| John Fowler & Company (Leeds) | |
|---|---|
| Rechtsform | Ltd. |
| Gründung | 1886 |
| Auflösung | 1947 |
| Auflösungsgrund | Fusion mitMarshall, Sons & Co. zu Marshall-Fowler Ltd. |
| Sitz | Leeds, Vereinigtes Konigreich |
| Leitung | John Fowler (Gründer); später Robert Fowler und Robert Eddison |
| Branche | Maschinenbau,Landtechnik,Lokomotivbau |
John Fowler & Company (Leeds) Ltd. war eineenglischeMaschinenfabrik, dieLandmaschinen,Lokomobilen,Dampflokomotiven,Panzer undNutzfahrzeuge herstellte. Das 1862 vonJohn Fowler (1826–1864) gegründete Unternehmen hatte seinen Sitz inLeeds und wurde 1947 mitMarshall, Sons & Co. zur Marshall-Fowler Ltd. fusioniert.

John Fowler begann als Hersteller vonDampfpflügen. Fowler besaß anfangs keine eigene Fertigung, die Aufträge wurden vonKitson & Hewitson übernommen. Aufgrund des rasch wachsenden Geschäfts wurde beschlossen, ein eigenes Werk für Fowler einzurichten. In Partnerschaft mit Finanzier Hewitson gründete Fowler das UnternehmenHewitson & Fowler, das das Dampfpflugwerk auf einem Gelände neben dem Kitson‑Werken inHunslet,Leeds errichtete.[1]
Nach dem Tod von Hewitson 1863 und dem von Fowler 1864 wurde das Unternehmen von seinem Bruder Roger Fowler weitergeführt und 1886 unter dem NamenJohn Fowler & Co. (Leeds) Ltd. eingetragen.

Trotz verschiedener neuen Geschäftszweige blieb die Landtechnik das Herzstück von Fowler. In den 1920er Jahren war das Unternehmen der weltweit führende Hersteller von Bodenbearbeitungsmaschinen. Die Produktion elektrischer Geräte und Lokomotiven wurde zugunsten dieses Bereichs eingestellt, wobei weiterhin leichte Plantagenlokomotiven gefertigt wurden. Der weltweite Vertrieb lief über ein Netz ausländischer Niederlassungen, etwa inMagdeburg,Prag undKiew für Europa, inSydney fürAustralien undNeuseeland und inKalkutta fürIndien.[2] Dieses Netzwerk war entscheidend für die Wartung und Ersatzteilversorgung der weltweit exportierten Maschinen.
Infolge der Wirtschaftskrise der 1920er und 1930er Jahre sowie des Übergangs von Dampf- zuVerbrennungsmotoren geriet John Fowler & Co. in wirtschaftliche Schwierigkeiten. 1941 wurde das Unternehmen verstaatlicht und produzierte imZweiten Weltkrieg insgesamt 1633Panzer. Nach Kriegsende erfolgte die Privatisierung: 1945 wurde das Unternehmen an Rotary Hoes Ltd. verkauft, 1946 an Thomas W. Ward, der bereitsMarshall, Sons & Co. übernommen hatte. Daraus entstand 1947 durch Fusion mit Fowler das UnternehmenMarshall-Fowler, das fortan Raupentraktoren herstellte und dabei die Motoren von Fowler verwendete. In den Werkhallen von Fowler wurden noch bis 1974 Fahrzeuge hergestellt. Stand 2024 war die Marshall-Fowler Group im Maschinenbau tätig.[3]
John Fowler gilt als der Erfinder desdampfbetriebenen Pflügens. Seinen Durchbruch erzielte er in den 1850er Jahren, indem er ein praktikables System entwickelte, bei dem keine schweren Maschinen das Feld befahren mussten und somit nicht Gefahr liefen, im Boden stecken zu bleiben. Fowler rüsteteLokomobile mitSeilwinden aus, die denPflug über das Feld zogen, sodass die Lokomobile selbst am Feldrand stehen bleiben konnte.[1] Seine Ideen revolutionierten die Bodenbearbeitung auf schweren Böden und legten den Grundstein für das Unternehmen.
Fowler besaß anfangs keine eigene Fertigung. Die Aufträge wurden vonKitson & Hewitson übernommen. Aufgrund des rasch wachsenden Geschäfts wurde beschlossen, ein eigenes Werk für Fowler einzurichten. In Partnerschaft mit Finanzier Hewitson gründete Fowler das UnternehmenHewitson & Fowler, das das Dampfpflugwerk auf einem Gelände neben dem Kitson‑Werken inHunslet,Leeds errichtete.[1]
Ein bekannter Mitarbeiter dieses Unternehmens war der deutsche Ingenieur und spätere SchriftstellerMax Eyth, der ab 1862 an für das Unternehmen tätig war. Im Auftrag Fowlers reiste er nachÄgypten, wo er dem Onkel des Vizekönigs mehrere Fowler-Dampfpflugsätze, sowie Dampfpumpen verkaufte, die die Arbeit der Wasserschöpfer übernahmen. Eyth kultivierte das gesamteNildelta mit Fowlers Dampfpflügen, sodass dortBaumwolle gepflanzt werden konnte. Sie ersetzte die Baumwolle aus denSüdstaaten derUSA stammende Baumwolle, die aufgrund von Hafenblockaden während desSezessionskriegs nicht mehr nach Großbritannien gelangte. Nach dem Krieg reiste Eyth in die USA, um dort Dampfpflugsätze zu verkaufen. Diese füllten die Lücken auf den Plantagen, die durch die Aufhebung derSklaverei entstandenen waren.[1]
Nach dem Tod von Hewitson 1863 und dem von Fowler 1864 wurde das Unternehmen weitergeführt und 1886 unter dem NamenJohn Fowler & Co. (Leeds) Ltd. eingetragen.
Trotz verschiedener Geschäftszweige blieb die Landtechnik das Herzstück von Fowler. In den 1920er Jahren war das Unternehmen der weltweit führende Hersteller von Bodenbearbeitungsmaschinen. Die Produktion elektrischer Geräte und Lokomotiven wurde zugunsten dieses Bereichs eingestellt, wobei weiterhin leichte Plantagenlokomotiven gefertigt wurden. Der weltweite Vertrieb lief über ein Netz ausländischer Niederlassungen, etwa inMagdeburg,Prag undKiew für Europa, inSydney fürAustralien undNeuseeland und inKalkutta fürIndien.[2] Dieses Netzwerk war entscheidend für die Wartung und Ersatzteilversorgung der weltweit exportierten Maschinen.
In den 1920er und 1930er Jahren entwickelte Fowler ein Konzept für eine elektrisch betriebene Pflugmaschine. Das Projekt stieß auf Interesse in Russland, wo man den Einsatz auf großenWeizenfeldern plante. Aufgrund diplomatischer Spannungen kam es jedoch zu keinem Verkauf, und die Idee wurde nicht realisiert.[1]
1938 wurde die Herstellung von Dampfpflüge zugunsten von Dieseltraktoren eingestellt.[1]

Ab 1866 begann Fowler mit dem Bau vonDampflokomotiven. Die erste Lokomotive war eine Maschine mit derAchsfolge 1B, die unter der Werknummer 668 an dieImperial Mexican Railways geliefert wurde. Anfangs wurden einige Normalspurlokomotiven für Hauptbahngesellschaften gebaut. Da diese Gesellschaften jedoch begannen, eigene Werkstätten für den Lokomotivbau zu errichten, mussten die unabhängige Lokomotivhersteller wie Fowler nach neuen Märkten suchen. Das Unternehmen spezialisierte sich daher auf den Bau von Schmalspurlokomotiven, Wagen und Gleisen fürPlantagenbahnen für denZuckerrohranbau im Ausland. Dabei konnte Fowler die Patente vonDecauville nutzen, während Decauville im Gegenzug Fowlers Dampfpflugpatente nutzen durfte.[1]
Ab 1923 produzierte John Fowler & Co.Benzinlokomotiven, gefolgt von einer Reihe kleinerDiesellokomotiven. Die vor allem für den Einsatz in privaten Anschlussgleisen geeignet waren. Im Vergleich zu Dampflokomotiven boten sie aufgrund der kurzen Aufstartzeiten betriebliche Vorteile bei gelegentlichenRangierarbeiten, da kein frühzeitiges Anheizen und keine ständige Besatzung erforderlich waren. Fowlers kompakteRangierlokomotiven fanden daher bei vielen Unternehmen breite Anwendung.
1938 wurde die Herstellung von Dampflokomotiven eingestellt. Letzte Aufträge wurden zum Teil noch mit einer Fabriknummer von Fowler verkauft, wurden aber von anderen Herstellern wie Kitson & Co. oderHudswell Clarke hergestellt. DieBundaberg Foundry inQueensland, Australien, stellte noch in den 1950er Jahren Plantagenlokomotiven nach Zeichnungen von Fowler her.[1]
Auf Grundlage der Pflugmaschinen entstandenDampfstraßenlokomotiven für Transportunternehmen, die schwere Lasten an Orte bringen konnten, die nicht ans Eisenbahnnetz angebunden waren. Neben den Straßenlokomotiven fertigte Fowler auch die Wagen für den Gütertransport und, da die Fahrten oft mehrere Tage dauerten, zusätzlichWohnwagen für die Besatzung.[1]

Um die Jahrhundertwende wurden für Konflikte inSüdafrika undIndien von Straßenlokomotiven gezogene,gepanzerte Straßenzüge entwickelt. Diese bestanden aus vier oder fünf Wagen und dienten im Grunde als mobile Kasernen. Auch beim Bahnbau inUganda wurden solche Straßenzüge eingesetzt, um Arbeiter und Material bis zu 30 Kilometer vor dem Gleisende für Trassierungsarbeiten bereitzustellen.[1]

FürSchausteller wurden Straßenlokomotiven gebaut, die einenGenerator zum Betrieb desFahrgeschäfts oder zusätzlich einen Kran für den Aufbau integriert hatten. Mindestens zwei Dampflokomotiven entstanden speziell für Fahrgeschäfte, bei denen ein Dampfzug im Kreis fuhr.
Fowler begann bereits 1902 mit der Entwicklung von Dieselmotoren und produzierte 1909 die erste Straßenlokomotive mit Verbrennungsmotor. Diese frühen Maschinen waren jedoch schwerfällig und boten gegenüber dem Dampfantrieben kaum Vorteile. Bis Anfang der 1930er Jahre entstanden nur rund 40 Straßenlokomotiven mit Dieselantrieb.

Die Produktion vonDampfwalzen begann erst nach dem Tod von Thomas Aveling im Jahr 1881. Zuvor stellte Fowler keine Dampfwalzen her, da es eine Vereinbarung mit dem UnternehmenAveling & Porter gab, das Fowler keine Walzen bauen würde.[1]
Das Straßenwalzengeschäft – einschließlich der frühen, nicht erfolgreichen Dieselvariante – wurde 1937 anMarshall, Sons & Co. inGainsborough verkauft.[1]
Neben den verschiedenen mobilen Formen vonDampfmaschinen stellte Fowler auch zahlreiche stationäreFördermaschinen für Eisenbahnen undBergwerke her. Dieser Geschäftsbereich entstand als Nebenprodukt der Entwicklung der Dampfpflüge. Da viele Fowler-ProdukteSeile verwendeten, gründete das Unternehmen eine eigene Tochtergesellschaft für die Seilherstellung.[1] Die Herstellung von Fördermaschinen wurde 1938 eingestellt.[1]
Viele stationäre Dampfmaschinen von John Fowler & Co. wurden in den frühen Jahren der Elektrizitätsversorgung zum Antrieb von Generatoren eingesetzt. Das Unternehmen richtete dafür eine eigene Elektroabteilung ein. Fowler baute das Kraftwerk für die erste öffentliche Stromversorgung Großbritanniens, die 1892 in Leeds aufgebaut wurde.[4] Weitere Stromversorgungen wurden für die StädteCoventry,Reading undKensington geliefert.[1] Die Herstellung von Stromerzeugern wurde 1938 eingestellt.[1]

Die Fertigung von dampfgetriebenenLkws begann im Jahr 1924. Bis zur Einstellung der Produktion wurden 117 Fahrzeuge hergestellt. Ursache für den geringen Erfolg waren technische Schwierigkeiten. Eine Ausnahme bildeten dieSaugwagen, die auch später einen großen Teil der Produktion von Fowler ausmachten. Aufgrund der kurzen Fahrstrecken zwischen den häufigen Halten konnten die Probleme der Dampfproduktion hier besser beherrscht werden. 1931 stellte Fowler den ersten Lkw mit Dieselmotor vor: einenKurzhauber mit einer Nutzlast von 6/7ton. Kurze Zeit später folgte ein Dreiachser mit 10/12 ton Nutzlast. Bei beiden Modellen unterschieden sichFührerhaus und Motor nicht. Zum Einsatz kam ein selbst entwickelterSechszylinder-Dieselmotor mit einer patentierten Kolbenform. Die Modelle waren jedoch am Markt nicht sonderlich erfolgreich, sodass Fowler die Produktion von Nutzfahrzeugen bereits 1935 vollständig einstellte und sich auf die Produktion vonLandmaschinen konzentrierte.[1]
Im Zweiten Weltkrieg stellte die verstaatlichte Fowler 1633 Panzer her, darunterMatilda-,Cromwell-,Centaur- undComet-Modelle.[1]