

DasKaiserhaus am Hauptplatz 17 in der StadtBaden inNiederösterreich stammt aus dem 18. Jahrhundert. Es steht unterDenkmalschutz (Listeneintrag).
Das Gebäude besitzt eine dreigeschoßige frühklassizistische (spätjosephinische) Fassade mitgebändertem Erdgeschoß sowie säulenflankiertemRechteckportal mit darüber befindlichem Balkon des Hauptgeschoßes, dessen gerade Fenster- und Türverdachungen aufVolutenkonsolen ruhen. Das zweite Obergeschoß ist etwas vermindert. – Im hinteren Teil der Liegenschaft ist der an der Gartenmauer gelegenepolygonalePavillon (Rundbogentüren unter geschweiftem Dach mit bekrönendem Halbmondsymbol) dem ersten Viertel des 19. Jahrhunderts zuzurechnen (oder auch dem Zeitraum 1834/35 bis 1858)[1]. Die Ausgestaltung des Kleinbaus ist charakterisiert durch dekorative Wand- und Deckenmalereien, das Innere eines Zeltesillusionierend.[2]
Der Bau wird in der einschlägigen Literatur mit 1792 datiert; es wurde errichtet, wahrscheinlich geplant vonJohann Aman (1765–1834),[3] im Auftrag des Kaufmanns Johann Jakob Freiherrn von Gontard (der, späteren Falschdatierungen desKaiserhauses Vorschub leistend, um diese Zeit auch sein Haus auf dem Theaterplatz umbauen ließ). In der Frage des Baujahres kam das Stadtarchiv Baden 2009 zur Auffassung, dass das Hausin seiner heutigen Gestalt durch FürstNikolaus II. Esterházy de Galantha (1765–1833) im Zeitraum 1807 bis 1812 erbaut wurde.
1813 verkaufte Esterházy die Liegenschaft sowie kleine Grundteile von Nachbarparzellen andas Allerhöchste k.k.Ärarium,[1] und KaiserFranz I. (1768–1835) schlug in der Folge bis 1834[4] hier seine Badener Residenz auf. Als Baden mit Jänner 1917 operativer Sitz desArmeeoberkommandos (AOK) geworden war, wurde das revitalisierte Haus von KaiserKarl I. und seiner Familie genutzt. Am 6. Februar 1918 wurde der k.u.k. Hof auf Anordnung des Monarchen vomBlauen Hof imSchlosspark von Laxenburg ins Kaiserhaus verlegt, wo er bis 1. Juli 1918 blieb.[5]
Im Jahr 2008 kaufte die Stadt Baden das Haus. Ab 2012 wurde es außen und innen saniert. Im Oktober 2013 wurde das Haus als Museum eröffnet. Zum Auftakt einer geplanten Ausstellungsserie im Kaiserhaus kuratierteGerhard Tötschinger ab Oktober 2013 unter dem Titel „Die Welt der Habsburger“ eine Schau mit Figurinen vonHelmut Krauhs.[6][7] Im Sommer 2016 fand die Ausstellung „Die Gartenmanie der Habsburger“ im Rahmen des „Gartensommer Niederösterreich“ im Kaiserhaus statt.[8] Von 21. April bis 4. November 2018 war die Ausstellung „Baden Zentrum der Macht 1917–1918“ im Kaiserhaus zu sehen. Sie behandelt die beiden letzten Jahre des Ersten Weltkrieges, in denen Kaiser Karl I. im Kaiserhaus Baden lebte und das Allerhöchste Armeekommando nach Baden verlegte.[9]
48.0076316.23475Koordinaten:48° 0′ 27,5″ N,16° 14′ 5,1″ O