DieKarpfenartigen (Cypriniformes), auchCypriniden genannt, sind eine artenreiche Ordnung vonSüßwasserfischen. Sie kommen in Europa, Asien, Afrika und Nordamerika vor und dominieren vielfach die dortige Fischfauna. Ein Drittel aller Süßwasserfische und 6 % derWirbeltierarten gehören zu den Karpfenartigen.[1] In Südostasien ist der Artenreichtum am größten. Karpfenartige bevorzugen wärmeres Wasser und werden im Norden und in kalten Gebirgsbächen zunehmend vonForellenfischen ersetzt. Sie fehlen in Südamerika, Madagaskar, Australien sowie östlich derWallace-Linie. Zu den bekanntesten Karpfenartigen gehören derKarpfen (Cyprinus carpio) und der alsModellorganismus gut erforschteZebrabärbling (Danio rerio).[1]
Die Karpfenartigen sind meist schlanke bis hochrückige Fische. Unter denSchmerlen gibt es auch einige aalartig langgestreckte Formen (Schlammpeitzger,Dornaugen). Arten aus gemäßigten Regionen und große tropische Formen sind meist schlicht, kleine tropische Arten oft bunt gefärbt und beliebte Aquarienfische.
DieKiefer, die anderen Mundknochen und dieKiemenbögen 1 bis 4 sind zahnlos, imRachenraum sitzen ein bis drei ReihenSchlundzähne auf sichelförmigen Schlundknochen. Die Schlundzähne sind ein wichtiges Merkmal für die Artbestimmung. Das Maul ist oft stark vorstülpbar, die Lippen häufig mitBarteln besetzt. Zwischen Fortsätzen derPraemaxillare sitzt ein Kinethmoid genannter Knochen, der für die Karpfenartigen typisch ist. Kopf- undKiemendeckel sind nackt, der Rumpf mitElasmoidschuppen bedeckt. EineFettflosse fehlt.Gräten, Verknöcherungen desBindegewebes zwischen denMuskelsegmenten, sind oft sehr zahlreich. DieSchwimmblase ist durch Einschnürungen in zwei oder drei Kammern geteilt und hat eine Verbindung zum Vorderdarm, aber ohne innere Wand.
Die meisten Karpfenartigen sind kleine bis mittelgroße Fische. Der größte istTor putitora, ein südostasiatischerCyprinide, der eine Länge von 2,75 Meter erreichen kann.[2] Aber auch der kleinste bekannte Fisch ist ein Karpfenartiger,Paedocypris progenetica erreicht eine Länge von 10 mm.[3]
Die Ordnung derKarpfenartigen (Cypriniformes) gehört zusammen mit denSalmlerartigen, denWelsartigen und zwei weiteren, artenärmeren Familien zur Überordnung derOstariophysi, die damit die Mehrzahl aller Süßwasserfische umfasst. Zu den Karpfenartigen gehören 23 Familien[4] und etwa 4300 beschriebene Arten. Die Zahl der bisher unbeschriebenen Arten wird mit etwa 2500 angegeben. Viele der heute gelisteten Familien wurden bisher als Unterfamilien zu denKarpfenfischen (Cyprinidae) gerechnet und wurden erst im Jahr 2016 durch Stout und Kollegen zu eigenständigen Familien.[1]
↑abcdC. C. Stout, M. Tan, A. R. Lemmon, E. Moriarty Lemmon & J. W. Armbruster:Resolving Cypriniformes relationships using an anchored enrichment approach. BMC Evolutionary Biology, November 2016.doi:10.1186/s12862-016-0819-5
↑M. Kottelat, R. Britz, H.H. Tan, K.-E. Witte. 2005:Paedocypris, a new genus of Southeast Asian cyprinid fish with a remarkable sexual dimorphism, comprises the world's smallest vertebrate. Proceedings of the Royal Society, Volume 273, Number 1589 / April 22, 2006,doi:10.1098/rspb.2005.3419