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Johanne Autenrieth

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Johanne Autenrieth (*15. Mai1923 inStuttgart; †17. April1996 inMünchen) war einedeutschePaläografin undMittellateinischePhilologin.

Leben

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Autenrieth war eine Schülerin vonBernhard Bischoff, bei dem sie 1952 als dessen ersteDoktorandin mit einer auf paläografische Analysen gestützten Untersuchung über dieKonstanzer Domschule zur Zeit desInvestiturstreitspromoviert wurde. Nach dem Studium leitete sie zunächst dasHölderlin-Archiv an derWürttembergischen Landesbibliothek (WLB) in Stuttgart.[1] 1953 und 1954 bis 1958 war sie bei denMonumenta Germaniae Historica (MGH) in München als Bibliotheksleiterin tätig.[2] Anschließend mit der Bearbeitung von Handschriften an der WLB Stuttgart für den neuen Handschriftenkatalog befasst, wurde sie 1966 als ordentliche Professorin auf den neu geschaffenen Lehrstuhl fürLateinische Philologie des Mittelalters an derAlbert-Ludwigs-Universität Freiburg berufen, den sie bis zu ihrerEmeritierung 1988 innehatte.[3] Zu den wissenschaftlichen Mitarbeitern am Lehrstuhl Autenrieth zählenWalter Berschin (1967–1973),Michael Borgolte (1975–1984) undUlrich Eigler (1984–1989).

Autenrieth war seit 1962 Mitglied, von 1972 bis 1985 Vorsitzende des Unterausschusses für Handschriftenkatalogisierung derDeutschen Forschungsgemeinschaft (DFG)[4] und ab 1972 Mitglied desComité international de paléographie latine (CIPL).[5] Sie begründete die imAnton Hiersemann Verlag erscheinende ReiheDatierte Handschriften in Bibliotheken der Bundesrepublik Deutschland, deren erster Band im Jahr 1984 herauskam.[6] Für ihre Zeit als Stipendiatin desHistorischen Kollegs in München 1985/86, wo sie über das Fortleben römischer Schrift bis zur Renaissance forschte, konnteFidel Rädle als Lehrstuhlvertreter gewonnen werden. Gleich nach dem Ende ihrer Lehrverpflichtungen in Freiburg zog Autenrieth wieder ins geliebte München, wo sie – die letzte, von Krankheit überschattete Zeit zunehmend zurückgezogen[7] – bis zu ihrem Tode lebte und auf demWaldfriedhof beigesetzt wurde. Die bei derAkademischen Gedenkfeier am 17. Januar 1997 im Festsaal desHauses zur lieben Hand in Freiburg gehaltenen Vorträge wurden publiziert.[8]

Ihr Nachlass befindet sich im Archiv der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.[9]

Veröffentlichungen (Auswahl)

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als Autorin
  • Die Domschule von Konstanz zur Zeit des Investiturstreits. Die wissenschaftliche Arbeitsweise Bernolds von Konstanz und zweier Kleriker dargestellt auf Grund von Handschriftenstudien (=Forschungen zur Kirchen- und Geistesgeschichte. Neue Folge, Bd. 3,ZDB-ID 538604-4). Kohlhammer, Stuttgart 1956 (zugl. Dissertation, Universität München, 1952).
  • mit Alfred Kelletat:Katalog der Hölderlin-Handschriften (=Veröffentlichungen des Hölderlin-Archivs. Bd. 2,ISSN 0585-7821). Auf Grund der Vorarbeiten von Irene Koschlig-Wiem. Kohlhammer, Stuttgart 1961.
  • Ältere und neuere Handschriftenkataloge aus dem Umkreis der Stuttgarter Handschriftensammlung. In: Ewald Lissberger (Hrsg.):In libro humanitas. Festschrift für Wilhelm Hoffmann zum 60. Geburtstag, 21. April 1961. Klett, Stuttgart 1962, S. 165–188.
  • „Litterae Virgilianae“. Vom Fortleben einer römischen Schrift (=Schriften des Historischen Kollegs. Vorträge. Bd. 14,ZDB-ID 629117-X). Stiftung Historisches Kolleg, München 1988 (online als PDF auf der Website des Historischen Kollegs).
als Herausgeberin

Literatur

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Bibliographie

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  • Victoria Polzer, Paul Gerhard Schmidt:Bibliographie Johanne Autenrieth. In: Paul Gerhard Schmidt (Hrsg.):Gedenkschrift Johanne Autenrieth (15.5.1923 – 17.4.1996). Freiburg i. Br. 2005 (online als PDF), S. 33–39.

Weblinks

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Einzelnachweise

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  1. Wolfgang Irtenkauf:Johanne Autenrieths Vor-Freiburger-Zeit. Die Lehr- und Reifejahre in Stuttgart. In:Paul Gerhard Schmidt (Hrsg.):Gedenkschrift Johanne Autenrieth (15.5.1923 – 17.4.1996). Freiburg i. Br. 2005 (online als PDF), S. 11–18.
  2. Porträt in derPortraitgalerie (Memento desOriginals vom 5. März 2017 imInternet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäßAnleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.mgh.de der MGH.
  3. Geschichte des Seminars für Mittellatein in Freiburg. Archiviert vom Original am 19. Juli 2011; abgerufen am 16. November 2012. 
  4. Michael Borgolte, Herrad Spilling (Hrsg.):Litterae medii aevi. Festschrift für Johanne Autenrieth zu ihrem 65. Geburtstag. Thorbecke, Sigmaringen 1988, Klappentext auf Schutzumschlag.
  5. Annales du CIPL. DieKooptierung erfolgte demnach beim 3. Internationalen Kolloquium desComité, das vom 26. bis 28. Oktober 1972 in Rom stattfand.
  6. Datierte Handschriften in Bibliotheken der Bundesrepublik Deutschland beiwww.hiersemann.de.
  7. Ursula Jaitner-Hahner:Johanne Autenrieth – in memoriam. Erinnerungen einer Schülerin. In: Paul Gerhard Schmidt (Hrsg.):Gedenkschrift Johanne Autenrieth (15.5.1923 – 17.4.1996). Freiburg i. Br. 2005 (online als PDF), S. 19–26.
  8. Herta Zutt:Freundschaftliche Erinnerung an Johanne Autenrieth. In: Paul Gerhard Schmidt (Hrsg.):Gedenkschrift Johanne Autenrieth (15.5.1923 – 17.4.1996). Freiburg i. Br. 2005 (online als PDF), S. 27–32; Michael Borgolte:Johanne Autenrieth als akademische Lehrerin. In: Paul Gerhard Schmidt (Hrsg.):Gedenkschrift Johanne Autenrieth (15.5.1923 – 17.4.1996). Freiburg i. Br. 2005 (online als PDF), S. 7–10; Albert Derolez:Das paläographische Oeuvre von Johanne Autenrieth. In:Mittellateinisches Jahrbuch 32 (1997), S. 203–206;Volker Schupp:Die Hilfe der Kodikologie zum Verständnis althochdeutscher Texte. In:Freiburger Universitätsblätter 136 (1997), S. 57–77.
  9. SignaturC0102: Nachlass Johanne Autenrieth (Online-Findbuch desUniversitätsarchiv Freiburg i. Br.).
Inhaber des Lehrstuhls für Mittellateinische Philologie an derUniversität Freiburg

Johanne Autenrieth (1966–1988) |Paul Gerhard Schmidt (1989–2004) |Felix Heinzer (2005–2015) |Frank Bezner (seit 2018)

Personendaten
NAMEAutenrieth, Johanne
KURZBESCHREIBUNGdeutsche Paläografin und Mittellateinische Philologin
GEBURTSDATUM15. Mai 1923
GEBURTSORTStuttgart
STERBEDATUM17. April 1996
STERBEORTMünchen
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