Rekonstruierter Innenraum des Zeltheiligtums (Mischkan) nach den Anweisungen der Tora, Modell von Michael Osnis. Die Einrichtung desHechal im Zweiten Tempel ist damit praktisch identisch: vorne der Altar für das Weihrauchopfer, dahinter der Siebenarmige Leuchter (Menora) und der aufgrund der gestapelten Brote turmartig wirkendeSchaubrottisch. Im Hintergrund der Vorhang desAllerheiligsten (hebräischקֹדֶשׁ הַקֳּדָשִׁיםkodesch ha-kodaschim).
Zweiter Tempel: Hauptheiligtum der aus dem Exil zurückgekehrten Judäer, erbaut unter dem persischen StatthalterSerubbabel um 515 v. Chr., mehrfach umgebaut und unterHerodes dem Großen stark erweitert und neu konzipiert (Herodianischer Tempel); bei derEroberung Jerusalems durchrömische Truppen im Jahr 70 n. Chr. geplündert, in Brand gesetzt und zerstört.[1]
Die Umfassungsmauern der herodianischen Tempelplattform (nicht das eigentliche Tempelgebäude) sind teilweise in den heutigen Umfassungsmauern erhalten. Ein Mauerabschnitt im Westen ist alsKlagemauer bekannt und gilt heute als wichtigste heilige Stätte des Judentums. Diese Mauer hatte, während der Tempel bestand, noch keine besondere religiöse Relevanz.[2]
In derErwartung auf den kommendenMessias (hebräischמשיחmaschiach) ist unter anderem eine Bedingung in derjüdischen Religion, dass der „jüdische Tempel in Jerusalem“ („Dritter Tempel“) wieder aufgebaut worden ist (Mi 4,1 EU).
In derHebräischen Bibel und weiteren antiken Texte existieren keine „einheitlichen Eigenbezeichnungen“ für den Jerusalemer Tempel, sondern es werden unterschiedliche Bezeichnungenverwendet, je nach literarischem, kultischem oder theologischen Kontext.[5] Vielmehr begegnet dem Leser eine Vielzahl von Benennungen, die unterschiedliche theologische Akzente widerspiegeln. Am häufigsten wird der Tempel als „Haus JHWHs“ (hebräischבֵּית יְהוָה) bezeichnet, womit seine Funktion als Ort der göttlichen Gegenwart hervorgehoben wird (1 Kön 6,1 EU;Jer 7,2 EU). Eng damit verbunden ist die verkürzte Bezeichnung „das Haus“ (הַבַּיִת), die insbesondere in spätbiblischen Texten als eine gewissermaßen „eigennamehafte Kurzform“ fungiert (2 Kön 12,11 EU).
Daneben erscheint der Begriff (הֵיכָלhēchal),[6] der ursprünglich einen königlichen Palast bezeichnete und im Tempelkontext vor allem den inneren Sakralraum meint (1 Sam 1,9 EU;Ps 11,4 EU). Eine stärker kultisch-theologische Perspektive eröffnet die Bezeichnungמִקְדָּשׁmiqdāsch („Heiligtum“), die den Tempel alsgeheiligten Ort versteht und zugleich an das mobileHeiligtum der Wüstenzeit anknüpft (Ex 25,8 EU). In nachexilischen[7] Texten wird der Tempel zudem als „Haus Gottes“ (בֵּית אֱלֹהִים) bezeichnet, was die universale Dimension der Gottheit betont (Esr 3,8 EU;Neh 11,16 EU).[8]
In der frühjüdischen Literatur derZweiten-Tempel-Zeit treten neben den hebräischen Benennungen auch griechische Begriffe wiealtgriechischτὸ ἱερόνtò hierón („das Heilige“) oderναόςnaós („Tempel“) auf, insbesondere in derSeptuaginta und beiFlavius Josephus, diese stellen jedoch keine kultinternen Eigenbezeichnungen dar, sondern reflektieren einehellenistische Außenperspektive.
Nach der Zerstörung des Tempels im Jahr 70 n. Chr. setzt imrabbinischen Judentum eine terminologische Konsolidierung ein. Die vorherrschende Bezeichnung lautet nun „Haus des Heiligtums“ (בֵּית הַמִּקְדָּשׁ), die inMischna,Tosefta undTalmud nahezu ausschließlich verwendet wird (m. Middot 1,1;b. Joma 2a). Häufig begegnet auch die verkürzte Formהַמִּקְדָּשׁ („das Heiligtum“), die den Tempel alssakralen Bezugspunkt der Erinnerung und derHalacha markiert. Eine spätere, stärker systematisch-theologischeBenennung ist „Haus der Erwählung“ (בֵּית הַבְּחִירָה), die insbesondere beiMaimonides begegnet und die einzigartige göttliche Erwählung des Tempelortes betont (Mischne Tora,Hilchot Beit ha-Bechirah 1,1).
Die frühestenSchöpfungsaussagen in der Verbindung zum Tempel findet sich imTanach nicht in der systematisch aufgebauten,priesterschriftlichenErzählung vonGen 1,1–2,3 EU, sondern in den sogenannten Kultpsalmen[9], die liturgisch geprägteTheologeme zur Schöpfung enthalten.[10] In diesenpoetischen Texten tritt JHWH in derMetapher des „königlichen Schöpfers“ und „universalen Herrschers“ auf. So betontPs 24,1–2 EU, dass „Erde“ und „Erdkreis“ JHWH gehören, da er sie „über den Meeren gegründet“ habe – einMotiv, das auf einen Schöpfungsakt verweist, der durch Überwindung chaotischer Wassermächte gekennzeichnet ist. AuchPs 50,12 EU unterstreicht Gottes „Besitzanspruch“: „Mein ist der Erdkreis und was ihn erfüllt.“ InPs 89,12 EU wird dieser Anspruch weitergeführt: „Himmel und Erde“ gehören JHWH, da er sie gegründet (hebräischיָסַדyasad) hat. Im Unterschied zur priesterlichen Schöpfungserzählung vonGen 1 EU, in der der Kosmos durch das „göttliche Wort“ in einer siebentägigen Ordnung entsteht, stellen die Psalmen die Schöpfung als souveränen Gründungsakt dar, der Gottes kosmische Macht und seine Herrschaft legitimiert.Diese liturgischen Theologeme fügen sich in ein imAlten Orient verbreitetes, mythologisch strukturiertes Weltbild ein. Die Erde erscheint als „flache Scheibe“, die auf den „Urozeanen“ ruht (vgl.Ps 24,2 EU,Ps 33,8 EU) und durch göttliche „Fundamente“ im „Urgrund“ stabilisiert ist (Ps 18,16 EU). In ihrer Mitte erhebt sich ein „heiliger Berg“[11], auf dem der Tempel JHWHs thront – das Zentrum des Kosmos. Horizontal ist der Kosmos als System konzentrischer Kreise gedacht, die vom Tempel als Mittelpunkt ausgehen. Von der Sphäre des Chaos[12] am Rand führt diese Ordnung zur göttlichen Nähe in der Mitte. Vertikal stellt der Tempel zugleich die Verbindung zwischenHimmel und Erde dar – eine „axis mundi“[13][14] –, an deren Schnittpunkt JHWH im Tempel wohnt und gleichzeitig über den Himmeln thront (Ps 11,4 EU,Ps 115,3 EU). Im Unterschied zur priesterschriftlichen Schöpfungserzählung vonGen 1 EU, in der die Welt durch das „göttliche Wort“ in zeitlich geordneter Abfolge entsteht, offenbaren die Psalmen eine Schöpfungstheologie, in der die kosmische Ordnung sakral-zentriert und kultisch fundiert ist. Die Schöpfung wird nicht nur als Gründungsakt gedacht, sondern als räumlich strukturierte Welt, deren Mitte der Tempel als Ort göttlicher Präsenz und kosmischer Ordnung bildet.[15]
Rekonstruiertes Modell derStiftshütte inIsrael, (Timna Nationalpark). Originalgetreu nachgebaut mit einem Brandopferaltar vor dem Zelt.Grundriss desMischkan (Kultgeräte von links nach rechts bzw. von West nach Ost): dieBundeslade (hebräischאֲרוֹן הַבְּרִיתʔarōn habrīt) mit der Kapporet (כַּפֹּרֶת), hinter dem Vorhang, Parochet (פָּרֹכֶת), der Räucheraltar, der Schaubrottisch und der Leuchter vor dem Vorhang, die Maße sind inEllen angegeben.
Im2. Buch Mose (Ex 25–27 EU undEx 36–39 EU) ist die Konstruktion eines zerlegbaren und transportablen Zeltheiligtums, in dem dieBundeslade aufbewahrt wurde, detailliert beschrieben. Es wird „Zelt der Begegnung“ (Ex 27,21 EU) genannt.
Die Tora unterscheidet bei der Konzeption dieses Heiligtums zwei Zonen:
den mit Räucheraltar, Leuchter und Schaubrottisch eingerichteten Innenraum, dies ist der „Arbeitsplatz des Hohenpriesters“.[16]
Einige Forscher sind der Ansicht, dass Details in der Beschreibung des Zeltheiligtums und seiner Zeremonien in Wirklichkeit dem Kult des Jerusalemer Tempels entstammen und nachträglich auf das Zeltheiligtum zurückprojiziert wurden. Pointiert hatte diesen Gedanken schonJulius Wellhausen formuliert: der Tempel sei für diePriesterschrift so unentbehrlich, „dass er tragbar gemacht und als Stiftshütte in die Urzeit versetzt wird. Denn diese ist in Wahrheit nicht das Urbild, sondern die Kopie des jerusalemischen Tempels.“[17]
Jedenfalls benutzt dieTora den Mischkan als ein Modell, um Opfer- und Reinigungsrituale zu beschreiben. Die Abläufe im Jerusalemer Tempel müssen durch Transfer dieser Anordnungen auf die Gegebenheiten in einem steinernenHeiligtum erschlossen werden.
Aus der Rekonstruktion der unterschiedlicheninterdisziplinären Quellen[18][19] lassen sich für den Zeitraum der Datierungen der biblischenFigur „Salomon“[20] bzw. dem Bau des „salomonischen Tempels“, aus dem 10. Jahrhundert v. Chr., kein wirtschaftlicher Reichtum[21] und keine monumentalen Bauten in Jerusalem nachweisen. Viele Handelsverbindungen[22] und Gütertransporte sowie allgemein infrastrukturelle Entwicklungen, die dem Zeitraum der Herrschaft des Königs Salomon zugeschrieben werden, entwickelten sich wahrscheinlich erst später. Sie waren für die Zeit ab dem 8. Jahrhundert v. Chr. (Eisenzeit IIB[23]) in derLevante typisch,archäologische Keramikfunde undBefunde deuten darauf hin, dass erst ab dem 8. Jahrhundert eine verstärkte prosperierende Entwicklung einsetzte, die mit den biblischen Beschreibungen übereinstimmt.
Die wichtigste Quelle ist der Baubericht1 Kön 5,15–6,38 EU. Zur Datierung dieser Quelle gehen die Ansichten auseinander. Es gibt Indizien dafür, dass der Text erst in der Spätzeit des Königreichs Juda verfasst wurde und eventuell auch den Tempel so beschreibt, wie er zur Abfassungszeit aussah.[24] Diese Beschreibung des Ersten Tempels und die Beschreibung des Zeltheiligtums in der Tora haben sich gegenseitig beeinflusst.[25]
Der chronistische Bericht2 Chr 1,18–5,1 EU gilt als jünger, er enthält als Sondergut die Lokalisierung auf demBergMoria und erwähnt den Zusammenhang von Tempel- und Palastbau nicht. In der Konzeption der Chronikbücher hat der Tempelbau durch Salomo zentrale Bedeutung. Der Tempel wird – singulär im Alten Testament – als „Opferhaus“ (2 Chr 7,12 EU) charakterisiert, und es ist aus Sicht des chronistischen Geschichtswerks durch die Zeiten hinweg der eine Tempel: „Die Verschmelzung von erstem und zweitem Tempel reicht in der Textwelt so weit, dass kaum noch eine Trennung zwischen beiden vorgenommen werden kann.“[26]
Datierung des Tempelneubaus (10./9. Jahrhundert v. Chr.)
Nach biblischen Angaben (1 Kön 6,1 EU) wurde der Bau des Tempels vonSalomo im vierten Jahr seiner Regentschaft begonnen. Die Bauzeit betrug sieben Jahre (1 Kön 6,38 EU). Die Regierungszeit Salomos wird von der Bibel mit vierzig Jahren angegeben, einer runden, symbolischen Zahl. Die Beurteilung von Details wie das vierte Regierungsjahr als Baubeginn und die siebenjährige Bauzeit hängt aber davon ab, ob für den Text im 1. Buch der Könige eine Quelle zugrunde gelegen hat, die zeitnah niedergeschrieben wurde. Gab es einDavidisch-salomonisches Großreich, so ist Literaturentstehung am Hof Salomos im 10. Jahrhundert v. Chr. denkbar; diese bis in die 1990er Jahre in der alttestamentlichen Wissenschaft allgemein akzeptierte Hypothese wurde aber von vielenExegeten mittlerweile aufgegeben.
In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hatte sich in der deutschsprachigen Bibelwissenschaft ein Bild der Regentschaft Salomos etabliert, das im Folgenden nachAntonius H. J. Gunneweg vorgestellt wird. Er sah Salomo als mächtigen Herrscher, der mehrere Städte (Hazor,Megiddo, Beth Horon) als Festungen ausbaute und durch seine internationalen Handelskontakte auch die Mittel hatte, sich in Jerusalem einen luxuriösen Palast bauen zu lassen, deutlich größer als der Tempel: „So baut ein Despot im Vollbewusstsein seiner ihm von Gott geschenkten Macht, der sich Sohn dieses Gottes weiß und darum als Nachbar dieses Gottes wohnt.“[27] Der Tempel wird von manchen Autoren deshalb als „Palastkapelle“ bezeichnet.[28] Jerusalem sei mit Palast und Tempel die „glänzende Residenz des großen davidisch-salomonischen Reiches“ gewesen.[29]
Nach mehreren Jahrzehnten intensiver archäologischer Forschung in Israel und besonders in Jerusalem (Davidsstadt) haben sich nur wenigeFunde dieser kulturellen Blütezeit zuordnen lassen, bei anderen Befunden wurde dieDatierung in die salomonische Zeit widerrufen oder in Frage gestellt. Dadurch ist der ältere exegetische Konsens heute weniger überzeugend, hat aber immer noch viele Befürworter.
Grundriss und Rekonstruktion des Ersten (oderSalomonischer) Tempels. Weiß Bezirk des Eingangs mitBrandopferaltar, Waschbecken(nicht eingezeichnet); Hellblau heiliger Bezirk mit Räucheraltar,Menora,Schaubrottisch (grün); Blassrosaallerheiligster Bezirk; blau Trennvorhang; rosa Schleier; blassorange Lager-/Verwaltungsbereich, welcher parzelliert ist, orange Wände zwischen diesen Parzellen. Aus derEncyclopaedia Biblica, einer Veröffentlichung von 1903, sowieLiss (2019)[30]
Eine Forschergruppe umIsrael Finkelstein undNeil Asher Silberman hält die biblische Darstellung der Zeit Davids und Salomos für ein Werk der Literatur, das mit den archäologischen Funden des 10. Jahrhunderts (Low Chronology: Eisenzeit I[31]) nicht in Einklang zu bringen sei. Es habe – so die Grundthese – kein Großreich unter Salomo gegeben, keine repräsentativen Bauprojekte dieses Herrschers und auch nicht den im1. Buch der Könige beschriebenen, eindrucksvollen Tempel. Allenfalls für ein bescheidenes lokales Heiligtum hätten die Mittel des historischen Salomo ausgereicht.[32]
Positiv bekräftigen Finkelstein/Silberman, dass die Beschreibung des Ersten Tempels in1 Kön 6–7 EU von jemandem stammt, der diesen von den Babyloniern zerstörten Tempel aus eigener Anschauung gut kannte.[32] In2 Kön 12 EU wird von einer Renovierung des Tempels unter KönigJoasch (Ende 9. Jahrhundert v. Chr.) berichtet; Finkelstein/Silberman erwägen, ob in diesem Bericht eine Erinnerung an den Bau des in 1 Kön 6–7 beschriebenen großen Tempels greifbar ist, der einen bescheidenen Tempel ersetzt haben könnte, der auf Salomo zurückgeführt wurde.[33] Zur Zeit Joas’ habe das Königreich Juda eine wirtschaftliche Blüte erlebt, in der eine große Baumaßnahme gut denkbar sei.[34]
Der Tempel vonTell Ain Dara sah dem Salomonischen Tempel besonders ähnlich.[35] Auch hier war das Heiligtum an drei Seiten von Nebenräumen eingefasst und der Eingang in die Vorhalle von einem Säulenpaar flankiert.Der Tempel vonTell Ta‘yinat zeigt denselben dreiteiligen Aufbau wie der Jerusalemer TempelAus Zypern sind mehrere metallene Kesselwagen bekannt, die mit den Geräten im Salomonischen Tempel verglichen werden (Neues Museum Berlin)[36]
Die Beschreibung des Salomonischen Tempels entspricht der regional typischen Tempelarchitektur derEisenzeit: ein Langraumtempel mit einer fünf Meter tiefen Vorhalle (hebräischאולםUlam), einem Hauptraum (היכלHechal) und einemAllerheiligsten (דבירDebir; neuhebräische Aussprache:Dvir). Etwa 50 Meter lang und 25 Meter breit, wäre dies – die biblischen Maße vorausgesetzt – der größte vorhellenistische Tempelbau in Palästina. Auch mit seiner Höhe von 15 Metern wäre er ein für seine Zeit beeindruckendes Gebäude gewesen.[37] Der Bibeltext enthält einige Konstruktionsdetails: Die Dachbalken ausZedernholz ruhten demnach auf Schrägstützen und Kragbalken, die in die Seitenwände eingelassen waren.[37] Im Norden, Westen und Süden war der Hauptraum von Seitenräumen umgeben. Eingehend wird die Vertäfelung mit kostbaren Hölzern beschrieben.
Ob es sich beimDebir um einen eigenen Raum hinter dem Hauptraum handelte (soMartin Noth), oder ob dies ein hölzerner, kubischer Schrein war, der im hinteren Teil des Hauptraums stand, wird in der Forschung unterschiedlich beantwortet.[38] DerDebir hatte die Idealform eines Würfels mit einer Seitenlänge von 20 Ellen. Darin standen geschnitzte, vergoldete,Kerubim darstellende Figuren, die in den Hauptraum blickten und einenKerubenthron bildeten. Außerdem stand hier die Bundeslade.[39]
Vor dem Eingang zum Allerheiligsten waren rechts und links je fünf goldene Leuchter aufgestellt.[39]
Der Vorhof des Tempels machte auf die Besucher einen völlig anderen Eindruck als der Vorhof des zweiten Tempels, denn hier standen Einrichtungsstücke, die von den Neubabyloniern zerstört und beim Bau des Zweiten Tempels nicht neu angefertigt wurden:
Die Metallgeräte und die beiden Säulen symbolisierten verschiedene Aspekte derSchöpfung.[40] Beide sollen vom phönizischenBronzegießerḤīrām gefertigt worden sein. Verglichen mit Tempelgeräten aus Metall, die Archäologen in Nachbarkulturen fanden, waren die in der Bibel beschriebenen Metallgeräte sehr groß.[41]
Der große Brandopferaltar (מזבחMizbeach) stand vor dem Heiligtum und wird im Tempelbaubericht von 1 Kön 5–6 noch nicht erwähnt. Er wurde möglicherweise erst unterAhas erbaut (2 Kön 16,10–13 EU).[42] Ein wahrscheinlich ähnlich aussehender Altar wird inEz 43,13–17 EU beschrieben.[43] Auf diesem Altar wurde das in Teile zerlegte Opfertier verbrannt.
In vorexilischer Zeit konnten sich Beter im Hauptraum(Hechal) eines JHWH-Heiligtums aufhalten; im Zweiten Tempel war der Zutritt nur noch für Priester erlaubt.[44]
Manche Exegeten ordnen die Kultvorschriften der Tora größtenteils der nachexilischen Zeit bzw. dem Zweiten Tempel zu und vermuten daher, dass im Ersten Tempel andere Rituale und Feste stattgefunden hätten, die aus der Hebräischen Bibel nur indirekt erschlossen werden könnten. Als Hauptfest wird dabei dasThronbesteigungsfest JHWHs diskutiert.
Rekonstruierte Kultutensilien wie Priesterkleidung einesLeviten (Tempeldiener,Kohen, ganz links),[45] Brandopfertisch,Hohepriester (hebräischהַכֹּהֵן הַגָּדוֹלKohen Gadol) mit seinerChoschen (חֹשֶׁן) über demEfod oder Lostasche (אֵפוֹד) sowieUrim und Thummim (אורים ותמים), seitlich in der erwähnten Lostasche (nicht abgebildet),[46][47] fernerMenora (מְנוֹרָהMenorah),Schaubrote (לֶחֶם הַפָּנִיםLechem ha-Panim),Bundeslade (אֲרוֹן הַבְּרִיתAron ha-Brit) unter anderem aus dem Tempel von Jerusalem.
Der biblische Bericht erwähnt, dassphönizische Fachleute beim Bau desSalomonischen Tempels tätig gewesen seien. Die Archäologie kann die Kenntnis des Ersten Tempels bereichern, indem sie vergleichbareeisenzeitliche Stadttempel der Levante untersucht:[49]
Alle Tempel galten als Haus einer Gottheit. Die Heiligkeit nahm von außen nach innen zu, so dass an der dem Eingang gegenüberliegenden Wand ein „sakraler Fokus“ (je nachdem ein Kultbild oder Kultsymbol) zu erwarten ist, umgeben von einem sakralen Zentralbereich.[51] Das wichtigste anikonische Kultsymbol der Levante war dieMazzebe. Daneben gibt es ikonische Kultsymbole, die nicht die Gottheit selbst darstellten, sondern ihre unsichtbare Anwesenheit symbolisierten, etwa derSphingen- oder Kerubenthron. Davon wurden in der Levante mehrere Exemplare gefunden – Parallelen zum Kerubenthron im Ersten Tempel.[52]
Nach biblischen Quellen erfolgte dieZerstörung von Palast und Tempel, die einen gemeinsamen Baukomplex bildeten, erst rund einen Monat, nachdem dieNeubabylonier Jerusalem eingenommen hatten (2 Kön 25,8–17 EU). Tempelzerstörungen waren in der neubabylonischen Politik unüblich.Nebukadnezar entschied sich zu dieser Strafmaßnahme erst nach dem Verhör von Mitgliedern der Regierung. Dabei war wohl ans Licht gekommen, dass die Aufständischen um KönigZedekia in ihrer militärisch aussichtslosen Lage glaubten, die Stadt sei durch den JHWH-Tempel uneinnehmbar (sogenannte Zionstheologie,2 Kön 19,32–34 EU).[53]
Aus der Endphase des Königreichs Juda sind Listen von Tempelgeräten überliefert:Jer 52,17–23 EU und2 Kön 25,13–17 EU.
Sie stellen eine Kontinuität zwischen dem Ersten Tempel und dem perserzeitlichen Neubau des Zweiten Tempels her.[54] LautJer 27-28 EU gab es Streitgespräche unter den Propheten, ob die schon konfiszierten Geräte von den Babyloniern wieder ausgehändigt würden. NachEsr 1,7–11 EU kehrte ein Teil der Geräte mit den Heimkehrern aus dem babylonischen Exil nach Jerusalem zurück.
Da die Inschrift auf demElfenbein-Granatapfel von der Mehrheit der Experten für eine Fälschung gehalten wird, sind heute keine Objekte aus dem Ersten Tempel bekannt. Nach den tiefgreifenden Umbaumaßnahmen unter Herodes, darunter der Aufschüttung der Tempelterrasse (siehe dazu unten), ist mit Resten der eisenzeitlichen Bebauung auf dem Tempelberg – selbst wenn archäologische Forschung dort möglich wäre – auch nicht mehr zu rechnen.[55]
Eine weitere Sensationsmeldung war im Januar 2003 der angebliche Fund einerbeschrifteten Sandsteintafel von der Größe eines Schuhkartons, die den biblischen Bericht von der Tempelrestaurierung durch KönigJoasch im Falle ihrer Echtheit bestätigt hätte (2 Kön 12 EU). Sie war auf dem Antikenmarkt aufgetaucht, sehr gut erhalten und hatte eine von Fachleuten für echt gehaltene Patina. Angeblich stammte sie vom muslimischen Friedhof an der Ostseite des Tempelbergs.Gabriel Barkay hielt die Joasch-Tafel für den „bedeutendsten Fund in der Geschichte Israels.“[56]Reinhard Lehmann undWolfgang Zwickel von derUniversität Mainz zweifelten – ebenso wie israelischeEpigraphiker – schon kurz nach dem Bekanntwerden der Inschrift an ihrer Authentizität.[57] DieIsraelische Altertümerbehörde erklärte im Juni 2003, dass die Joasch-Inschrift eine Fälschung sei.[58]
Einige Jahrzehnte nach der Rückkehr der Juden aus dem babylonischen Exil wurde der Zweite Tempel in Jerusalem errichtet. Dafür standen nur bescheidene Mittel zur Verfügung. Zur Unterscheidung von späteren Umbauten wird dieser perserzeitliche Tempelbau in der Forschung manchmal nachSerubbabel benannt, demStatthalter der persischenProvinz Jehud.[59] Die Auseinandersetzungen um den Neubau des Tempels haben im BuchHaggai ihren literarischen Niederschlag gefunden, und einige derElephantine-Papyri beleuchten den historischen Hintergrund. Zwar war er nicht das einzige Heiligtum für JHWH, aber er entwickelte sich zum Zentrum derjüdischen Diaspora, einem Ort, wohin man sich mit Anfragen wandte und wohin man sich beim Gebet ausrichtete.[60]
NachEsr 6,3–7 EU wurde der Zweite Tempel auf den Fundamenten des zerstörten Vorgängerbaus errichtet und am 12. März 515 v. Chr. fertiggestellt. Man baute also den Ersten Tempel in schlichter Form wieder auf. Allerdings stand im Allerheiligsten keinKerubenthron mehr, sondern dies war ein völlig leerer, durch einen Vorhang abgeteilter Raum. Anstelle der zehn Leuchter gab es im Zweiten Tempel einen siebenarmigen Leuchter, dieMenora, die zu einem Symbol des Judentums werden sollte.[61]
Flavius Josephus zitiert eine Beschreibung vonHekataios von Abdera. Nach ihr war die Umfassungsmauer des Tempelbereichs 500 Fuß (etwa 150 m) lang, die Breite des Hofes war 100 Ellen (etwa 45 m), im Hof befand sich ein quadratischer Altar aus weißen, unbehauenen Steinen, 20 Ellen (neun Meter) an den Seiten und zehn Ellen (4,5 m) hoch, und im Inneren des Tempels waren nur ein Leuchter und ein Altar aufgestellt, beide aus Gold und zweiTalente schwer. Außerdem habe im Tempel stets ein Licht gebrannt.[62]
Der Tempel in Jerusalem war in der nachexilischen Zeit nicht die einzige Kultstätte, an der JHWH verehrt wurde; es gab weitere:[48]
In der Zeit derDiadochen und der kriegerischen Konstitution derDiadochenreiche (sowie denSyrischen Kriegen) kam es immer wieder zu (theologischen) Konflikten zwischen denmonotheistischenJuden und denpolytheistisch-hellenistischen Herrschern, was immer wieder auch zu Judenverfolgungen führte. Der Hellenismus zeigte sich als die militärisch und geopolitisch überlegene Kultur, die bei den wirtschaftlich orientierten Gesellschaftsschichten zu einer positiven Übernahme der „hellenistischen Lebensweise“ (pro-hellenistische Fraktion) mit ihren Zielen und Vorstellungen führte. DieseAssimilationsbewegung innerhalb der reicheren Schichten konnte von den unteren Schichten nicht im gleichen Ausmaß mit vollzogen werden.[63]
Dem Hellenisierungprozess durch die hellenistischen Vormacht der Seleukiden, im 3. und 2. Jahrhundert v. Chr. bedingt, widersetzten sich Mitglieder einer Priesterfamilie, die den Beinamen „Makkabäus“ (hebräischמַכַּבִּיםMaqabbīm) führten undMakkabäer genannt wurden.[64][65][66]
Beschlagnahme des Tempels für den Kult des Zeus Olympos
Der Tempel wurde unter der Herrschaft vonAntiochos IV. Epiphanes im Dezember des Jahres 167 v. Chr.[67] entweiht. Es wird vermutet, dass eine pro-hellenistische Gruppe von Jerusalemern mitseleuzidischer Unterstützung und Genehmigung das Heiligtum demZeus Olympos weihte, so wie parallel dazu das Heiligtum derSamaritaner auf dem Garizim dem ZeusXenios geweiht wurde.[68] Aus der Sicht der pro-hellenistischen Fraktion war das kein neuer Kult, sondern dieInterpretatio Graeca des in Jerusalem von den Juden verehrten Himmelsgottes.
Konkret wurde die Veränderung durch ein neues Objekt in JHWHs Tempel, das in der Bibel als „Greuel der Verwüstung“ (hebräischשקוץ משומםSchiqquts Meschomem,Dan 11,31 EU) bezeichnet wird. Die These vonElias Bickermann wurde von vielen Forschern übernommen. Er vermutete, in Jerusalem sei der Kult des mit Zeus identifizierten syrisch-phönizischen HimmelsgottesBaal Schamem eingeführt worden, dessen Name zuSchiqquts Meschomem verballhornt worden sei. Auf dem Brandopferaltar sei eineMazzebe aufgestellt worden.[69] Allerdings war der richtige Platz für ein Kultsymbol im Heiligtum nicht auf dem Altar. Deshalb vermuteteMartin Hengel, dass der große Brandopferaltar umgestaltet worden sei. Es sei ein kleinerer Altar auf das Plateau des Brandopferaltars aufgesetzt und ein Relief hinzugefügt worden, auf dem ein Symbol des Zeus Olympos zu sehen gewesen sei.[70] Auf diesem Altar wurden Josephus zufolgeSchweine (Schweinehaltung in der Antike) geopfert.[71]
Judas Makkabäus stellte den traditionellen Kult wieder her. Er ließ den Altar abreißen, weil er durch die Opfer nach griechischem Ritual entweiht war. Dann baute man einen neuen Brandopferaltar. Die Tempelweihe wurde Ende des Jahres 164 v. Chr.[72][67] festlich begangen und wird bis heute imChanukka-Fest erinnert. Um den Tempel zu schützen, ließ Judas den Zionsberg militärisch befestigen. Schon bald darauf belagerteLysias Judas Makkabäus in Jerusalem, schloss aber 162 einen Kompromissfrieden, der die freie Ausübung der jüdischen Religion zusicherte. Allerdings wurde die Tempelmauer geschleift.[72]
Der Tempelplatz (hebräischהַר הַבַּיִתHar ha-Bayit, deutsch‚Berg des Hauses‘) imHolyland-Modell (Blick von Osten), linksseitig (nach Süden) die Königshallehebräischהסטיו המלכותיHa-stav ha-Malkhuti
Der Zweite Tempel war im Laufe der Zeit baufällig geworden.Herodes der Große begann deshalb 21 v. Chr. mit einer grundlegenden Umgestaltung des Tempels, die zugleich sein anspruchsvollstes Bauprojekt wurde. Innerhalb von nur anderthalb Jahren wurde das eigentliche Tempelgebäude fertiggestellt und mit großer Prachtentfaltung eingeweiht.[73] Die Neugestaltung des gesamten Tempelberg-Komplexes aber zog sich noch lange nach dem Tod des Herodes hin und kam erst kurz vor dem Ausbruch desJüdischen Krieges (ab 66 n. Chr.) zum Abschluss.[73]
Das Tempelhaus selbst war ein relativ konservativer Bau, an den Vorgängertempeln orientiert.[74] Anders die Tempelanlage als Ganzes, die einem hellenistischen Architektur-Prototyp folgte: ein großer heiliger Bezirk (Temenos) in Form einer künstlichen Plattform mit Säulengängen an drei Seiten und einerBasilika an der vierten Seite.[75]
Die Tempelplattform (etwa 141.280 m2[78]) hat die Form einesTrapezes: die heutigen Umfassungsmauern haben eine Länge von 487 m im Westen, 315 m im Norden (hier ragte dieBurg Antonia ein Stück in das Tempelgelände hinein, und deshalb verlief die antike Mauer etwas abweichend[79]), 466 m im Osten und 279 m im Süden.[80] Damit war der Herodianische Tempel zu seiner Zeit die größte Tempelanlage im antiken Mittelmeerraum.
Da Jerusalem immer von Norden erobert wurde, hatte die Befestigung des Tempelareals auch „erstrangige strategische Funktion.“[81] Die Verbindung religiöser und militärischer Aspekte im Bauprogramm des Herodianischen Tempels besiegelte nach Ansicht vonJohann Maier dessen Schicksal im Jüdischen Krieg: Niederlage war gleichbedeutend mit Tempelzerstörung, Triumph war gleichbedeutend mit dem Zurschaustellen erbeuteter Tempelgeräte (vgl. dieReliefs des Titusbogens in Rom).[82]
Imjüdisch-römischen Krieg wurde der Tempel bis zum Schluss von den Verteidigern gehalten und bei der Einnahme von den römischen Legionären im August des Jahres 70 n. Chr.[83] in Brand gesetzt und geplündert. Flavius Josephus als Chronist dieser Ereignisse möchte den römischen Befehlshaber und späteren KaiserTitus von der Verantwortung dafür freisprechen.[84] Anders als beim Ersten Tempel gibt es Einzelfunde vom Tempelgelände sowie Reste der Bausubstanz in den Umfassungsmauern und vor denselben.
Vom Herodianischen Tempel blieben nach Eroberung und Brand zunächst noch die Ruinen stehen. Als eine neue römische Stadt (Aelia Capitolina) anstelle Jerusalems unter KaiserHadrian erbaut wurde, erhielt diese auch einen repräsentativen Jupiter-Tempel. Die Frage ist allerdings, wo sich dieser befand: auf dem Tempelgelände oder im Zentrum der Stadt (Temenos nahe dem Forum, Areal der konstantinischenGrabeskirche).
Christopher Weikert kommt nach einer Analyse von Hadrians Maßnahmen inIudaea zu dem Ergebnis, dass das Kapitol der Neugründung Aelia Capitolina im Bereich des Forums der neuen Stadt zu suchen sei: „Eine zielgerichtete und kulturkämpferischedamnatio memoriae des jüdischen Gottes durch die Ortswahl des Kapitols ergibt sich dadurch nicht.“[85] Der Tempelberg mit seinen Ruinen habe im Abseits gelegen, doch sei nach archäologischen Befunden die Brücke amWilson-Bogen in hadrianischer Zeit vom Verkehr genutzt worden. Möglicherweise sei eine Stadterweiterung geplant gewesen, die auch das Tempelgelände einbezogen hätte, die dann aber wegen desBar-Kochba-Aufstandes stagnierte.[86]
Unter KaiserKonstantin und seinen Nachfolgern wurde das Tempelgelände mit immer noch markanten Ruinen absichtlich der Verwilderung überlassen.[87][88]
KaiserJulian plante 362 n. Chr. den Wiederaufbau des jüdischen Tempels in Jerusalem. In einem ersten Schritt wurde das Ruinengelände weitgehend abgeräumt. Am 27. Mai 363 fand ein von mehreren Autoren bezeugtes Erdbeben statt, wobei die Baustelle beschädigt wurde.[89] Julian stellte den Neubau daraufhin zugunsten des Perserfeldzugs zurück, so dass keine weiteren Baumaßnahmen mehr erfolgten.[90]
Seit 691 steht auf der Tempelstätte der islamischeFelsendom und seit 705/715 zusätzlich dieAl-Aqsa-Moschee.
Tuvia Sagivs Theorie: heutige Tempelberg-Bebauung (schwarz), Jupitertempel von Baalbek (blau) als architektonisches Vergleichsobjekt zum hadrianischen Tempelbau, Herodianischer Tempel (rot) in einem tieferen Stratum
Der Tel Aviver Architekt und Amateurarchäologe Tuvia Sagiv vertritt eine Theorie zur Bebauung des Tempelareals, die wegen ihrer politischen Implikationen während des Osloer Friedensprozesses (Camp David II) aufgegriffen wurde; sie wurde nach Angaben von Verhandlungsteilnehmern von den US-amerikanischen Vermittlern als „politisch bequeme archäologisch-architektonische Erklärung“ ins Gespräch gebracht.[91]
Sagiv nimmt an, dass das große Plateau samt seinen Umfassungsmauern nicht auf Herodes, sondern auf den Jupitertempel Kaiser Hadrians zurückgehe, ein Bauwerk, dessen Stil und Ausmaße er mit demJupitertempel in Baalbek vergleicht.[92] Sagiv nimmt also nicht nur einen Jupitertempel auf dem Tempelberg an; er gibt diesem Tempel maximale Dimensionen, so dass die Ruinen des jüdischen Tempels in der aufgeschütteten hadrianischen Tempelplattform eingebettet sein können. Auf den Ruinen dieses paganen Tempels seien dann die islamischen Heiligtümer erbaut worden,[92] während sich der Herodianische Tempel etwa sechzehn Meter unter dem jetzigen Bodenniveau befunden habe, und auch nicht direkt unter dem Felsendom, wie Sagiv aufgrund von Infrarotaufnahmen vermutet: diese zeigten in dem Areal zwischen dem Felsendom und der Al-Aqsa-Moschee vier deutliche unterirdische Strukturen.[92] Nach Sagivs Theorie befand sich das Allerheiligste des Zweiten Tempels unterhalb des heutigen Brunnens Al Kas.
Schon 1995 legte Sagiv seine TheorieAriel Sharon vor, der damals oppositioneller Knessetabgeordneter war. Über Sharon erfuhr die US-Regierung von diesen Plänen.Bill Clinton soll eine Lösung der besonders komplexen Tempelberg-Problematik darin gesehen haben, dass archäologische Funde des jüdischen Tempels in einemStratum unter der heutigen muslimischen Bebauung (wie sie nach Sagivs Theorie zu erwarten waren) eine horizontal geschichtete Abfolge unterschiedlicher Souveranitäten akzeptabel machen würden:
Es wurde erwogen, den Palästinensern die Souveränität über denHaram esch-Scharif mit den dortigen Gebäuden zu übertragen, während über ein an der Westmauer (Klagemauer) neu zu bauendes Portal ein Zugang zu den unterirdischen Ruinen des Herodianischen Tempels geschaffen werden solle, der sich auf diesem Niveau befunden habe; diese archäologische Zone sollte unter israelischer Souveränität stehen. Unterhalb der jetzigen Pflasterung des Haram war eine 150 cm tiefe Pufferzone unter UN-Souveränität vorgesehen; sie sollte das palästinensische und das israelische Stratum trennen. Der Vorschlag geschichteter Souveränitäten lief unter dem Namen „Arkansas Big Mac“ um; er wurde von der palästinensischen Seite völlig zurückgewiesen.[93]
Das Oberrabbinat von Israel verbietet Juden den Besuch des gesamten Tempelbergs(Har haBajit).Jüdische Besucher auf dem Weg zum Tempelplatz
Dietrich (2022)[94] betrachtet die Zustände des profanen vs. heiligen und unreinen vs. reinen, indem er aufLev 10,10 EU verweist. Er sieht in der „binären Gegenüberstellung“ eine „zusammenhängende Vier-Kategorienlehre“. So definierte sich der alltägliche Lebensraum, als der Raum, der sich außerhalb des Tempels befand. Dieser Raum ist der Ort der „Profanität“ (hebräischחֹלḥol, deutsch‚profan‘ ‚alltäglich‘). Hingegen war das, was dem Tempel und Repräsentationsort des Göttlichen[95] zuzuordnen war, der Ort der „Heiligkeit“ (hebräischקֹדֶשׁqodæš, deutsch‚Heiligkeit‘).[96] Die Eigenschaft derReinheit (hebräischטָהֳרָהtahara) definierte alles, was mit der heiligen Sphäre in Kontakt treten durfte. Unreinheit (hebräischטמאtame), stellte das Konträre dar, das was auf gar keinen Fall in die sakrale Sphäre Einzug halten durfte. Damit war es die Unreinheit, die eine potentielle Bedrohung für den alltäglichen, den profanen Lebensraum darstellte, denn der Übertritt, ein Transfer aus der profanen Alltagssphäre in das Sakrale, war im Zustand der Reinheit sehr wohl möglich.
Schon in derTempelrolle von Qumran und in derMischna (Kelim I) wird ein Programm abgestufter Heiligkeit entfaltet. Es gelten in den verschiedenen Bereichen jeweils entsprechende rituelle Reinheitsvorschriften:[97]
Allerheiligstes (hebräischקֹדֶש הַקֳּדָשִׁיםKodesh ha-Kodashim, auchhebräischדְּבִירdwir, deutsch‚Debir‘). Wo sich das Allerheiligste genau befand, ist nicht bekannt. Manche vermuten, dass es über dem freiliegenden Felsen errichtet war, der sich im Zentrum des Felsendoms befindet.[98]
Vorhof der Priester, (hebräischחַצֵּר הַכֹּהֲנִיםChatzer ha-Kohanim). Der Vorhof der Priester war der Bereich, in dem die Priester und der Hohepriester ihre rituellen Handlungen wie das Opfern von Tieren vollzogen, er war direkt vor demHeichal und umfasste auch den Brandopferaltar (hebräischמִזְבֵּחַ הָעוֹלָהMizbeach ha-Olah), auf dem die Opfer verbrannt wurden.
Vorhof der Männer, (hebräischחַצֵּר הַיְּשָׂרֵאלִיםChatzer ha-Yisra'elim)
Vorhof der Frauen, (hebräischחַצֵּר הַנָּשִׁיםChatzer ha-Nashim)
Auch nach der Tempelzerstörung sind diese Abstufungen der Heiligkeit für religiöse Juden von Bedeutung. Daraus folgt, dass Betretungstabus für den Tempelberg beachtet werden.
Orte der Kategorie 1 bis 5 dürfen nicht von Personen betreten werden, die im Zustand der Totenunreinheit sind. Bald nach der Zerstörung des Tempels konnte das Reinigungsritual zur Behebung dieses Zustandes nicht mehr vollzogen werden.[99][100]
Der große äußere Hof des Herodianischen Tempels diente in der Antike allerdings der ganzen Stadtbevölkerung als Forum und durfte bis zu einer Balustrade(Soreg) um die inneren Tempelbereiche (Kategorie 1 bis 5) auch im Zustand der Totenunreinheit betreten werden. Daraus leiten rabbinische Autoritäten wieMoshe Feinstein ab, dass der Tempelberg (Kategorie 6) heute von Juden besucht werden kann, nachdem sie sich in einerMikwe von anderen Formen der Unreinheit gereinigt haben.[101] Obwohl das Oberrabbinat seit 1967 den Besuch des ganzen Tempelberges untersagt, wird ein Rundweg, der außerhalb des vermuteten Verlaufs der antiken Balustrade bleibt, von einer zunehmend größeren Anzahl religiöser Juden absolviert (ein Anstieg von 75 Prozent im Jahr 2017, verglichen mit 2016). Darunter sind auch Gruppen vonHaredim.[102] Populär ist der Rundweg besonders unterreligiösen Zionisten.[103]
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↑NachErnst Axel Knauf:Geschichte Israels und Judas im Altertum. De Gruyter, Berlin/Boston 2021,ISBN 978-3-11-014543-4, S. 2, kann die Geschichte in drei Abschnitte eingeteilt und zeitlich zugeordnet werden:„Geschichte I“ ist die „Geschichte des Ersten Tempels“ (bis587 v. Chr.), die„Geschichte II“ die „Geschichte des Zweiten Tempels“ (520 v. Chr. bis70 n. Chr.), dashistorische Intervall, die „Lücke zwischen 587 und 520 v. Chr.“ bezeichnet er als die Zeit, in derJHWH „tempellos, unbehaust“ imExil verweilte. Knauf ordnete den Abschnitt „Geschichte I“ demTanach zu, mit Ausnahme vonHaggai,Sacharja,Buch der Psalmen,Buch Esra undBuch Nehemia,Buch Ester,Buch Daniel. Der Abschnitt „Geschichte II“ sei die wesentliche Epoche der Umgestaltung des Tanachs gewesen. Siehe hierzu auchRichard Elliott Friedman:Wer schrieb die Bibel? So entstand das Alte Testament. Anaconda, Köln 2007,ISBN 978-3-86647-144-3, S. 292–299.
↑Hanna Liss:Tanach. Lehrbuch der jüdischen Bibel. 4. völlig neu überarbeitete Auflage, (= Band 8 Schriften der Hochschule für jüdische Studien Heidelberg), Winter, Heidelberg 2019,ISBN 978-3-8253-6850-0, S. 137.
↑Der Begriff „Tempel“ geht auf die älterelateinische Formtempulum zurück, die ursprünglich einen rituellen, durch Beobachtung und Abgrenzung bestimmten Bezirk bezeichnete, insbesondere imauguralen Kontext derrömischen Religionspraxis. Daraus entwickelte sichtemplum, das im klassischen Latein sowohl den sakralen Raum als auch das zugehörige Gebäude bezeichnen konnte. In der sich derSpätantike anschließendenkarolingischenChristianisierung wurde der Ausdruck in denWortschatz desAlthochdeutschen übernommen. Bereits in den althochdeutschenTatian-Übersetzungen, die um 830 entstanden, ist „tempal“ als Übersetzung vontemplum belegt (so „ingangenti in gotes tempal“ für „ingressus in templum domini“, Tat. 2,3). Über dasMittelhochdeutsche („tëmpel“) entwickelte sich der Begriff zumneuhochdeutschen Tempel (maskulin), vermutlich unter Einfluss der französischen Form „temple“.
↑Kultpsalmen sindPsalmen, etwaPs 24 EU,Ps 93 EU,Ps 96–99 EU, die im Kontext des israelitischen Tempelkults entstanden sind und „Gottes Königsherrschaft“, seine Präsenz im Tempel und seine kosmische Macht liturgisch vergegenwärtigen. Im Horizont altorientalischer Schöpfungsvorstellungen entfalten sie dabei mythische Theologeme, in denen JHWH als der Schöpfer erscheint, der die Welt durch Überwindung des Chaos, Gründung der Erde und Stiftung von Ordnung geschaffen hat.
↑Thomas Wagner:Gottes Herrlichkeit. Bedeutung und Verwendung des Begrifs kābôd im Alten Testament (VT.S 151). Brill, Leiden 2012, S. 297–306; zitiert ausAndreas Schüle:Gottes Schöpfung. S. 421–436, In:Walter Dietrich (Hrsg.)
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↑Rekonstruierte Karte „The Monuments of Biblical Archaeology Sources around Old City of Jerusalem“" basierend auf einem gemeinfreien 2D-Bildscan der Karte von Jerusalem vonWilliam Sanday aus dem Jahr 1903,Paul Waterhouse, die Konturen vonConrad Schick.
↑Vergleiche die aktuelle Situation der Lage der Gebäude auf dem Tempelberg, auf static.wixstatic.com[7] mit Blick, aus südwestlicher Richtung, auf dieWest- oder Klagemauer (englischthe western wall) (hebräischהַכֹּתֶל הַמַּעֲרָבִיha-Kotel ha-Maʿaravī), umgangssprachlich nurKotel genannt,hebräischכותל‚Mauer‘
↑Das Erdbeben hatte verheerende Auswirkungen auf verschiedene Regionen, darunter das östliche Mittelmeer und Teile der heutigen Türkei und Syrien. Historische Quellen berichten, dass das Beben auch große Schäden an Städten und Infrastrukturen verursachte und viele Menschenleben forderte. Eine der bekanntesten Quellen, die von diesem Ereignis spricht, ist der griechische HistorikerAmmianus Marcellinus, der das Erdbeben in seinen Annalen erwähnte. In seiner Schilderung beschreibt er, dass das Beben zu weitreichenden Zerstörungen in Städten und Dörfern führte, wobei besonders die Küstenregionen betroffen waren.
↑Eyal Weizman:Hollow Land: Israel's Architecture of Occupation.S.55 (Die Zone unter palästinensischer Autonomie hätte sich nur auf die Bebauung des Haram beschränkt und wäre durch eine Brücke zu erreichen gewesen, von allen Seiten umschlossen von Gebieten unter israelischer Souveränität: über den Luftraum, die unterirdischen Strukturen und die umgebende Stadtbebauung.).
↑Jan Dietrich:Hebräisches Denken. Denkgeschichte und Denkweisen des Alten Testaments. (0 Biblisch-Theologische Studien band 191) Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2022,ISBN 978-3-525-55292-6, S. 108–109.
↑Vgl. Meik Gerhards:Noch einmal: Heiliger Fels und Tempel. In:rosdok.uni-rostock.de, Rostock 2013. Der Aufsatz diskutiert Möglichkeiten einer Verbindung des Felsens mit den Tempelbauten biblischer Zeiten und votiert für die Lokalisierung des Allerheiligsten über dem Felsen.
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