Movatterモバイル変換


[0]ホーム

URL:


Zum Inhalt springen
WikipediaDie freie Enzyklopädie
Suche

Katrin Sass

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Katrin Sass in der SendungMarkus Lanz, 2012

Katrin Sass (zwischenzeitlichSaß, *23. Oktober1956 inSchwerin) ist einedeutscheSchauspielerin. Ihren Durchbruch hatte sie 1981 in demDEFA-SpielfilmBürgschaft für ein Jahr. Imwiedervereinigten Deutschland wurde sie vor allem durch ihre Rolle der depressiven Christiane Kerner in der TragikomödieGood Bye, Lenin! (2003) und der ehemaligen Staatsanwältin Karin Lossow in der ARD-KrimireiheDer Usedom-Krimi bekannt.

Leben

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Herkunft und Privates

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Ihre Mutter ist dieSchauspielerinMarga Heiden (1921–2013), die imDDR-Fernsehen durchMundartstücke derFritz-Reuter-Bühne Schwerin bekannt wurde.[1] Auf Drängen ihrer Mutter lernte Katrin Sass zunächst den Beruf derFacharbeiterin für Fernsprechtechnik und war anschließend Ankleiderin an einem Theater.[2] Der erste Bewerbungsversuch an derBerliner Schauspielschule scheiterte, der zweite inRostock[3] gelang.

Sass erklärte, zu DDR-Zeiten von ihrer besten Freundin seit 1987 aus Rache[4] sowie von Freunden und Kollegen, die sich alsInoffizielle Mitarbeiter von derStasi hatten anwerben lassen,bespitzelt worden zu sein.[5]

Sass litt seit ihrem neunzehnten Lebensjahr und besonders nach derWende anAlkoholsucht. Diese überwand sie 1998 und thematisierte sie 2001 öffentlich.[6][7] Von 1991 bis 2007 war sie mit dem RegisseurSiegfried Kühn verheiratet. 2003 veröffentlichte Sass ihreAutobiografieDas Glück wird niemals alt.[8] Sie lebt inMecklenburg undBerlin-Müggelheim.[9]

Namensschreibweise

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Sass’ Angaben zufolge habe sie ihren Nachnamen in der DDR inSaß ändern lassen müssen. Sie vermute, dass die damaligen staatlichen Autoritäten mit der SchreibweiseSass die „Nazi-Kürzel“SA undSS assoziierten.[10][11] Ihr Name wurde allerdings auch in DDR-Filmen und Serien mit Doppel-S geschrieben.[12] Noch lange nach dem Ende der DDR trat sie unter der SchreibweiseSaß auf.[13]

Kritik

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Im Januar 2013 geriet Sass in den Fokus der Aufmerksamkeit, nachdem sie in der TalkshowMarkus Lanz den Schauspieler und ModeratorPeer Kusmagk aufgrund seinerDschungelcamp-Teilnahme kritisiert und verbal heftig angegriffen hatte. Sie wurde dabei nach Auffassung von Kritikern persönlich beleidigend.[14] DerStern, dessen Berichterstattung Sass in derselben Talkshow ebenfalls kritisiert hatte, bezeichnete ihren Diskussionsstil als „arrogante Schulmeisterei“ und „unter der Gürtellinie“ und verglich ihr Agieren in der Talkshow mit dem seinerzeitigenKlaus Kinskis.[15]

Schauspielkarriere

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Theater

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Ihre Theaterlaufbahn begann Anfang der 1980er Jahre am Kleist-Theater inFrankfurt (Oder), 1981 holtePeter Sodann sie nachHalle/Saale. Es folgte einEngagement amSchauspielhaus Leipzig bis 1990. Im August 2006 spielte sie in einer Inszenierung vonBertolt BrechtsDreigroschenoper vonKlaus Maria Brandauer die Rolle der Celia Peachum amMetropol-Theater Berlin.

Film und Fernsehen

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
Ruth Reinecke,Uwe Kockisch und Katrin Sass alsDDR-Bürger der 1980er Jahre in derARD-SerieWeissensee, 2014

Im Jahr 1979 gab Sass mit 23 Jahren ihr Filmdebüt mit der Hauptrolle inHeiner Carows FilmdramaBis daß der Tod euch scheidet, wo sie eine früh desillusionierte junge Ehefrau verkörperte. Für ihre Darstellung der jungen alleinerziehenden Mutter Nina Kern in dem FilmBürgschaft für ein Jahr (1981), gedreht noch während ihrer Studienzeit, erhielt sie auf derBerlinale 1982 inWest-Berlin denSilbernen Bären. Sass selbst gibt an, als Reaktion auf die westdeutsche Auszeichnung bei der Berlinale, zu der sie reisen durfte, vom DDR-Regime zwei Jahre lang keine Filmrollen mehr erhalten zu haben.[5] Ab Mitte der 1980er Jahre war sie allerdings in zahlreichenDEFA-Filmen zu sehen und wurde 1987 in der DDR zurSchauspielerin des Jahres gekürt.

Imwiedervereinigten Deutschland konnte Sass nahtlos an ihre Laufbahn in der DDR anknüpfen. Dem gesamtdeutschen Publikum wurde sie durch ihre Darstellung der KriminalhauptkommissarinTanja Voigt in der FernsehreihePolizeiruf 110 bekannt, in der sie von 1993 bis 1998 spielte.[16] Aufgrund ihrerAlkoholsuchterkrankung wurde ihr 1998 vomORB, der damals produzierenden Sendeanstalt, ihre Rolle als Kommissarin Voigt imPolizeiruf 110 gekündigt.[17]

Im Juli 1998 war Sass in dem 1997 entstandenen FilmdramaDas vergessene Leben der RegisseurinClaudia Prietzel an der Seite vonInge Meysel undFlorian Lukas in einer der Hauptrollen als Psychiatrie-Leiterin Dr. Roth zu sehen. Mit den Hauptrollen im SozialdramaHeidi M. (2001) und im internationalen PublikumserfolgGood Bye, Lenin! (2003) hatte sie ihrComeback auf der Kinoleinwand. Von 2010 bis 2015 spielte sie als Chansonsängerin und Klavierlehrerin Dunja Hausmann eine der Hauptrollen in der ARD-FernsehserieWeissensee. 2013 veröffentlichte sie die Lieder, die sie in ihrer Rolle vorgetragen hat, unter dem TitelKönigskinder als Album.[18] Seit 2014 verkörpert sie die Hauptrolle der ehemaligen Staatsanwältin Karin Lossow in der ARD-DonnerstagskrimireiheDer Usedom-Krimi.

Filmografie (Auswahl)

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Kino

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Fernsehfilme

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Fernsehserien und -reihen

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Fernsehauftritte (Auswahl)

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Sonstiges

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Musik

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
  • 2013: Königskinder. Lieder aus der FernsehserieWeissensee (CD)
  • 2023: Am Wasser. (Album)

Auszeichnungen

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Autobiografie

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Literatur

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Weblinks

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
Commons: Katrin Sass – Sammlung von Bildern und Audiodateien
Interviews

Einzelnachweise

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
  1. Katrin Sass imMunzinger-Archiv, abgerufen am 1. Juni 2023 (Artikelanfang frei abrufbar)
  2. Bildbox: Katrin Saß, in:Neues Leben 1981, H. 7, S. 65f
  3. Christina Brecht-Benze:Setzen, Sechs! – Schulgeschichten aus Deutschland (2/3). Verpasste Chancen. Dokumentarfilm im Auftrag des SWR. Deutsche Erstausstrahlung am 15. Dezember 2005.
  4. Schauspielerin Katrin Saß spricht in FUNK UHR über ihre schlimmsteZeit: Warum ich meine beste Freundin umbringen wollte. 14. Juni 2001, abgerufen am 4. Mai 2024. 
  5. abKatrin Sass: Wie mich die Stasi mit Turnschuhen ködern wollte - WELT. 3. Oktober 2015, abgerufen am 4. Mai 2024. 
  6. Katrin Sass: „Ich möchte offen über die Sucht reden“. (Memento vom 4. Januar 2012 imInternet Archive) Interview ausGesundheit und Gesellschaft Spezial 12/2010, KomPart-Verlags-Gesellschaft, Bonn. Wiedergegeben aufbrigitte.de, 1. November 2011
  7. Interview: Katrin Saß: „Wer fragt hier noch nach Ossi oder Wessi?“ In:Der Tagesspiegel Online.ISSN 1865-2263 (tagesspiegel.de [abgerufen am 4. Mai 2024]). 
  8. Katrin Saß:Das Glück wird niemals alt. Ullstein, München 2003, S. 163.
  9. Katrin Sass bekam den Paula-Preis. In: Müggelheimer Bote. März 2010, abgerufen am 4. Mai 2024. 
  10. Katrin Saß:Das Glück wird niemals alt, S. 22, 2003. „[…] sagte der Pförtner immer das Gleiche: ‚Wo willst du hin, zu Hans-Otto Sass, SA-SS, Doppelnazi […]‘ Damals wurden wir noch mit Doppel-S geschrieben. Später, als ich meinen Ausweis schon hatte, musste die Familie Sass zur Polizei und das ‚ss‘ wurde in ein ‚ß‘ verwandelt, keiner wusste warum. Das hatte vielleicht mit dem Satz des Pförtners zu tun.“
  11. Premiere von „Weissensee“: Warum Katrin Sass in der DDR als „Doppel-Nazi“ galt. 1. September 2010, abgerufen am 4. Mai 2024. 
  12. z. B.:Bis dass der Tod euch scheidet, 1978;Polizeiruf 110: Nerze, 1981;Das Haus am Fluß, 1986
  13. z. B.:Polizeiruf 110: Das Wunder von Wustermark, 1998
  14. Volker Probst:Der Aussetzer von Katrin Sass.n-tv, 30. Januar 2013, abgerufen am 31. Januar 2013
    Katrin Sass macht Peer Kusmagk nieder.B.Z., abgerufen am 31. Januar 2013bz-berlin.de (Memento vom 20. August 2015 imInternet Archive)Vorlage:Webarchiv/Wartung/Linktext_fehlt Linktext fehlt., abgerufen am 20. August 2015.
  15. Jens Maier:Katrin Sass rastet bei Markus Lanz aus.Stern.de, 30. Januar 2013, abgerufen am 31. Januar 2013.
  16. Jens-Uwe Korsowsky:Katrin Saß: Bonjour Katrin, Good Bye Lenin.Emma 2/2003, 1. März 2003, abgerufen am 20. August 2015.
  17. Bernhard Borgeest, Heiner Bayer:„Wer nicht am Abgrund steht, dem wachsen keine Flügel“.Focus 30/2003, 21. Juli 2003, S. 103–110.
  18. Kurzmeldung zum AlbumKönigskinder auf popshot.over-blog.de, 16. April 2016.
  19. mdr.de: Katrin Sass mit Goldener Henne ausgezeichnet | MDR.DE. Abgerufen am 12. September 2025. 
Personendaten
NAMESass, Katrin
ALTERNATIVNAMENSaß, Katrin
KURZBESCHREIBUNGdeutsche Schauspielerin
GEBURTSDATUM23. Oktober 1956
GEBURTSORTSchwerin
Abgerufen von „https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Katrin_Sass&oldid=263345006
Kategorien:
Versteckte Kategorie:

[8]ページ先頭

©2009-2026 Movatter.jp