Hans-Joachim „Jochen“ Pommert (*26. Januar1929 inKlostermansfeld; †16. Juni2019[1]) war eindeutscherJournalist, von 1957 bis 1963Chefredakteur derMärkischen Volksstimme und danach bis 1969 derLeipziger Volkszeitung.
Pommert war Sohn eines Bergmanns. Nach dem Besuch derVolksschule machte er von 1943 bis 1945 eine Lehre alsDreher imJunkers-Werk inAschersleben und schlug sich nach Kriegsende als Landarbeiter durch.Im Dezember 1945 trat Pommert in dieSPD ein, 1946 in dieSED.Von 1946 bis 1948 machte er eine Facharbeiter-Lehre und arbeitete im als Dreher im WalzwerkHettstedt.
Pommert begann nun eine parteipolitische Karriere. Von Mai bis Dezember 1948 war er Sachbearbeiter in der SED-LandesleitungSachsen-Anhalt inHalle (Saale), zeitweise als Landesparteisekretär.Zwischen 1949 und 1950 war er Sekretär für Propaganda der SED-Betriebsparteiorganisation im VEB Walzwerk Hettstedt.Von Juli bis August 1950 war er kurzzeitig Instrukteur der SED-Landesleitung Sachsen-Anhalt.
1950 begann seine journalistische Tätigkeit. Bis 1954 arbeitete Pommert für die ZeitschriftNotizbuch des Agitators, zunächst als Redakteur, später als Chefredakteur. Gleichzeitig war er Sektorenleiter im Zentralkomitee der SED. Danach ging er nachMoskau, um an der dortigenParteihochschule der KPdSU zu studieren und schloss 1957 als Diplomgesellschaftswissenschaftler (→Gesellschaftswissenschaftliches Grundstudium in der DDR) ab.
Zurück in Deutschland wurde er Chefredakteur der SED-BezirkszeitungMärkische Volksstimme inPotsdam. Parallel war er Mitglied derSED-Bezirksleitung imBezirk Potsdam und wurde Mitglied des Büros der SED-Bezirksleitung.
1963 wechselte Pommert als Chefredakteur zur SED-BezirkszeitungLeipziger Volkszeitung. Im Juni 1969 gab er diesen Posten anWerner Stiehler ab.[2] Pommert stieg dafür zum Sekretär fürAgitation und Propaganda in der SED-BezirksleitungLeipzig auf. Nach unterschiedlichen Angaben blieb er dies bis November 1989[3] oder bis 30. Januar 1990[4].
Von 1971 bis 1990 war er Abgeordneter desBezirkstags Leipzig.
Pommert gehörte zu denSechs von Leipzig, die am 9. Oktober 1989 einen gemeinsamen Aufruf zur Gewaltfreiheit an die 70.000 Demonstranten und die Einsatzkräfte richteten.Während der Vorbereitung warnte erKurt Meyer undRoland Wötzel vor den möglichen Konsequenzen: „Parteiausschluss, denn die Parteiführung sieht die Massen auf der Straße alsKonterrevolution an, und wir drei stellen uns auf diese Seite.“[5]Später berichtete er rückblickend: „Der 9. Oktober war der Anlass, was zu tun in einer dramatischen Situation für Leipzig. Es ging nicht so weiter.“[6]
Von 1961 bis 1972 war Pommert Mitglied des Präsidiums des Zentralvorstands desVerbands der Journalisten der DDR. 1990 wurde er aus dem Verband ausgeschlossen.[4] Im selben Jahr ging er in Rente. Im Juni 1990 wurde er von der Bezirksschiedskommission derPDS als Parteimitglied bestätigt[4], war aber seit 1991 parteilos[3].
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Pommert, Jochen |
| ALTERNATIVNAMEN | Pommert, Hans-Joachim |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Politiker (SED) und Journalist |
| GEBURTSDATUM | 26. Januar 1929 |
| GEBURTSORT | Klostermansfeld |
| STERBEDATUM | 16. Juni 2019 |