John Bardeen, 1956Nachbau des ersten Transistors von Shockley, Bardeen und BrattainEine Gedenktafel an Bardeen und die Theorie der Supraleitfähigkeit auf dem Campus derUniversity of Illinois at Urbana-Champaign
John Bardeen wurde als Sohn desAnatomieprofessorsCharles R. Bardeen, der zudemDekan derMedical School derUniversity of Wisconsin in Madison war, und der Lehrerin Althea Harmer geboren. Seine Mutter starb 1920, als John Bardeen 12 Jahre alt war, und sein Vater heiratete Ruth Hames ausMilwaukee, Wisconsin. Bereits mit 15 Jahren begann der hochintelligente Schüler, der mehrere Klassen übersprang, sein Studium derElektrotechnik,Physik undMathematik an der University of Wisconsin.
Im Jahr 1951 verließ Bardeen die Bell Telephone Laboratories und wirkte bis 1975 als Professor für Elektrotechnik und Physik an derUniversity of Illinois at Urbana-Champaign. Hier war sein ersterDoktorandNick Holonyak (1954), der Erfinder der erstenLeuchtdiode im Jahre 1962.[1] Bardeen entwickelte zusammen mitLeon Neil Cooper undJohn Robert Schrieffer die Theorie derSupraleitfähigkeit – das Verschwinden deselektrischen Widerstandes bestimmter Metalle und Legierungen bei Temperaturen in der Nähe desabsoluten Temperaturnullpunktes. Die Theorie wurde alsBCS-Theorie bekannt, benannt nach den Anfangsbuchstaben der Entdecker. Bereits in den 1930er Jahren hatte Bardeen an dem Phänomen geforscht und gelangte in den 1950er Jahren zur theoretischen Erklärung. Im Fachbereich Elektrotechnik gründete er ein Forschungsprogramm zur Supraleitfähigkeit. Im Fachbereich Physik gründete er außerdem ein Forschungsprogramm zum Thema makroskopischer Quantensysteme, insbesondere zu Supraleitfähigkeit und Quantenflüssigkeiten.[2]
1972 erhielt Bardeen gemeinsam mit Cooper und Schrieffer seinen zweiten Physiknobelpreis für seinenfundamentalen Beitrag zur Theorie der Supraleitfähigkeit. Bardeen war damit der erste Wissenschaftler, der den Nobelpreis zweimal in derselben Kategorie empfing.
1975 wurde er emeritiert; er wohnte bis zu seinem Tod inUrbana (Illinois).
Bernhard Kupfer:Lexikon der Nobelpreisträger. Patmos, Düsseldorf 2001,ISBN 3-491-72451-1.
Peter Neulen:Brockhaus, Nobelpreise: Chronik herausragender Leistungen. Brockhaus, Mannheim u. a. 2004,ISBN 3-7653-0492-1.
Lillian Hoddeson, Vicki Daitch:True genius. The life and science of John Bardeen. The only winner of two Nobel Prizes in physics. Joseph Henry Press, Washington D. C. 2002,ISBN 0-309-08408-3.