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Jonone

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(Weitergeleitet vonJonon)

DieJonone (von altgriechisch ἴονion "Veilchen"[1], auchIonone, Betonung auf der zweiten Silbe:Jonone) bilden eine Stoffgruppe, die die Einzelsubstanzen α-, β- und γ-Jonon umfasst und vonTerpenen abgeleitet sind. Die Substanzen haben einenveilchenartigen Geruch und sind weit verbreiteteNaturstoffe, die in vielen Pflanzen vorkommen.

Vorkommen

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Alle drei Jononarten sind inÖlen diverser Pflanzen, insbesondere inBeeren,Tee undTabak, gefunden worden. Veilchenöl enthält ca. 22 % α-Jonon, β-Jonon wird beispielsweise imHennastrauch gefunden, dieTamarinde enthält γ-Jonon. β-Jonon ist ein Abbauprodukt vonβ-Carotin.

Vom α-Jonon werdenbeideEnantiomere [(R)-α-Jonon und (S)-α-Jonon] in der Natur gefunden.

Eine Übersicht über die Einzelsubstanzen und deren Eigenschaften gibt die folgende Tabelle.

Jonone
Nameα-Jononβ-Jononγ-Jonon
Strukturformel
(R)-α-Jonon


(S)-α-Jonon

β-Jonon

(R)-γ-Jonon


(S)-γ-Jonon
Andere Namen
  • Violon
  • (E)-Megastigma-4,7-dien-9-on
  • (E)-4-(2,6,6-Trimethyl-2-cyclohexen-1-yl)-3-buten-2-on
  • Boronion
  • (E)-Megastigma-5(13),7-dien-9-on
  • (E)-4-(2,6,6-Trimethyl-1-cyclohexen-1-yl)-3-buten-2-on
  • (E)-Megastigma-4,7-dien-9-on
  • (E)-4-(2-Methylen-6,6-dimethyl-cyclohexan-1-yl)-3-buten-2-on
MIXED IONONES (INCI)[2]
CAS-Nummer127-41-3 (rac)
24190-29-2 (R)
14398-36-8 (S)
79-77-624190-32-7
8013-90-9 (Gemisch)
PubChem52821086380145363741
SummenformelC13H20O
Molare Masse192,30 g·mol−1
Aggregatzustandflüssig
Kurzbeschreibungfarblose bis gelbliche, viskose Flüssigkeit

(R)-Enantiomer: mit veilchenartigem, himbeerartigem, blumigem Geruch[3]
(S)-Enantiomer: mit holzig-veilchenartigem Geruch[4]

farblose Flüssigkeit
mit holzig-veilchenartigem Geruch[4]
Dichte0,93 g·cm−3[5]0,95 g·cm−3[6]
Schmelzpunkt−49°C[6]
Siedepunkt237 °C[5]126–128 °C (16 hPa)[7]
Dampfdruck0,13Pa (20 °C)[5]
Optische Aktivität[α]D23: +347° (D)[8]

[α]D25: 0° (DL)[8]
[α]D27: −406° (L)[8]

[α]D27: 0°[8]
Brechungsindex1,5016 (20 °C) (D)[8]

1,5041 (20 °C) (DL)[8]
1,5000 (25 °C) (L)[8]

1,5198 (20 °C)[8]
GHS-
Kennzeichnung
Gefahrensymbol
Gefahr[9]
Gefahrensymbol
Achtung[7]
keine Einstufung verfügbar
H- und P-Sätze334315siehe oben
keine EUH-Sätzekeine EUH-Sätzesiehe oben
261​‐​342+311keine P-Sätzesiehe oben

Gewinnung und Darstellung

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Die Jonone können entweder aus entsprechenden Pflanzenölen gewonnen oder auchsynthetisch hergestellt werden.

Veilchenöle – z. B. aus dem Parma- und Viktoria-Veilchen (Viola odorata) – enthalten Jonone.[10]

1893 wurde vonWilhelm Haarmann für die FirmaHaarmann & Reimer ein Verfahren zu Synthese von α- und β-Jonon ausCitral entwickelt und patentiert. Danach wird Citral imbasischen Milieu mitAceton kondensiert. Hierbei entstehtPseudojonon.

Kondensation von Citral und Aceton zu Pseudojonon

Dieses lässt sich beim Erwärmen mit verdünnterSäure zu einem Gemisch aus α- und β-Jononcyclisieren.

Cyclisierung von Pseudojonon zu α- und β-Jonon

Je nach Reaktionsbedingungen ändert sich das Verhältnis von α- zu β-Jonon. Bei der Cyclisierung mitPhosphorsäure entsteht hauptsächlich α-Jonon, mitSchwefelsäure β-Jonon.

Durch die Umsetzung von Pseudojonon mitBortrifluorid und konzentrierterEssigsäure lässt sich mit hoher Ausbeute reines β-Jonon herstellen.

DurchUltraviolettstrahlung lässt sich die normalerweise in dertrans-Konfiguration vorliegende Doppelbindung der Seitenkette in diecis-Konfiguration überführen.

Biosynthese

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Synthese von α- und β-Jonon durch carotinoidspaltende Dioxygenasen (CCDs) beispielhaft dargestellt ausgehend von α-Carotin.

Die Duftkomponenten α- und β-Jonon sind C13-Apocarotinoide. Apocarotinoide werden in zahlreichen Pflanzen durch die oxidative Spaltung von Carotinoiden durch Enzyme aus der Familie der carotinoidspaltenden Dioxygenasen (Carotenoid Cleavage Dioxygenases, CCD) synthetisiert. So wurde gezeigt, dass die Subfamilie CCD1 in Petunien (Petunia) und der Süßen Duftblüte (Osmanthus fragrans) die Doppelbindungen in 9,10 und/oder 9‘,10‘-Position von C40-Carotinoiden spalten. Dies geschieht inO. fragrans besonders an den in hoher Konzentration vorhandenen Pigmenten α- und β-Carotin. Studien legen die Existenz von weiteren Synthesen von α- und β-Jonon durch andere CCD-Enzyme in verschiedenen Pflanzen und inO. fragrans nahe.[11]

Verwendung

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Jonon wird in großen Mengen in der Riechstoffindustrie, zumeist in Blumen- oder Phantasie-Kompositionen, eingesetzt. Je nach Anwendungsbereich werden hier Isomerengemische oder einzelne Isomere, welche sich alle im Duft unterscheiden, verwendet. Auch für die Herstellung von Aromen werden im geringeren Umfang Jonone eingesetzt.

Auch dienen sie zur Herstellung der in der Parfümerie wichtigenDamascenonen undIsomethyljononen (α-Isomethylionon).

β-Jonon ist außerdem eine wichtige Ausgangssubstanz für die Produktion vonRetinol undCarotinen.

Biologische Bedeutung

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Jonone können vom Menschen noch in sehr geringen Konzentrationengerochen werden. Für β-Jonon liegt dieGeruchsschwelle bei 10−7 mg pro Liter Luft oder 0,1ppb, für (R)-γ-Jonon bei 11 ppb und bei (S)-γ-Jonon 0,07 ppb.[12]

Sicherheitshinweise

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DerLD50-Wert (Ratte, oral) liegt für α-Jonon bei 4590 mg·kg−1, für β-Jonon bei 2920 mg·kg−1.

Jonone besitzen ein allergenes Potential und sollten deshalb wenn möglich mit Handschuhen gehandhabt werden.

α-Jonon ist außerdem in derWassergefährdungsklasse 2 (wassergefährdend) eingeteilt.

Literatur

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Einzelnachweise

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  1. Helmut Genaust:Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. 1976,doi:10.1007/978-3-0348-7650-6. 
  2. Eintrag zuMIXED IONONES in derCosIng-Datenbank der EU-Kommission, abgerufen am 13. November 2021.
  3. Bernd Schäfer:Naturstoffe in der chemischen Industrie. Spektrum Akademischer Verlag, 2007,ISBN 978-3-8274-1614-8, S. 73.
  4. abEintrag zuJonone. In:Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 25. Mai 2014.
  5. abcDatenblattα-Jonon beiMerck, abgerufen am 20. Februar 2010.
  6. abDatenblattβ-Jonon (PDF) beiCarl Roth, abgerufen am 20. Februar 2010.
  7. abDatenblattβ-Jonon beiSigma-Aldrich, abgerufen am 14. Oktober 2023 (PDF).
  8. abcdefghCRC Handbook of Chemistry and Physics, 60th Edition, CRC Press, 1980.
  9. Datenblatta-Ionone beiSigma-Aldrich, abgerufen am 3. Mai 2011 (PDF).
  10. Bernd Schäfer:Naturstoffe in der chemischen Industrie. Spektrum Akademischer Verlag, 2007,ISBN 978-3-8274-1614-8, S. 64–65.
  11. Susanne Baldermann, Masaya Kato, Peter Fleischmann, Naoharu Watanabe:Biosynthesis of α- and β-ionone, prominent scent compounds, in flowers of Osmanthus fragrans. In:Acta Biochimica Polonica.Band 59,Nr. 1, 2012,S. 79–81,doi:10.18388/abp.2012_2176. 
  12. Elisabetta Brenna, Claudio Fuganti, Stefano Serra, Philip Kraft:Optically Active Ionones and Derivatives: Preparation and Olfactory Properties. In:Eur. J. Org. Chem. 2002, S. 967–978.
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