DieHalbinsel Kertsch (ukrainischКерченський півострів,Kertschenskyj piwostriw;russischКерченский полуостров,Kertschenskij poluostrow;krimtatarischKeriç yarımadası) bildet den östlichsten Teil derHalbinselKrim. Die Halbinsel trennt dasSchwarze Meer vomAsowschen Meer und liegt gegenüber derTaman-Halbinsel, von der sie durch dieStraße von Kertsch getrennt ist. Das westliche Ende der Halbinsel bildet der 17 km breiteIsthmus vonAk-Monaj. Zudem beginnt dieArabat-Nehrung im Nordwesten der Halbinsel Kertsch. Der nördlichste Punkt der Halbinsel ist das unter Naturschutz stehendeKapKasantyp.
Die Halbinsel ist demRajonLenine zugehörig, dem flächenmäßig größten Rajon der Krim. Die restliche Fläche gehört zur StadtKertsch, die als größte Stadt der Halbinsel einen eigenen Stadtkreis bildet. Beide Verwaltungseinheiten umfassen zusammengenommen eine Fläche von 3.027 km² und haben 220.852 Einwohner (Stand: 1. Januar 2006). In Ost-West-Richtung ist die Halbinsel etwa 90 km lang, ihre größte Breite beträgt etwa 52 km. Weitere bedeutsame Ortschaften neben Kertsch sind die StadtSchtscholkine und dieSiedlung städtischen TypsLenine.Verkehrstechnisch ist die Halbinsel Kertsch durch die FernstraßeM 17 erschlossen, die von Kertsch aus überFeodossija in nordwestlicher Richtung bis auf das ukrainische Festland nachCherson führt. Darüber hinaus existiert von Kertsch aus eine Fährverbindung nachPort Kawkas auf der Kuban-Halbinsel und seit 2018 (Straße) bzw. Dezember 2019 (Bahn)[1] dieKrim-Brücke über die Straße von Kertsch zur Taman-Halbinsel.
An der Stelle der namensgebenden StadtKertsch befand sich dasantikePantikapaion, einegriechische Kolonialstadt, die im siebten Jahrhundert v. Chr. vonMilet aus gegründet wurde und später der Sitz der Könige desBosporanischen Reichs war. Sie wurde im vierten Jahrhundert n. Chr. von denHunnen zerstört. Im sechsten Jahrhundert wurde hier diebyzantinische FestungBosporus errichtet. Zeitweilig herrschte hier die Handelsmacht derVenezianer undGenuesen über die von ihnenVosporo,Bosporo oderCerkio genannte Stadt. Im 15. Jahrhundert gehörte die Halbinsel Kertsch zumKrim-Khanat, und 1475 kam die Stadt wie die gesamte Krim unter den Einfluss desOsmanischen Reiches. Im Jahr 1774 wurden Kertsch und die FestungJeni-Kale an dasRussische Reich angeschlossen.
ImZweiten Weltkrieg wurde die Halbinsel von der deutschenWehrmacht besetzt. DieRote Armee konnte sie zum Jahreswechsel 1941/42 mit derKertsch-Feodossijaer Landungsoperation zurückerobern, nach mehreren Schlachten gelang den Deutschen im Mai 1942 beimUnternehmen Trappenjagd jedoch die erneute Besetzung. Die Rote Armee konnte dann bei derKertsch-Eltigener Operation im November 1943 einen wichtigen Brückenkopf für dieSchlacht um die Krim im Frühjahr 1944 schaffen.
Durch Beschluss desObersten Sowjets der UdSSR am 19. Februar 1954[2] aus Anlass des 300. Jahrestags desVertrags von Perejaslaw wurde das Gebiet mit der gesamtenOblast Krim am 26. April 1954 an dieUkrainische Sozialistische Sowjetrepublik (USSR) angeschlossen. Verwaltungstechnisch gehörte die Halbinsel daher nach der Auflösung derSowjetunion zurAutonomen Republik Krim derUkraine. Seit der völkerrechtswidrigenAnnexion der Krim durch Russland übt Russland die Kontrolle über das Gebiet aus.
- ↑EU kritisiert Freigabe von Krim-Brücke für Zugsverkehr orf.at, 23. Dezember 2019, abgerufen am 23. Dezember 2019.
- ↑The Transfer of the Crimea to the Ukraine (englisch)