 24. Oktober 2009; abgerufen am 2. Juni 2018 (englisch, Originalwebseite nicht mehr verfügbar). 
  14. Ken Conboy:Kopassus. Inside Indonesia's Special Forces. Equinox Publishing, Jakarta 2003,ISBN 979-958988-6, S. 160–161.
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