Kiefernholz

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Kiefernholz
Holz der Waldkiefer
Holz der Waldkiefer
Baumarten

Waldkiefer (Pinus sylvestris),Zirbelkiefer (Pinus cembra),Weymouth-Kiefer (Pinus strobus) und andere

Herkunft

Eurasien, Nordamerika

Materialeigenschaften
Rohdichte Mittelwert520 kg/m³
Rohdichte Grenzwerte300–860 kg/m³
Axiales Schwindmaß0,4 %
Radiales Schwindmaß4,0 %
Tangentiales Schwindmaß7,7 %
Biegefestigkeit80 N/mm²[1]
Druckfestigkeit45 N/mm²[1]
Zugfestigkeit100 N/mm²[1]
Wärmeleitfähigkeit0,133 W/(m·K)[2]
Brennstoffeigenschaften
Brennwert4,4 kWh/kg

AlsKiefernholz wird dasHolz derKiefern (GattungPinus) bezeichnet, das wie bsp. auchTannen-,Fichten- oderLärchenholz zu denNadelhölzern gehört. In Europa wird unter dieser Bezeichnung fast ausschließlich das Holz derWaldkiefer (Pinus sylvestris) bezeichnet. International gibt es eine Reihe weiterer Arten, deren Holz für unterschiedliche Nutzungen verwendet wird, darunter dieZirbelkiefer (Pinus cembra), dieWeymouth-Kiefer (Pinus strobus) und die zunehmend aufgrund ihrer Unempfindlichkeit gegenüber Luftverunreinigungen angebauteSchwarzkiefer (P. nigra).

Inhaltsverzeichnis

Bezeichnungen und Bedeutung

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Kiefernholz wird unter einer Reihe unterschiedlicher Namen vermarktet, die auch für die Bäume selbst verwendet werden; darunter befinden sich bsp. die NamenGemeine Kiefer,Waldkiefer,Sandkiefer,Weißkiefer,Föhre,Forche oderForle. Holz, das in Deutschland, Österreich oder der Schweiz alsNordische Kiefer oderPolarkiefer verkauft wird, stammt in der Regel ausSkandinavien,Finnland undRussland. Weitere auf die Herkunft bezogene Namen sindPolnische Kiefer oderOstpreußische Kiefer. Eine Handelsbezeichnung für Kiefernholz ist auchRotholz,[3] sowieRedwood,Baltic Redwood.[4]

Die Waldkiefer ist in Deutschland und Teilen Mitteleuropas die zweithäufigste Waldbaumart nach derFichte. In Deutschland macht ihr Flächenteil etwa 27 % an der Gesamtwaldfläche aus, während die Fichte auf etwa 32 % der Waldfläche zu finden ist. Dabei ist die Verteilung regional sehr unterschiedlich und der Kiefernanteil beträgt bsp. inBaden-Württemberg,Saarland undNordrhein-Westfalen bei etwa 11 bis 15 %, während er inMecklenburg-Vorpommern undSachsen-Anhalt über 50 % betragen kann. InBrandenburg ist die Verbreitung der Kiefer mit 82 % nicht nur landschaftsbestimmend, sie stellt zugleich den „Brotbaum“ der dortigen Forstwirtschaft dar. In Gesamteuropa und Nordasien stellt die Kiefer einen der wichtigsten Forstbäume dar, wobei sich ihr Verbreitungs- und Nutzungsgebiet über weite Teile Europas und Asiens zieht.

Eigenschaften

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Kiefern wachsen im Bestand weitgehend gerade mit einem vollholzigen und zylindrischen Stamm, wobei die Wuchsform sehr stark abhängig von der Region und den ökologischen Bedingungen sein kann. Regional können die Stämme entsprechend auch krummschäftig,drehwüchsig und starkästig sein. Die astfreien Stammlängen erreichen unter optimalen Bedingungen bis zu 20 Metern bei einer Gesamthöhe des Baumes von bis zu 48 Metern, der Durchmesser beträgt 0,4 bis 0,6 Meter, maximal kann er bis etwa 1 Meter erreichen. Als vergleichsweise anspruchslose Art ist die Kiefer sehr schnellwüchsig und kannHolzzuwächse von 7,8 m³ pro Jahr und Hektar erreichen; Hiebholz wird mit etwa 100 bis 120 Jahren geerntet, hochwertiges Qualitätsholz ist älter als 160 Jahre.

Querschnitt durch einen Kiefernstamm

DerKern- und derSplintholzbereich unterscheiden sich im Gegensatz zu dem derFichte und derTanne farblich sehr deutlich voneinander (Kernholzbaum). Dabei hat das 2 bis 10 Zentimeter dicke Splintholz eine gelblich- bis rötlich-weiße Farbe, während das Kernholz frisch rötlichgelb ist und zu einem rötlichbraunen bis rotbraunen Ton nachdunkelt. DieJahresringe setzen sich deutlich voneinander ab und messen im Mittel etwa 3 Millimeter, wobei sie je nach Standort zwischen einem Millimeter und fast einem Zentimeter stark variieren können. Dabei ist das Spätholz deutlich dunkler und rotbraun im Vergleich zum hellen Frühholz. DieHarzkanäle sind deutlich ausgeprägter als bei der Fichte oderLärche und sind auch makroskopisch zu erkennen.

Kiefernholz besitzt eine mittlereRohdichte von 520 kg/m³ bei 12–15 % Feuchtegehalt und ist damit im Vergleich zu anderen Nadelhölzern mittelschwer. Die mechanischen Eigenschaften des Holzes sind im Vergleich zu denen der Fichte sehr gut, zugleich ist allerdings der Streubereich sehr groß und abhängig von der Herkunft und den Wuchsbedingungen der Kiefer. Mit zunehmender Jahresringbreite (und damit zusammenhängend einem kleineren Spätholzanteil) nimmt die Dichte ab; die mechanischen Eigenschaften werden dadurch ebenfalls schlechter. Eine gute Zähigkeit und eine mäßigeSchwindung sind ebenfalls sehr gut nutzbare Eigenschaften des Holzes.

Das Kernholz der Kiefer ist mäßig bis wenigdauerhaft gegenüber holzzerstörenden Pilzen[5]. Das heißt, dass es unbehandelt für tragende Bauteile in Bereichen eingesetzt werden kann, in denen eine gelegentliche Befeuchtung möglich ist, nicht jedoch mit Erdkontakt oder direkter Bewitterung[6]. Gegen Fraßschädlinge wie denHausbock und denGewöhnlichen Nagekäfer ist das Holz weitgehend immun. Demgegenüber ist das Splintholz jedoch gegen Pilz- und Insektenbefall anfällig; für die Verwendung im Außenbereich muss das Holz entsprechend mit chemischenHolzschutzmitteln behandelt werden. Feuchtes Splintholz mit einem Feuchtegehalt über 25 % ist sehr anfällig fürBläue, die zwar keine Veränderung der mechanischen Eigenschaften bewirkt, aber eine optische Beeinflussung für die Nutzung darstellt und Einfluss auf die Fähigkeit zur Flüssigkeitsaufnahme haben kann. Außerdem sind Bläuepilze in der Lage,Beschichtungen zu beschädigen und so Folgeschäden zu begünstigen[7].

Die Bearbeitung des Holzes durch Sägen, Hobeln, Fräsen, Messern (für die Herstellung von Furnieren) und andere Techniken ist problemlos möglich, auch die Verbindung durch Schrauben und Nägel sowie durch Leim ist problemlos. Anstriche, Lasuren und Beizen sind ohne Aufwand anwendbar, allerdings können sich hier starke Harzgehalte negativ auswirken.

Verwendung

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Stoffliche Nutzung

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Kiefern- und Fichtenholz im Vergleich: Die beiden linken Bretter sind aus Kiefernholz, während das rechte aus Fichtenholz besteht.

Kiefernholz wird in Form von Rund-, Schnitt- und Furnierholz vermarktet und eingesetzt, außerdem dient es für die Herstellung vonHolzwerkstoffen, vor allem vonSpanplatten mit hohen Kiefernholzanteilen. Eine weitere zentrale Verwendung für das Holz der Kiefer und anderer Nadelbäume ist die Papier- und Zellstoffherstellung, wobei die Kiefer allerdings nicht im bsp. in Deutschland aus ökologischen Gründen dominierendenSulfitverfahren aufgeschlossen werden kann. Aufgrund der längeren Fasern gegenüber Laubhölzern verfilzen ihre Fasern leichter und es ergibt sich eine höhere Festigkeit des Papiers.

Als Bau- und Konstruktionsholz wird Kiefernholz nahezu überall eingesetzt; sowohl im Innenausbau wie auch bei Außenanwendungen. Es findet entsprechend Verwendung im Hausbau fürDachkonstruktionen, für Holzverkleidungen, Geländer, Treppen, Skelettkonstruktionen für Wände und Decken, Fußböden, Fenster, Türen und Tore. Imprägniertes Kiefernholz dient als Fassadenverkleidung, Terrassendecking und zur weiteren Anwendungen als Kinderspielgeräte, Zäune, Pergola und anderes im Garten- und Landschaftsbau. Hinzu kommen eine Reihe weiterer Anwendungen wie Masten, Pfosten, Pfähle und andere Anwendungen im Außenbereich, insbesondere auch als Rammpfähle im Wasser-, Hafen- und Bergbau. Für wenig belastete undStraßenbahngleise werdenHolzschwellen aus Kiefern- undLärchenholz verwendet.

Der Möbelbau stellt für Kiefernholz eines der Hauptverwendungsgebiete dar; es wird sowohl massiv wie auch in Form von Holzwerkstoffen alsBlindholz und Hauptholz für einfache Möbel eingesetzt, Kiefernholzfurniere werden zudem für die optische Gestaltung verwendet. In der Verpackungsindustrie werden bsp. Kisten, Paletten, Container, Fässer und andere Behälter sowieHolzwolle aus Kiefernholz hergestellt.

Energetische Nutzung

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Im Bereich der energetischen Nutzung spielt Kiefernholz mit einem Brennwert von 4,4 kWh/kg bzw. 1.700 kWh/rm eine zentrale Rolle; sowohl in Form von Scheitholz für den Hausbrand wie auch in Form vonHackschnitzeln,Holzpellets und-briketts für entsprechende Heizsysteme. AlsWald- undIndustrierestholz wird es zudem auch inBiomasseheizwerken undBiomasseheizkraftwerken als Energierohstoff genutzt.

Belege

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  1. abcnachDIN 68364 – Kennwerte von Holzarten – Rohdichte, Elastizitätsmodul und Festigkeiten. Mai 2005.
  2. Peter Niemz:Untersuchungen zur Wärmeleitfähigkeit ausgewählter einheimischer und fremdländischer Holzarten. In:Bauphysik 29.Band 29,Nr. 4. Ernst & Sohn Verlag für Architektur und technische Wissenschaften GmbH & Co. KG, Berlin 2007,S. 311–312,doi:10.1002/bapi.200710040. 
  3. Herbert Hesmer:Forschungsberichte des Landes Nordrhein-Westfalen; Nr. 3211. Westdeutscher Verlag, 1986,ISBN 978-3-531-03211-5, S. 248.
  4. K. Keller, G. Schneider (Hrsg.):Hagers Handbuch der Pharmazeutischen Praxis. 6. Band:Drogen P–Z Band II, 5. Auflage, Springer, 1994,ISBN 978-3-642-63390-4, S. 180.
  5. Dauerhaftigkeitsklasse 3–4 nach DIN EN 350-2:Dauerhaftigkeit von Holz und Holzprodukten – Natürliche Dauerhaftigkeit von Vollholz – Teil 2: Leitfaden für die natürliche Dauerhaftigkeit und Tränkbarkeit von ausgewählten Holzarten von besonderer Bedeutung in Europa.
  6. nach DIN 68800 Teil 3
  7. Olaf Schmidt, Tobias Huckfeldt:Gebäudepilze. in: Johann Müller (Hrsg.):Holzschutz im Hochbau. Grundlagen – Holzschädlinge – Vorbeugung – Bekämpfung. Fraunhofer IRB Verlag, Stuttgart 2005,ISBN 3-8167-6647-1, S. 64 f.

Literatur

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  • D. Grosser, W. Teetz:Kiefer. In:Einheimische Nutzhölzer (Loseblattsammlung). Informationsdienst Holz, Holzabsatzfond – Absatzförderungfonds der deutschen Forst- und Holzwirtschaft, 1998,ISSN 0446-2114. 

Weblinks

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Commons: Pinus sylvestris wood – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Kiefernholz – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Normdaten (Sachbegriff):GND:4389627-3(lobid,OGND,AKS)
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