Kaffee Hag

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Werbung in einer US-amerikanischen Zeitung vor dem Ersten Weltkrieg
Plakat vonAlfred Runge &Eduard Scotland (1911)

Kaffee HAG ist eine Marke fürentkoffeinierten Kaffee vonJacobs Douwe Egbert (JDE). Sie geht zurück auf ein 1906 vonLudwig Roselius inBremen gegründetes Unternehmen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

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Aktie über 100 RM der Kaffee-Handels-Aktiengesellschaft vom 1. Dezember 1928

Gemeinsam mit anderen Bremer Großhändlern gründete Ludwig Roselius am 21. Juni 1906 dieKaffee-Handels-Aktiengesellschaft (Kaffee HAG) mit einem Kapital von 1,5 MillionenMark, die als erstes Unternehmen weltweit koffeinfreien Kaffee herstellte. Die Produktion begann 1907 in der neu errichteten Fabrikanlage imHolz- und Fabrikenhafen Bremens. Schon in der Anfangszeit konnten 13.000 Pfund Kaffee täglich verarbeitet werden.

1908 entstanden unverkennbare Werbemotive für den Kaffee und Werbeslogans wie „Stahlharte Nerven durch Sport und Kaffee HAG“ oder „Immer unschädlich! Immer bekömmlich!“. Kaffee HAG wurde als erster Kaffee bereits zu Stummfilmzeiten in Kinos beworben. Roselius setzte bei der Produktion eineFließbandfertigung ein. Im Laufe desErsten Weltkriegs musste die Produktion eingestellt werden.

Büste vonLudwig Roselius in derBöttcherstraße in Bremen
(Bernhard Hoetger, 1922)

1921 gründete das Unternehmen denAngelsachsen-Verlag mit Sitz in Bremen, der die Werbemittel des Unternehmens produzierte, aber auch Bücher und Periodika, vornehmlich in den BereichenBaukunst,Bildende undDarstellende Kunst.[1]

Ab 1922 wurde wieder Kaffee HAG produziert, aber erst 1926 konnte die Produktionsleistung der Vorkriegszeit erreicht werden. 1929 kam als zweites Produkt das KakaopulverKaba hinzu und Kaffee HAG bekam als Erkennungszeichen das „rote Herz“ auf die Verpackung.

In den 1930er Jahren wurde Kaffee HAG in den USA über dieKellogg Company als „Kellogg’s Kaffee Hag Coffee“ vermarktet.[2]

ImZweiten Weltkrieg gab es für die Soldaten heißeHAG-Cola. Ab 1950 ergänzte die KaffeemarkeOnko das Sortiment.

1979 verkaufte Roselius’ Sohn die Firma Kaffee HAG an das US-amerikanische UnternehmenGeneral Foods Corporation (heuteMondelēz International). Zum Jahresanfang 1981fusionierte Kaffee HAG AG mit der General Foods GmbH inElmshorn zurHAG GF AG. Davor fand bei beiden Unternehmen ein Arbeitsplatzabbau statt; das neue Unternehmen hatte am Anfang 2.379 Mitarbeiter (1.570 von Kaffee HAG und 809 von General Foods).[3]

2015 wurde 51 % der Kaffeesparte von Mondelez International an Douwe Egberts verkauft[4] und zuJacobs Douwe Egberts (JDE).

2016 gab JDE bekannt, das Entkoffeinierungswerk am Traditionsstandort Bremen zum 31. März 2017 zu schließen und die Produktion zukünftig anderweitig durchführen zu lassen.[5] 50 Mitarbeiter verloren dabei ihren Arbeitsplatz.

Schweiz

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Kaffee-HAG in Feldmeilen im Mai 1954. Die Rabatten bestanden bis in die frühen 1980er-Jahre.

In der Schweiz wurde bereits 1910 mit der Kaffee-HAG AG eine Niederlassung in Feldmeilen gegründet.[6] In den Jahren 1925–1928 wurde die ehemalige direkt beim Bahnhof Herrliberg-Feldmeilen gelegene Kunstweinfabrik zum prägenden Repräsentationsbau erweitert. Der Wegzug erfolgte 1999.[7]

Werbung

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Während Jahrzehnten war Kaffee HAG für die beiden riesigen, aus Blumen gepflanzten Schriftzüge unterhalb des Firmengebäudes gegen die Kantonsstrasse und oberhalb des Firmengebäudes direkt am Bahngleis bekannt.

Corporate Design

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Kaffee-HAG-Dose

Als eines der ersten Unternehmen setzte man auf einen einheitlichen und grafisch anspruchsvollen werblichen Auftritt. Damit war (neben derAEG mitPeter Behrens) Kaffee HAG einer der Pioniere des modernen Corporate Design. Einheitlich gestaltet war alles, was der Kaffeetrinker zu sehen bekam, von den Geschäftspapieren über die Produktverpackungen bis zu den Werbemitteln, wie Blechschilder, Tassen und Kännchen.

Als Hausfarben wurden die Farben Schwarz und Rot auf weißem Grund definiert. Ein Herz auf Plakaten und ein roter Rettungsring als Logo, entworfen von Wilhelm ChristophEduard Scotland in Zusammenarbeit mitOtto Haupt, sollten die Rettung vor gesundheitlichen Schäden symbolisieren. Für die Werbung wurde eine eigens dafür entworfene Schrift eingesetzt.

Der imagepflegende Auftritt des Unternehmens wurde sehr weit gefasst. So wurde der Ausbau derBöttcherstraße in Bremen auch als Werbung gesehen und wesentlich durch die Kaffee HAG finanziert.

Sammelalbum Wappen

Werbung

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Im Rahmen der umfangreichenÖffentlichkeitsarbeit für seine Firma gab Roselius ab 1913 unter anderem auchWappenzeichnungen als Sammlermarken heraus, dieReklamemarken genannt wurden. Für die Marken desHeraldikersOtto Hupp gab es entsprechende Sammelalben. Später wurden auch Alben in anderen europäischen Ländern ausgegeben.[8]

Fabrikgebäude

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In der Hagstraße und am Fabrikenufer in Bremen-Walle im OrtsteilÜberseestadt wurde von 1899 bis 1915 nach Plänen vonHugo Wagner (1906–1907) sowie des Bremer IndustriearchitekturbürosHildebrand &Günthel (1899, 1914–1915) in verschiedenen Bauphasen ein Ensemble von Fabrikgebäuden erstellt. Die Fabrik ist ein architekturgeschichtlich prägender Bau für die Reformbestrebungen im Fabrikneubau. Das Ensemble und die Einzelbauten sind ein hochrangigesBremer Denkmal.[9]

Zum denkmalgeschütztenEnsemble gehören:

  • Kaffee-HAG-Werk I, das 1906–1907 nach Plänen von Hugo Wagner entstand und 1914–1915 von dem Bremer Industriearchitekturbüro Hildebrand & Günthel erweitert wurde,[10]
  • Kaffee-HAG-Werk II, Cuxhavener Straße 28 / Fabrikenufer / Hagstraße, besteht aus den beiden fünfgeschossigen Speicherbauten Speicher I und II der ehemaligen Kaba-Produktion, die 1906 bzw. 1912 von Hildebrand & Günthel für dieÖlmühle Groß-Gerau-Bremen in Betonskelettbauweise, jedoch mit Mauerwerk-Außenwänden errichtet wurden, sowie das frühere Maschinenhaus derÖlmühle Groß-Gerau-Bremen 1899 von Hildebrand & Günthel[11] und
  • auch alsEinzeldenkmal derMarmorsaal im Lagererweiterungsgebäude der Kaffee HAG, gebaut 1914 nach Plänen von Hildebrand & Günthel.[12]
  • Marmorsaal
    Marmorsaal
  • Werk I, Hagstraße 3
    Werk I, Hagstraße 3
  • Werk I, Fabrikenufer 115
    Werk I, Fabrikenufer 115
  • Werk II, Fabrikenufer 111/113
    Werk II, Fabrikenufer 111/113

Literatur

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Weblinks

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Commons: Coffee Hag – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise und Anmerkungen

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  1. Stefan Knödler:Rudolf Borchardts Anthologien. Walter de Gruyter, Berlin 2010.ISBN 978-3-11-022830-4, S. 199.
  2. https://magazineproject.org/TIMEvault/1931/1931-05-25/1931-05-25%20page%2044.jpg
  3. Ulrich Wittig:Mergers & acquisitions: Voraussetzungen, Ablauf und Folgen von Fusionen und Übernahmen bei Kraft Foods in Deutschland von 1978 bis 1998. Zugleich: Dissertation, Universität Bielefeld, 2007.LIT Verlag, Hamburg / Münster 2008,ISBN 978-3-8258-0760-3,S. 146.
  4. Kaffee-Fusion: Jacobs gehört bald zu Senseo. In: FAZ.NET. 7. Mai 2014, abgerufen am 3. April 2017. 
  5. Philipp Jaklin: Aus nach 109 Jahren: JDE schließt Kaffee Hag-Werk. In: weser-kurier.de. 15. September 2016, abgerufen am 3. April 2017. 
  6. www.monetas.ch
  7. www.meilen.ch
  8. siehe auch ArtikelCoffee Hag albums,nl:Koffie Hag-albums undpl:Albumy Coffee Hag
  9. Denkmaldatenbank des LfD Bremen (Ensemble)
  10. Denkmaldatenbank des LfD Bremen (Werk I)
  11. Denkmaldatenbank des LfD Bremen (Werk II)
  12. Denkmaldatenbank des LfD Bremen (Marmorsaal)
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