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Joachim Weingart

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Selbstporträt, vor 1939

Joachim Weingart (auch:Joachim Weingarten; *1895 inDrohobycz,Galizien,Kaisertum Österreich; †1942 imKZ Auschwitz) war ein galizisch-österreichischer Maler. Er wird zu den Vertretern derÉcole de Paris gerechnet[1].

Leben

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Weingart wurde als Kind jüdischer Eltern[1] in der damals zuÖsterreich-Ungarn gehörenden und in der NäheLembergs liegenden Stadt Drohobycz geboren. Sein Vater war ein Weinhändler, der früh starb; die Mutter zog die beiden minderjährigen Söhne auf. Nach Besuch eines Gymnasiums in Lemberg begann Weingart 1912 mit einer Zeichenausbildung an derKunstgewerbeschule Weimar. Ab 1914 setzte er seine Ausbildung an derAkademie der Bildenden Künste Wien fort. Erstmals wurde er in derTechnischen Kunstschule in Lemberg ausgestellt. Mithilfe eines Stipendiums des Industriellen und KunstförderersCarol Kratz[2] konnte er 1916 nachBerlin gehen.

Nach demErsten Weltkrieg kehrte er in dieWestukrainische Volksrepublik zurück, Österreich-Ungarn hatte sich aufgelöst. Galizien schied per 30. Oktober 1918 aus der Monarchie aus. In Lemberg wurde 1918 die Westukrainische Volksrepublik (Sachidna Ukrainska Narodna Respublika [SUNR]) ausgerufen. Diese konnte sich aber gegen die einmarschierende polnische Armee imPolnisch-Ukrainischen Krieg nicht halten, so dass auch Ostgalizien im Mai 1919 polnisch wurde. Diesem folgte 1920 derPolnisch-Sowjetische Krieg. Später stellte er inŁódź aus.

Bei einem späteren Aufenthalt in Berlin lernte er 1922 im Atelier vonAlexander Archipenko den MalerZygmunt Menkes kennen, mit dem er 1923 nach Paris wechselte. Dort wohnten die beiden Freunde im Hôtel Medical, wo damals auchEugeniusz Żak undMarc Chagall lebten.

In Paris schloss Weingart sich den Künstlern derÉcole de Paris an. Mit seinen polnischen LandsleutenAlfred Aberdam,Leon Weissberg und Zygmunt Menkes gründete er 1924 die Künstlergruppe „Gruppe der Vier“ (poln.:Grupy Czterech, franz.:Le groupe des Quatres). Die von dieser Gruppe vertretenen Kunstformen waren Teil derexpressionistischen Strömung in derÉcole de Paris[1][3]. Die Gruppe bestand bis 1925, gemeinsam stellten sie 1925 in der vonJan Śliwiński geführten GalerieAu Sacre du Printemps aus. 1925 bezog Weingart ein Atelier inMontparnasse.

1930 schloss Weingart einen Vertrag mit dem KunsthändlerRené Gimpel. Nachdem seine Ehe mit der Tochter eines französischen Arztes zerbrach und sie ihn mit dem gemeinsamen Sohn, dem später als Dramatiker bekannt gewordenenRomain Weingarten,[4] verließ, erkrankte er an Depressionen und wurde zeitweise in ein Krankenhaus eingeliefert. Am 30. April 1942 wurde er von deutschen Truppen in seinem Atelier verhaftet, inPithiviersinterniert, am 17. Juli 1942 in dasKonzentrationslager Auschwitz deportiert und dort ermordet. Im selben Jahr nahm sich sein Bruder das Leben.

Weingart hatte in Polen zwei Einzelausstellungen – mit derAkademie der Freunde der Schönen Künste in Lemberg im Jahr 1923 und 1932 mit Unterstützung derJüdischen Gesellschaft zur Kunstförderung in Warschau. In Paris stellte er 1926 auf demSalon des Indépendants und 1929 auf einer Ausstellung polnischer Kunst in derBonaparte-Galerie aus.

Weingart malte hauptsächlich figürliche Kompositionen, danebenAkte,Stillleben (oft Blumen) undLandschaften. Die Kompositionen zeichnen sich durch die Verwendung von gelb-braunen und rötlichen Tönen aus. Besonders erwähnenswert sind die jüdischen Motive in Weingarts Werk., z. B. das GemäldeJunger Jude hält dieTora.

Galerie

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  • Blumen in der Vase (poln.: Kwiaty w wazonie), 1930
    Blumen in der Vase (poln.:Kwiaty w wazonie), 1930
  • Das Gespräch (poln.: Rozmowa), vor 1939
    Das Gespräch (poln.:Rozmowa), vor 1939
  • Roter Akt (poln.: Akt czerwony), vor 1940
    Roter Akt (poln.:Akt czerwony), vor 1940
  • Allegorische Szene (poln: Scena alegoryczna), vor 1940
    Allegorische Szene (poln:Scena alegoryczna), vor 1940

Einzelnachweise

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  1. abcgem.Pamiętnik sztuk pięknych, Ausgaben 1–5, Kopernikus-Universität Toruń, Toruń 2001,S. 5, 40 u. a. (in Englisch)
  2. Kratz unterstützte auch Alfred Aberdam undDavid Seifert
  3. gem. Natasza Styrna,Artyści żydowscy w Krakowie 1873–1939, Ausstellungskatalog, Historisches Museum der Stadt Krakau (Hrsg.), Krakau 2008,S. 27 und 66
  4. Annika Friedmans Beitrag zu Joachim Weingart in:The Ghez Collection – Memorial in Honor of Jewish Artists, Victims of Nazism, University of Haifa 2019, S. 67–69; online verfügbar als PDFThe Ghez Collection bei holocauststudies.haifa.ac.il (englisch; abgerufen am 24. Februar 2025).

Literatur

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  • Władysława Jaworska, Agnieszka Morawińska u. a.,Malarstwo polskie w kolekcji Ewy i Wojciecha Fibakow (Polish painting in the Ewa and Wojtek Fibak Collection), Verlag Auriga,ISBN 83-221-0623-8, Warschau 1992, S. 190 f.

Weblinks

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Commons: Joachim Weingart – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Personendaten
NAMEWeingart, Joachim
ALTERNATIVNAMENWeingarten, Joachim (vollständiger Name)
KURZBESCHREIBUNGpolnischer Maler
GEBURTSDATUM1895
GEBURTSORTDrohobycz
STERBEDATUM1942
STERBEORTKZ Auschwitz
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