Die sandige, vollständig von einemKorallenriff eingesäumte Insel hat eine Landfläche von etwa 5,2 km²[1] und erreicht eine Höhe von bis zu7 m über dem Meeresspiegel. Auf der Jarvisinsel herrscht tropisches Klima mit seltenem Regen, konstantem Wind und starker Sonneneinstrahlung. Die Insel hat keine natürlichenSüßwasserquellen.
Die Jarvisinsel wurde am 21. August 1821 von der Besatzung desbritischen SchiffsEliza Francis entdeckt und erhielt ihren Namen von dessen Kapitän Brown. Im Februar 1857 wurde sie für die USA beansprucht und am 27. Februar 1858 unter Berufung auf denGuano Islands Act formell annektiert, jedoch bereits 1879 wieder verlassen, nachdem annähernd 300.000 TonnenGuano abgebaut worden waren.[2]
Am 3. Juni 1889 annektierte Großbritannien das Land, unternahm jedoch keine weiteren Schritte zur Nutzung oder Besiedlung. Die Guanovorkommen wurden bis zum Ende des 19. Jahrhunderts abgebaut.
1935 wurde die Insel von den USA als unbewohntes Territorium beansprucht und ab 26. März unter demBaker, Howland and Jarvis Colonization Scheme besiedelt. Die Kolonisten gründeten die SiedlungMillersville im Westen der Insel, die im Februar 1942 aufgrund derKriegsereignisse im Pazifik evakuiert wurde. Nach Kriegsende wurden keine weiteren Kolonisierungsversuche unternommen.
Im Jahr 1957, mit Beginn desInternationalen Geophysikalischen Jahres, wurde die Jarvisinsel von Wissenschaftlern für einige Zeit besiedelt und hatte bis 1958 sogar eine eigene lokale Verwaltung.
Vom 13. Mai 1936 bis zum 27. Juni 1974 oblag die Verwaltung der Insel dem US-Innenministerium. Seit dem 27. Juni 1974 wird die Jarvisinsel vomU.S. Fish & Wildlife Service alsJarvis Island National Wildlife Refuge verwaltet und bildet gemeinsam mit sechs weiteren amerikanischen Inseln im Pazifik seit dem 6. Januar 2009 dasPacific Remote Islands Marine National Monument.[3] Das Betreten der heute unbewohnten Insel erfordert eine Sondergenehmigung und wird grundsätzlich nur zu wissenschaftlichen und Lehrzwecken genehmigt. Jarvis wird alle zwei bis drei Jahre von Personal des U.S. Fish & Wildlife Service aufgesucht.[4]
Die Flora der Jarvisinsel ist durch Artenarmut gekennzeichnet, da nur hitze- und dürrebeständige Arten hier überleben können. Die Vegetation besteht ausGräsern,krautigen Pflanzen undSträuchern.[5]
Nachdem von Menschen eingeschleppte Tierarten wie Hauskatzen, Ratten, Mäuse und Ziegen imÖkosystem der Jarvisinsel schwere Schäden angerichtet hatten, ging die Anzahl der Brutvögel stark zurück. Im Jahr 1966 wurden nur noch drei Brutvogelarten auf der Insel gezählt. Durch Maßnahmen, dieseNeozoen auszurotten, konnte die ursprüngliche Fauna wieder verstärkt auf der Jarvisinsel Fuß fassen. Mittlerweile brüten 14 verschiedene Vogelarten auf der Insel. Einen besonders hohen Bestand weist dieRußseeschwalbe mit etwa einer Million Einzeltieren auf.[6]
Das Korallenriff um die Insel ist die Heimat zahlreicherFischarten. Der U.S. Fish & Wildlife Service geht von 252 auf der Jarvisinsel heimischen Arten aus. Die Bestandsdichte größerer Fischarten wird dabei nur von dem ebenfalls im Zentralpazifik befindlichen AtollPalmyra übertroffen.[7]
Das Riff rund um die Jarvisinsel blieb bis um das Jahr 2000 weitgehend unerforscht. Mittlerweile hat man 62Korallenarten (darunter 59 Arten vonSteinkorallen)[4] und etwa 90Molluskenarten feststellen können. Bei Tauchgängen konnte an der Westseite der Jarvisinsel in Tiefen von 200 bis 1000 Meter eine äußerst vielfältige Fauna mit zahlreichen Korallen entdeckt werden.[8]