

John Sullivan (*17. Februar1740 inSomersworth,New Hampshire Colony; †23. Januar1795 inDurham, New Hampshire) war ein amerikanischer General während desUnabhängigkeitskrieges und ein Delegierter beimKontinentalkongress. Sullivan diente alsGeneralmajor in derKontinentalarmee und alsGouverneur desBundesstaates New Hampshire. Am bekanntesten ist er als Anführer derSullivan-Expedition 1779. Dies war eine gegen diejenigenIrokesen gerichtete Strafexpedition derverbrannten Erde, die sich gegen die amerikanischen Revolutionäre erhoben hatten.
Sullivan wurde in Somersworth am 17. Februar 1740 als dritter Sohn des Schulmeisters geboren. Er studierte beiSamuel Livermore ausPortsmouth Rechtswissenschaft und begann 1764 in Durham als Anwalt zu arbeiten. Zu Beginn seiner Karriere verärgerte er viele seiner Nachbarn, da er als einziger Anwalt der Stadt auch viele Klagen über Zwangsvollstreckungen bearbeitete. Doch 1772 hatte er sich etabliert und begann damit, die Beziehungen zu seiner Umgebung zu verbessern.
Er wurde von der Stadt Durham zur Generalversammlung der Kolonie entsandt und knüpfte eine Freundschaft mit dem königlichen GouverneurJohn Wentworth. Als die amerikanische Revolution aufzog, näherte er sich mehr den Radikalen an. Im Jahr 1774 sandte ihn der erste Provinzialkongress, also die Versammlung der Aufständischen, als Delegierten zum Kontinentalkongress. Während des folgenden Jahres kehrte er zum Provinzialkongress zurück, aber nach einer Ernennung zumBrigadegeneral im Juni brach er auf, um sich der Armee bei derBelagerung von Boston anzuschließen.
Nachdem die Briten Boston im Frühling 1776 geräumt hatten, sandteGeorge Washington General Sullivan in den Norden, um den gefallenenJohn Thomas als Kommandeur inKanada zu ersetzen. Er übernahm das Kommando der kranken und schwächelnden Invasionsstreitmacht, führte einen erfolglosen Gegenangriff gegen die Briten beiTrois-Rivières und zog sich mit den Überlebenden nachCrown Point zurück. Dies führte zur ersten von mehreren Streitigkeiten zwischen dem Kongress und General Sullivan, da ein Sündenbock für die gescheiterte Kanadainvasion gesucht wurde. Er wurde jedoch entlastet und am 9. August zumGeneralmajor befördert.
Sullivan schloss sich wieder Washington an. Ihm wurde das Kommando über die Truppen aufLong Island übertragen, um New York vor einer Umzingelung durch die Truppen des britischen GeneralsWilliam Howe zu bewahren. Doch am 23. August teilte Washington das Kommando unter Sullivan und GeneralIsrael Putnam auf. Verwirrung über die Befehlsgewalt trug zur Niederlage der Amerikaner in derSchlacht von Long Island bei. Sullivans persönlicher Mut wurde nicht in Frage gestellt, da er sich denhessischen Angreifern mit einer Pistole in jeder Hand entgegenstellte. Dieser Heldenmut konnte die Niederlage jedoch nicht abwenden, und er geriet in Gefangenschaft.
Als Gefangener gab er sein Ehrenwort (prisoner under parole) zurückzukehren und überbrachte Briefe von AdmiralRichard Howe an den Kongress. Als die anschließenden Friedensverhandlungen aufStaten Island im September 1776 scheiterten, suchten einige im Kongress, besondersJohn Adams, die Schuld bei Sullivan.
General Sullivan wurde im Rahmen eines Gefangenenaustauschs freigelassen und kehrte an die Seite Washingtons unmittelbar vor derSchlacht von Trenton zurück. Dort sicherte seine Division die wichtige Brücke über den Assunpink Creek nördlich der Stadt. Dies verhinderte das Entkommen und führte zur hohen Zahl an hessischen Söldnern, die gefangen genommen werden konnten. Im Januar 1777 bewährte sich Sullivan auch in derSchlacht von Princeton.
Im August führte er einen fehlgeschlagenen Versuch an, Staten Island zurückzuerobern. Erneut beanstandete ihn der Kongress, doch er wurde vom Untersuchungsausschuss entlastet. Kurze Zeit später erlitten die Amerikaner Verluste beiBrandywine undGermantown. Der Kongress war frustriert über die fortgesetzte britische Besetzung vonPhiladelphia. Doch da Washington der einzige war, der die Armee zusammenhielt, beschuldigte der Kongress stattdessen Sullivan. So wurde er im Frühjahr 1778 auf einen unwichtigen Posten in Rhode Island versetzt.
Im Sommer 1779 führte Sullivan die Sullivan-Expedition, einen massiven, jedoch letztendlich nicht entscheidenden Feldzug gegen die Irokesen im westlichen Teil des StaatesNew York. Während dieser Expedition zerstörten seine Truppen eine sehr großeCayuga-Siedlung mit dem Namen Coreogonel, die auf dem westlichen Gebiet der heutigen StadtIthaca lag. Er trieb seine Truppen derart an, dass sie ihre Pferde zu Schanden ritten, die getötet werden mussten. Die lauwarme Reaktion des Kongresses zu seinen Anstrengungen war mehr, als er ertragen konnte. Gebrochen, ermüdet und erneut Anfeindungen des Kongresses ausgesetzt nahm er seinen Abschied von der Armee im Jahr 1779 und kehrte nach New Hampshire zurück.
Zu Hause war Sullivan ein Held. New Hampshire schickte ihn als Delegierten 1780 erneut zum Kontinentalkongress. Doch er hatte weiterhin Gegner dort. Als er sich 1781 Geld vom französischen Gesandten beim Kongress lieh, beschuldigte man ihn, ein ausländischer Agent zu sein. So nahm er im August seinen Abschied.
Nach Hause zurückgekehrt wurde er 1782 zumAttorney General ernannt, der er bis 1786 blieb. Während dieser Zeit wurde er in dasRepräsentantenhaus von New Hampshire gewählt und diente als Parlamentspräsident. Er führte die Bewegung in New Hampshire an, die zur Ratifikation derVerfassung der Vereinigten Staaten am 21. Juni 1788 führte. Er wurde 1786, 1787 und 1789 als Kandidat derPro-Administration Party zumPräsidenten von New Hampshire, heute etwa Gouverneur, gewählt.
Als die neue Bundesregierung gebildet wurde, wurde er von Washington 1789 zum Bundesrichter des Bezirksgerichts in New Hampshire ernannt. Obwohl seine angeschlagene Gesundheit und sein Alkoholproblem es verhinderten, dass er nach 1792 noch Verhandlungen leiten konnte, so behielt er diesen Posten dennoch bis zu seinem Tod. Seine letzten Jahre verbrachte er krank und senil zu Hause, wo er am 23. Januar 1795 starb. Er wurde auf dem Familienfriedhof in Durham begraben.
Nach ihm wurde dasSullivan County in New Hampshire benannt.
Sullivan wurde 1768 in den Bund derFreimaurer aufgenommen. Seine Mutterloge war die „St. John’s Lodge“ inPortsmouth.
In seiner späteren Laufbahn übte er in der Großloge vonNew Hampshire das Amt desGroßmeisters aus.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Sullivan, John |
| KURZBESCHREIBUNG | nordamerikanischer Politiker, General im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg |
| GEBURTSDATUM | 17. Februar 1740 |
| GEBURTSORT | Somersworth, New Hampshire |
| STERBEDATUM | 23. Januar 1795 |
| STERBEORT | Durham, New Hampshire |