DerKatechumenat bezeichnet imChristentum die Vorbereitung eines Taufbewerbers (Katechumene) auf die Aufnahme in die Kirche durch dieTaufe.
In manchen evangelischen Kirchen wird auch die Vorbereitungszeit auf dieKonfirmation als Katechumenat bezeichnet.
In frühchristlicher Zeit bis ins 6. Jahrhundert traten nebenJuden vorwiegend erwachseneHeiden zumChristentum über, die vor ihrer Taufe in einem Zeitraum von zwei bis drei Jahren mit dem Christsein vertraut gemacht und im Glauben unterwiesen wurden. Man unterschied dabei in der Regel zwei Stufen:
ImMittelalter wurde dieKindertaufe zum Normalfall, dieKatechese wurde damit hinter die Taufhandlung gesetzt. Erwachsenentaufen kamen, außer in Missionsgebieten, nur noch selten vor.Francisco de Borja, der dritteGeneral derJesuiten, erinnerte seine Mitbrüder in denjesuitischen Missionen an die altkirchliche Praxis des Katechumenates. Er wies sie an, nicht möglichst schnell und möglichst viel zu taufen, sondern die Taufbewerber sorgfältig auf die Taufe vorzubereiten. Man solle nicht mehr Taufbewerber taufen, als man im christlichen Glauben erhalten könne.[1]

Die römisch-katholische Kirche hat mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil weltweit die Wiederherstellung des Katechumenats vor der Taufe Erwachsener beschlossen (Liturgiekonstitution „Sacrosanctum Concilium“ Nr. 64.)[2]
In den letzten Jahrzehnten gab es in Deutschland häufiger als früher Erwachsenentaufen. Eine Ursache dafür liegt in derWiedervereinigung Deutschlands. In der Folge entschieden sich viele ungetaufte Erwachsene aus der ehemaligenDDR für den Glauben. Die katholischen und evangelischenKirchen reagierten darauf mit einer bewussten Erneuerung der Hinführung zur Erwachsenentaufe und damit auch der Erwachsenenkatechese. Grundlage ist die Erkenntnis, dass die notwendige Vermittlung von Glaubenswissen mit dem Kennenlernen derGemeinde, dem konkreten Mitleben desKirchenjahres und der geistlichen Begleitung des Taufbewerbers verbunden sein muss. Darum wurden vielfach frühchristliche Stufen der Aufnahme in erneuerter Form wieder eingeführt, indem die Wegstrecke des Katechumenats von verschiedenen kleinen Feiern (Aufnahme in den Katechumenat,Segnung,Salbung mit demKatechumenenöl) begleitet wird. Am Ende dieses Weges steht die Tauffeier, womöglich in derLiturgie derOsternacht. Dauer und Lehrplan des Katechumenats sind weder in der katholischen noch in der evangelischen Kirche einheitlich geregelt.
In manchen evangelischen Kirchen wird auch die Vorbereitungszeit auf dieKonfirmation als Katechumenat bezeichnet, zum Teil auch das erste Jahr dieser Zeit (Jugendliche im ersten Jahr: Katechumenen; im zweiten Jahr: Konfirmanden).
Auch dieevangelisch-freikirchlichen Gemeinden, die als Mitglieder derbaptistischen Konfessionsfamilie die Kindertaufe ablehnen und ausschließlich dieGläubigentaufe praktizieren, bieten für Taufbewerber und am Thema Taufe Interessierte eine Taufvorbereitung an. Während es im Grundkurs des Glaubens um die zentralen Themen derNachfolge Christi geht, behandelt der Taufkurs, der sich häufig an den Grundkurs anschließt, primär die Tauf- undGemeindelehre, setzt aber auch seelsorgerliche Akzente. Zum evangelisch-freikirchlichen Katechumenat gehören auch die Gespräche des Taufbewerbers mit Mitgliedern der Gemeindeleitung und seinem Taufbegleiter. Am Ende der Taufvorbereitung steht das persönliche Glaubensbekenntnis des Täuflings vor der versammelten Gemeinde, die Taufempfehlung seiner Gesprächspartner sowie die nach seiner Taufe unter Handauflegung zu vollziehende Aufnahme in die Gemeinde.