Movatterモバイル変換


[0]ホーム

URL:


Zum Inhalt springen
WikipediaDie freie Enzyklopädie
Suche

Johann Fabri

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dieser Artikel behandelt den Humanisten und Bischof von Wien Johann Fabri. Zu anderen Personen sieheJohann Fabri (Begriffsklärung) undJohannes Fabri (Begriffsklärung).
Johann Fabri. Detail des Epitaphs im Wiener Stephansdom

Johann Fabri, auchJohannes Faber (*1478 inLeutkirch im Allgäu; †21. Mai1541 inBaden bei Wien) warHumanist und katholischerBischof derDiözese Wien.

Leben

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Johann Fabri hieß eigentlichJohannes Heigerlin. Da sein Vater ein Schmied war, nannte er sichFaber oderFabri. Er schloss das Studium derTheologie undRechtswissenschaft inTübingen undFreiburg mit dem Doktorat ab. Er stand in Kontakt mit demHumanistenErasmus von Rotterdam.

Um 1510 war Fabri Prediger inLindau, 1513 Offizial inBasel, 1514 Pfarrer in Leutkirch und ab 1517Generalvikar vonKonstanz. 1521 ernannte ihn der Erzherzog und spätere KaiserFerdinand I. zu seinem Ratgeber und Diplomaten.

Fabri lernte die russische Delegation bei KaiserKarl V. kennen. Russische Gesandte mussten während ihrer Rückkehr aus Spanien imFranziskanerkloster vonTübingen Zwischenstation machen; dort suchte Fabri weiteren Kontakt zu ihnen und galt bald beim Erzherzog als Russlandexperte. Die Niederschrift eines Gesprächs im BüchleinAd Serenissimum Principem Ferdinandum Archiducem Austriae, Moscovitarum iuxta mare glaciale religio (Basileae 1526) stellt ein Primat in der deutschsprachigen Russlandkunde dar. Selbst KaiserFerdinand I. ließ es seinen Diplomaten und Juristen als Leitfaden lesen. Fabri gilt somit als einer der Mitbegründer der deutschsprachigen Russlandkunde.[1]

Fabri hat 1523 den sogenannten „Ketzerhammer“ veröffentlicht, war 1524Koadjutor des Bischofs Theoderich Kammerer imBistum Wiener Neustadt und Beichtvater vonFerdinand I. geworden. 1529 erhielt er die PropsteiOfen. Er war dabei ein prominenter Verteidiger der katholischen Kirche in Deutschland gegen die ReformatorenZwingli undLuther.

1529 reiste Johann Fabri im Auftrag von KaiserKarl V. nach England, um vonHeinrich VIII. Unterstützung im Kampf gegen dieTürken zu erbitten. 1530 gehörte er der Kommission zur Überprüfung derConfessio Augustana an. 1530 wurde er Bischof von Wien; er war dort als eifriger Prediger tätig und verfasste zahlreiche polemische Schriften. 1538 ernannte erFriedrich Nausea zum Koadjutor, der ihm später als Bischof nachfolgte.[2]

1539/40 gründete er in den Räumlichkeiten des früherenKollegiums St. Nikolaus das dreisprachige Studentenkonvikt St. Nikolaus in Wien (Collegium trilingue), eine Stipendienstiftung.[3] Dieser, schon 1545 wieder aufgehobenen Institution, vermachte er auch seine große Bibliothek.[4]

Rezeption

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Georg May fasste 1983 zusammen:Johann Fabri war sittlich einwandfrei und stand fest im katholischen Glauben. Er war einer der wenigen Bischöfe jener Zeit, die eine starke seelsorgliche Ader hatten; unermüdlich war er tätig, um Glauben und Frömmigkeit im Volke zu erhalten. Er war ein beflissener und gewandter Verkündiger des Wortes Gottes. Der Nuntius Vergerio stellte ihm ein gutes Zeugnis wegen seines Predigteifers aus.[2]

Ehrungen

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

1894 wurde dieHeigerleinstraße in Wien-Ottakring (16. Bezirk) undHernals (17. Bezirk) nach ihm benannt, außerdem derBischof-Faber-Platz inGersthof im 18. Wiener GemeindebezirkWähring.

Werke (Auszug)

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
  • Ad Serenissimum Principem Ferdinandum Archiducem Austriae, Moscovitarum iuxta mare glaciale religio. Basileae 1526.
  • Constantiensis in spiritualibus vicarii opus adversus nova quaedam et a Christiana religione prorsus aliena dogmata Martini Lutheri. Rom 1522, Leipzig 1523, Köln 1524 alsMalleus in haeresim Lutheranam.link
  • Opera. 3 Bände. Köln 1537–41.

Literatur

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Weblinks

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
Commons: Johann Fabri – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
  1. Stefan Michael Newerkla: "Russen auf der Durchreise. Tübingen 1525 als Wiege der deutschen Russlandkunde." In: Bernhard Brehmer – Anja Gattnar – Tatiana Perevozchikova (Hrsg.):Von A wie Aspekt bis Z wie zdvořilost. Ein Kaleidoskop der Slavistik fürTilman Berger zum 65. Geburtstag. Tübingen: Tübingen Library Publishing, 2021, S. 377–383 (Digitalisat).
  2. abGeorg May:Die deutschen Bischöfe angesichts der Glaubensspaltung des 16. Jahrhunderts. Wien : Mediatrix-Verlag, 1983,ISBN 978-3-85406-038-3,S. 527 (archive.org [abgerufen am 5. September 2024]). 
  3. Ulrike Denk:Private Stipendienstiftungen an der Universität Wien. In:Mitteilungen der Österreichischen Gesellschaft für Wissenschaftsgeschichte 20 (2000) S. 163–180, dort 168–171.https://geschichte.univie.ac.at/de/artikel/das-collegium-trilingue.
  4. Herbert Posch:Mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Buchbesitz der Universität Wien. In:650 plus. 2. Oktober 2014 (univie.ac.at [abgerufen am 5. September 2024]). 
VorgängerAmtNachfolger
Johann von RevellisBischof von Wien
1530–1541
Friedrich Nausea
Theoderich KammererKoadjutor von Wiener Neustadt
1524–1530
Gregor Angerer

Michael Altkind (Administrator) |Peter Engelbrecht |Augustin Kiebinger |Theoderich Kammerer |Johann Fabri (Koadjutor) |Gregor Angerer |Heinrich Muelich |Christoph Wertwein (Administrator) |Martin Duelacher |Franz Abstemius |Kaspar von Logau |Christian Napponäus |Lambert Gruter |Martin Radwiger |Melchior Khlesl (Administrator) |Matthias Geißler |Johann Thuanus |Laurenz Aidinger |Leopold Karl von Kollonitsch |Christoph de Royas y Spinola |Franz Anton von Bucheim |Ignaz von Lovina |Joseph Ignaz della Rovere |Johann Moritz Gustav von Manderscheid-Blankenheim |Franz Anton von Khevenhüller |Ferdinand von Hallweil |Johann Heinrich von Kerens(dann Bischof von St. Pölten)

Personendaten
NAMEFabri, Johann
ALTERNATIVNAMENFaver, Johann; Faver, Johannes; Hegerlin, Johann
KURZBESCHREIBUNGHumanist, katholischer Bischof der Diözese Wien
GEBURTSDATUM1478
GEBURTSORTLeutkirch im Allgäu
STERBEDATUM21. Mai 1541
STERBEORTBaden bei Wien
Abgerufen von „https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Johann_Fabri&oldid=260636262
Kategorien:

[8]ページ先頭

©2009-2026 Movatter.jp