DieKanton-Oper (chinesisch 粵劇 / 粤剧,PinyinYuèjù,JyutpingJyut6kek6, auch廣東大戲 / 广东大戏,Guǎngdōng Dàxì,JyutpingGwong2dung1 Daai6hei3,kant.大戲 / 大戏,Dàxì,JyutpingDaai6hei3) ist eine der Hauptformen derchinesischen Oper und die lokale Oper der ProvinzGuangdong.[1] Sie ist traditionell populär in kantonesische Sprachregionen und weit verbreitet in den Regionen Guangdong,Guangxi,Hongkong undMacau.
Musiksystematisch gehört die Kanton-Oper dem Untersystem an, dem auch die Opern von Anhui und Hubei sowie diePeking-Oper angehören. Grundsätzlich stützt sich ihre Musik, wie in der Peking-Oper, auf den von einem Holzklotznanbangzi angegebenen Takt.[2]
Die Themen der Kanton-Oper sind in der Regel klassischen Novellen, Legenden, Volksliteratur und lokalen Anekdoten entnommen. Auch haben ausländische Novellen und Opernstücke Eingang in die Kanton-Oper gefunden.
Im 12. Jahrhundert existierte eine Theaterform namensNamhei –Kantonesisch – bzw.Nanxi –Standardchinesisch / Hochchinesisch – (南戲 / 南戏,nánxì,Jyutpingnaam4hei3 – „Südliche Oper“), die in den Theatern vonHangzhou aufgeführt wurde. Nach dem Einfall derMongolen floh der damalige chinesische Kaiser derSong-Dynastie 1276 mit Hunderttausenden von Anhängern in die südliche Provinz Guangdong. Es wird allgemein angenommen, dass sich unter den Anhängern auchNamhei-Künstler /Nanxi-Künstler aus dem Norden befanden, welche den Grundstein zur späteren Kanton-Oper legten.
Die Kanton-Oper selbst entstand inFoshan, zwischen den Regierungszeiten derQing-KaiserYongzheng undDaoguang, also in der Zeit von 1720 bis etwa 1800. Ihre endgültige Form fand sie, nachdem sie Elemente aus den Opern anderer Provinzen adaptiert und einige Sequenzen aus Lokalopern und volkstümlichen Melodien übernommen hat.[2]
Bis zum 20. Jahrhundert wurden auch Frauenrollen traditionell von Männern gespielt.
Seit 2009 führt dieUNESCO die Kanton-Oper auf ihrerListe des immateriellen Kulturerbes der Menschheit.[3]