Karl Gengler (*8. Oktober1886 inHagenau,Elsass; †9. Oktober1974 inRottweil, laut seiner GeburtsurkundeCarl Gengler) war ein deutscherPolitiker (Zentrum,CDU).
Gengler wurde 1886 als Sohn desKlempners Johann Gengler und seiner späteren Ehefrau, der Näherin Barbara Gengler, geborene Gangloff, in der Stadt Hagenau im Elsass geboren. Zum Zeitpunkt seiner Geburt waren seine Eltern nicht verheiratet. Er wurde als Carl Gangloff geboren und am 10. Januar 1893 nach Eheschließung der Eltern in Carl Gengler umbenannt.[1] Er entstammte einfachen Verhältnissen und hatte keine höhere Schulbildung. Er besuchte zunächst die Volksschule in Hagenau und absolvierte anschließend eine Klempnerlehre, die er 1904 inBaden-Baden abschloss. Bis 1908 war er als Klempner in Baden-Baden, Hagenau undMainz tätig. Von 1908 bis 1910 leistete er Militärdienst beim1. Großherzoglich Hessischen Leibgarderegiment inDarmstadt.
Gengler wurde in seiner Jugend Mitglied desWindthorstbunds und derZentrumspartei. Zudem trat er demGesellenvereinKolping und demChristlichen Metallarbeiterverband bei. 1910 wurde er Sekretär des Christlichen Metallarbeiterverbandes, zunächst inDuisburg, ab 1911 inPforzheim. Von 1911 bis 1933 war er Bezirksleiter des Verbandes fürSüdwestdeutschland inStuttgart. Diese Tätigkeit wurde von 1914 bis 1916 durch einen Kriegseinsatz imErsten Weltkrieg unterbrochen, bei dem er in einem württembergischen Regiment diente. Von 1921 bis 1933 war er zudem Vertreter der Versicherten im Vorstand derLandesversicherungsanstalt Württemberg und im Ständigen Ausschuss der Deutschen Invalidenversicherung. Zudem hatte er den geschäftsführenden Vorsitz des Landeskartells der Christlichen Gewerkschaften inne.
Nach derMachtübernahme der Nationalsozialisten und derGleichschaltung der Gewerkschaften weigerte sich Gengler, seine Tätigkeit in derDeutschen Arbeitsfront fortzusetzen und wurde 1933 fristlos entlassen. Er wurde 1933 wurde er arbeitslos, lebte von der Wohlfahrtsunterstützung und stand unterGestapoaufsicht. 1934 übernahm er ein Haftpflicht-Schadensbüro inMünchen, das er 1935 nach Anordnungen der Nationalsozialisten wieder schließen musste. Im gleichen Jahr gründete er gemeinsam mit seinem ältesten Sohn eineMusikschule inKöln, die 1944 bei einem Bombenangriff zerstört wurde. Gengler kehrte daraufhin nachWürttemberg zurück und war bis 1945 Sachbearbeiter beim MusikinstrumentenherstellerHohner inTrossingen. Er war bis 1945 Mitglied der Deutschen Arbeitsfront, bis 1944 Mitglied derNS-Kriegsopferversorgung und von 1938 bis 1943 Mitglied derNationalsozialistischen Volkswohlfahrt. Während der NS-Zeit hielt er Kontakt zuJakob Kaiser undWilhelm Leuschner.
In Trossingen erlebte Gengler das Kriegsende und den Einmarsch der französischen Besatzungstruppen. Das Kriegsende ermöglichte ihm die Rückkehr zu einer adäquaten beruflichen Tätigkeit. Er wurde im August 1945 Geschäftsführer derAOK inRottweil. 1946 war er Mitglied des Geschäftsführenden Vorstands der Gewerkschaften in derfranzösischen Besatzungszone Württembergs. Von 1948 bis 1949 war er Präsident desLandesarbeitsamtes fürWürttemberg-Hohenzollern.
Gengler warrömisch-katholisch. Er war ab 1913 verheiratet; seine Frau und er wurden von PfarrerHeinrich Feurstein inDonaueschingen getraut. Das Ehepaar hatte zwei Kinder.
Gengler war von 1919 bis 1933 für dasZentrum Mitglied der Verfassungsgebende Landesversammlung bzw. desLandtags des freien Volksstaates Württemberg. Er wurde stets im WahlkreisAalen-Schwäbisch Gmünd gewählt. 1924 wurde er Vorsitzender des Ausschusses für Wirtschaft und Verwaltung und fungierte als Sprecher seiner Fraktion in Fragen der Wirtschafts- und Sozialpolitik. Er war ein wichtiger Vertreters des linken Flügels des Zentrums in derWeimarer Republik.
Nach dem Zweiten Weltkrieg beteiligte sich Gengler an der Gründung der CDU. Er wurde bei der konstituierenden Sitzung derBeratenden Landesversammlung des LandesWürttemberg-Hohenzollern am 22. November 1946 zu deren Präsidenten gewählt. Am 21. Februar 1947 wurde er bei einem Verkehrsunfall auf dem Weg vonBebenhausen nachRottweil verletzt, so dass er erst wieder in der letzten Sitzung der Beratenden Landesversammlung am 9. Mai 1947 teilnehmen konnte.[2]Landtagspräsident blieb er auch imLandtag für Württemberg-Hohenzollern von 1947 bis 1952. Ab derersten Bundestagswahl 1949 bis 1957 gehörte er demDeutschen Bundestag an. Er gewann 1949 wie1953 dasDirektmandat imWahlkreis Rottweil. Im Bundestag war er stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Geschäftsordnung und Immunität und bis zum 7. Juni 1950 außerdem stellvertretender Vorsitzender des Organisationsausschusses.
Nach seinem Ausscheiden aus dem Bundestag war er von 1957 bis 1960 Kreisvorsitzender der CDU in Rottweil. 1960 wurde er zum Ehrenvorsitzenden des Kreisverbands gewählt. Zudem war er von 1958 bis 1974 baden-württembergischer Landesvorsitzender desKuratoriums Unteilbares Deutschland und von 1961 bis 1974 Landesvorsitzender derChristlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft Deutschlands.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Gengler, Karl |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Politiker (CDU), MdL und MdB |
| GEBURTSDATUM | 8. Oktober 1886 |
| GEBURTSORT | Hagenau,Elsass |
| STERBEDATUM | 9. Oktober 1974 |
| STERBEORT | Rottweil |