| Jowett Motor Manufacturing Company Jowett Cars Ltd | |
|---|---|
| Rechtsform | Limited |
| Gründung | 1901 |
| Auflösung | 1955 |
| Sitz | Bradford,Vereinigtes Königreich |
| Leitung | Charles Calcott-Reilly |
| Branche | Automobilindustrie |






Jowett Cars war einbritisches Unternehmen derAutomobilindustrie.
Die Geschwister Benjamin (* 1877), William (* 1880) und Ruth Elizabeth Jowett (* 1875) gründeten 1901 dieJowett Motor Manufacturing Company inBradford zurMotorenherstellung. Jeder hatte ein Drittel der Anteile. Später ersetzte der Fahrradtechniker Arthur Lamb Ruth Jowett. Nach Versuchen mit Motoren undMotorrädern entstand 1906 das ersteAutomobil. Nach einer ausgiebigen Testphase begann 1910 die Serienproduktion. Die Fahrzeuge wurde alsJowett vermarktet. Bis 1911 entstanden 12 Autos und bis 1916 weitere 36. In dem Jahr wurde die Produktion wegen desErsten Weltkriegs unterbrochen.[1]
Am 30. Juni 1919 gründeten die BrüderJowett Cars und errichteten eine neue Fabrik auf einem anderen Grundstück. Das bisherige Unternehmen existierte aber noch einige Zeit.[1] Ab April 1920 wurden wieder Autos hergestellt. In dem Jahr entstanden 100 Fahrzeuge. Im Folgejahr waren es bereits 249 Fahrzeuge, hergestellt durch 150 Mitarbeiter. Ab November 1921 wurden auchNutzfahrzeuge gefertigt. In den nächsten vier Jahren stellte das Unternehmen 492, 1047, 1853 und 2223 Fahrzeuge her. 1927 waren es 3474 Fahrzeuge.[2]
Die Zeiten während derWeltwirtschaftskrise ab 1929 waren nicht einfach. Außerdem zerstörte ein Feuer am 3. September 1930 Teile des Werks. Das war ein schwerer Schlag für das familiengeführte Unternehmen. Sie beschlossen dennoch, weiterzumachen. In dem Jahr entstanden 2603 Fahrzeuge und im Folgejahr 1706. 1935 waren sich die Brüder nicht einig. Sie ringen sich zu einemBörsengang durch. Benjamin Jowett verließ das Unternehmen im selben Jahr. 1939 zog sich William Jowett ebenfalls zurück; beide behielten aber ihre Anteile am Unternehmen. Charles Calcott-Reilly wurde neuer Direktor. Mit Ausbruch desZweiten Weltkriegs wurde die Fahrzeugproduktion erneut unterbrochen.[3]
Während des Krieges waren teilweise 2000 Personen beschäftigt. Die Brüder verkauften ihre Anteile.[4] Calcott-Reilly erkannte, dass seine Fahrzeugmodelle nach dem Krieg veraltet wären, zumindest jene für den Pkw-Bereich. 1942 warb er Gerald Palmer als neuen Chefkonstrukteur vonMG ab, der ein modernes Fahrzeug entwickelte.[5]
1946 begann die Nachkriegsproduktion. Die Nutzfahrzeuge wurden nun unter der MarkeBradford angeboten und gewinnbringend verkauft. Im selben Jahr erschien mit demJavelin ein neu konstruiertes Pkw-Modell. Es war modern, aber aufwendig zu bauen und anfällig. Geplant war eine Jahresproduktion von 7800 Fahrzeugen im Jahr (150 pro Woche), die nicht erreicht wurde. Aus Rationalisierungsgründen wurde etwa 1951 beschlossen, anstelle eines vonHenry Meadows zugeliefertesSchaltgetriebes auf ein selbst entwickeltes und hergestelltes zurückzugreifen, dass sich nicht bewährte und nicht in ausreichender Stückzahl herzustellen war.Briggs Motor Bodies lieferte weiterhin dieKarosserien mit der Folge, dass viele unfertige Fahrzeuge bei Jowett gelagert wurden, das Geld knapp wurde und Briggs wegen offener Forderungen die Lieferung von Karosserien vorübergehend einstellte. Ende 1952 sah es besser aus, Briggs lieferte wieder Karosserien, aber nur bis Anfang 1953,[5] bis das Unternehmen übernommen wurde. Die vom Javelin abgeleitete SportversionJupiter trug ebenfalls nichts zum Gewinn bei.
1954 endete die eigene Fahrzeugproduktion.[6]
Zunächst übernahmInternational Harvester 1954 das Unternehmen sowie viele der Mitarbeiter und stellteTraktoren auf den Produktionslinien her.Blackburn Aircraft kaufte 1955 die Reste des Unternehmens und löste es auf. Alle Verbindlichkeiten wurden komplett ausgeglichen. Später erwarb derJowett Car Club die Rechte am Namen Jowett Cars, allerdings ohne Produktionsabsichten.[6]
Ein Unternehmen kümmerte sich ab 1954 um die Ersatzteilversorgung und Reparatur der Nachkriegsfahrzeuge des Unternehmens. Es hatte seinen Sitz im nahe gelegenen Howden Clough beiBirstall. Zunächst hieß es ebenfallsJowett Cars, wurde aber am 18. August 1958 inJowett Engineering umbenannt. Wesentlich beteiligt war Albert Clegg, der seit den 1930er Jahren für Jowett war. Am 31. Dezember 1963 wurde es aufgelöst.[6]
1904 war einluftgekühlterDreizylinder-Reihenmotor mitOHV-Ventilsteuerung fertig. Er bereitete allerdings Probleme und es war abzusehen, dass er für eine Serienherstellung zu teuer würde.[1]
1905 folgte einZweizylinder-Boxermotor, der in England mit 6,4 Steuer-PS eingestuft war. Er bildete die Basis für viele der in der Folge hergestellten eigenen Fahrzeuge.[1]
Alfred Angas Scott erteilte 1908 den Auftrag, sechs Motorräder für ihn herzustellen, die bis Januar 1909 ausgeliefert wurden. Sie hatten einen luftgekühltenZweitaktmotor mit 333 cm³Hubraum. Die Hoffnung auf einen Folgeauftrag von Scott erfüllten sich nicht. Scott gründete stattdessen die eigeneScott Motor Cycle Company.[1]
Alle Autos hatten Boxermotoren. Bis 1937 waren es Zweizylindermotoren mit ähnlichem Hubraum sowie ab 1936Vierzylindermotoren. Bis 1945 hatten sieSV-Ventilsteuerung, danachOHV-Ventilsteuerung.
Eine Quelle nennt die folgenden Modelle:[7]
| Jahre | Modell | Zylinder | Bohrung (mm) | Hub (mm) | rechnerischer Hubraum (cm³) | angegebener Hubraum (cm³) | Motorleistung (PS) | Radstand (cm) | Text |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1906–1914 | 6 HP | 2 | 72,0 | 101,5 | 827 | 816 | 2134 | Vermarktung ab 1910 | |
| 1914 | 6/10 HP | 2 | 72,0 | 101,0 | 822 | 831 | 1829 | ||
| 1915–1936 | 8 HP | 2 | 72,0 | 101,0 | 822 | 831 | 2134 | ||
| 1921–1936 | 7/17 HP | 2 | 75,4 | 101,5 | 906 | 907 | 2134 und 2591 | Zwei verschiedene Radstände | |
| 1937 | 8 HP | 2 | 77,0 | 101,5 | 945 | 946 | 17,0 | 2591 | |
| 1936–1939 | 10 HP | 4 | 63,5 | 92,0 | 1165 | 1166 | 32,0 | 2591 | |
| 1947–1954 | Javelin | 4 | 72,5 | 90,0 | 1486 | 1486 | 50–52,5 | 2591 | Bis 1952 Ausführungen PA, PB, PC und PD; ab 1952 Ausführung PE mit mehr Leistung |
| 1950–1954 | Jupiter | 4 | 72,5 | 90,0 | 1486 | 1486 | 60,5–70,0 | 2134 und 2362 | Ausführungen 1, 1A und R1; Prototyp R4 ab 1953 mit kürzerem Radstand |
Eine Quelle speziell für die 1920er Jahre nennt die folgenden Modelle:[8]
Eine Quelle speziell für die 1930er Jahre nennt die folgenden Modelle:[9]
Eine Quelle speziell für die Zeit ab 1945 nennt die folgenden Modelle:[10]
Der Javelin war eine viertürigeLimousine mit sechs Seitenfenstern. Er bot Platz für sechs Personen. ExterneKarosseriebauunternehmen stellten Einzelstücke alsRoadster mitNotsitz und alsCabriolet her.[5]
Der Jupiter war die Sportausführung des Javelin auf verkürztemRadstand, üblicherweise als Cabriolet, Roadster oderCoupé karossiert. Von der ersten Ausführung1, auchSA genannt, entstanden 731 Komplettfahrzeuge bis Oktober 1952. Die zweite Ausführung1A, auchSC genannt, verbuchte ab Oktober 1952 nur 94 Fahrzeuge. Daneben wurden etwa 69 Fahrgestelle gefertigt, die außer Haus von Karosseriers wieAbbott of Farnham,Coachcraft,Stabilimenti Industriale Farina,Carrozzeria Ghia,Richard Mead Coach Building, Lionel Rawson,Harold Radford Coachbuilders, Adams & Robinson, J. E. Farr and Son, Bendall and Sons, Maurice Gomm undCarrosserie + Spritzwerk Beutler mit Karosserien versehen wurden.[11]
Zwischen 1946 und 1954 entstanden 38.241 Fahrzeuge dieser Marke, überwiegend Nutzfahrzeuge.[12]