Die evangelischeDorfkirche Otterwisch ist eine im Kernromanische, mehrfach umgebauteSaalkirche inOtterwisch imLandkreis Leipzig inSachsen. Sie gehört zum Pfarrbereich Otterwisch im Kirchenbezirk Leipziger Land derEvangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens und kann zu einer festen Zeit besichtigt werden.[1]
Die romanischeChorturmkirche stammt im Kern aus dem 12. Jahrhundert, derChor wurde um 1500 angebaut, die Erhöhung des Saales und Anbauten am Chor wurden in den Jahren 1690–1693 ausgeführt. Der hohe Turmaufsatz folgte 1702, eine Verlängerung und die Umgestaltung des Saales wurden 1896–1898 durchTheodor Quentin vorgenommen, wobei das Grufthaus durch eine Vorhalle ersetzt wurde. Eine Erneuerung des Äußeren wurde in den Jahren 1978–82 durchgeführt.
Das Bauwerk ist ein weiß verputzter Bruchsteinbau mit roten Gliederungen; der Turm wird von einem hohenoktogonalen Aufsatz mitwelscher Haube undLaterne bekrönt.
Der Saal ist flachgedeckt und an drei Seiten mit Emporen auf Holzstützen umgeben, welche auch die Holzdecke aus dem Jahr 1898 stützen; das große Deckengemälde mit der Verklärung Christi wurde vonOsmar Schindler anstelle eines vorherigen, vermutlich vonSamuel Bottschildt geschaffenen Bildes ausgeführt. Das Untergeschoss des Turms ist durch Rundbögen zum Saal und zum Chor geöffnet, hier und im Chor sindKlostergewölbe eingezogen. Im Chor sind wertvolle Farbglasfenster aus dem Jahr 1898 eingebaut, die in der Mitte die Kreuzigung darstellen.
Die Kanzel wurde von Johann Caspar Sandtmann im Jahr 1693 geschaffen; der Korb wird von einer Palme getragen, aus der Engel hervorwachsen. MehrereEpitaphien aus Sandstein wurden für Mitglieder der Familie von Hirschfeldt in den Jahren 1551–78 gearbeitet, einige davon aus der Werkstatt derBildhauerfamilie Walther in Dresden; alle zeigen einen ähnlichen Aufbau. In einerPilaster- oder Säulenbogenstellung ist jeweils ein Kruzifix zu sehen, bei einem Epitaph eine Darstellung desGnadenstuhls, darunter kniend der Verstorbene mit seiner Familie. In den Verdachungen ist die Auferstehung Christi dargestellt, auf den Sockeln die Grablegung und Anbetung durch die Hirten. Zahlreiche Inschriften gehören dazu.
Die Orgel ist ein Werk vonSchmeisser aus dem Jahr 1897 mit 16Registern auf zweiManualen undPedal.[2]
Das Pfarrhaus ist ein zweigeschossiges Bauwerk mitKrüppelwalmdach aus dem Jahr 1722, das am Giebel mitFachwerk versehen ist und mehrfach restauriert wurde.
Regelmäßig brütenWeißstörche auf dem Kirchendach.
51.20377212.609781Koordinaten:51° 12′ 13,6″ N,12° 36′ 35,2″ O