Johann Anton Freiherr von Graff (*1741 inWien; †30. März1807 inSt. Pölten) war ein österreichischerGeneralmajor.
Johann AntonGraff war der Sohn eines Soldaten und trat in seinem 16. Lebensjahr als einfacher Soldat in einDragonerregiment ein. Bei dieser Militäreinheit wurde er im August 1758Fähnrich, 1759Unterleutnant und stieg im Oktober 1761 zumOberleutnant auf.
ImSiebenjährigen Krieg zeichnete Graff sich bei derBelagerung von Schweidnitz (1762) aus, so beim ersten Ausfall unter dem Oberst Freienfels sowie bei weiteren Anlässen, indem er sich auch bei anderen Waffengattungen einsetzen ließ, wenn er keine Dienste bei derKavallerie versah. Namentlich bewies er bei der militärischen Operation des OberstleutnantsMichael Waldhütter von Minenburg am 27. September 1762 ungewöhnliche Tapferkeit. Er eilte mit 20 Grenadieren Waldhütter zu Hilfe, als dieser den Feind in der ersten Minengrube angriff; die Preußen wurden dabei bis zur dritten Minengrube zurückgedrängt. Mittlerweile waren die in Bereitschaft gehaltenen Grenadiere in die erste Minengrube vorgedrungen und machten rasch alle vom Feind mühsam zustande gebrachten Arbeiten zunichte. Für diese Leistungen erhielt Graff am 21. Oktober 1762 das Ritterkreuz desMaria-Theresia-Ordens und wurde außerdem in den Freiherrnstand erhoben sowie am 1. Dezember 1762 zumHauptmann befördert. 1763 wurde er in das Husarenregiment Esterhazy versetzt. 1779 kam er alsMajor zu den Barko-Husaren.
Seine Beteiligung am Türkenkrieg bot Graff erneut Gelegenheit zu glänzenden Waffentaten, so u. a. am 16. Juni 1788 beiChotyn, wo er dem bedrängten RittmeisterJoseph von Levachich von Latischlowitz zu Hilfe kam. Im November 1788 erhielt er den Rang einesOberstleutnants. Außerdem zeichnete er sich in der Schlacht bei Martinestje aus sowie bei der Eroberung des Lagers bei Tirgukukuli, indem er mit seiner Division die linke Flanken der Türken angriff, sie zweimal zurückwarf und dann die BrigadeKaraczay erfolgreich unterstützte.
Während desRevolutionskriegs befehligte Graff alsOberst ein Szekler-Bataillon, mit dem er beiOggersheim (9. Oktober 1794) und im Verlauf der Belagerung vonMannheim (1795) Rühmliches leistete, besonders aber durch die hartnäckige Verteidigung der Stellung beiSchwegenheim (10. Dezember 1795) und im Gefecht beiTrippstadt (13. Dezember 1795) wiederholt seinen Mut und seine Umsicht bewährte.
Am 4. März 1796 wurde Graff zumGeneral undBrigadier inTirol ernannt, trat am 21. Oktober 1798 in den Ruhestand und starb am 30. März 1807 im Alter von 66 Jahren in St. Pölten. Sein SohnAnton Graff (1769–1805) schlug ebenfalls eine militärische Laufbahn ein.
Die im 10. Wiener GemeindebezirkFavoriten gelegeneGraffgasse wurde 1913 nach Johann Anton Graff benannt.[1]
Personendaten | |
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NAME | Graff, Johann Anton |
ALTERNATIVNAMEN | Graff, Johann Anton Freiherr von |
KURZBESCHREIBUNG | österreichischer Generalmajor |
GEBURTSDATUM | 1741 |
GEBURTSORT | Wien |
STERBEDATUM | 30. März 1807 |
STERBEORT | St. Pölten |