Movatterモバイル変換


[0]ホーム

URL:


Zum Inhalt springen
WikipediaDie freie Enzyklopädie
Suche

Judah Philip Benjamin

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Judah Philip Benjamin (1811–1884)

Judah Philip Benjamin (*6. August1811 inSaint Croix, damalsDänische Kolonie, heute Teil derAmerikanischen Jungferninseln; †6. Mai1884 inParis,Frankreich[1]) war einUS-amerikanischer Politiker und während desBürgerkrieges in der Regierung derKonföderierten Staaten von Amerika erstJustizminister, dannKriegsminister und zuletztAußenminister. Er war der erstejüdische Minister in Nordamerika, und der zweite jüdische US-Senator. Er gilt als eine der komplexesten und fähigsten Personen der Konföderierten Staaten. Nach Ende des Kriegs wurde er angesehener Kronanwalt in England.

Herkunft und Werdegang

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Er war der Sohn von Philip und Rebecca (de Mendes) Benjamin. Er wurde zwar inDänisch-Westindien geboren, besaß aber durch seine Eltern die englische Staatsbürgerschaft. In seiner Kindheit wanderte seine Familie mit ihm überSavannah,Georgia in dieUSA ein. Er wuchs inNorth undSouth Carolina auf, wo er eine allgemeinbildende Schule besuchte. Er studierte von 1825 bis 1827 an derFayetteville Akademie und danach an der Juristischen Fakultät derYale University, die er ohne Abschluss verließ. 1831 zog er nachNew Orleans,Louisiana, wo er gleichzeitig als Lehrer unterrichtete und sein Jurastudium fortsetzte. Nach seinem erfolgreichen Abschluss wurde er 1832 in Louisiana als Anwalt zugelassen und eröffnete in New Orleans eine Anwaltskanzlei fürWirtschaftsrecht. Im folgenden Jahr am 16. Februar 1833 heiratete er Natalie St. Martin, die aus einer prominentenkreolischen Familie stammte. Obwohl die Ehe nicht glücklich zu sein schien, wurde 1842 seine Tochter Ninette geboren. Später verließ die Ehefrau mit der gemeinsamen Tochter die USA und zog nachParis, wo sie den Rest ihres Lebens wohnte.

Benjamin wurdeSklavenbesitzer und baute eineZuckerrohrplantage inBelle Chasse, Louisiana aus. Er – einSelfmademan – war nicht nur als Anwalt, sondern auch als Pflanzer erfolgreich und wurde sowohl wegen seines Verstandes als auch wegen seines beachtlichen Reichtums geschätzt. Nachdem eine Überschwemmung seinePlantage zerstört hatte, verkaufte er sie im Jahr 1850 mit seinen 180 Sklaven und besaß seitdem keine Sklaven mehr.

Politische Laufbahn

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Benjamin begann seine politische Karriere 1842, als er insRepräsentantenhaus von Louisiana gewählt wurde. 1845 war er Delegierter der verfassunggebenden Versammlung des Staates Louisiana. Er wurde Mitglied desUS-Senats, zuerst 1853 für dieWhigs und im Anschluss von 1859 bis 1861 für dieDemokraten. Dort vertrat er die Interessen des Südens. Wegen seines guten Rufes als Anwalt bot ihmMillard Fillmore die Nominierung für einen Richterposten amObersten Gerichtshof der USA an. Der Erfolg von Benjamin wäre sicher gewesen, da nicht nur die Partei des Präsidenten, die Whig, sondern auch die Demokraten für ihn gestimmt hätte, aber Benjamin lehnte ab.

Während seiner ersten Amtszeit als US-Senator forderte er einen anderen ebenfalls neugewählten Senator,Jefferson Davis, wegen einer scheinbaren Beleidigung in den Fluren des Senats zum Duell. Davis lehnte allerdings ab und wurde später ein enger Freund von Benjamin. Dieser erwarb sich schnell den Ruf eines großen Redners im US-Senat, so dassFranklin Pierce ihm erneut einen Posten als einer der Richter am Obersten Gerichtshof anbot, doch auch diesmal lehnte Benjamin ab. Nach der Wahl vonAbraham Lincoln befürwortete er dieSezession und trat am 4. Februar 1861 als Senator zurück.

Judah Philip Benjamin

Sezessionszeit

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Justizminister

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Am 25. Februar 1861 ernannteCS-Präsident Jefferson Davis Benjamin zumJustizminister. Er wurde vom Präsidenten wegen seiner intellektuellen Fähigkeiten, seiner systematischen Arbeitsweise und seinem Fleiß ausgewählt. Er füllte das Amt mit großer Verantwortung aus, erreichte die Stabilität dieses Ministeriums und erwies sich als guter Manager. Im CS-Kabinett war er der engste Mitarbeiter von Präsident Davis. Obwohl das Ministerium im CS-Kabinett weniger Gewicht hatte als andere Ministerien, stand es aufgrund der Arbeit Benjamins offiziell gleichberechtigt neben den anderen.

Kriegsminister

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Davis ernannte Benjamin am 17. September 1861 zum Nachfolger vonLeroy Pope Walker zumKriegsminister. Benjamin war jedoch völlig unerfahren in militärischen Angelegenheiten, so dass er wenig erfolgreich auf seinem zweiten Kabinettsposten war. Er begrenzte den bürokratischen „Amtsschimmel“ in diesem Ministerium und unterzeichnete die vom CS-Kongress gebilligteZensur, die nach mehreren militärischen Rückschlägen erlassen werden sollte. Es sollte verhindert werden, dass die Öffentlichkeit vom Fall der Forts Henry am 6. Februar 1862 und Donelson am 16. Februar 1862 (beide inTennessee) und des Forts auf der Insel Roanoke,North Carolina am 8. Februar 1862, erfuhr, wobei letztere Niederlage sogar ohne jeglichen Widerstand von Seiten derkonföderierten Armee erfolgte.

Außenminister

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Präsident Davis ernannte Benjamin daraufhin am 18. März 1862 zumAußenminister, was der CS-Kongress als Beleidigung empfand. Er trat aber erst am 24. März 1862 sein Amt an, nachdem er als Kriegsminister zurückgetreten war. Er wurde von vielen konföderierten Anführern abgelehnt und kritisiert, aber der Präsident versicherte ihm, dass er der meistrespektierte undloyalste Freund für ihn sei. Er war für viele europäische Anleihen für die Konföderierten verantwortlich. Er konnte aber niemals die konföderierten diplomatischen Anstrengungen erfolgreich koordinieren, was ein Grund dafür war, dass die Konföderierten von fast keinem europäischen Staat anerkannt worden sind. Sein Ziel war es,Großbritannien im Krieg mit dem Norden auf seiner Seite zu wissen. Er forderte sogar vom Präsidenten die Aufhebung derSklaverei, um zu erreichen, dass Großbritannien und auch Frankreich die Konföderierten vielleicht sogar militärisch unterstützen würden. Benjamin befürwortete die Bewaffnung der Sklaven nach deren Befreiung. Am Ende des Krieges schlug er Präsident Davis vor, dass jeder konföderierte Staat den Zeitpunkt seiner Wiedereingliederung in die Union selbst verhandeln sollte. Auch dieHampton-Roads-Konferenz wurde von ihm initiiert.

Flucht

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Während der Flucht aus Richmond, Virginia verließ er am 2. Mai 1865 die Flüchtlingsgruppe um Präsident Davis, da sie für ihn zu groß und unübersehbar war. Weil es für Benjamin feststand, dass seine derzeitige Bekleidung zu auffällig war, verkleidete er sich als Farmer und gab auf seiner Reise vor, er würde nach Land inFlorida suchen. Auch änderte er seinen Namen. Dazu beschaffte er sich noch ein Pferd mit Sattel und Zaumzeug und ritt über wenig benutzte Straßen in das nördliche mittlere Florida. An der Küste des Staates angekommen, verschaffte er sich ein Boot und heuerte zwei Männer an, ihn die Westküste von Florida hinab nach Süden zu bringen. Die drei Männer reisten am 23. Juni 1865 von der Bay ab. Bei der Tour entkamen sie nur knapp einem US-Kanonenboot. Am 15. Juli 1865 erreichte sie mit denBimini-Inseln, einer Inselgruppe von denBahamas, britisches Hoheitsgebiet. Nachdem Benjamin eine Passage auf einer Schaluppe nachNassau, Bahamas gebucht hatte, fühlte er sich nun vollkommen sicher, doch das Schiff sank bei einem Schiffbruch. Ein britisches Schiff rettete ihn aus dem Wasser und brachte ihn zurück nach Bimini. In einem von ihm nun gecharterten, seetüchtigeren Seefahrzeug dauerte die Seereise nach Nassau nur sechs Tage. Von dort war es verhältnismäßig einfach überKuba per Schiffspassage nach England zu gelangen. Benjamin kehrte niemals wieder in die USA zurück. Sein zurückgelassenes Eigentum wurde von der US-Regierung beschlagnahmt. Es kam im Übrigen auch das Gerücht auf, dass er durch seinen Geheimdienst an der Ermordung von Abraham Lincoln mitbeteiligt gewesen sein soll.

Nachkriegszeit

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Benjamin nahm in England das Jurastudium am „Lincoln's Inn“ wieder auf. Im Juni 1866 wurde ihm die Rechtsanwaltszulassung erteilt. Er begann nun alsBarrister inLiverpool seine zweite Karriere und wurde außerdem durch den Handel mit Baumwolle wieder vermögend. Er schrieb ein Buch über den Kauf von beweglichen Sachen (Treatise on the Law of Sale of Personal Property), das zu den Klassikern der englischen Rechtsliteratur gehört. Das NachfolgewerkBenjamin on Sale of Goods, das von einer Gruppe von Autoren verfasst wird und derzeit in der 6. Auflage (von 2002) vorliegt, ist das führende Handbuch zum englischen Kaufrecht. 1872 wurde Benjamin zumQueen’s Counsel ernannt und praktizierte danach bis 1882. Er erwarb für sich und seine Familie eine Residenz in Paris, wo er am 8. Mai 1884 verstarb. Benjamin wurde auf dem FriedhofPère-Lachaise alsPhilippe Benjamin begraben. Seine Frau verstarb im Jahre 1891 und seine Tochter Ninette, die den französischen Hauptmann Henri de Bousignac geheiratet hatte, im Jahre 1898. Ihre Ehe scheint kinderlos gewesen zu sein.

Literatur

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
  • Ezra J. Warner / Wilfred Buck Yearns:Biographical register of the Confederate Congress. Louisiana State University Press, Baton Rouge 1975.
  • Jon L. Wakelyn:Biographical Dictionary of the Confederacy. Greenwood Press, Westport, Conn. 1977.
  • The Civil War Almanac World Almanac Publications, New York, NYISBN 0-911818-36-7.
  • Rembert W. Patrick:Jefferson Davis and his cabinet Louisiana State University Press, Baton Rouge 1944.
  • James Traub:Judah Benjamin. Counselor to the Confederacy. Yale University Press 2021,ISBN 978-0-300-22926-4.

Weblinks

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
  1. http://www.jewishencyclopedia.com/articles/2970-benjamin-judah-philip
VorgängerAmtNachfolger
Kein VorgängerJustizminister derKonföderierten
25. Februar 1861–17. September 1861
Wade Keyes
Leroy Pope WalkerKriegsminister der Konföderierten
17. September 1861–24. März 1862
George Wythe Randolph
William Montague BrowneAußenminister der Konföderierten
18. März 1862–Mai 1865
Kein Nachfolger
Personendaten
NAMEBenjamin, Judah Philip
KURZBESCHREIBUNGUS-amerikanischer Politiker, Justizminister, Kriegsminister und Außenminister der Konföderierten
GEBURTSDATUM6. August 1811
GEBURTSORTSaint Croix, damals Dänische Kolonie, heute Teil der Amerikanischen Jungferninseln
STERBEDATUM6. Mai 1884
STERBEORTParis, Frankreich
Abgerufen von „https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Judah_Philip_Benjamin&oldid=259179150
Kategorien:

[8]ページ先頭

©2009-2026 Movatter.jp