Der historische Stadtkern liegt westlich desMains, die Ortsteile Etwashausen und Siedlung sowie die meisten Industriegebiete liegen dagegen östlich. Im Norden erstreckt sich der sogenannteKlosterforst als einer der größeren Wälder im Vorland des Steigerwaldes und dasGültholz als Bürgerwald. Kitzingen ist eine Brückenstadt und hat heute vier Straßenbrücken und eine Eisenbahnbrücke über den Main, was für eine Stadt dieser Größenordnung außerordentlich selten ist und die verkehrstechnische Bedeutung der Stadt widerspiegelt. Die Brücken von Nord nach Süd: Nordbrücke,Alte Mainbrücke, Konrad-Adenauer-Brücke, Eisenbahnbrücke, Südbrücke. Neben der Altstadt entstand im ausgehenden 19. Jahrhundert in der Nähe des Bahnhofs das sogenannteMühlberggebiet als dritter historischer Siedlungskern neben Bürgerstadt und Kloster. Die Stadt bildet gemäß bayerischem Landesentwicklungsprogramm einMittelzentrum für die umliegenden Gemeinden.[3]
Das Stadtgebiet mit allen Siedlungen misst etwa fünf Kilometer von Westen nach Osten und drei Kilometer von Norden nach Süden.
Es gibt auf dem Gemeindegebiet dieGemarkungen Hoheim, Hohenfeld, Kitzingen,Klosterforst, Repperndorf und Sickershausen.[6] Die Gemarkung Kitzingen hat eine Fläche von 24,350 km². Sie ist in 8865Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 2746,80 m² haben.[7] In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die GemeindeteileEheriedermühle,Etwashausen undSiedlung.[8]
Kitzingen liegt in der Maingauklimazone, dem trockensten Gebiet Bayerns, das hier zusammen mit den Muschelkalkböden den Weinbau besonders begünstigt und so in der Vergangenheit auch zum Wohlstand der Stadt beigetragen hat.
Die mittlere Jahresdurchschnittstemperatur derDWD-Wetterstation Kitzingen (Stations-ID 2600) betrug für die noch gültigeKlima-Referenzperiode von 1961–1990 9,2 °C, der mittlere Jahresniederschlag lag in diesem Zeitraum bei 591 mm. Nach der aktuelleren Klima-Referenzperiode 1991–2020 ist die mittlere Jahresdurchschnittstemperatur an der Kitzinger Wetterstation auf 10,3 °C angestiegen, während sich der mittlere Jahresniederschlag mit 592 mm kaum verändert hat. Allerdings haben sich die Niederschläge teilweise von den Sommermonaten in die Wintermonate verlagert. Zudem hat der Juli den Juni als niederschlagsreichsten Monat abgelöst. Im Juli fällt in Kitzingen mehr als doppelt so viel Niederschlag wie im trockensten Monat April.[9]
Am 5. Juli 2015 und 7. August 2015 wurde an der DWD-Wetterstation Kitzingen, die sich auf 193 m ü. NN befindet, jeweils mit 40,3 °C die höchste bis dahin seit Beginn der flächendeckenden Wetteraufzeichnung im Jahr 1881 in Deutschland gemessene Temperatur erreicht.[10][11] Dieser Rekordwert wurde am 24. Juli 2019 imnordrhein-westfälischenGeilenkirchen mit einer Temperatur von 40,5 °C übertroffen.[12]
Die Geschichte der Stadt Kitzingen, welche zumIpfgau gehörte, beginnt um etwa 745 mit der Gründung eines Frauenklosters durchHadeloga (oder Adeloga oder Hadla), nach der Sage eine Tochter des fränkischen HausmeiersKarl Martell. Als sie eines Sommertages auf der Terrasse des Schlosses ihres Bruders KönigPippin III. der Jüngere(Pippin der Kurze) auf demSchwanberg stand und in dasMaintal zu ihren Füßen schaute, war sie so angetan von der Lieblichkeit der Landschaft, dass sie beschloss, ein Kloster zu gründen. Sie übergab ihren Schleier (laut anderen Quellen: ihren Handschuh) dem Wind, der ihn nach Westen ins Tal trug. Da, wo der Schleier zu Boden fiel, wollte sie das Kloster errichten. Der Schäfer Kitz fand den Schleier am westlichen Strand des Mains an einem Weinstock hängend. Dort wurde das Kloster erbaut. Zu Ehren des Schäfers wurde esKitzingen genannt. So weit die Sage.[13]
Als zeitlich früheste Beurkundung des Klosters Kitzingen ist in der Lebensbeschreibung des ersten Fuldaer AbtesSturmius in dervita sturmi unterapud Kizinga monasterium das Jahr 748 angegeben, mit Hadeloga als dessen Äbtissin. Vermutlich wurde das Kloster durch denHl. Bonifatius geweiht. Dass das Kloster einige Jahre vorher gebaut worden war, ist anzunehmen. Die Stadt Kitzingen feiert das Jahr 745 als das Gründungsjahr der Stadt und Hadeloga als Gründerin.[14]
Allerdings stammte Hadeloga wohl nicht aus dem Königsgeschlecht derKarolinger. In keiner der Ahnentafeln der Karolinger ist ihr Name zu finden. Und 745 gab es weder Schloss noch Burg auf dem Schwanberg, von dem sie ihren Schleier hätte werfen können. Auch die inZedlers Großem Universallexikon von 1732 angegebene (H)Adeloga oder Adelheid, Tochter Pippins III., ist als Klostergründerin auszuschließen, da Adelheid erst 746 geboren wurde. Sie war wohl eher die Nachfolgerin der ersten Äbtissin.
Heute wird angenommen, dass Hadeloga aus dem einflussreichen Adelsgeschlecht derMattonen stammte. Dass das Kloster den Rang einerReichsabtei hatte, unterstreicht die Bedeutung dieses Geschlechtes.
Entwicklung der Stadt im Hoch- und Spätmittelalter
Stadtansicht von Kitzingen 1656 aus der Topographia Franconiae von Matthäus Merian
1040 wurde erstmals eine Siedlung („villa“) um das Kloster erwähnt. Vom 11. bis zum 15. Jahrhundert entwickelte sich Kitzingen nach und nach zur Stadt (das genaue Datum der Stadtrechtverleihung ist nicht bekannt) und konnte sich schrittweise von der Abhängigkeit gegenüber dem Kloster loslösen. Dabei wechselte der Ort mehrfach den Besitzer (Grafen vonHohenlohe,Hochstift Würzburg, Markgrafen vonBrandenburg-Ansbach).
Am 8. August 1266, dem Festtag desHeiligen Cyriakus, fand im Süden von Kitzingen zwischen der Stadt und Sulzfeld am Main die sogenannte Cyriakus-Schlacht statt. Vorausgegangen war ein Konflikt im WürzburgerDomkapitel nach dem Tod des BischofsIring von Reinstein-Homburg. Eine Minderheit stand dem KandidatenBerthold von Henneberg nahe, während die Mehrheit der DomherrenPoppo von Trimberg zum neuen Bischof machen wollte. Schließlich wurde der Streit kriegerisch ausgetragen.
Die Cyriakusschlacht in der Fries-Chronik des 16. Jahrhunderts
Die Grafen von Henneberg und ihre Verbündeten, die Grafen zuCastell, planten am Morgen des 8. August die Überquerung des Maines bei Kitzingen, um auf die Hochfläche bei Repperndorf vorstoßen zu können. Die Stadt Kitzingen selbst war in den Händen der Herren vonHohenlohe, die aufseiten der Würzburger standen. Also setzte man weiter südlich bei Sulzfeld über. Hier erwarteten die Würzburger Bürgertruppen die Henneberger und drängten sie zurück. Die Schlacht entschied die Auseinandersetzung im Domkapitel dennoch nicht.
1280 wird Kitzingen urkundlich als „oppidum“ bezeichnet, was so viel wie Marktflecken bedeutet. 1390 erfolgte die erste Erwähnung eines mittelalterlichenLeprosoriums („Sondersiechenhaus“), das dem Heiligen Nikolaus geweiht war und noch im 19. Jahrhundert, zeitweise als eigenständiger Ortsteil, bestand.[15] Dieses lag vor den Toren Etwashausens, etwa dort, wo sich heute die östliche Auffahrt der Konrad-Adenauer-Brücke befindet. Untertägige Reste sind als Bodendenkmal erhalten. →siehe auch:Siechenhaus (Kitzingen)
Im 13. und 14. Jahrhundert wurde die Stadt erstmals mit einem rechteckigen, turmbewehrten Mauerring umgeben, dessen auffälligstes Relikt der Marktturm ist. In diese Befestigung war auch der Bau einer steinernen Mainbrücke einbezogen, die im Jahr 1300 in einer hohenlohischen Urkunde erstmals erwähnt wurde. Im 15. Jahrhundert, als die Stadt über diese erste Befestigung hinausgewachsen war, umwallte man sie mit einer zweiten Stadtmauer mit insgesamt 30 Wehrtürmen, diesmal in Form eines gleichseitigen Dreiecks, wobei die Mainfront die Ostseite bildete. Auch die Vorstadt Etwashausen erhielt im Zuge dessen eine Ortsbefestigung.[16] Insgesamt fünf Tore ermöglichten den Zugang zur Stadt, von denen das Faltertor (Errichtung 1469–1496) mit dem Falterturm das aufwändigste war. Innerhalb dieser Umwallung sollte die Stadt bis ins 19. Jahrhundert hinein verbleiben.
Im Jahre 1482 versammelten sich in Kitzingen dieAbgesandten derfränkischen Fürsten, der Bischöfe vonWürzburg undBamberg, des KurfürstenAlbrecht Achilles vonBrandenburg und der FreienReichsstadtNürnberg. Das Ziel war, der weit verbreitetenWeinpanscherei einen Riegel vorzuschieben. Das am 29. September des gleichen Jahres beschlossene Gesetz legte fest, was imWein enthalten sein durfte und was nicht. Zuwiderhandlungen wurden bestraft. Wenn etwa gepanschter Wein entdeckt wurde, wurden dieFässer zerstört und eineBuße verhängt. Das Gesetz, bekannt als dasKitzinger Weingesetz von 1482 oder auch als das1. Fränkische Weingesetz, galt seinerzeit vom Bodensee bis Sachsen und machte Kitzingen weithin bekannt.
1487 wurde die katholischen Pfarrkirche St. Johannes d. Täufer geweiht (Jahreszahl an Empore und Seiteneingang), sie unterstand zwar dem Kloster, war jedoch die Bürgerkirche der Stadt, was auch durch ihre Lage in der Nähe des Marktplatzes unterstrichen wird.
Seit 1443 stand die Stadt unter der Herrschaft der fränkischenHohenzollern, die seit 1515 vonKasimir,Markgraf von Brandenburg-Kulmbach, ausgeübt wurde. Auch dasKloster Kitzingen hatte Rechte in der Stadt – so erhob es unter anderem denBrückenzoll, stellte die Bau- und Marktpolizei und betrieb dieMainmühle. Viele Bürger mussten an das Kloster Abgaben für Häuser, Äcker oder Weinberge zahlen. Weiterhin verweigerte es den Bürgern den Bau eines eigenenRathauses. Der Widerwillen gegen die Obrigkeit nahm mit der Zeit mehr und mehr zu und schlug schließlich in Hass um.
In der Hoffnung, ihre Lage verbessern zu können, schlossen sich die Bürger 1525 den aufständischen Bauern an. Mit mehrerenFähnlein und Geschützen unterstützten sie die Bauern. In der Stadt selbst wurde das Kloster verwüstet. Nach der Niederlage der fränkischen Bauern ließ Markgraf Kasimir, dessen Grausamkeiten ihm den BeinamenBluthund eingebracht hatten, ein furchtbares Strafgericht über die Stadt ergehen. Im heutigen Leidenhof ließ er 58 Männer, die als Rädelsführer galten, blenden und aus der Stadt jagen. Diese Tat wurde schon von Zeitgenossen als Ungeheuerlichkeit empfunden[17] und gilt als schauerlichste Bluttat des ganzen Bauernkrieges.[18] Dazu musste die Stadt 13.000Gulden als Strafe zahlen, damals eine erdrückend hohe Summe Geld.
Bereits 1530 wurde Kitzingen, das 1443 vomHochstift Würzburg an dasMarkgrafentum Brandenburg-Ansbach für 39.100 Gulden verpfändet worden war, protestantisch, als im gesamten Markgrafentum die lutherische Konfession eingeführt wird. Damit begann für Kitzingen eine Blütezeit, besonders im Bereich der Bildung und des Schulwesens. Der berühmteste Sohn der Stadt, der 1511 in der Faltergasse (der heutigen Falterstraße) geborene spätere ReformatorPaul Eber, sollte schließlich zu einer der einflussreichsten Persönlichkeiten der Reformation aufsteigen. 1544 wurde das Benediktinerinnenkloster, welches bereits 1487 von einem verheerenden Brand heimgesucht und nur notdürftig instand gesetzt worden war, von MarkgrafGeorg Friedrich I. aufgelöst und in ein adeliges Damenstift umgewandelt. Durch den Wegfall der klösterlichen Privilegien und die neu gewonnene Freiheit der städtischen Siedlung, war es den Kitzingern nun auch möglich, ein eigenes Rathaus zu bauen. 1561–1563 erfolgte dessen Errichtung im Stil derRenaissance.
Kitzingen im Jahr 1628 – detailgetreue Stadtansicht von Georg Martin aus der Vogelperspektive. Innere und äußere Stadtmauer sind gut zu erkennen
1629 kam es zur Pfandablösung durch das Hochstift Würzburg und damit verbunden zurRekatholisierung; das „evangelische Jahrhundert“ Kitzingens endete abrupt. 1000 Bürger sowie 20 Ratsherren der Stadt, die dem Protestantismus nicht abschwören wollten, mussten die Stadt verlassen. Während desDreißigjährigen Krieges geriet Kitzingen unter schwedischer Besatzung zwischen 1631 und 1634 kurzzeitig wieder unter protestantische Herrschaft. KönigGustav-Adolf von Schweden verbrachte sogar nachweislich eine Nacht in einem noch bestehenden Haus in der Vorstadt Etwashausen. Im Jahr 1650 wurde der Konfessionsstreit schließlich durch den Würzburger FürstbischofJohann Philipp I. von Schönborn beendet, indem er den zurückgekehrten Kitzinger Protestanten in einem Gnadenerlass die Glaubensfreiheit gewährte. Daraufhin konnte sich bald wieder eine evangelische Gemeinde etablieren. Als Zeichen der Wiederbelebung klösterlichen Lebens in Kitzingen und als Sinnbild für die nun wieder dominierende katholische Konfession wurde von 1695 bis 1699 an der Stelle des untergegangenen und inzwischen verfallenen Benediktinerinnenklosters dasUrsulinenkloster Kitzingen mit der zugehörigen Klosterkirche errichtet. Erst 1754 konnte mit der Michaelskirche in Etwashausen die erste evangelische Pfarrkirche in Kitzingen geweiht werden. Etwa zur gleichen Zeit wurde 1741–1745 die katholischeKreuzkapelle wie ihr protestantisches Gegenstück durchBalthasar Neumann erbaut. Mit dem Bau beider Kirchen in unmittelbarer Nachbarschaft wurde ein Zeichen des Ausgleichs zwischen den Konfessionen gesetzt. Während derFranzösischen Revolutionskriege ab 1792 und der anschließenden Napoleonischen Kriege erlebte die Stadt zahlreiche Truppendurchzüge und wurde schwer in Mitleidenschaft gezogen. So diente unter anderem die Ursulinenklosterkirche als Lazarett für französische Soldaten.
1802 gelangte Kitzingen erstmals zu Bayern und wurde nach einer kurzen zwischenzeitlichen Zugehörigkeit zumGroßherzogtum Würzburg im Jahr 1814 endgültig bayerisch. Im Jahr 1817 tauschte die evangelische Gemeinde Kitzingen die Michaelskirche in Etwashausen gegen die inzwischen säkularisierte Ursulinenklosterkirche, die sich in bayerischem Staatsbesitz befand. Am 19. Oktober desselben Jahres wurde sie als neue evangelische Stadtkirche geweiht.Ab 1865 erfolgte die Anbindung der Stadt an dasEisenbahnnetz. Der Bahnhof wurde südwestlich des Stadtkerns angelegt. Im Zuge der Eisenbahnanbindung und des vermehrten Bevölkerungswachstums zum Ende des 19. Jahrhunderts wurden insbesondere die Stadtmauern im Süden und Westen geschleift und ein neuer Stadtteil entstand in Richtung Mühlberg. DiesesGründerzeitviertel ist noch heute in Teilen von typischen Häusern dieser Zeit geprägt, auch wenn es hier im Zweiten Weltkrieg zu einigen Zerstörungen kam. 1894 wurde das Progymnasium, der Vorgänger des heutigen Armin-Knab-Gymnasiums, eröffnet. Bereits 1871 war eine Gewerbeschule eingerichtet worden, die 1877 in eine Realschule umgewandelt wurde. Nachdem die Stadt inzwischen auch über eine stark angewachsene jüdische Gemeinde verfügte (darunter auch viele Weinhändler, welche die Bedeutung Kitzingens als Weinhandelsstadt forcierten), wurde von 1882 bis 1883 eine neue, repräsentative Synagoge (das heutige Kulturzentrum Alte Synagoge) im für jüdische Gotteshäuser dieser Zeit typischen neo-maurischen Stil erbaut.
1902 ging das erste städtische Krankenhaus in Betrieb. Als Anfang des 20. Jahrhunderts eineSole-Quelle entdeckt worden war, wuchsen Pläne, aus Kitzingen eine Kurstadt zu machen. Im Zuge dieser Überlegungen entstand das Prinzregent-Luitpold-Bad im Jugendstil, das heute die Stadtbücherei beherbergt. Der Beginn des Ersten Weltkrieges machte diese Pläne schließlich zunichte.
Weinglas auf dem Kitzinger Porzellannotgeld von 1921
1917 wurde mit dem Flugplatz Kitzingen einer der ältesten Flugplätze in Bayern in Betrieb genommen. In den wirtschaftlich schwierigen Jahren der Nachkriegszeit und der frühenWeimarer Republik gab die Stadt ein eigenes Notgeld heraus, dessen Münzen aufgrund des Materialmangels ausPorzellan bestanden. Ab 1924 entstand auf der Etwashäuser Mainseite entlang der Reichsstraße 8 der neue Stadtteil Siedlung in Formen, die derGartenstadt- undHeimatschutzbewegung entlehnt sind. 1936 wurde Kitzingen zur Garnisonstadt. Zwei Jahre später wurde mit der Neuen Mainbrücke (seit 1968 Konrad-Adenauer-Brücke) eine dritte Mainbrücke und die zweite Straßenbrücke eröffnet. Die Stadt zählte in dieser Zeit bereits 14.460 Einwohner.[19]
Die KitzingerJuden hatten bereits seit derMachtübernahme durch dieNSDAP 1933 mit wachsenden Repressalien zu kämpfen. Während derNovemberpogrome 1938 wurde dieSynagoge zerstört, 1993 wieder aufgebaut und dient seither als Kulturort. 1942 wurden insgesamt 76 Kitzinger Juden verschleppt, die meisten kamen nachIzbica im heutigen Polen, ein Durchgangslager für den Weitertransport in die VernichtungslagerBelzec undSobibor. Durch den Holocaust wurde letztlich die gesamte jüdische Gemeinde Kitzingens ausgelöscht.
1942 wurde auf demMilitärflugplatz eineStuka-Schule eingerichtet. Bis zum Frühjahr 1945 hatte die Stadt noch keine Zerstörungen erlitten. Am 23. Februar 1945, einem sonnigen Wintertag, näherte sich um die Mittagszeit von Osten her ein Verband viermotoriger Bomber derUSAAF der Stadt und begann aus einer Höhe von etwa 2500 bis 3000 Metern Kitzingen zu bombardieren. Dem ersten Verband folgten nach etwa einer halben Stunde ein zweiter, insgesamt etwa 180 Flugzeuge. Es wurden schätzungsweise 2500 schwereSprengbomben abgeworfen. Der Angriff erfolgte im Rahmen derOperation Clarion, einer Serie von Luftangriffen auf süddeutscheFernstraßen- und Bahnverbindungen, mit dem angegebenen Ziel, die Verlegung von Truppen innerhalb Süddeutschlands zu stören oder zu unterbinden. In Kitzingen überquerten dieReichsstraße 8 (heuteBundesstraße 8) und dieBahnstrecke Fürth–Würzburg denMain.
Der neugotische Deusterturm – einziger verbliebener Rest von Schloss Friedenstein, das beim Bombenangriff am 23. Februar 1945 zerstört wurde
Eine Zerstörung der Brücken und des Bahnhofsgeländes war das angegebene Ziel. Doch keine der vier Mainbrücken wurde getroffen und die Schäden auf dem Bahnhofsgelände waren nicht so schwer, als dass nach einigen Tagen der Fernverkehr nicht wieder rollen konnte. Dagegen wurden die Innenstadt und Gebäude in Bahnhofsnähe schwer getroffen. 809 Wohngebäude mit zusammen 2020 Wohnungen wurden zerstört, davon 206 Gebäude mit 520 Wohnungen total, dazu 30 öffentliche Gebäude, drei Industrieanlagen und 60 Nebengebäude. Schwere Schäden gab es vor allem in folgenden Straßenzügen:Alte Poststraße,Falterstraße,Friedenstraße,Friedrich-Ebert-Straße,Güterhallstraße,Herrnstraße,Innere Sulzfelder Straße,Krainberg,Neuer Weg,Ritterstraße (Schwalbenhof),Untere Bachgasse undWürzburger Straße.[20] Unter anderem wurde dieOberschule für Jungen im heutigen Rosengarten dem Erdboden gleichgemacht; sie diente zu dieser Zeit alsLazarett. Das im historisierenden Stil errichtete Schloss Friedenstein, das der Familie von Deuster gehörte, wurde fast völlig zerstört. Erhalten geblieben ist nur der Aussichtsturm, auch Deusterturm genannt, im ehemaligen Schlosspark. Darüber hinaus wurden die evangelische Stadtkirche sowie die benachbarte Kirche des Pfründnerspitals schwer beschädigt. Ansonsten war besonders der Verlust einiger historischer Bürgerhäuser wie der zuvor als Postkartenmotiv beliebten Fachwerkzeile in der Falterstraße zu beklagen. Mehr als 700 Personen fielen dem Angriff zum Opfer, darunter alle Kinder und Betreuer eines Kindergartens. In der 4. Oberschulklasse wurden zwei Drittel der etwa 48 Jungen, die an diesem Tag Unterricht hatten, getötet. Die am Westrand der Stadt gelegene Kaserne derLuftwaffe und der östlich der Stadt gelegeneFlugplatz Kitzingen wurden nicht bombardiert.
Etwa vier Wochen später wurde am 22. März der Flugplatz angegriffen. Acht Bomberverbände mit insgesamt 168 Maschinen flogen von Süden an. Durch die östliche Lage des Flugplatzes entstanden keine Schäden in Kitzingen. Die Bomben zerstörten dasRollfeld, nur wenige Gebäude wurden beschädigt. Von den auf dem Flugplatz stationiertenNachtjägernBf 110 und den neuen DüsenjägernMe 262 wurden nur wenige getroffen. Kurz vor dem Einmarsch amerikanischer Truppen wurden von Wehrmachtssoldaten die vier Mainbrücken, die bis dahin unbeschädigt geblieben waren, teilweise gesprengt. Zu Kriegsende betrug der Zerstörungsgrad der Stadt 35 %.[21]
US-amerikanische Soldaten besetzten die Stadt schließlich am 6. April, ohne nennenswerten Widerstand. Sie bezogen unmittelbar darauf beide Kasernen der deutschenWehrmacht, womit für Kitzingen eine mehr als sechs Jahrzehnte andauernde Zeit als US-amerikanische Garnisonstadt beginnen sollte. Die US-Amerikaner übernahmen auch das Flugplatzgelände.
Die Nachkriegszeit war in Kitzingen geprägt vom Wiederaufbau der Stadt, meist im Stil der Zeit. Lediglich die architektonisch bedeutenden Gebäude wie die Evangelische Stadtkirche wurden nach den alten Plänen wiederaufgebaut. Das Bild der historischen Altstadt bildet daher heute eine Mischung aus historischer Bausubstanz im Wechsel mit Nachkriegsarchitektur, wobei letztgenannte vor allem im Westen der Altstadt flächig, ansonsten inselartig vorkommt. Aufgrund des Zustroms zahlreicher Heimatvertriebener aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten, der die Wohnungsnot in der Stadt zusätzlich verschärfte, setzte im Stadtteil Siedlung südöstlich des historischen Zentrums eine rege Bautätigkeit ein. Auch die Straßennamen dieses Stadtteils weisen auf die Herkunft eines Großteils seiner Bewohner hin.
Im Jahr 1955 erfolgte der Bau des Schwimmbads auf der Mondseeinsel im Main. Im Zuge der Mainregulierung und des Baus der Kitzinger Staustufe, die seitdem den Main im gesamten Stadtgebiet aufstaut, wurden zwischen 1957 und 1958 ein Hafengelände angelegt. Dabei wurden auch drei Bögen der historischen Alten Mainbrücke der Schifffahrt geopfert, da sie für Durchfahrten zu eng gewesen wären. An ihrer Stelle wurde ein einfacher Stahlträger mit erheblich vergrößerter Stützweite eingefügt.
1962 wurde das neue Schulzentrum am Mühlberg mit dem Armin-Knab-Gymnasium eingeweiht. 1972 verlor Kitzingen im Zuge der bayerischen Gebietsreform dieKreisfreiheit, erhielt aber gleichzeitig den StatusGroße Kreisstadt im erheblich vergrößerten Landkreis Kitzingen.
1983 wurde eine neue Fußgängerzone im Bereich der Marktstraße und des Marktplatzes eingerichtet. Im Jahr darauf wurden Städtepartnerschaften mit der italienischen StadtMontevarchi und der südfranzösischen StadtPrades geschlossen und im selben Jahr erfolgte die Eröffnung des neuen Kreiskrankenhauses (heute Klinik Kitzinger Land). In der Silvesternacht 1984/85 geriet das Dach des Rathauses durch eine Feuerwerksrakete in Brand, die Feuerwehren aus Kitzingen und der Umgebung konnten jedoch größere Schäden verhindern. 1986 wurde damit begonnen, die Stadt mit einem Ring von Tangenten zu umgeben, um den Verkehr durch die Innenstadt zu verringern. Es handelte sich um das größte infrastrukturelle Großprojekt der Stadt im 20. Jahrhundert. Die Westtangente wurde 1988 fertiggestellt, die Südtangente mit der neuen Südbrücke (der zu dieser Zeit vierten Mainbrücke) 1989. Als Osttangente fungiert die 1993 fertiggestellte Ortsumgehung von Etwashausen, die Nordtangente, für die eine fünfte Mainbrücke gebaut werden musste, wurde erst wesentlich später vollendet.
Die im Jahr 2000 fertiggestellte Nordbrücke
1995 beging die Stadt ihr 1250-jähriges Bestehen, ein Jahr später wurde die 500-jährige Fertigstellung des Falterturms gefeiert. Im Jahr 2000 wurde mit der Fertigstellung der Nordbrücke, die an der Stelle der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Gerolzhöfer Eisenbahnbrücke steht, ein letztes, noch fehlendes Teilstück des Tangentenrings geschlossen.
Das neue Jahrtausend brachte für Kitzingen mit dem Abzug der US-amerikanischen Streitkräfte 2006 eine schwere Zäsur. In den folgenden Jahren musste die schwere Aufgabe der Konversion der freigewordenen Flächen – immerhin eines Drittels der Stadtfläche – bewältigt werden. Ein wichtiger Schritt in Richtung Neuausrichtung der Stadt erfolgte mit der Austragung der 2011Bayerischen RegionalgartenschauNatur in Kitzingen – Gartenstadt am Fluss vom 27. Mai bis 21. August 2011. Aufgrund der durch die Gartenschau initiierten Verschönerungs- und Begrünungsmaßnahmen überzeugte Kitzingen 2013 die Preisrichter des deutschen BundeswettbewerbEntente Florale Deutschland und gewann die Goldmedaille. Im Jahr darauf durfte Kitzingen Deutschland gemeinsam mit dem DorfSommerach auf europäischer Ebene beim WettbewerbEntente Florale Europe vertreten – beide fränkischen Weinorte erhielten dabei eine Goldmedaille. Im Juli 2015 wurde an der nebenamtlichen Wetterstation der Stadt mit 40,3 °C der bisherige deutschen Hitzerekord übertroffen. Im August wurde dieselbe Tageshöchsttemperatur noch einmal erreicht. Dieser Rekord bestand offiziell bis zum 24. Juli 2019, als im nordrhein-westfälischen Geilenkirchen die neue Höchstmarke von 40,5 °C aufgestellt wurde.
2017 fand in Kitzingen der 12.Tag der Franken statt, verbunden mit denUnterfränkischen Kulturtagen unter dem gemeinsamen MottoKultur-Brücken.
Der Ortsname Kitzingen verweist in die Vergangenheit der Stadt und spielt auf ihre Geschichte an. In der Gründungssage des Klosters Kitzingen ist von einem Schäfer Kitz oder Chiez die Rede, der den verlorenen Handschuh bzw. Schleier der Hadeloga fing. Dieser Name verweist auf das mainfränkisch-thüringische Geschlecht derHedenen, das während der Merowinger- und Karolingerzeit das fränkischeStammesherzogtum innehatte. Das Grundwort Kitz- aus dem Ortsnamen geht tatsächlich wohl eher auf einenslawischen Herzog Chedin zurück. Ähnliche Hinweise auf die Hedenen geben auch die OrteHettstadt undHeidingsfeld.
InFrüh- undHochmittelalter erfuhr der Name häufige Veränderungen. So sprach man in der Urkunde des 8. Jahrhunderts noch vonChizzinga oderKizzinga. Im Jahr 1007 wurde der OrtKitzingun genannt, 1024 istChiz(z)inga und 1040Chicingin nachweisbar. Die lautliche Entwicklung von Ch- bzw. H-Lauten, wie inChizzinga, zu K-Lauten wie im heutigenKitzingen ist wohl auf die im Umland der heutigen Stadt siedelndenMainwenden zurückzuführen. In Folge derzweiten Lautverschiebung wurde Chedin zu Kizin eingedeutscht.
DasSuffix-ingen ist in der Region entlang desMaindreiecks eher selten zu finden. Stattdessen taucht diese Endung oftmals im schwäbisch-alemannischen Sprachraum auf. Die ältere Literatur geht davon aus, dass Kitzingen aus eineralemannischen Siedlung hervorging. Die neuere Forschung macht deutlich, dass diese Endung mitKissingen auch im näheren Umfeld der Stadt zu finden ist.[22]
Auf der heutigen Gemarkung von Kitzingen lag das DorfSchmalfeld, es wurde im 16. Jahrhundert aufgegeben. Am 1. Oktober 1973 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Hoheim eingegliedert. Am 1. Januar 1975 kamSickershausen hinzu.Repperndorf folgte am 1. Januar 1978,Hohenfeld am 1. Mai 1978.[23]
Kitzingen unterstand im Mittelalter zunächst dem Benediktinerinnenkloster und gehörte kirchenrechtlich wechselweise zum Bistum Bamberg und zumBistum Würzburg, welches die gesamte Stadt 1443 anBrandenburg-Ansbach verpfändete. Die lutherische Konfession wurde durch das Wirken einflussreicher Persönlichkeiten wie Friedrich Bernbeck und Paul Eber bereits 1530 angenommen und Kitzingen entwickelte sich frühzeitig zu einem Zentrum derReformation. Dabei erlebte die Stadt eine Blüte im Bereich des Bildungswesens. Mit der Pfandablösung Kitzingens im Jahr 1629 durch das Hochstift Würzburg endete das „evangelische“ Jahrhundert Kitzingens und es kam zur Gegenreformation, die vor allem in der Neugründung von Klöstern wie dem Ursulinenstift oder dem Kapuzinerkloster ihren Ausdruck fand. Mit dem Gnadenvertrag des Würzburger FürstbischofsJohann Philipp von Schönborn wurde auch der protestantischen Konfession wieder die freie Religionsausübung gestattet und es entwickelte sich bald wieder eine bedeutende protestantische Gemeinde. Noch heute hat die daraus resultierende konfessionelle Zweiteilung Kitzingens weitgehend Bestand. Im Jahr 2011 bekannten sich 41,1 % der Stadtbevölkerung zum evangelisch-lutherischen Glauben und 35,4 % zum römisch-katholischen.[24]
Kitzingen gehört heute auf katholischer Seite zumDekanat Kitzingen desBistums Würzburg. Im Stadtgebiet existieren folgende Pfarrgemeinden, die sich seit der Strukturreform der Diözese mit weiteren Pfarreien im Umland zur Pfarreiengemeinschaft „St. Hedwig im Kitzinger Land“ zusammengeschlossen haben:
Pfarrei St. Johannes der Täufer (Kernstadt und Etwashausen) mitFiliale St. Laurentius (Repperndorf)
Bis zur NS-Zeit bestand in Kitzingen eine bedeutende jüdische Gemeinde. Die für eine Stadt dieser Größenordnung ungewöhnlich repräsentativeSynagoge legt heute noch Zeugnis ab für die jüdische Geschichte der Stadt. Während desHolocaust wurde die jüdische Kultusgemeinde Kitzingen nahezu ausgelöscht, heute gibt es in der wieder hergestellten Synagoge zwar noch einen kleinen jüdischen Gebetsraum, aber keine eigene Gemeinde mehr.
Blasonierung: „In Blau eine durchgehende, oben gezinnte silberne Brücke mit drei Pfeilern.“[29]
Wappenbegründung: Kitzingen liegt an einem wichtigen Mainübergang gegenüber einem ehemaligen Königshof, der im 8. Jahrhundert in eine Reichsabtei umgewandelt wurde. Erstmals um 1300 wird Kitzingen als Stadt erwähnt. Das Datum der Stadtrechtsverleihung ist jedoch nicht bekannt. Das älteste Siegel datiert aus dem Jahr 1349 und zeigt bereits die wichtige Brücke über den Main in der damaligen Bauform. Alle späteren Siegel und Darstellungen zeigen die Brücke in der jeweiligen Ansicht mit veränderten Bauformen, entsprechend der Baukunst der entsprechenden Zeit. Die Farben Silber und Blau sind seit dem 16. Jahrhundert überliefert. Zeitweise waren die Farben auch vertauscht. Im Jahr 1839 wurden sie amtlich festgelegt. In Wappenbildern des 19. Jahrhunderts wird die Brücke auch schwebend im Schild dargestellt. Wappenführung seit dem 14. Jahrhundert, belegt durch Siegelführung seit 1349.
Historisches Zentrum der trotz vieler Zerstörungen und Veränderungen in weiten Teilen noch gut erhaltenen mittelalterlichen Altstadt mit ihrer unverwechselbaren, vieltürmigen Silhouette bildet derMarktplatz, ein geschlossenes Denkmalensemble von Geschäfts- und Bürgerhäusern. Der Marktplatz stellt eine räumliche Erweiterung der auf dieAlte Mainbrücke zielenden, mittelalterlichen Hauptdurchgangsstraße Kitzingens dar. Aus der ursprünglichenGiebelhausbebauung hat sich noch das sog.Poganietzhaus, ein reich verziertes Renaissance-Fachwerkhaus aus dem 16. Jahrhundert, erhalten (Marktstraße 26), welches heute dasConditorei-Museum beherbergt.
Dominiert wird der Marktplatz vomRenaissance-Rathaus des Werkmeisters Eckhart von Schaffhausen, das 1563 vollendet wurde, und vom 39 Meter hohenMarktturm, einem ehem. Wehrturm der inneren Stadtbefestigung aus dem 13. und 14. Jahrhundert mit einem Obergeschoss von 1546, der später als städtischer Wachturm diente und heute das Zentralarchiv der Deutschen Fastnacht beherbergt. Seit einigen Jahren wird das unverputzte Bruchsteinmauerwerk des Marktturms alljährlich in der Adventszeit in rotem Licht angestrahlt und erinnert aufgrund seiner runden Bauform sowie seiner mit gelbem Licht beleuchteten Spitze an eine große Adventskerze. Am Marktturm ist oberhalb der ihn umgebenden Geschäftsbuden aus dem frühen 19. Jahrhundert auch noch der ehem.Pranger zu erkennen. Die Kitzinger Elle in Form eines metallenen Längenmaßes, das an der dem Platz zugewandten Ecke des Rathauses befestigt ist, erinnert an die frühere Funktion des Platzes als Hauptmarkt der Stadt. An der Südostecke des Platzes befindet sich der Marktbrunnen aus dem 18. Jahrhundert, der eine vonRichard Rother restaurierte Sandsteinfigur des FrankenapostelsKilian trägt und daher auch als Kiliansbrunnen bezeichnet wird.
Ansonsten wird der Marktplatz durch drei- bis viergeschossige Traufseithäuser des 18. Jahrhunderts und diesen angeglichene historistische Bauten bestimmt, wobei sich besonders das Haus Marktstraße 21 mit seiner Barockfassade hervorhebt. Insgesamt vermittelt der Marktplatz noch heute das Bild der „guten Stube“ einer mainfränkischen Kleinstadt.
Die Stadt Kitzingen wurde als eine der ersten Siedlungen im heutigenUnterfranken bereits imHochmittelalter befestigt. Der Grund für den frühen Ausbau der Anlagen liegt vor allem in der Existenz des bedeutenden Mainübergangs im Westen der Stadt, der auch mit einer Brücke versehen wurde, begründet. Im 15. Jahrhundert wurden auch die Vorstädte entlang der Ausfallstraßen in die Stadtbefestigung mit einbezogen, wobei nun auch die rechtsmainische Vorstadt Etwashausen Verteidigungsanlagen erhielt. Kitzingen und Etwashausen bildeten damit eine wehrtechnische Einheit. Bereits imDreißigjährigen Krieg wurden allerdings die Schwächen der Stadtbefestigung offenbar, die den modernen Geschützen nichts entgegenzusetzen hatten. Kitzingen verlor im 19. Jahrhundert große Teile der Befestigungen, wobei die erhaltenen Überreste heute als Wahrzeichen der Stadt gelten.
Kitzingen wies in Mittelalter und der Frühen Neuzeit insgesamt zehn Tore auf, von denen jeweils fünf in die innere und fünf in die äußere Stadt führten. Das innere Brückentor bildete das wichtigste Tor innerhalb der Kitzinger Stadtbefestigung. Es garantierte den auf der Ostseite der Stadt befindlichen Zugang über die Mainbrücke und wurde vom Brückenturm (auch Hoher Brückenturm) überragt. Damit stellte es den Zugang des vonNürnberg kommenden Verkehrs sicher, der an dieser Stelleverzollt wurde. Das Spazertor war das Tor, das Kitzingen mit seinem westlichen Umland verband. Hier führte die Straße von Würzburg kommend an den Main. Das Spazertor wurde bereits im Jahr 1479 erbaut, wobei der in unmittelbarer Nähe zum Tor befindliche Eckturm bereits 1473 in denQuellen erwähnt wird.
Von der KitzingerStadtbefestigung, die ursprünglich mehr als 30 Wehr- bzw. Befestigungstürme umfasste, existieren noch einzelne Teilstücke und Türme, z. B. in der Kapuzinerstraße oder im Bereich der Mainfront (hier hauptsächlich in Häuser integriert). Besondere Bedeutung haben der Marktturm (innere Stadtbefestigung) und derFalterturm (1469 bis 1496; äußere Stadtbefestigung). Sie haben sich zu Wahrzeichen der Stadt entwickelt. Insbesondere der Falterturm mit seinem schiefenHelm bildet das emblematische Erkennungszeichen der Stadt. Er wird auf dem Hinweisschild auf Kitzingen an derBundesautobahn 7 abgebildet.
In Etwashausen haben sich als Reste der ehemaligen Ortsbefestigung das sog. Großlangheimer Tor sowie ein Mauerzug am nördlichen Rand des Altortes erhalten.
Eines der bedeutendsten Bauwerke der Stadt Kitzingen ist dieAlte Mainbrücke, die die rechtsmainische Altstadt von Kitzingen mit der linksmainischen Vorstadt Etwashausen verbindet. Die erste Konstruktion der Brücke stammt aus dem ausgehenden 14. Jahrhundert. Im 18. Jahrhundert musste sie nach Hochwassern und Eisgang weitgehend erneuert werden. Um 1955 wurde sie dann umgebaut, um derSchifffahrt auf demMain mehr Raum zu geben, wobei der Großteil ihrer historischen Substanz bewahrt wurde. Die Mainbrücke trägt eine steinerne Skulptur von Richard Rother aus dem Jahr 1925 mit der Inschrift: „Vergesst unsere Kriegsgefangenen, Verschleppten und Vermissten nicht“.
Alte Synagoge am Landwehrplatz
Die 1883 erbauteAlte Synagoge wurde in der sogenanntenReichspogromnacht durchSA-Männer ein Raub der Flammen, woran seit 1967 eineGedenktafel erinnert.[30] An die zahlreichen in der NS-Zeit verschleppten und ermordeten jüdischen Bürger der Stadt erinnern heute an vielen StellenStolpersteine. Die Synagoge wurde nach langjähriger Zweckentfremdung in den 1990er Jahren aufwendig restauriert und dient heute der Bevölkerung als Kulturraum und Konzertsaal. Da es in Kitzingen heute keine eigene jüdische Gemeinde mehr gibt, wird die kleine „Synagoge in der Synagoge“, ein jüdischer Gebetssaal, der im Erdgeschoss des Gebäudes eingerichtet wurde, nur gelegentlich von der jüdischen Gemeinde Würzburgs genutzt.
Trotz seiner Bedeutung als ein Zentrum des fränkischen Weinhandels war Kitzingen im 19. Jahrhundert auch eine wichtige Bierbrauerstadt. Als ein frühindustrielles Kulturdenkmal dieser Zeit gelten die historischen Kelleranlagen (dieDeusterkeller), die mit den Aktivitäten des Kitzinger Bierbrauers Thomas Ehemann (1792–1872) in Verbindung stehen: das riesige Kellerareal diente bis zur Erfindung vonCarl von Lindes Kältemaschine (1871) den großen ehemaligen Kitzinger BierbrauereienBürgerbräu,Kleinschroth undScheuernstuhl als Lager- und Eiskeller ihrerExportbiere, die in alle Welt verkauft wurden. Ein großer Kältekompressor aus der Kitzinger MaschinenfabrikHeinrich Huppmann, der bis zum Beginn der 1950er Jahre in der Kitzinger BrauereiBürgerbräu für günstige Lagertemperaturen bei der Bierproduktion sorgte, befindet sich heute als Ausstellungsstück vor dem ehemaligen Kitzinger Stadtmuseum.
Weitere sehenswerte Bauwerke in Kitzingen sind:
Landratsamt (16. Jh.) mit Altem Klosterkeller (einer der ältesten Weinkeller Deutschlands, von den Äbtissinnen des ehem. Benediktinerinnenklosters angelegt)
Deusterturm (der Gartenturm des ehemaligen Schlosses Friedenstein der Familie von Deuster) (19. Jh.)
Reste des ehemaligen Leidenhofs (16. Jh.), in dem LandgrafKasimir von Brandenburg-Kulmbach nach dem Bauernaufstand 1525 als abschreckende Strafmaßnahme 58 Kitzinger Bürgerblenden ließ
Alter Friedhof mit Portalbau (16. Jh.) und Grabdenkmälern (18./19. Jh.)
HäuserLandwehrstraße 18, 20, 22 als Kaserne für die Würzburgische Armee durch Balthasar Neumann errichtet
In Kitzingen hat sich in der Grünanlage des St. Elisabeth-Altenheims einer der ältestenBildstöcke Frankens erhalten, der wohl noch aus dem 13. Jahrhundert stammt
Evangelische StadtkircheInnenansicht der Evangelischen Stadtkirche mit derSteinmeyer-Orgel
Die katholischeStadtpfarrkircheSt. Johannes der Täufer in der Altstadt wurde im 15. Jahrhundert alsspätgotischeHallenkirche an Stelle älterer Vorgängerbauten errichtet und stellt heute einen der wichtigsten Vertreter aus dieser Bauepoche in Nordbayern dar. Von besonderem kunsthistorischen Interesse sind neben der reichhaltigen Ausstattung mit Werken aus verschiedenen Jahrhunderten (u. a. spätgotischesSakramentshaus, klassizistische Kanzel, moderner Hochaltar) vor allem der Schmuck der Portale im Norden (Darstellung desJüngsten Gerichts) und Westen (Marienkrönung), eine derRiemenschneiderschule zugeschriebeneÖlberggruppe an der Südseite zum ehem. Kirchhof hin, sowie eine ungewöhnliche Fülle von maskenartigenKonsolköpfen.
DieEvangelische Stadtkirche ist die größte evangelische Kirche in Unterfranken und steht in der Altstadt an der Stelle des ehem. Benediktinerinnenklosters, der Keimzelle der Stadt. Der Bau des bekannten italienischenBarockarchitektenAntonio Petrini wurde im 17. Jahrhundert alsKlosterkirche errichtet und diente in den Napoleonischen Kriegen alsLazarett. Im Jahr 1817 wurde das Gotteshaus nach Tausch gegen die Michaelskirche in Etwashausen von der protestantischen Gemeinde übernommen. Ihr 64 Meter hoher Turm ist der höchste der Stadt und bildet eine prägende Dominante im Kitzinger Stadtbild.
Die katholischeKreuzkapelle, vonBalthasar Neumann zwischen 1741 und 1745 errichtet, ist ein spätbarockes Bauwerk auf kreuzförmigem Grundriss mit zentraler Rotunde und steht am östlichen Brückenkopf der Alten Mainbrücke im Stadtteil Etwashausen. Ihr Grundriss zierte neben weiteren Neumann-Entwürfen die Rückseite des früheren50-DM-Scheins der letzten Serie.
Die katholischeKapuzinerkirche St. Mariä Himmelfahrt und Hl. Franziskus Seraphikus in der südlichen Altstadt birgt eine nahezu komplett erhaltene Barockausstattung aus dem 17. Jahrhundert. Sehenswert sind vor allem die Altäre und die großformatigen Kreuzweg-Stationsbilder. Die ehem. Klosterkirche wird heute von der katholischen Pfarrgemeinde St. Johannes alsFilialkirche genutzt.
Die KircheSt. Vinzenz von Paul entstand als neue katholische Pfarrkirche für den noch relativ jungen Stadtteil Siedlung. Sie wurde 1950 nach nur einjähriger Bauzeit eingeweiht und war vom damaligenWürzburger DombaumeisterHans Schädel konzipiert worden. Es handelt sich um einen Bau, der Formen der Heimatschutzarchitektur mit expressionistischen und modernen Elementen verbindet.
Als zweite Kirche der Siedlung wurde 1957 die evangelischeFriedenskirche in unmittelbarer Nachbarschaft zu St. Vinzenz fertiggestellt. Beide Kirchen waren durch den großen Zustrom von Flüchtlingen nach dem Zweiten Weltkrieg nötig geworden. Dieser schlicht konzipierte Sakralbau im Stil derNachkriegsmoderne mit seinem für die Region sehr ungewöhnlichen Ziegelmauerwerk und dem Chorglasfenster des Münchner Künstlers Gerd Jähnke wurde im Mai 1957 geweiht und der Gemeinde übergeben. Als Architekt hatte man den Würzburger Gerhard Saalfrank gewinnen können.
Turm der katholischen Stadtpfarrkirche St. Johannes
Gotisches Netzgewölbe von St. Johannes
Balthasar Neumanns späte Kreuzkapelle im Stadtteil Etwashausen
Innenansicht der Kreuzkapelle
Innenansicht von St. Vinzenz
Friedenskirche
Benefiziumgebäude der Beginen und ehem. Kirche zum Hl. Grab (links) in der Grabkirchgasse
Ehemalige bzw. profanierte Kirchengebäude und ihr Erhaltungszustand:
Ehem.Benediktinerinnenkloster mit doppeltürmiger,romanischer Stiftsbasilika, im 16. Jahrhundert zerstört, heute oberflächlich nichts mehr erhalten, an ihrer Stelle befindet sich die Evangelische Stadtkirche bzw. der Platz der Partnerstädte
Ehem.Kapuzinerkloster Kitzingen, 1630–1828, Klostergebäude 1983 abgerissen und durch Seniorenheim ersetzt
Ehem. katholische Spitalkirche St.Elisabeth (16. bis 19. Jh.), heute Haupteingang des Landratsamtes, baulich noch als Kirche erkennbar
Ehem. Kirche zum Heiligen Grab (Grabkirche, 16. Jh.) und Benefiziumgebäude des zugehörigen Beginenklosters, von der Kirche nur Turm und in Wohnhaus integrierte Reste erhalten, das Klostergebäude beherbergt heute ein Papiertheater
Ehem. Kirche zu Unserer Lieben Frau, erste Kirche in Etwashausen, Anfang des 18. Jahrhunderts wegen Baufälligkeit abgerissen, an ihrer Stelle wurde später die evang. Michaelskirche von Balthasar Neumann errichtet, heute Wohnhaus ohne Turm
Dorfkirchen in den ehemals eigenständigen Gemeindeteilen:
Das 1966 eröffneteDeutsche Fastnachtmuseum ist eine gemeinnützige Stiftung und offizielles Museum desBundes Deutscher Karneval. Es beherbergt die größten Fachsammlungen ihrer Art und macht Kitzingen zu einem Zentrum der Fastnachtsforschung in Deutschland. Ein Feuerschutzgutachten führte 2011 zur Schließung der Fastnachtssammlungen im Falterturm, das Deutsche Fastnachtmuseum wurde Ende 2013 in einem umgebauten Barockgebäude in der Luitpoldstraße neu eröffnet. 2018 bis 2019 wurde der Gebäudekomplex um ein weiteres denkmalgeschütztes Gebäude sowie einen Neubau erweitert und umfasst nun neben dem Fastnachtmuseum auch die deutsche Fastnachtakademie, ein Schulungszentrum, an dem angehenden sowie professionellen Karnevalisten eine Vielzahl von Angeboten zur Weiterbildung wie z. B. Seminare oder Beratungen zur Verfügung stehen. Unter anderem bietet der neu entstandene Veranstaltungssaal die Möglichkeit, Auftritte zu proben.
DasStädtische Museum mitStadtarchiv im Alten Kastenhof präsentierte bis 2018 zahlreiche Exponate zur Stadt-, Wirtschafts- und Kulturgeschichte Kitzingens. Eine Abteilung beschäftigte sich mit der Archäologie und der Siedlungsgeschichte im Landkreis. Im Obergeschoss befanden sich eine historische Apotheke sowie eine Dokumentation zuJohann Rudolph Glauber. Das Museum wurde im Jahr 2018 geschlossen; im Juni 2020 beschloss der Kitzinger Stadtrat die endgültige Schließung und „Abwicklung“ des Museums.[31] Diese Entscheidung wurde regional und überregional massiv kritisiert.[32]
Der KulturvereinPAM e.V. veranstaltet seit 1994 jährlich eine Sommerausstellung mit den Themenschwerpunkten Malerei, regionale Geschichte oder Ethnologie in der Rathaushalle.[33][34] Für die Durchführung der Ausstellungen wird immer die Firmamulticulture artsnetwork beauftragt.[34][35] Diese Vergabepraxis wird stark kritisiert, da die öffentlichen Fördermittel der Stadt Kitzingen und des Bezirks Unterfranken fortwährend konkurrenzlos auf eine einzige Firma kanalisiert werden.[34][36] Die Inhaber der Firmamulticulture artsnetwork und Nutznießer der Aufträge sind Klaus-Dieter Christof und Renate Haaß, die zugleich Gründungsmitglieder des KulturvereinsPAM e.V. sind.[36] Klaus-Dieter Christof ist zudem langjähriges Mitglied des Kitzinger Stadtrats und kann in dieser Funktion über die Vergabe von städtischen Fördergeldern mit abstimmen.[37][36] Aus diesem Grund forderte vor Jahren der Förderverein des Städtischen Museums Kitzingen schon die Aufstellung von Kulturförderrichtlinien für die Stadt Kitzingen, damit eine einseitige Vergabe von öffentlichen Geldern durch den Stadtrat an Stadtratsmitglieder für die Zukunft unterbunden wird.[36] Eine Veränderung dieser Vergabepraxis ist allerdings bis heute nicht erfolgt.[34]
Die aktiven Karnevalisten sind in der Kitzinger Karnevals-Gesellschaft (KIKAG) organisiert. Überörtlich bedeutsam ist die jährliche Verleihung desSchlappmaulordens an Personen oder Institutionen, die eine „gar trefflich lockere Zunge“ besitzen. Bekannte Preisträger des KIKAG-Ordens sind unter anderenGregor Gysi,Helmut Kohl,Jürgen Möllemann,Gabriele Pauli,Günther Beckstein sowieClaudia Roth.
Kitzingen ist ein regionales kirchenmusikalisches Zentrum mit zahlreichen Veranstaltungen, die über das ganze Jahr verteilt sind: Die Paul-Eber-Kantorei der evangelischen Stadtkirche widmet sich den großformatigen oratorischen Werken der Musikliteratur, das kirchenmusikalische Angebot an der katholischen Pfarrkirche St. Johannes mit ihrerVleugels-Orgel, demKammerchor und der St.-Johannes-Kantorei stellt hingegen schwerpunktmäßig dieOrgelmusik sowie dieChormusik a cappella in das Zentrum ihrer Programme.
Seit 2014 gibt es mit der Villa Paganini in der Kitzinger Moltkestraße ein neues musikalisch-kulturelles Zentrum, das der international bekannte ViolinistFlorian Meierott betreibt. Hier finden neben einer Violinschule und einer Gemäldegalerie mit Bildern des Musikers diverse Konzertreihen, Lesungen sowie ein internationaler Violinwettbewerb statt.
Turngemeinde Kitzingen 1848 e. V. (mit Abteilungen für: Aikido, Handball, Laufen, Leichtathletik, Radsport, Schwimmen, Tennis, Turnen und Volleyball)[51]
Handball: Die Handballer der TG Kitzingen[52] hatten ihre größten Erfolge1990 mit der Nordbayerischen Verbandsliga-Vizemeisterschaft und dem damit verbundenen Aufstieg in die viertklassigeHandball-Bayernliga, in der sie1992 sowie1993 bayerischer Vizemeister wurden und sich bis1994/95 in der Liga halten konnten. Die TG-Handballer nehmen im Rahmen der HSG Mainfranken[53], die aus dem Zusammenschluss der Vereine TG Kitzingen,TV Etwashausen und demTSV Mainbernheim entstanden ist, mit Herrenmannschaften, Damenteams und Nachwuchsmannschaften am Spielbetrieb des Bayerischen Handballverbandes (BHV) teil. Die erste Herrenmannschaft und das 1. Damenteam spielen beide 2022/23 in der sechstklassigen Bezirksoberliga Unterfranken.
Des Weiteren führt dieBahnstrecke Fürth–Würzburg durch Kitzingen. DieBahnstrecke Kitzingen–Schweinfurt wurde durch die Sprengung der Mainbrücke 1945 von der Hauptstrecke abgehängt. Sie bestand seit 1945 als Stichbahn von Schweinfurt fort und wurde abschnittsweise stillgelegt. Über eine Reaktivierung der Strecke wird diskutiert, wobei unterschiedliche Konzepte vorgeschlagen wurden.[54][55]
Bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts bestand zwischen Hohenfeld und Kitzingen eineFährverbindung über den Main. Zunächst hatte die Dorfherrschaft das Fährrecht inne, ehe die Fähre im Jahr 1714 in die Hände eines Privatmanns kam. Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts entschloss man sich die Fähre mit einemGierseil auszustatten. Der Ausbau des Maines zur Großschifffahrtsstraße in den 1950er Jahren führte zum Ende der Fähre.
Seit Januar 2025 befindet sich der gesamte Landkreis Kitzingen vollständig im Gebiet des VerkehrsverbundsNahverkehr Mainfranken. Zuvor war er seit Herbst 2006 Teil dessen Vorgängers VVM (Verkehrsverbund Mainfranken). Seit 2016 ist der Landkreis Kitzingen zusätzlich Mitglied im VGN (Verkehrsverbund Großraum Nürnberg).Es bestehen Regionalverbindungen nach Nürnberg und Würzburg alle 60 Minuten. In derHVZ gibt es alle 30 min Fahrmöglichkeiten nach Würzburg.
Der Wirtschaftsstandort Kitzingen zeichnet sich durch seine verkehrsgünstige Lage in der Mitte Deutschlands aus – Kitzingen liegt am Kreuzungspunkt wichtiger Nord-Süd- und Ost-West-Verbindungen: DieBAB 7 kreuzt dieBAB 3. Im 20 Kilometer entfernten Würzburg trifft die Schnellbahntrasse nach Hannover auf die EisenbahnlinieNürnberg-Frankfurt am Main. Darüber hinaus verfügt die Stadt über einen Umschlaghafen der Rhein-Main-Donau-Schifffahrtsstraße. Bekannt ist Kitzingen einerseits als bedeutsame, historisch gewachsene fränkische Weinhandelsstadt – die vor den Toren Kitzingens liegende Gebiets-Winzergenossenschaft Franken (GWF), heute alsWinzergemeinschaft Franken firmierend, erzeugt heute mit ihren etwa 2600 Mitgliedern jährlich rund 12 Millionen Liter Wein – andererseits ist der Stadtteil Etwashausen ein wichtiges nordbayerisches Erzeugerzentrum für den Gartenbau. Die Stadt ist Sitz derVR Bank Kitzingen.
Kitzingen ist heute Weinbauort imAnbaugebiet Franken. Insgesamt dreiWeinlagen existieren um die Stadt, der Wein wird seit den 1970er Jahren unter den Namen Eherieder Berg, Eselsberg und Wilhelmsberg vermarktet, wobei viele der Lagen bereits seit dem Mittelalter existieren. Zugleich ist die Stadt Leitgemeinde der Großlage Kitzinger Hofrat. Kitzingen ist Teil desBereichs MainSüden, bis 2017 waren die Winzer im BereichMaindreieck zusammengefasst. Die Muschelkalkböden mit Lehmbeimischungen um Kitzingen eignen sich ebenso für den Anbau von Wein, wie die Lage in der Maingauklimazone, die zu den wärmsten Deutschlands gehört.
Bereits seit demFrühmittelalter betreiben die Menschen um Kitzingen Weinbau. Diefränkischen Siedler brachten wohl im 7. Jahrhundert die Rebe mit an den Main. In einem Urbar des Klosters Kitzingen aus der Mitte des 11. Jahrhunderts wurden bereits sieben Weinbauern im Ort erwähnt. Im Mittelalter gehörte die Region zum größten zusammenhängenden Weinbaugebiet im Heiligen Römischen Reich. Die Menschen betrieben zumeist Nebenerwerbsweinbau zurSelbstversorgung, gleichzeitig bildeten sich bereits Exportzentren insbesondere entlang des Maines heraus.
Kitzingen wurde aufgrund seiner Lage und seiner Befestigung von den Menschen der Umgebung schnell zum Zentralmarkt für den Wein aufgewertet. An denMarkttagen zogen die Benediktinerinnen des Klosters den sogenanntenWeinzehnt von den Händlern ein, sodass der Weinhandel schnell zum wirtschaftlichen Faktor in Kitzingen aufstieg. Der Weinbau um die Stadt war weit weniger wichtig und wurde zumeist für den Eigenbedarf betrieben.[56] 1482 wurde in der Stadt sogar das, allerdings nur für kurze Zeit gültige, fränkische Reinheitsgebot für Wein verfasst.[57]
Der Weinbau erlebte nach derSäkularisation zu Beginn des 19. Jahrhunderts einen umfassenden Niedergang. Vor allem klimatisch weniger begünstige Lagen gab man vollständig auf. Zusätzlich erschwerte das Aufkommen von Schädlingen wie derReblaus den Anbau. Der Weinhandel blieb erhalten und in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stiegen zumeist jüdische Familien in Kitzingen durch den Handel auf. Konsolidieren konnte sich die Weinbauregion Franken erst wieder in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Der Einsatz von Düngern und verbesserte Anbaumethoden hatten dazu ebenso beigetragen wie die Organisation in Genossenschaften und dieFlurbereinigung der 1970er Jahre.[58]
Kitzingen belegt heute mit seinen 70,9 ha Rebfläche im Jahr 2017 in der Rangfolge der fränkischen Weinorte Platz 27.[59] Auch in den Ortsteilen Hoheim, Repperndorf und Sickershausen wird Weinbau betrieben. Seit über 60 Jahren richten die in der Stadt ansässigenWeingüter Ende Juni das sogenannte Promenaden-Weinfest entlang des Maines aus.[60]
Von den Industrieunternehmen Kitzingens sind drei Firmen hervorzuheben: Die Firma GEA Brewery Systems (seit 2006 zurGEA Group gehörend) plant und baut komplette Brauhäuser für alle großen Brauereikonzerne weltweit. Die beidenAutomobilzulieferer, dieF.S. Fehrer Automotive undFranken Guss beschäftigen zusammen etwa 1700 Mitarbeiter. Bis Mitte der 1990er Jahre unterhielt der Nürnberger Draht- und KabelherstellerLeoni eine Produktion mit über 1000 Mitarbeitern in Kitzingen, die nach Öffnung der dortigen Märkte komplett ins Ausland (Polen, Slowakei) ausgelagert wurde; die Entwicklungsabteilung besteht noch.
Aufgrund der verkehrsgünstigen Lage errichtete dieDeutsche Post AG eines ihrer bundesweit 33Paketzentren in Kitzingen. Zur Belieferung seiner zahlreichen Filialen unterhält der Lebensmittel Marken-DiscounterNetto in Kitzingen ein großes Auslieferungslager. DieSeiler Flügel und Pianos werden in Kitzingen seit 1961 gefertigt. Die Produkte dieses einstmals schlesischen Traditionsunternehmens genießen bei vielen Musikern und Pianisten aus aller Welt einen ausgezeichneten Ruf. Im Jahr 2008 wurde das Unternehmen von dem global operierenden koreanischen GroßkonzernSamick übernommen.
Mit dem Einmarsch und der Besetzung der Kitzinger Wehrmachts-Kasernen und des Fliegerhorsts durch dieUS Army ab April 1945 begannen für Kitzingen 61 Jahre als große amerikanische Garnisonsstadt. Die Anwesenheit von bis zu 10.000 US-Staatsbürgern während dieser erheblichen Zeitspanne hatte für die Stadt und das Umland eine außerordentlich weitreichende wirtschaftliche, soziale und kulturelle Bedeutung.[63]
Der komplette Abzug der US Army aus Kitzingen im Jahr 2006 und die damit verbundenen Folgelasten stellten eine kaum zu bewältigende Herausforderung für die Stadt dar. Die Auflösung der militärisch genutzten Areale, der großflächigenKasernenHarvey- und Larson-Barracks, des Militär-Flugplatzes und des amerikanischen SiedlungsgebietsMarshall Heights mit zusammen etwa 3500Soldaten und ebenso vielen Partnern und Kindern, entzog der Stadt sowohl zahlreiche Arbeitsplätze als auch enorme Kaufkraft in vielen Wirtschaftsbereichen wie Taxigewerbe, Gastronomie und Immobilien.
Das in den Kasernen und den Wohnsiedlungen freiwerdende Raumangebot wurde aber auch als Chance für die Weiterentwicklung der Stadt gesehen. Bei derKonversion orientierte man sich am Vorbild der nahe gelegenen, ehemaligen GarnisonstadtFürth. Ein erster Schritt zu einer erfolgreichen Umnutzung der drei Konversionsflächen war der Verkauf des 52 ha großen Areals der Larson-Kaserne an den Investor Innopark-Kitzingen GmbH im Oktober 2010, in dessen Händen zukünftig die Verwaltung und Bewirtschaftung der gesamten Anlage liegt. Dabei soll ein modernes Gründerzentrum für innovative produzierende Firmen aus Zukunftsbranchen entstehen und so zahlreiche neue Arbeitsplätze geschaffen werden.
Kitzingen bietet mit seinen Sehenswürdigkeiten, seinem umfangreichen kulturellen und gastronomischen Angebot sowie den zahlreichen über das Jahr verteilten Veranstaltungen ein beliebtes Ziel für Tagesgäste und Reisetouristen. Um den Tourismus in der gesamten Region weiter zu stärken, wurdenDie gastlichen Fünf gegründet, zu welchen neben Kitzingen noch die benachbarten StädteDettelbach,Gerolzhofen,Iphofen undVolkach gehören. In der Stadt gibt es ein Angebot von ca. 300 Gästebetten in Beherbergungsbetrieben mit neun oder mehr Gästebetten (Stand 2015). Im Jahr 2015 verzeichnete die Stadt 22.600 Gästeankünfte und 40.213 Übernachtungen.[24]
Eine wichtige Rolle für den Tourismus in Kitzingen spielt der Schiffsanleger am Mainkai, an dem regelmäßig Flusskreuzfahrtschiffe festmachen.
Die Touristen-Information der Stadt befindet sich in einem historischen Haus am Altstadt-seitigen Brückenkopf der Alten Mainbrücke in derSchrannenstraße 1.
RealschulenDas Kitzinger Luitpoldbad, heute Volkshochschule und Stadtbücherei
Staatliche Realschule Kitzingen, vormalsRichard-Rother-Realschule. Der ehemalige Name der Schule wurde wegen Übernahme von nationalsozialistischen Ideologien in einigen Werken des Künstlers im Juli 2015 abgelegt.
Berufliche Schulen im Rahmen des Staatlichen Beruflichen Schulzentrums Kitzingen-Ochsenfurt
Paul Eber, Darstellung auf seinem Epitaph in Wittenberg
Die Stadt Kitzingen brachte im Laufe der Jahrhunderte eine Vielzahl berühmter Männer und Frauen hervor, die durch ihr Wirken auch heute noch eine gewisse Bekanntheit genießen. Im Mittelalter hatte vor allem der Adel die Möglichkeit aufzusteigen. Der Aufstieg zur Stadt war in Kitzingen eng mit dem Benediktinerinnenkloster verknüpft, das bereits im 8. Jahrhundert gegründet wurde und als Versorgungsinstitut für nachgeborene Töchter des Hochadels diente. Mit dem Kloster sind, neben den Äbtissinnen, auch einige Heilige verbunden. Dazu gehört vor allem die heiligeHadeloga, deren Existenz zwar belegt ist, die allerdings lediglich in späteren Zuschreibungen als erste Äbtissin von Kitzingen ausgemacht wurde. Ihr an die Seite wurde die später ebenfalls heilig gesprocheneThekla von Kitzingen gestellt. Im Hochmittelalter war das Kloster ein geistliches Zentrum im Heiligen Römischen Reich. Hier wurde die heiligeElisabeth von Thüringen erzogen.
Phantasievolle Darstellung der heiligen Hadeloga in Kitzingen
Die Stadt entwickelte sich im Laufe des Spätmittelalters zu einem Treffpunkt für Humanisten. In Kitzingen wurde mitKonrad Stürtzel der unter Kaiser Maximilian I. amtierende Hofkanzler des Heiligen Römischen Reiches geboren und der Wiener GeographLadislaus Sunthaym schuf um 1500 eine ausführliche Stadtbeschreibung. Die Annahme des lutherischen Bekenntnisses erfolgte in Kitzingen früh und wurde vonFriedrich Bernbeck undPaul Eber vorangetrieben. Die ursprünglich fürstbischöflich würzburgische Stadt gelangte durch Verpfändung im Jahr 1443 an die Markgrafen von Brandenburg-Ansbach, die der evangelischen Konfession anhingen. Die städtischen Oberschichten forcierten in der Folgezeit die Anbindung an die Herrscher. MitGeorg Seyfridt dem Jüngeren brachte die Stadt einen Arzt in Diensten des Markgrafen Georg Friedrich I. hervor, gleichzeitig war der KitzingerGeorg Besserer für den Fürsten als Hofprediger tätig.
Nach dem Dreißigjährigen Krieg kam die Stadt wieder in die Hände des Würzburger Fürstbischofs, der Bischof musste allerdings eine lutherische Minderheit in der Stadt tolerieren. Dadurch entstand die im Barockzeitalter typische, konfessionelle Durchmischung der Stadtbevölkerung. In Kitzingen siedelten sich viele lutherische Künstler an, die von den Würzburger Fürstbischöfen auf den Baustellen in der Bistumsmetropole Würzburg herangezogen wurden. In Kitzingen wurden in dieser Zeit der MalerJohann Paul Codomann und der OrgelbauerJohann Konrad Brandenstein geboren. Der Letztgenannte war der Sohn desJohann Adam Brandenstein, der seine Werkstatt in der Stadt unterhielt. Daneben siedelten sich die Maler und BildhauerJohann Doser,Johann Steuerwald undReiner Wirl in der Stadt an.
Mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert stieg die Stadt zu einem bedeutenden Zentrum für verschiedene Wirtschaftsbereiche auf. Allerdings setzten in Kitzingen diese Entwicklungen später ein und blieben, aufgrund des weiterhin vorherrschenden Konflikts zwischen den Konfessionen auch auf einem lediglich lokal bedeutsamen Niveau stehen. Dennoch brachte die Stadt mehrere Kaufleute und Unternehmer hervor. Als typische Vertreter dieser Ära können die Vertreter der Familie Deuster gelten.Carl Otto Deuster gelang es über die wirtschaftliche Bedeutung in politische Macht umzumünzen: Er wurde Abgeordneter im Bayerischen Parlament. Sein SohnCarl Oskar von Deuster konnte sogar in den Adel des Königreichs Bayern aufsteigen.
Kitzingen entwickelte sich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu einem Zentrum der unterostfränkischen Mundartliteratur. Hier wirkten Männer wieAlfred Buchner,Wilhelm Widder,Hanns Rupp undEngelbert Bach, die ihre literarischen Arbeiten meist im Nebenberuf verfassten. MitBella Fromm,Olga Pöhlmann,Hellmuth Otto Engelhardt undKarin Müller brachte die Stadt aber auch mehrere bedeutende Schriftstellerinnen und Schriftsteller hervor. Die Stadtteile sind mit weiteren Persönlichkeiten verbunden. So entwickelte sich Sickershausen im 18. Jahrhundert zu einem Anlaufpunkt für Botaniker wie den OdenwälderChristian Gottfried Daniel Nees von Esenbeck oderErnst Friedrich Berger, die hier ihre Forschungen betrieben.
Hans Ambrosi, Bernhard Breuer:Deutsche Vinothek: Franken. Begleiter zu den Weinberg-Lagen, Winzern und ihren Küchen. Herford2 1993.
Klaus Arnold:1250 Jahre Kitzingen. Aus dem Schatten des Klosters zur Stadt am Main (=Schriften des Stadtarchivs Kitzingen. Band 5). Kitzingen 1996,ISBN 3-921327-26-1.
Klaus Arnold:Große Kreisstadt Kitzingen. In: Landrat und Kreistag des Landkreises Kitzingen (Hrsg.):Landkreis Kitzingen. Münsterschwarzach 1984. S. 517–527.
Klaus Arnold, Hans Bauer, Herbert Baumann, Dieter Böhn, Gerhard Rechter, Dirk Rosenstock, Erwin Rumpel, Christoph Schmerl, Erich Schneider, Helga Walter:1250 Jahre Kitzingen am Main – „apud Kizinga monasterium“ (=Schriften des Stadtarchivs Kitzingen. Band 4). Kitzingen 1995,ISBN 3-921327-25-3
Hans Bauer:Alte und neue Wappen im Landkreis Kitzingen. In:Jahrbuch des Landkreises Kitzingen 1980. Im Bannkreis des Schwanbergs. Kitzingen 1980. S. 53–70.
Dieter Böhn:Kitzingen am Main. Stadtgeographie und zentralörtliche Beziehungen (= Würzburger Geographische Arbeiten Heft 28). Würzburg 1969.
Georg Buchwald:Geschichte der Evangelischen Gemeinde zu Kitzingen: Aus den Urkunden erzählt. Leipzig B. Richter 1898. Neuauflage Kitzingen Högner 2011.
Hans Peter Eisenbach:Fronteinsätze eines Stuka-Fliegers. Helios, Aachen 2009,ISBN 978-3-938208-96-0. In dem Buch wird detailliert die Ausbildung der Stuka-Piloten in Kitzingen geschildert. Mit Aufnahmen von Stukas über dem Flugplatz Kitzingen 1942.
Ernst Kemmeter (Archivar der Stadt Kitzingen):Ein Gang durch die Geschichte der Stadt Kitzingen. Verlag der Bücherstube Högner, Kitzingen 1968.
↑Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie (Hrsg.):Verordnung zur Änderung der Verordnung über das Landesentwicklungsprogramm Bayern vom 21. Februar 2018. München.
↑WELT:Hitze: 40,5 Grad in Geilenkirchen – Wetterdienst verkündet neuen Hitzerekord. 24. Juli 2019 (welt.de [abgerufen am 24. Juli 2019]).
↑Herbert Baumann:Katholische Pfarrkirche St. Johannes in Kitzingen. Hrsg.: Katholisches Pfarramt St. Johannes. 1. Auflage. KunstSchätzeVerlag, Gerchsheim,ISBN 3-934223-01-X,S.27f.
↑Anja Legge: Heilige und Selige. Diözese Würzburg, abgerufen am 14. August 2019.
↑Theodor Sandel:Der Bauernkrieg. In:Kirchberg an der Jagst – Schicksal einer hohenlohe-fränkischen Stadt, Band I (1936), Verlag Lorenz Spindler Nürnberg.
↑Michael Steinbacher:Kitzingen – Sage und Wirklichkeit. In:Jahrbuch für den Landkreis Kitzingen. Im Bannkreis des Schwanbergs 2016. Dettelbach 2016. S. 267–276, hier: S. 271.
↑Klaus Arnold:Das Kitzinger Reinheitsgebot für den Wein aus dem Jahr 1482. S. 102.
↑Hans Ambrosi (u. a.):Deutsche Vinothek: Franken. S. 50–52.
↑Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (Hrsg.):Auswertung aus der Weinbaukartei; bestockte Rebflächen am Stichtag 31. Juli 2017. Veitshöchheim 2017.